20.06.2013:

Migräne

Gewitter im Kopf: Abschalten - aber wie?

Haben Sie das Gefühl, dass ihr Kopf in einer Schraubzwinge steckt?
Werden Sie morgens mit Migräne wach und möchten am liebsten gar nicht aufstehen?
Ziehen die Beschwerden vom Nacken hoch zu den Schläfen?


Wer regelmäßig unter Kopfschmerzen leidet, lässt meist nichts unversucht, die Qual zu beenden. Doch die richtige Behandlung zu finden, ist schwer. Denn jeder Kopfschmerz ist anders. Mediziner unterscheiden über 200 Arten – Migräne, Cluster- und Spannungskopfschmerz gehören zu den wichtigsten. Handelsübliche Schmerzmedikamente helfen nur den wenigsten. Wirksamer kann eine individuelle Behandlung sein, die mehrere Bausteine kombiniert. Neben speziellen Medikamenten zur Behandlung akuter Kopfschmerz-attacken gibt es Möglichkeiten zur medikamentösen Prophylaxe. Auch alternative Methoden, wie Akupunktur, Akupressur, Homöopathie, Biofeedback, Ausdauersport und Entspannungstechniken lohnen einen Versuch. Doch woher weiß ich, welche Art Kopfschmerz mich quält? Welche Medikamente sind die richtigen? Wie sieht ein ganzheitliches Behandlungskonzept aus? Was können Entspannungsmethoden bringen? Bleib ich auf den Kosten sitzen, wenn ich eine alternative Behandlung wähle? Ist eine Zusatzversicherung sinnvoll, die auch Heilpraktikerbesuche übernimmt? Was kann ich von einer Kur erwarten?

Chat-Protokoll

Moderator:
Herzlich willkommen bei unserem aktuellen Chat zum Thema "Migräne". Unsere Experten sitzen bereit und freuen sich auf Ihre Fragen!

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von MAUSI123:
wie erkenne ich eine Migräne? Viele reden davon, dass sie Migräne haben, aber wodurch unterscheidet sich eine Migräne von "normalen" Kopfschmerzen?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Migräneattacken dauern zwischen einigen Stunden und 2-3 Tagen an. Diese speziellen Kopfschmerzen sind meist von Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit und Ruhebdürfnis begleitet. Migränekopfschmerzen nehmen bei körperlicher Anstrengung zu und sind häufig halbseitig.

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von SONNE:
Ich bin 58 und habe seit 40 Jahren Migräne.


Die Migräneattacken dauern 3-4 Tage lang, sind aber seit es Tripane gibt, relativ gut im Griff. Früher traten die Attacken ca. 1 -2 mal im Monat auf. Die Hoffnung, dass die Migräne mit dem Klimakterium endet, hat sich nicht bewahrheitet. Anfälle kommen seit 2 Jahren immer öfter. Daher wurde vom Neurologen eine Behandlung mit Topiramt 2x 50 mg/die verordnet. Eine Behandlung mit Betablockern ist wegen zu niedrigem Blutdruck nicht möglich. Im 1. Jahr Rückgang der Anzahl der Anfälle, jetzt wieder mehrmals im Monat Migräne, so dass die Lebensqualität stark eingeschränkt ist.

Ich arbeite in IT, meist sehr stressig, bisher aber trotz Migräne fast nie Arbeitsunfähigkeit (AU). Eine Reha ist lt. Krankenkasse aber nur nach längerer Arbeitsunfähigkeit möglich, ist diese überhaupt sinnvoll? Welche Möglichkeiten habe ich noch?

Habe an Studien bereits teilgenommen. Akupunktur mehrfach schon durchgeführt, hat immer wieder für gewisse Zeit was gebracht.


Entspannungsübung nach Jacobson wird durchgeführt.

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Sie tun schon viel gegen Ihre Migräne, Ihre Lebensumstände erhöhen aber die Migränebereitschaft. Eine "Neuordnung" und intensive Schulung sind sinnvoll! Sie können einen stationäre Vorsorgebehandlung auch dann beantragen, wenn Sie keine langen AU-Zeiten haben. Sie können sich tel. bei uns in der Klinik dazu informieren.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von SOMMERKIND:
Ich habe von einem pflanzliches Mittel namens Agnus Castus gehört, das bei Frauen bei Migräne helfen soll. Kennen Sie das auch und können es mir empfehlen?

Antwort von HP Andre Tonak:
Das homöopathische Mittel, welches recht gut bei Migräne hilft, ist Gelsemium C 30. Agnust Castus ist da eher die "zweite Wahl".

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von GIBTSDOCHNICHT:
ich hatte vor 3 Jahren eine Op, bei der man mir drei Meningeome aus dem Kopf entfernt hat. Seitdem litt ich unter ständigen Migräneattacken! Zeitweise jedes Wochenende ... Ich hab so ziemlich jedes Medikament ausprobiert, Akupunktur,alles half nicht! Nun gab es eine familiäre Veränderung,ich hab mich vor 4 Monaten von meinem Mann getrennt. Seitdem,obwohl es eine sehr emotionale Zeit war und noch ist,habe ich nicht mal mehr Kopfschmerz gehabt,geschweige denn eine ausgewachsene Migräne!!! Ist das wirklich möglich,das es nur an der psychischen Belastung lag, dass ich ständig solche Schmerzen hatte??

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Kopfschmerzen werden auch durch Stress- und psychische Belastungen sehr stark beeinflusst. Daher können auch Psychotherapien und Verhaltensmaßnahmen chronische Kopfschmerzen wirksam verbessern.

Karin Groth
Karin Groth,
Expertin für Krankenzusatz-Versicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von ELSE:
Um weniger Tabletten nehmen zu müssen, würde ich meine Migräne gern von einem Heilpraktiker behandeln lassen. Meine gesetzliche Krankenkasse zahlt so was nicht. Würde denn eine Zusatzversicherung diese Kosten übernehmen? Und ab wann?

Antwort von Karin Groth:
Eine Zusatzversicherung kann die Kosten übernehmen. Wichtig ist hierbei, dass Sie bei Antragstellung alle Erkrankungen wahrheitsgemäß aufführen und bzw. die Gesundheitsfragen beantworten. Bereits vorhandene Erkrankungen können mit einem Risikozuschlag belegt werden bzw. ein Ausschluss dieser Erkrankung erfolgen. Beachten Sie stets die allgemeinen und besonderen Wartezeiten im Vertrag (dies ist bei den Versicherungsunternehmen unterschiedlich geregelt). Lassen Sie sich die Fragen von der gewählten Gesellschaft im Detail erklären.

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von MONIKA BERLIN:
Ich habe etwa 4 x im Jahr Migräne, aber jedes Wochenende Spannungskopfschmerzen. Vor 5 Jahren habe ich zur langfristigen Behandlung ein Medikament bekommen, das eigentlich zur Bekämpfung von Depressionen genommen wird, bei mir sollte es bei regelmäßiger Einnahme die Wochenendkopfschmerzen mindern. Einziges Ergebnis war, dass ich durch das Antidepressivum 8 Kilo zugenommen habe, die Kopfschmerzen aber geblieben sind. Gibt es andere, medikamentöse Möglichkeiten, die evtl. die Kilos wieder verschwinden lassen?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Das ist leider manchmal eine Nebenwirkung, es gibt aber auch vorbeugende Medikamente dies diese Wirkung nicht haben. Fangen Sie mit regelmäßigem Ausdauersport an, das kann Kopfschmerzen verringern und die Pfunde wieder vertreiben. Lassen Sie sich wegen der Medikation von einem Fachmann nochmal beraten.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von MELANIE, 35:
Was tun gegen die ständigen Verhärtungen im Schulter-/Nackenbereich, die bei mir letztendlich immer zu Kopfschmerzen führen?

Antwort von HP Andre Tonak:
Die Schulter-Nacken Verspannungen werden meistens durch Stress ausgelöst. Das heisst in Ihrem Fall Stressprävention zu betreiben und Sport zu treiben. Stressprävention ist möglich z.B. durch Yoga, Qi Gong, Tai Chi, Autogenes Training oder über ein Coaching.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von PEPITA:
Ich bin 57 Jahre alt und leide seit 44 Jahren an Migräne - regelmäßig alle 4 Wochen. (Nach Aussage des Arztes gibt es für hormonellbedingte Migräne keine Medikamente). Seit dem Klimakterium ganz unregelmäßig - alle 2 Wochen, manchmal jede Woche. Trotz Medikation, meist Paracetamol 1000 mg, jetzt Ibuflam 600 mg, bin ich für 1-3 Tage arbeitsunfähig. Welche Möglichkeiten gibt es für mich?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Sie sollten Ihre schweren Attacken mit einer zeitgemäßen Attackentherapie behandeln. Beraten Sie mit Ihrem Arzt ob er Ihnen ein Triptan verschreiben kann. Damit ist in der Regel ein schwerer Mikräneanfall sehr gut zu kupieren. Bei der Häufigkeit Ihrer Attacken wäre dies die naheliegendste und effektivste Lösung.

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von BRUCKNER:
Als Jugendlicher hatte ich viel mehr Kopfschmerzen als jetzt mit 50, nur hat mir damals eine einzige Schmerztablette gereicht, den Schmerz zu vertreiben. Muss ich mir Sorgen machen, weil meine Kopfschmerzen nicht mehr so oft aber dafür viel stärker vorkommen?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Das ist prinzipiell nicht bedenklich. Kopfschmerzen können sich im Laufe des Lebens verändern. Wenn Sie nicht gut zurechtkommen, sollten Sie ärztlichen Rat suchen.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von JELENA M.:
Ich habe etwa 3 mal im Monat Migräneanfälle, die dann 1-2 Tage dauern. Können Sie mir ein Medikament empfehlen, das schnell wirkt und wirklich hilft? Ich bin bisher nur einmal wegen Migräne nicht arbeiten gegangen, aber generell fühle ich mich während eines Migräneanfalls nicht wirklich arbeitsfähig, aber ich kann mich ja nicht jedes Mal krankschreiben lassen...

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Zur Attacken-Behandlung sind die sogenannten Triptane sehr effektiv wirksam. Sie können Sie beim Arzt über Rezept erhalten und einzelne Triptane sind auch rezeptfrei in der Apotheke verfügbar. Zu empfehlen ist jedoch immer eine ärztliche Untersuchung und Beratung bevor Sie mit der Behandlung beginnen. Es gibt heute über 22 verschiedene Darrreichungsformen. Die Triptane unterscheiden sich. Der Arzt kann Ihnen daher ein individuell angepasstes Triptan empfehlen.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von GABIGABI:
ich habe gelesen, dass Sahaja-Yoga bei Migräne helfen soll... Kennen Sie das und was halten Sie davon?

Antwort von HP Andre Tonak:
Da Migräne ja häufig durch Stress ausgelöst wird, helfen präventiv allgemein Entspannungsübungen und Sport (Sport baut Stresshormone ab). Ob Sahaja-Yoga, Qi Gong, Tai Chi, Meditation, Atemübungen oder Autogenes Training, das ist Geschmackssache und bleibt Ihnen dann überlassen.

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von KATHY:
Meine Mutter hat seit Jahren chronische Kopfschmerzen. Sie nimmt Medikamente und denkt, dass die Ursache stressbedingt ist. Meine Eltern haben finanzielle Sorgen und der Job ist momentan sehr anstrengend. Begonnen haben die Kopfschmerzen als ich nach dem Abitur für 10 Monate im Ausland war. Deshalb mache ich mich ein bisschen dafür verantwortlich. Können Sie mir sagen, wie man chronische Kopfschmerzen heilen kann? Sicherlich ist das ein weites Feld, aber vielleicht tun sich ja durch Ihre Antwort neue Lösungsmöglichkeiten auf, die man versuchen könnte...

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Man unterscheidet eine Akutbehandlung und vorbeugende Maßnahmen. Ihre Frage klingt, als solle man sich vor allem auf vorbeugende Maßnahmen konzentrieren. Hierzu ist das Führen eines Kopfschmerztagbuches und die Vorstellung bei einem Neurologen, Schmerztherapeuten oder Spezialisten sinnvoll. An erster Stelle, stehen Maßnahmen zur Stressreduktion und zum bessern Umgang mit Allltagsbelastungen. Außerdem können vorbeugende Medikamente vorrübergehend sehr hilfreich sein. Zusätzlich können verhaltensspychologische Maßnahmen sinnvoll sein. Sie können sich über Behandlungskonzepte im Internet gut informieren, oder in einem Kopfschmerzratgeber.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von TOMMY:
Im Jahr 2005 war in einem kleinen Artikel von Ihnen zu lesen, dass man jetzt Dronabinol für Migräneattacken einsetzt. Seit dem war aber nichts mehr darüber zu lesen. Hat dieses Medikament doch nicht zum gewünschten Erfolg geführt?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Dronabinol enthält ein Canabinoid. Es ist zwar über Apotheken erhältlich, und die Herstellerfirmen haben jedoch keine Zulassung für Migräne. Die Wirksamkeit bei Migräne ist bisher nur aus der Erfahrungsmedizin überliefert. Kontrollierte Studien dazu gibt es nicht.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von KATHARINA:
Ich habe auch oft ziemlich starke Kopfschmerzen, weiß aber nicht, ob es tatsächlich Migräne ist. Medikamente möchte ich nicht unbedingt nehmen, welche alternativen Hilfen gibt es? Womit haben Sie gute Erfahrungen gemacht bzw. was wenden Sie in der Praxis häufig an?

Antwort von HP Andre Tonak:
Um herauszufinden , ob Sie tatsächlich unter Migräne leiden, suchen Sie bitte einen Experten - Heilpraktiker oder Arzt auf. In der Naturheilkunde erziele ich sehr gute Ergebnisse mit Akupunktur, manchmal ist auch eine Kopfeinreibung mit Minzöl ratsam. Viel trinken ist ebenso hilfreich, genauso wie die Reduzierung von Zucker, Weizen und Milch. Homöopathisch empfehle ich das Mittel Migräne/Hevert .

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von BABSI:
ich habe auch immer wieder Migräne-Anfälle, meistens am Wochenende. Eine Freundin hat mir nun Hormonpflaster empfohlen, die man vom Arzt verschrieben bekommen kann. Was meinen Sie dazu?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Eine Hormontherapie ist nicht die erste sinnvolle Behandlung bei Migräne. Sie ist allenfalls dann sinnvoll, wenn die Migräne immer/ausschließlich mit der Regelblutung auftritt. Wochenendmigräne tritt im Stressabfall auf. Maßnahmen zur Änderung der Lebensführung können hilfreich sein, aber auch die vorbeugende Einnahme eines Medikamentes (Prophylaxe). Lassen Sie sich bei einem Spezialisten beraten.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von HEINZ:
Ich leide unter zyklischem Erbrechen. ca alle 2 Monate erbreche ich ca 12-14 Stunden. ca 2-3 mal pro Stunde. Gibt es dafür ein Medikament das zu unterbinden oder den Zeitraum zu verkürzen? Erstmals trat das nach meiner Aplation auf. Wärend der Aplation hatte ich einen Migräneanfall. Kann das damit zusammenhängen? Darmspiegelung, Magenspiegelung, CT vom Bauch, MRT vom Kopf, Galle entfernt, alles ohne Befund. Kein Hinweis auf Tumor oder ähnliches. Zofran 8 mg, Antitriptylin dura 10 mg, Tavor 2,5 mg, Dexamethason-Ratiopharm, Imigran, Alle Medikamente hatten keinen Einfluss auf Stärke des Anfalls, dauer des Anfalls oder Verlängerung des Zeitraums von Anfall zu Anfall.

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Zyklisches Erbrechen kann ein Vorläufer-Symptom der Migräne sein. Daher sollten Sie noch einmal untersuchen lassen, ob das Erbrechen vielleicht mit einer Migräneerkrankung zusammenhängt. In einem solchen Fall können dann auch Migräne-Akut-Medikamente wirksam sein. Bewerte Mittel bei Übelkeit ansonsten sind Vomex, MCP, Motillium und ggf. auch Holoperidol.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von BERLINERIN1984:
Vom 01.08.12-15.08.12 war ich in der SK-Kiel, habe im Anschluss den Medikamentenentzug weitere drei Monate erfolgreich durchgeführt, war bis Mitte Nov durchgehend au und bin im Hamburger Modell wieder eingestiegen. Seit Nov nehme ich dieselben Medis wie vor dem Aufenthalt, bin derzeit auf 200mg Tramal in 4 Einzeldosen (alle 6 Std 50mg) eingestellt, nehme Sumatriptan nach Bedarf und habe trotzdem immer wieder unerträgliche Schmerzen, muss krank nach Arbeitsversuch gehen, bin ganztags arbeitsunfähig oder im Privatleben massiv eingeschränkt wegen der Schmerzen und um Kräfte für die Arbeit zu sammeln. Was können Sie empfehlen wie es weitergehen könnte? Ich bin im Schmerzzentrum in Berlin in Behandlung.

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Wichtig ist die Kontrolle der Medikamenteneinnahme, denn bei Überschreiten der 10/20-Regel kann durch die Medikation selbst der Kopfschmerz unterhalten werden. Auch durch die Einnahme von Tramal in unretadierter Form kann ein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch unterhalten werden. Ohne Kontrolle der Einnahme wird leider der Kopfschmerz nicht gebessert werden können. Ich möchte Ihnen daher raten, diesen Ansatz noch einmal zu versuchen.

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von MAX1990:
ich bin 23 Jahre alt, männlich, Student der Rechtswissenschaft im sechsten Semester. Im vergangenen November diagnostizierte mir ein Neurologe erstmals Migräne. Bereits ein Monat zuvor verspürte ich verstärkt Beschwerden in Form von starken Schwindelanfällen, welche zwischen 2-3 Stunden andauerten, sowie kurzeitigen, aber heftigen, Kopfschmerzattacken. Zudem klagte ich über leicht Gliederschmerzen. Nach der Diagnose im November behandelte ich die zunehmenden Schwindel- und Kopfschmerzattacken akut (Medikamente: Ibuprofen, Formigran, MCP-Tropfen). Jedoch nahm die Häufigkeit der Attacken erheblich zu (1-2 pro Woche) und die Abstände verküzten sich. Im Februar diesen Jahres habe ich nach einem neuerlichen Besuch bei einem weiteren Neurologen eine prophylaxische Migränethearpie begonnen. Auslöser hierfür war eine Schwindelattacke, welche mit nicht nur starken Kopfschmerzen sondern auch mit Taubheitsgefühlen in Arm und Beinen einherging. Zudem wurde diese Attacke durch Wortfindungsstörungen und Schweißattacken sowie Schüttelfrost begleitet. Wie bereits erwähnt, habe ich im Februar eine medikamentöse Therapie begonnen. Die Attacken waren stark rückläufig. Problematisch waren jedoch die Nebenwirkungen der Tabletten. Zuerst nahm ich Topiramat. Hierdurch wurden jedoch erhebliche Schlafstörungen ( 3-4 Stunden Schlaf pro Nacht) sowie eine Appetitlosigkeit ausgelöst. Des Weiteren wurde ich zunehmend depressiv. Zugleich fiel ich mit ungewohnt gereizten und teils auch aggressiv Verhalten auf. Daraufhin setzte ich das Topiramat in Absprache mit meinem Neurologen ab und begann Ende März Betablocker zu nehmen ( 2x 50mg; Erhöhung der Dosis aufgrund eines ausgeprägten Sportlerherzens nicht möglich). In der Zeit nach der Umstellung häuften sich die Attacken (teilweise 3-4 Attacken pro Woche) wieder vermehrt. Außerdem nahm die Intensität der Beschwerden erheblich zu. Seit Anfang Mai habe ich fast jeden Tag bzw. jeden zweiten Tag schwere Kopfschmerzattacken (in einer Schmerzskala von 1-10: tägliches Empfinden bei 6-8). Darüber hinaus leide ich zunehmend unter stärkeren Gliederschmerzen sowie Schmerzen im Gesichtsbereich. Im Zusammenhang mit den Schwindelanfällen ist die verlängerte Dauer (3-5 Stunden) sowie das hiermit einhergehende Erbrechen auffällig. Vor drei Wochen schlug deshalb mein Neurologe vor nochmals die Meidkamente umzustellen. Seitdem nehme ich ein Antidepressivum (Amioxid-neuraxpharm 90 mg; 2/3 pro Tag). Dennoch klage ich weiterhin über starke Kopfschmerzen sowie Schwindelattacken mit den zuvor aufgeführten Symptomen. Die Attacken versuchte ich bis jetzt immer mit Schmerzmittel zu lindern, jedoch ohne großen Erfolg.
Da ich mich nun langsam im Stadium der Staatsexamensvorbereitung befinde, machen mir die Beschwerden sehr stark zu schaffen, da hierunter meine Konzentration sowie meine geistige Aufnahmefähigkeit leiden. Zudem bin ich durch die Antidepressiva sehr erschöpft und ermüdet den ganzen Tag über. Zudem soll noch erwähnt werden, dass ich unter Utikaria leide, welche auf gewisse Lebensmittel sowie Stress zurückzuführen ist (die Utikaria wurde vor 3 Jahren diagnostiziert). Weitergehend soll möchte ich erwähn, dass ich bis zum 20ten Lebensjahr leistugsbezogen Eishockey gespielt habe (5x pro Woche Training). Seitdem spiele ich studiumbedingt nur noch sporadisch Fußball in einem Verein (1x pro Woche Training, 1x pro Woche Spiel).
Untersuchungen: MRT vom Kopf unauffällig; Orthopäde stellte keine ungewöhnlichen Anzeichen im Nacken- und Wirbelsäulenbereich fest; augenärztliche Untersuchung ebenfalls unauffällig (übrigens: trage ich keine Brille).
Aufgrund des beschriebenen Krankheitsverlauf trete ich nun mit der Frage an Sie heran, welche weiteren Methoden zur Mimierung der Beschwerden und Attackenzahl noch bestehen außer der besagten medikamentösen Therapie? Welche Maßnahmen kann ich treffen um die Attacken nach Ausbruch zu kontrollieren? Wäre es möglich einen Termin in der von Ihnen geleiteten Migräne- und Kopfschmerzklink in Königstein zu erhalten?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Für diese individuelle Beratung ist tatsächlich das persönliche Gespräch sinnvoller als das Internet. Wir haben auch eine ambulante Sprechstunde. Wenn Sie einen Termin wollen, können Sie gerne in der Klinik anrufen und etwas vereinbaren. Ihre ausführliche Darstellung ist bereits hilfreich. Sie können auch an die Klinik mailen und werden dann zurückgerufen.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von BäRBEL_P:
ich habe etwa 2x im Monat Migräneanfälle und komme dann nicht aus dem Bett und brauche meine Ruhe. Kennen Sie irgendwelche Methoden, die im Akutfall helfen? Normale Schmerzmittel wirken normalerweise nicht. Und irgendwelche starken Sachen, die abhängig machen, möchte ich nicht nehmen. Was gibt es noch, außer Medikamenten?

Antwort von HP Andre Tonak:
Hilfreich wäre festzustellen, was der Auslöser der Migräneanfälle ist. Stress ? Bestimmte Lebensmittel ? (Zucker, Weizen , Milch und Histaminhaltige Lebensmittel meiden) Pille ? Manchmal hilft am Beginn einer drohenden Migräne ein gut gezuckerter Espresso zusammen mit einem halben Teelöffel Vitamin C - gegebenenfalls können Sie die Kombination noch mit einer Aspirin ergänzen. Versuchen Sie es bitte auch noch einmal mit dem Mittel Horvy Enzym Psy. 4 comp. 1.

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von KEINOHRHASE81:
Ich habe regelmäßig (8-10 pro Monat) dumpf pochende Kopfschmerzen. Meist hilft mir Thomapyrin intensiv, jedoch möchte ich nicht jedesmal Schmerzmittel nehmen aber von selbst (auch über Nacht) gehen die Kopfschmerzen nicht weg, sondern werden immer schlimmer. Bei welchem Artz bin ich richtig aufgehoben? Sollte ich mich vor dem Besuch vorbereiten? Kopfschmerztagebuch? Welche Dinge sollte ich notieren? Oft habe ich auch nur kurzzeitige Schmerzen. Ein festes Pochen, ein paar Minuten lang andauernd, welches ohne Tablette wieder weg geht, gehört das auch in das Tagebuch?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Bei dieser Häufigkeit der Kopfschmerzen sind vorbeugende Maßnahmen sehr sinnvoll, z. B. Stressregulation, Ausdauersport, Pausen einlegen. Eine medikamentöse Vorbeugung kann außerdem sehr sinnvoll sein. Am Besten sind Sie bei einem Neurologen aufgehoben, allerdings beschäftigen sich nicht alle intensiv mit Kopfschmerzen. Auf der Hoempage dmkg.de finden Sie eine Behandlerliste, vielelicht hilft Ihnen dies weiter. Sinnvoll ist es zur Vorbereitung ein Kopfschmerztagebuch zuführen und die Medikamente, die bisher eingenommen wurden, aufzuschreiben.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von MURIEL991:
bei meinem Mann wurde im September 2012 ein B-Zell-Lymphom an der rechten Halsseite entfernt (Neck-Dissection), danach bekam er eine Chemotherapie. Seit dieser OP hatte er starke einschießende Kopfschmerzen bei jeder Mahlzeit, die er zu sich nahm. Im Mai 2013 wurde er nochmals an der gleichen Seite operiert, da sich nochmals ein Tumor dort entwickelt hatte. Danach sind seine "einschießenden" Kopfschmerzen (wie er es nennt) fast unerträglich geworden. Er liegt nach einem Kollaps (aufgrund der Schmerzen) stationär im Klinikum in Bielefeld-Mitte und unterzieht sich nun noch einer Strahlentherapie. Er bekommt intravenös Morphium und auch Lyrica. Alle andere Medikamente wie Voltaren oder Palladon in hoher Dosierung helfen nicht. Es soll sich um einen starken Nervenschmerz handeln, bei dem die Ärzte ziemlich ratlos scheinen. Nun hofft man, dass die Bestrahlung auch diese, für meinen Mann, unerträglichen Kopfschmerzen lindert. Gibt es noch eine andere Form der Therapie, da es sich wohl offensichtlich um einen Nervenschmerz handelt ? Wir wären für jede Anregung dankbar.

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Es ist möglich, dass durch die Tumorentfernung eine Nervenverletzung stattgefunden hat. Dies lässt sich leider bei solch gelagerten Tumoren oft nicht verhindern. Möglicherweise bestehen jetzt sogenannte neuralgiforme Schmerzen und diese sprechen sehr häufig gut auf Carbamazepin an. Dies Schmerzen können gerade auch beim Kauen aktiviert werden. Sprechen Sie den behandelnden Arzt darauf an, ob ein Therapieversuch in Frage kommt. Das Medikament gibt es auch als Saft und wirkt in dieser Darreichungsform (ein Esslöffel) oft sehr schnell.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von BCBC:
Was halten Sie von dem "Hausmittel" Espresso mit Zitrone gegen Kopfschmerzen? Hilft das? Und wenn ja, warum?

Antwort von HP Andre Tonak:
Das Hausmittel hilft tatsächlich in einigen Fällen. Koffein verengt die Hirn-Gefäße, die sich beim Migräneanfall ja erweitern. Vitamin C unterstützt noch den Mechanismus. In Verbindung mit Aspirin führt Koffein dazu, die Wirkung der Salycylsäure zu verstärken. Den Kaffee am besten noch stark süßen.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von MEDUDESA:
Leider weiß ich nicht mehr, was ich machen soll. Ich habe seit meiner frühen Kindheit regelmäßig Kopfschmerzen (ab ca. meinem 6. Lebensjahr). Damals habe ich Laserakupunktur bekommen und hatte danach ca. 3 Jahre Ruhe. Dann fing es wieder an. Diese Laserakupunktur habe ich bekommen bis ich 20 Jahre alt war. Leider ist mein Kinderarzt, der damals die Laserakupunktur vorgenommen hatte, in den Ruhestand gegangen. Da ich aber weiterhin Kopfschmerzen hatte, wusste ich nicht was ich machen sollte und habe erstmal nichts unternommen. Wenn es ganz schlimm war, dann habe ich eine Kopfschmerztablette, wie Paracetamol oder auch Dolormin Migräne genommen. Dies hielt sich aber stets in Grenzen und war immer ein Ausnahmefall, also nur wenn es gar nicht mehr ging.

Nun bin ich 24 Jahre alt und mit 23 fing Folgendes an: Letztes Jahr hatte ich dann eine Phase von ca. 3-4 Monaten, in der ich unter ständigen Kopfschmerzen litt. In dieser Zeit bin ich von Arzt zu Arzt gelaufen. Ich war bei meinem Hausarzt, bei einem Neurologen, bei einem HNO-Arzt, bei meinem Zahnarzt, bei meinem Augenarzt und beim Orthopäden. Keiner konnte mir weiterhelfen. Nun habe ich einigemale Akupunktur bekommen, dadurch sind die Kopfschmerzen zwar nicht mehr dauerhaft aber auch nicht weg. Der Neurologe hatte mir schon Antidepressiva verschrieben, aber auch damit sind die Kopfschmerzen nie ganz weg gewesen. Es half ebenfalls keine Kopfschmerztablette mehr auch keine starken Schmerzmittel, wie Novalminsulfon.
Meine Kopfschmerzen sind stechend, sind frontal und teils auch seitlich. Ich reagiere in manchen Fällen auch auf Licht empfindlich. Am wohlsten fühle ich mich dann, wenn ich im dunkeln bin und ich weder etwas sehe noch höre. Leider ist dies in den Fällen nicht immer möglich und in der schlimmen Phase hatte ich die Kopfschmerzen durchgängig also sobald ich aufwachte waren sie sofort wieder da. Mir ist dabei auch teilweise schwindelig geworden. Wissen Sie evtl. noch eine Möglichkeit was ich machen kann oder wo ich hingehen kann, damit die Kopfschmerzen endlich wieder weggehen??? Es ist mitlerweile sehr anstrengend zu arbeiten und sich bei der Arbeit auf einige Dinge zu konzentrieren, da immer die Schmerzen da sind.

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Am wichtigsten ist, dass Sie eine präzise Diagnose und ein zeitgemäßes Behandlungskonzept erhalten. Wenn ich richtig verstehe, ist bisher bei Ihnen noch keine Klarheit über die Diagnose vorhanden. Im Hinblick auf die Komplexität rate ich Ihnen eine spezielle Kopfschmerzsprechstunde aufzusuchen. Adressen finden Sie auf www.schmerzklinik.de

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von KONSTANZE:
Sehen Sie langjährige Migräne und Parkinson im Zusammenhang? Evtl. als Auslöser?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Es ist kein Zusammenhang zwischen Migräne und Parkinson bekannt.

Moderator:
Wir freuen uns über Ihr reges Interesse an diesem sehr wichtigen und häufig zu wenig beachteten Thema. Vielen Dank für Ihre ausführlichen Schilderungen. Wir werden versuchen Ihnen auf Ihre Fragen schnellstmöglich zu antworten!

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von BI:
Ich bin 28 Jahre alt, komme aus Berlin und bin Berufstätig (40-50Std/Woche). Ich habe seit ca. meinem 13. Lebensjahr Migräne. Ich war in den letzten Jahren bei den unterschiedlichsten Ärzten (Neurologen, Innere, Allergologen, Allgemeinmediziner, Hautarzt, HNO usw.) und wurde von oben bis unten untersucht.
Meine Krankheitsgeschichte:
1. Ich habe seit ca. 15 Jahren Migräne
2. Im Jahr 2001 wurde ich am Kopf operiert. Befund war eine ca. 3cm-4cm große Zyste am Kleinhirnbrückenwinkel. Diese wurde gefenstert und ist rezidiv und hat eine Größe von 2cm.
Beschwerden damals waren Gleichgewichtsausfälle. Die Zyste wird 1x im Jahr kontrolliert und die Ärzte sagen das diese nicht die Ursache für meine Probleme ist.
3. Es wurde vor 6 jahren festgestellt das ich eine Pseudoallergie habe (Histaminintolleranz).
Im letzten Jahr war ich deswegen in der Charite Berlin in Behandlung. Ich lebe jetzt seit ca 1 Jahr komplett auf Diät.
4. Bei einer Magen- Darm spiegelung wurde festgestellt das ich Helicobacter Bakterien habe. Diese wurden behandelt.
Zu meiner Migräne:
Ich habe schon die unterschiedlichsten Medikamente ausprobiert.
1. Antidepressiva (weiß leider den Namen nicht mehr)
Die haben super geholfen aber ich habe in kürzester Zeit ca. 35Kg zugenomen (abgesetzt)
2. Topiramat – habe ich überhaupt nicht vertragen (abgesetzt)
3. Propranolol 40mg – nehme ich seit ca ½ Jahr 1½Tabletten (hilft ein wenig die Anfälle und die Augenmigräne zu reduzieren)
4. Pille Pink Luna – nehme ich durchgehend
5. Triptane bzw. Migräne Tabletten vertrage ich nicht
6. Dolormin – je nach Häufigkeit der Anfälle
Auslöser:
1. Stress
2. Änderungen im Schlaf- Wach Rhythmus
3. Lebensmittel (durch Histamione)
4. Düfte
5. Periode
Maßnahmen:
1. Regelmäßigkeiten im Tagesablauf und Schlaf- Wach Rhythmus
2. Essen komplett umgestellt
3. Pille nehme ich durchgehend
Anfälle:
Manchmal bis zu 8 Anfälle im Monat. „Normale“ Kopfschmerzen –
fast täglich, Augenmigräne ca 1-2x im Monat (ohne Propranolol – mehrmals).
Ich unterscheide in Spannungskopfschmerz und in Migräne. Wenn ich die „Augenmigräne" habe ich ca. 20min starke Gesichtsfeld Ausfälle und dann kommt meist der Kopfschmerz. Bei meinen anderen Anfällen habe ich meist noch Schwindel!!!
Übelkeit und Lärmempfindlichkeit habe ich nur bei sehr starken Anfällen.
Momentan bin ich in Neurologischer Behandlung und komme da aber nicht so richtig weiter. Ich habe schon überlegt, dass es mir helfen könnte, wenn ich nur halbtags arbeite um den Stress ein wenig zu reduzieren. Weiß aber nicht was ich da machen muss, um einen Ausgleich zu bekommen? Ich habe auch eine BU, ich weiß nur nicht ob die da greift? Finanziell kann ich es mir sonst nicht leisten.
So richtig weiß ich nicht mehr was ich noch machen soll?
Ich wäre gern Schmerzfrei und würde gern mal ein „normales“ Leben leben und nicht alles nach meiner „Krankheit“ ausrichten...

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Sie haben schon viel unternommen, aber die bisherige Behandlung scheint noch nicht auszureichen, Das ist die Situation, in der man auch über eine stationäre Behandlung nachdenken kann (Vorsorgebehandlung oder Rehabilitation oder multimodale Schmerztherapie). Zuerst sollten die Behandlungen ausgeschöpft werden, bevor man in Ihrem Alter schon auf die Berufsunfähigkeitsversicherung zurückgreift. Sie sollten Ihre Berufstätigkeit nicht vorschnell aufgeben. Die Vorgeschichte erscheint jedoch auch komplex, so dass man sich intensiver damit beschäftigen muss. Es gibt noch weitere gut verträgliche vorbeugende Medikamente.

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von GUDRUNNN:
Ich (48) hatte früher in der Pupertät oft Migräneanfälle, starke Kopfschmerzen und Übelkeit! Jetzt bin ich in den Wechseljahren und habe gerade meine Tage! In dieser Woche hatte ich schon zwei Migräneanfälle mit Erbrechen! Ist es normal, in den Wechseljahren Migräneanfälle zu bekommen?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Wie die Pubertät sind die Wechseljahre eine Zeit der hormonellen Umstellung und es kann vorrübergehend zur deutlichen Zunahme von Kopfschmerzen kommen.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von TRUDI, 64:
Können Botox-Injektionen in die Stirn langfristig Kopfschmerzen unterbinden?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Botox ist für die vorbeugende Behandlung von chronischer Migräne wissenschaftlich anerkannt und auch zugelassen. Chronische Migräne besteht dann, wenn an mind. Acht Tagen pro Monat Migräneanfälle vorliegen und an weiteren sieben Tagen andere Kopfschmerzen herrschen. Botox wird von Neurologen verabreicht, die auf die Behandlung der chronischen Migräne spezialisiert sind.

Karin Groth
Karin Groth,
Expertin für Krankenzusatz-Versicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von TANJA K.:
Ich habe auch ziemlich oft Migräne und würde gerne mal Akupunktur ausprobieren. Wird das denn von der Krankenkasse bezahlt?

Antwort von Karin Groth:
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten in den meisten Fällen keine Akupunkturen bzw. homöopathische Behandlungen. Mit einer privaten Zusatzversicherung von ERGO direkt können Sie bis zu 50 Prozent der Kosten oder max. 500 Euro im Kalenderjahr erstattet bekommen. Zusätzlich erhalten unsere Versicherungsnehmer bei verordneten Arznei-, Heil- und Verbandsmittel einen Zuschuss bis zu 50 Prozent. In den Ergänzungstarifen erstatten wir Kosten für Schutz- und Reiseschutzimpfungen ebenfalls bis zu 50 Prozent.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von F.LUC:
Ich habe immer wieder nur hinter dem rechten Auge Kopfschmerzen, nehme dann eine Aspirin und dann verschwinden die Schmerzen. Sollte ich das mal genauer überprüfen lassen?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Diese Schmerzen müssen Sie ernst nehmen, Sie sollten sich bei einem Neurologen untersuchen lassen.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von WOLF:
Mein Mann leidet seit 3 Jahren an dem Cluster-Kopfschmerz. Er bekommt zwar seine Medikamente, aber eine entsprechende Begleitung, bzw Therapie fehlt hier in Paderborn. Wie sieht eine ausführliche Anamnese, intensive Beratung und eine Behandlung mit mehreren Therapiebausteinen aus? Wo und wer könnte meinen Mann beraten und behandeln?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Clusterkopfschmerz ist eine sehr schwerwiegende und komplexe Erkrankung. Sie erfordert eine genaue Kenntnis der Abläufe, der Attacken-Therapie und der vorbeugenden Behandlung. Aus diesem Grunde sollte die Einstellung bei einem speziellen Zentrum erfolgen. Adressen finden Sie auf www.schmerzklinik.de oder unter www.clusterkopf.de

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von MATRU:
68 J, w, Aura-Migräne seit 40 Jahren , eingeschränktes Gesichtsfeld mit silbernen Zacken vor den Augen, Dauer 20-30 Min., danach komplettes Sehen mit anschließendem Kopfschmerz. Wetter und Nahrungsunabhängig. Seit 2 Jahren Port wegen Krebserkrankung.
Seit dem wesentlich häufigere Migräne.
Tabl: bei Bedarf Maxalt 10 mg
Fragen:
1) Kann es am Port liegen?
2) Ist Osteopathie sinnvoll?
3) Ist Zusammenhang zw. Sehkraftverschlechterung zu sehen?
4) Welche Möglichkeiten gibt es, die nun gehäuft auftretenden
Migräneattacken wieder in zeitlich größere Abstände zu bringen?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Einen Zusammenhang mit dem Port würde ich nicht annehmen. Eine Krebserkrankung verursacht psychischen und körperlichen Stress und kann zu Migränezunahmen führen. Osteopathie hat keinen bewiesene Wirkung auf Migräne. Die Sehkraft verändert sich durch die Migräne nicht.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von LOTTE:
Eine Bekannte hat ihre Migräne mit Akupunktur erfolgreich in den Griff bekommen. Bei mir hat das Verfahren leider gar nichts gebracht. Lohnt ein zweiter Versuch? Oder schlägt die Therapie nur bei manchen Patienten (welchen?) an?

Antwort von HP Andre Tonak:
Es gibt unter Akupunkteuren erhebliche Qualitätsunterschiede, daher würde ein zweiter Versuch bei einem anderen Behandler durchaus Sinn machen. Neben der Akupunktur wäre natürlich noch eine Stressprävention/Entspannungstechniken und eine Ernährungsoptimierung sinnvoll.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von PETRUS, 38:
Bei einer manuellen Therapie wurde festgestellt, dass "zuviel Energie im Kopf" der Grund für meine Migräne sein könnte. Haben Sie so etwas schon mal gehört? Wie kann man dem entgegen wirken?

Antwort von HP Andre Tonak:
Zu viel Energie im Kopf klingt nach zu viel Stress oder zu viel belastende Gedanken, ein allgemeines "verkopft sein". Entspannungsverfahren wie Tai Chi, Atementspannung, Meditation und der Stresskiller Sport (Abbau von Stresshormonen) bewirken da oftmals gut Linderung.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von JENIFER84:
ich bin 29 Jahre alt und habe jetzt seit Mitte Mai mehr oder minder ununterbrochene Kopfschmerzen. Mein Hausarzt ist ratlos, verschreibt mir verschiedene Tabletten, die zwar immer helfen, aber eben nur kurzfristig. Sobald die Wirkung nachlässt, fangen die Schmerzen wieder an. Immer auf der Stirnseite links. Ich habe das Gefühl, dass er mir nicht einmal mehr glaubt. Einen anderen Facharzt bräuchte ich nicht aufsuchen, sagt er. Was raten Sie mir? Sollte ich zu einem anderen Facharzt gehen? Wenn ja, zu welchem? Ich möchte die Schmerzen loswerden und natürlich auch möglichst die Ursache herausfinden.

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Sie müssen eine präzise Diagnose bekommen, der richtige Ansprechpartner ist hier ein Facharzt für Neurologie. Erst dann kann ein effektives Behandlungskonzept aufgebaut werden. Machen Sie also am besten einen Termin.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von BEA1979:
ich leide unter gelegentlichen Migräneanfälle, etwa 1-2 Mal im Monat... Ich möchte aber keine starken Medikamente nehmen, haben Sie noch Tipps, was man machen kann? Akupunktur? Hausmittel?

Antwort von HP Andre Tonak:
Die Akupunktur schlägt in der Regel sehr gut bei Migräne an. Wenn eine Migräne im Anmarsch ist, hilt in einigen Fällen auch eine Einreibung mit Minzöl. Homöopathisch kann ich Ihnen das Mittel Migräne/Hevert empfehlen.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von ATE:
Meine bestätigte Diagnose lautet: Episodische paroxysmale Hemikranie. Ich habe in den letzten 10J. mehrere Ärzte aufgesucht, zuletzt war ich Patientin im UNK Münster, die können aber weiter nichts machen. Indometacin wirkt, aber ich vertrage es nicht. Durch Zufall habe ich herausgefunden, dass Voltaren Resinat auch gegen die Attacken funktioniert. Prophylaktisch nehme ich Verahexal, 720mg pro Tag. Es ist dadurch etwas besser geworden, aber lange nicht gut. Vor kurzem habe ich Ihre Publikation darüber im Internet gefunden und wollte unbedingt nach Kiel zu Ihnen. Irgendwie muss ich noch die IKK überzeugen. Gibt es außer Indometacin und Verapamil noch eine andere Möglichkeit? Was kann ich noch machen?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Die EPH ist eine sehr seltene Kopfschmerzerkrankung. Indometacin wirkt dabei sehr zuverlässig. Leider ist die Langzeitverträglichkeit oft begrenzt. Daher muss im Einzelfall nach Ausweichmöglichkeiten gesucht werden. Üblicherweise hilft Verapamil nicht bei der EPH. Welche Möglichkeiten in Frage kommen, hängen sehr vom Einzelfall ab. Erfahrungen dazu liegen in spez. Kopfschmerz-Zentren vor, feste Leitlinien gibt es zu dieser Erkrankung aufgrund der Seltenheit nicht.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von COCACOLA:
Ich (w, 36) leide seit meinem 11. Lebensjahr - jetzt also 25 Jahre - an Migräne. Da sie ohne Erbrechen und immer nur im Hinterkopf bzw. rechtsseitig vom Nacken ausstrahlt (und irgendwann später erst in der Stirn/Schläfengegend landet), wurde die Migräne nicht erkannt.
Ich selber habe es also als starke Kopfschmerzen abgetan. Mein neuer Hausarzt dann verschrieb mir vor 3 Jahren zum Ausprobieren Triptane und siehe da: Schmerzen weg! Ich hätte heulen können ...Zwischen den Migräneanfällen scheine ich allerdings auch Spannungskopfschmerzen zu haben (nicht einseitig, sondern den ganzen Kopf betreffend).
Leider führe ich erst seit 25 Tagen einen Kopfschmerzkalender und das offenbart mir nichts Gutes. Von den 25 Tagen war ich sage und schreibe gerade mal an 5 Tagen schmerzfrei, 11 Tage bereits mit Schmerzmitteln.
Ich bin also quasi völlig am Ende inzwischen, habe mich krankschreiben lassen müssen. Nun bin ich endlich in neurologischer Behandlung und mir wurde vor 2 Wochen Amitriptylin verschrieben, welches ich bis 75mg einschleichen soll.
Nun zu meinen Fragen:
Wie lange braucht das Amitripylin? Wann kann man beurteilen, ob es als Migräneprophylaxe geeignet ist? Wenn ich jetzt konsequent "nur" 10 Tage im Monat Schmerzmittel nehme (indem ich zB eine leichte Migräne oder Spannungskopfschmerzen aushalte), weil ich "vermutlich" die letzten Jahre zu arglos mit den Schmerzmitteln umging ... kann ich damit einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz wieder "rückgängig machen"? Oder bleibt mir nur die Medikamentenpause? Und die letzte Frage: Ich strebe die Einweisung in Ihre Schmerzklinik an (privat versichert bei der Debeka), weil ich mir ehrlich gesagt Sorgen mache, dass ich doch im MÜK bin. Ich halte eine Medikamentenpause in ihrer Klinik für sinnvoller, sollte es mir tatsächlich passiert sein. Außerdem "ziehen" meine Ärzte hier in der Umgebung nicht richtig mit, meine Migräne wird irgendwie abgewunken. Ich solle lieber eine Reha in einer psychosomatischen Klinik machen. Hmmm ..
Ich frage mich nur, wie ich eine Einweisung in Ihre Klinik bekomme, wenn mich mein Arzt nicht unterstützt?
Könnte ich einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Debeka und Beihilfe selbst stellen und nur mit der Zusage bei ihnen einen Platz bekommen?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Ihre Schilderung verdeutlicht einen sehr schwerwiegenden Verlauf einer komplexen Kopfschmerzerkrankung. Vieles spricht für das Vorliegen einer chronischen Migräne. Hier ist dringend eine spezialiserte Behandlung erforderlich, um den schweren Leidensdruck zu lindern. Es ist bedauerlich, dass Sie bisher keine zielführende Therapie gefunden haben. Eine spezialiserte, stationäre Therapie scheint bei Ihnen tatsächlich angezeigt, wenn Ihr Hausarzt oder Facharzt eine Einweisung nicht ausstellt, können Sie auch einen ambulanten Termin zur Prüfung der Aufnahmebedingungen in der Schmerzklinik vereinbaren. Liegen die Voraussetzungen vor, kann dann von dort aus die Einweisung direkt vorgenommen werden und der Kostenübernahmeantrag für Ihre Krankenkasse gestellt werden.

Karin Groth
Karin Groth,
Expertin für Krankenzusatz-Versicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von PIA:
Ich bin 26 und leide seit ca. zehn Jahren regelmäßig unter Kopfschmerzen und Migräne. Noch bin ich im Studium, aber ich mache mir Gedanken, ob für mich nicht vielleicht eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll wäre. Wann sollte man so etwas abschließen? Kann man da auch noch später einsteigen?

Antwort von Karin Groth:
Leider bin ich nicht die Expertin für Fragen einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Aus meiner Erfahrung macht diese jedoch immer Sinn und kann jederzeit abgeschlossen werden. Beachtenswert ist jedoch, dass mit steigendem Eintrittsalter, die Beiträge höher sind. In Ihrem Fall empfehle ich ein Telefonat mit den Spezialisten bei ERGO Direkt. Die Kollegen beraten Sie hierzu gerne und kompetent.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von JULIA:
Wie sieht eine Migränebehandlung bei Ihnen aus? Werden dabei mehrere Behandlungsmethoden kombiniert?

Antwort von HP Andre Tonak:
Bei einer Migränebehandlung in meiner Praxis kombiniere ich Akupunktur mit der Sauerstofftherapie und der Homöopathie / Bioresonanz. Zusätzlich mache ich auch noch eine Ernährungsberatung, da es auch einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Kopfschmerzen geben kann.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von BLACKPUMI:
ich bin eine 25-Jährige Studentin und leide fast wöchentlich an Kopfschmerzen. Die Kopfschmerzen sind meist einseitig und im vorderen Kopfbereich. Ist das Migräne? Ich nehme dann meist Iboprofen, weil andere Medikamente, wie z.B. Paracetamol nicht wirken. Ist es schädlich, wenn ich des öfteren zu Iboprofen greife? Aber nehme ich gar keine, dann werde ich die Schmerzen für Tage nicht los. Da hilft weder schlafen, noch viel trinken. Begleiterscheinungen bei den Kopfschmerzen sind auch zb. ein schmerzender Rücken und verspannter Nacken. Kann es sein, dass die Kopfschmerzen daher rühren oder ist es ganz normal, dass Kopfschmerzen des öfteren von Nackenschmerzen begleitet werden?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Ihre Schilderung beinhaltet mehrere Symptome, die auf Migräne hindeuten. Paracetamol hilft dabei oft nicht ausreichend. Sie sollten daher einmal einen Sprechstundentermin bei einem Neurologen vereinbaren, um eine präzise Diagnose stellen zu lassen. Ggf. kann Ihnen dann auch eines der heute verfügbaren gut wirksamen und verträglichen Migränemitteln verordnet werden, die sog. Triptane.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von PETRA:
Ich habe mir mein Amalgam entfernen lassen und die Pille abgesetzt, bin auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten getestet (trinke seither keine Milch mehr), wurde akupunktiert und mit Globuli und Schüssler Salzen sowie Pestwurz und Magnesium behandelt. Ich beherrsche Muskelentspannung nach Jacobsen und mache regelmäßig Yoga. Doch trotz allen Bemühungen ist die Migräne geblieben. Haben Sie ein paar Tipps, was ich noch machen könnte, wenn ich keine medikamentöse Prophylaxe möchte?

Antwort von HP Andre Tonak:
Versuchen Sie es doch einmal mit Enzymen. Z.B. Horvi Enzym Psy. 4 comp. 1 (3 mal 8 Tropfen) oder mit dem homöopathischen Komplexmittel Neurovita ( 2 mal 12 Tropfen).

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von JENS1968:
Hilft denn Formigran auch bei Migräne mit Aura?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Triptane helfen auch bei Mirgäne mit Aura, welches bei Ihnen am Besten wirkt und am Wenigsten Nebenwirkungen macht, müssen Sie ausprobieren. Es gibt insgesamt 7 verschiedene Triptane, die sich etwas unterscheiden.

Karin Groth
Karin Groth,
Expertin für Krankenzusatz-Versicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von MARIA:
Ich habe gehört, dass Migräne auch durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgelöst werden kann. Ein entsprechender Test ist jedoch recht teuer. Gibt es Möglichkeiten einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse - vielleicht durch eine Zusatzversicherung?

Antwort von Karin Groth:
Ob es eine Möglichkeit zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse gibt, können Sie über Ihren Leistungsträger erfahren. Dies ist von Krankenkasse zu Krankenkasse verschieden. Eine Zusatzversicherung von ERGO Direkt bietet die Möglichkeit, Kosten, die Ihnen bei der Inanspruchnahme alternativer Heilmethoden entstehen, zu übernehmen. Unsere Leistungen umfassen die im Zusammenhang mit den Behandlungen verordneten Arznei-, Heil- und Verbandsmittel.

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von PAULA-47:
Ich nehme seit gut sechs Monaten Betablocker (100 mg Metoprolol) und habe seit dem deutlich weniger Migräneanfälle. Allerdings ist mein Stoffwechsel dadurch ziemlich gedrosselt. Wie kann ich verhindern, dass ich künftig zunehme? Noch dazu, wo ich bald in die Wechseljahre komme... Ein bis zwei Kilo sind bislang schon hinzugekommen...Wäre es sinnvoll auf 50 mg zu gehen? Oder haben Sie einen besseren Tipp?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Wenn sich die Migräne gut verringert hat (ganz verschwinden wird sie durch Medikamente nicht), dann kann man die Dosis halbieren und mal beobachten, ob das auch ausreicht. Sinnvoll ist es auf alle Fälle zusätzlich ein Entspannungsverfahren zu lernen und auch auf regelmäßige körperliche Aktivität zu achten, sinnvoll sind Schwimmen, Joggen und Radfahren. Auch damit können Sie das Gewichstproblem etwas in den Griff bekommen.

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von NIKA:
Meine Tochter, 8 Jahre, hat regelmäßig Kopfschmerzen. Im Laufe der letzten Jahre immer öfter im Monat. Manchmal bis zu 6x. Wir waren beim Orthopäden (Halswirbel eingerenkt), beim Neurologen (Hirnströme gemessen), Kinderarzt (Blutwerte ok), Osteopaten. Aber langfristig keine Besserung. Ich will sie ja nicht mit Tabletten füttern, aber Globuli und Euminzstick bringt auch nicht immer die gewünschte Linderung.Welche Möglichkeiten haben wir noch?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Im Kindesalter sind Kopfschmerzen häufig Folgen von Alltagsstressoren und dort sollte auch die Behandlung ansetzen: Regelmäßige Pausenzeiten, Zeiten zum Spielen, regelmäßiges Essen, zum Ausgleich auch Sport und Entspannungsverfahren. Nach der Schule erstmal: Pause - und nicht gleich an die Hausaufgaben stürzen! Wenn das nicht hilft, ist auch eine vorbeugende Behandlung möglich. Die Halswirbelsäule ist meist keine (!) Ursache von Kopfschmerzen. Sie müssen Ihr Kind nicht mit Medikamenten "füttern" aber die unwirksame Gabe von Globuli hilft auch nicht weiter. Migräne (und andere Kopfschmerzen) sind im Kindesalter gut zu behandeln, holen Sie sich Rat bei einem Experten!

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von ALEX:
Werden die Kopfschmerz-Therapien in Ihrer Praxis von der Kasse übernommen oder muss man das grundsätzlich aus der eigenen Tasche bezahlen?

Antwort von HP Andre Tonak:
Privatversicherungen übernehmen zumeist die Kosten für einen Heilpraktiker. Gesetzliche Versicherungen übernehmen in einigen Fällen ebenfalls bestimmte HP-Behandlungen. Das sollten Sie mit Ihrer KV direkt klären. Ansonsten haben Sie noch die Möglichkeit eine HP Zusatzversicherung abzuschließen. Dann können Sie sich HP-Leistungen schnell, direkt und unbürokratisch von Ihrer Zusatzversicherung erstatten lassen.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von BELLA AUS HANNOVER:
Was halten Sie von Biofeedback als Vorbeugung gegen Migräne? Wo kann man das lernen?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Biofeedback ist ein anerkanntes und effektives Verfahren in der Migränevorbeugung. Sie können es in spezialisierten Zentren wie z.B. der Schmerzklinik Kiel lernen.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von TU78:
Welche Rolle spielt Sport bei der Behandlung und Vorbeugung von Migräne? Was empfehlen Sie?

Antwort von HP Andre Tonak:
Sport ist ein wichtiges Mittel, um Stress und Spannung zu reduziern - denn die Bewegung baut Stresshormone ab und steigert die Sauerstoffversorgung. In Verbindung mit Entspannungstechniken wie Yoga oder Tai Chi ist sie ein optimales Instrument, um Migräneattacken zu reduzieren, zu lindern oder zu verhindern.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von MEIKE70:
Wann und für wen ist ein Kur in Ihrer Klinik sinnvoll?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
In der Schmerzklinik Kiel werden keine Kuren, sondern vollstationäre Krankenhausbehandlungen durchgeführt. Sinnvoll ist eine solche Behandlung insbesondere wenn schwere Schmerzerkrankungen vorliegen, die auf ambulante oder unspezialisierte, stationäre Behandlung nicht ansprechen. Beispiele dafür sind schwer verlaufende, chronische Migräne, Clusterkopfschmerz, Trigeminusneuralgie, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch und andere. Viele Patienten leiden auch an schweren Begleiterkrankungen, wie Depressionen, Schlafstörungen, Ängsten, Bluthochdruck, Magen-Darmstörungen etc. Nahezu alle gesetzlichen Krankenkassen haben spezielle Verträge und übernehmen die Kosten.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von LOPU:
Immer häufiger wird TCM und vor allem Akupunktur gegen Migräne angewendet. Was sind Ihre Erfahrungen damit? Hilft das tatsächlich?

Antwort von HP Andre Tonak:
Ja tatsächlich, in 80 Prozent der Behandlungen zeigt die Akupunktur gute bis sehr gute Ergebnisse. Daher ist die Akupunktur immer einen Versuch wert.

Karin Groth
Karin Groth,
Expertin für Krankenzusatz-Versicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von RICKY:
Da ich schon länger an Migräne leide, hat mir meine Versicherung mitgeteilt, dass eine Zusatzversicherung für Heilpraktikerbehandlung bei mir nur mit Risikozuschlag möglich ist. Ist das immer so? Mit welchen Kosten muss ich dabei rechnen?

Antwort von Karin Groth:
Ein Risikozuschlag bzw. auch ein Ausschluss dieser Erkrankungen kann durchaus nach einer medizinischen Prüfung erfolgen. Risikozuschläge sind eine normale Verfahrensweise, wenn Erkrankungen bereits vor Abschluss eines Vertrages bekannt sind bzw. wenn hierzu beraten oder behandelt wurde. Mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, kann leider pauschal nicht beantwortet werden. Um genau Ihren persönlichen Beitragssatz bzw. Risikozuschlag berechnen zu können, ist es wichtig, alle Erkrankungen von Ihnen benannt zu bekommen (auch Infekte usw.), erst danach kann die Gesellschaft eine entsprechende Aussage zum Risikozuschlag bzw. zum Ausschluß einer Erkrankung tätigen.

Prof. Dr. med. Hartmut Göbel
Prof. Dr. med. Hartmut Göbel,
Chefarzt d. Schmerzklinik Kiel. FA f. Neurologie u. Spez. Schmerztherapie, Dipl.-Psych. Schwerp.: Migräne, chron. Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, multimodale Therapie, Verhaltenstherapie

Frage von BLUE:
Ich leide seit 25 Jahren an Migräne, vor zwei Jahren wurde sie dann endlich diagnostiziert. Triptane helfen mir leider gar nicht. Beim Paracetamol bin ich mitlerweile bei 6 Tabletten auf einmal, wenn ich sie rechtzeitig genug nehme, kann ich die großen Schmerzspitzen abfangen. Ca. 2 Jahre habe ich immer mal wieder Oxycodon genommen, wirkte anfangs super, mitlerweile müßte ich soviele Tabletten nehmen, daß mein Darm fürcherlich beleidigt ist. Im Moment bekomme ich als Prophylaxe Gabapentin 600mg 4x tgl. was aber auch nichts bringt (nehme es seit Mitte März). Migräne zur Zeit täglich, bewegt sich fast dauernd auf Level 7-9. Haben Sie eine Idee, was ich noch machen könnte?

Antwort von Prof. Dr. med. Hartmut Göbel:
Bei Ihnen passt die Behandlung nicht mit der gestellten Diagnose zusammen. Opioide sind bei Migräne nicht wirksam und sinnvoll. 6 Tabletten Paracetamol auf einmal sind knapp an der möglicherweise tödlich wirkenden Menge. Gabapentin ist in der Migränevorbeugung nicht bewährt. Das heißt: Diagnose und Therapie müssen bei Ihnen überprüft werden. Wenden Sie sich dazu an eine spezialisierte Kopfschmerzsprechstunde.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von JOSIE:
Stimmt es wirklich, dass Nahrungsmittel Migräne oder Kopfschmerzen auslösen können, oder ist diese Ansicht inzwischen überholt? Was sollte man meiden?

Antwort von HP Andre Tonak:
Oft treten Migräneschmerzen bei Histaminunverträglichkeit auf. Bitte lassen Sie sich bei Ihrem Arzt untersuchen, ob diese vorliegt. Histamin findet man z.B. in Schokolade, Rotwein, Parmesan etc.

Karin Groth
Karin Groth,
Expertin für Krankenzusatz-Versicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von LORE:
Als Migräniker kommt man häufig mit klassischen medikamentösen Therapien nicht aus, sondern braucht ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Welche konkreten Vorteile kann hier eine passende Zusatzversicherung bieten?

Antwort von Karin Groth:
Die Heilpraktikertarife von ERGO Direkt bieten die Möglichkeit alternative Heilmethoden in Inanspruch zu nehmen, die weit über die klassische Schulmedizin gehen. Hier werden auch Kosten, die in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden, aus der Zusatzversicherung mitgetragen. Ihre Vorteile: Bei Untersuchungen und Behandlungen durch Heilpraktiker bzw. Ärzte für Naturheilverfahren erhalten Sie 50 Prozent der Kosten als Erstattung. Bei Verordnungen naturheilkundlichen Arznei-Heil-und Verbandsmittel erhalten Sie bis zu 50 Prozent als Kostenzuschuss. Reise- und Schutzimpfungen werden bis 50 Prozent erstattet. Ebenfalls erhalten Sie in diesem Tarifen (Zusatztarif plus Ergänzungstarif) Erstattungen von Sehhilfen bis zu 100 € im Kalenderjahr.

HP Andre Tonak
HP Andre Tonak,
Heilpraktiker, Mentaltrainer in einer eigenen Naturheilpraxis in Hamburg. Schwerpunkte: TCM, Psychotherapie, Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Schmerztherapie, Migränebehandlung

Frage von RUSSIA:
Ich habe gelesen, dass eine Sauerstofftherapie bei Kopfschmerzen helfen soll. Was muss man sich darunter vorstellen?

Antwort von HP Andre Tonak:
In meiner Praxis liegen Sie dabei bequem auf einer Liege und bekommen über eine Nasenkanüle 6 l Sauerstoff zugeführt. Begleitend bekommen Sie dazu noch Akupunktur oder Bioresonanz. Anschließend erhalten Sie noch einen speziellen Vitamin-Mineralstoff-Cocktail, der die Wirkung der Akupunktur und des Sauerstoffs verstärkt.

PD Dr. med. Charly Gaul
PD Dr. med. Charly Gaul,
ärztl. Leiter d. Migräne- u. Kopfschmerzklinik Königstein. FA für Neurologie u. Spezielle Schmerztherapie. Schwerpunkte: Migräne, Kopfschmerz, multimodale Therapie, Clusterkopfschmerz, Kinderkopfschmerz

Frage von KLEINE FEE:
Ich habe oft morgens Migräneanfälle, und das jetzt schon seit etwa einem halben Jahr, Ich habe schon Aspirin Migräne probiert, das hilft aber nur kurze Zeit. Mir ist dann immer sehr schlecht und ich bin sehr geräusch- und lichtempfindlich. Meist schlafe ich wieder ein und schlafe ein paar Stunden und das, obwohl ich nachts schon etwa 8 Stunden geschlafen habe. Haben Sie einen Rat für mich?

Antwort von PD Dr. med. Charly Gaul:
Wenn Sie mit herkömmlichen Schmerzmitteln nicht auskommen, kann der Einsatz eines Migränemittels, eines sogenannten Triptans versucht werden. Diese wirken meist etwas schneller und besser. Sprechen Sie deshalb mit ihrem Arzt. Außerdem sollten Sie ein Medikament gegen Übelkeit zusätzlich einnehmen.

Moderator:
Vielen Dank für Ihre rege Teilnahme an unserem Chat. Sollte Ihre Frage nicht beantwortet worden sein, hoffen wir, dass Sie bei den übrigen Fragen vielleicht schon eine passende Antwort gefunden haben. Bis zum nächsten Mal!