18.05.2017:

Intimgesundheit

Wenn die Liebe schmerzt


Es könnte eigentlich alles so schön sein mit 50plus: Die Karriere ist im Kasten, die Kinder sind groß, und man hat endlich wieder Zeit für entspannte Zweisamkeit mit dem Partner. Doch oft funken jetzt die Hormone dazwischen und verursachen sexuelle Probleme. So leiden viele Frauen durch die Hormonumstellung in den Wechseljahren unter Scheidentrockenheit, die zu Schmerzen und Brennen beim Sex führen kann. Ein echter Lustkiller, denn Betroffene meiden Zärtlichkeiten dann oft lieber ganz, als die Sache offen anzusprechen. Das ist aber der falsche Weg, denn Scheidentrockenheit ist meist einfach und effektiv zu behandeln. Welche Mittel zur Verfügung stehen, welche Alternativen zu Hormonen es gibt, warum auch jüngere Frauen betroffen sein können und wie Frauen ihre Intimgesundheit sonst noch unterstützen können, erklären renommierte Frauenärztinnen am 18.05.2017 von 17 bis 18 Uhr. Fragen können Sie jetzt schon einreichen.

Chat-Protokoll

Moderator:
Liebe User, herzlich willkommen bei unserem Expertenchat rund um das Thema „Intimgesundheit“. Wir sind jetzt bis 18 Uhr für Sie da und freuen uns auf Ihre Fragen.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von ANNA.ANNA:
Ich leide unter einer zu trockenen Scheide und habe daher auch immer seltener Lust, mit meinem Mann zu schlafen, weil es nicht nur unangenehm, sondern teilweise auch schmerzhaft ist. Gibt es da eine spezielle Salbe oder Tabletten, die das regulieren? Mir tut das auch so leid für meinen Mann, der ja merkt, dass ich nicht mehr mit demselben Spaß dabei bin wie früher.

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Je nach Alter kommt es in oder nach den Wechseljahren durch die fehlenden Hormone zu Veränderungen an den Scheidenschleimhäuten und im Scheideneingangsbereich. Zuerst empfehle ich meinen Patientinnen immer eine regelmäßige hormonfreie Anwendung von Feuchtigkeitsgelen oder Ovula (Zäpfchen, welche in die Scheide eingeführt werden). Die darin enthaltenen Stoffe wie Hyaloronsäure und Vitamine werden in der Schleimhaut gespeichert und verbessern die Elastizität, bringen Feuchtigkeit und lindern das Missempfinden. Wenn das nicht ausreicht, dann sollte man mit seinem Frauenarzt eventuell die Anwendung von hormonhaltigen Cremes oder Ovula besprechen, Sie bekommen dann Dosierungsempfehlungen und ggf. auch ein Rezept.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von KATE M.:
Vor 10 Jahren im Alter von 44 wurde ich operiert. Hysterektomie mit gleichzeitiger Entfernung der Eierstöcke wegen Myomen und Endometriose. Seit ca. einem Jahr habe ich sehr starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Atrophie der Vagina und Trockenheit seit ca drei Jahren. Mittel wie Gel, Zäpfchen und Creme, die ich benutzt habe, haben so gut wie nichts geholfen. Ist die Laserbehandlung eine Lösung?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Also gleich zu Anfang: Eine Laserbehandlung ist bei Ihnen überhaupt nicht zu empfehlen. Zu Ihrem Problem: Die erste Frage wäre, ob Sie Hormone nehmen. Wenn nein, wäre das eine Option. Wenn Sie mit 44 Jahren schon Ihre Eierstöcke verloren haben, hätten Sie seitdem schon Hormone (Estradiol) bekommen müssen. Die zweite Option wäre eine lokale Hormongabe, 2x1 Estriol 2 mg/Woche. Möchten Sie jetzt keine Hormone nehmen, wären lokale Befeuchtungsmittel, z.B. KadeFungin Befeuchtungsovula 1x1 über 14 Tage angebracht. Diese müssen selbst bezahlt werden. Bei Beschwerden zu Beginn des Geschlechtsverkehrs durch die trockene Scheide können Sie auch Befeuchtungsgel aus der Apotheke kaufen. Ich würde Ihnen mehr zu Hormonen raten, entweder über die Haut (Vorteil Vermeidung vieler Alterskrankheiten) oder lokal in die Scheide (Vermeidung Beckenbodensenkung und Harninkontinenz).

Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von BRIGITTA:
Ich merke seit ein paar Wochen, dass ich in die Wechseljahre komme. Mit meinem Frauenarzt habe ich schon gesprochen, und er rät mir früher oder später zu einer Hormontherapie. Ich suche allerdings eine Alternative zu Hormonen. Was empfehlen Sie?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
Es gibt Frauen, die in die Wechseljahre kommen und Beschwerden haben, aber nicht gleich mit Hormonen anfangen wollen. Pflanzliche Mittel können helfen - zum Beispiel Cefakliman Tropfen, Remifemin Tabletten, Phyto Soja etc. Wenn in ca. sechs Monaten kein Erfolg eintritt, kann man immer noch mit Hormonen anfangen.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von ANNA NASS:
Ich leide unter Scheidentrockenheit – können Tampons oder Slipeinlagen die Ursache sein?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Wenn Sie häufig Tampons benutzen auch außerhalb der Regelblutung, entziehen diese der Scheide Feuchtigkeit und stören damit die normale Scheidenflora. Diese ist ein Zusammenleben harmloser Bakterien, insbesondere der Milchsäurebakterien, welche ein gesundes Milieu mit einem sauren pH-Wert garantieren. Meist sinkt die Zahl der Milchsäurebakterien, auch Döderleinflora genannt, ab und dann kann es auch schneller zu Scheideninfektionen kommen. Wenden Sie doch zwischendurch beispielsweise mal Kadefungin Floraprotect an, damit sich die natürlich schützende Scheidenflora wieder aufbaut.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von BUTTERBLUME:
Kann bei Scheidentrockenheit in jungem Alter eine Krankheit dahinterstecken?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Eher eine Befindlichkeitsstörung, da ja meist Beschwerden beim Verkehr auftreten. In der Jugend sind meist Überlastungsprobleme der Frau wie Stress, Probleme, Sorgen, kleine Kinder und ähnliches die Ursache. Wenn die Scheide generell trocken ist, kann daraus eine höhere Infektanfälligkeit mit Ausfluss resultieren. Dann können Befeuchtungsgels und -ovula helfen. Auch einige Pillen können zur Trockenheit führen, dann müsste ein Pillenwechsel erwogen werden. Hilft dies alles nicht, müssten Sie sich an Ihren behandelnde Ärztin bzw. Ihren Arzt wenden.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von MERSE-FINK:
Ich bin 48, Single, und habe seit einiger Zeit Probleme bei der Benutzung von Tampons. Auch beim Sport fühlt es sich oft wund an, als hätte ich Sand zwischen den Beinen. Woran liegt das und was kann helfen?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Bei Single-Frauen wird der Scheideneingang unbemerkt etwas enger. Dann kann bei der Benutzung von Tampons ein unangenehmes Gefühl eintreten. Jede Frau empfindet dies unterschiedlich. Eine lokale Behandlung mit feuchtigkeitsspendendem Effekt oder bei beginnendem Östrogenmangel der Scheide mit hormonhaltigen Cremes oder Salben kann schnell eine deutliche Linderung bringen. Die hormonfreien Gele enthalten meist Hyaluronsäure, welche nicht brennt und eine Speicherung von Feuchtigkeit in der Scheidenwand erzielt.

Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von MARIA B.:
Obwohl ich erst 34 Jahre alt und ansonsten völlig gesund bin, leide ich seit einigen Monaten unter starker Scheidentrockenheit und sexuellen Problemen. Woran kann das liegen? Ich dachte, das kommt erst in den Wechseljahren?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
Da die Ursachen für vaginale Trockenheit vielseitig sind, sollten diese zunächst ärztlich abgeklärt werden. So können in jedem Alter sowohl körperliche Ursachen wie zum Beispiel ein Hormonmangel oder psychische Gründe wie persönliche Vorbehalte für eine fehlende Feuchtigkeit infrage kommen. Die Therapie richtet sich dann nach den Ursachen.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von SONNESANDMEER:
Es gibt Vaginalcremes auf Hormonbasis mit dem Wirkstoff Östriol, der anscheinend nur lokal auf die Vaginalschleimhaut wirkt. Stimmt das? Oder kann das Krebsrisiko doch erhöht werden? Ich bin 56 Jahre und bei mir ist seit ca. einem Jahr eine Flüssigkeitsansammlung in der Gebärmutterhöhle im Ultraschall sichtbar, die dreimonatlich kontrolliert wird. Sollte ich lieber die Finger lassen von der Östriolcreme?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Estriol ist ein schwachwirksames Hormon, das direkt in der Scheide angewendet wird. Neben dem positiven Effekt auf die Vaginalhaut wirkt Estriol auch vorbeugend gegen Beckenbodensenkung und Harninkontinenz. Im Gegensatz zu Estradiol mit seiner Ganzkörperwirkung zur Vermeidung von Wechseljahresbeschwerden und Alterserkrankungen wirkt Estriol rein lokal. Estriol hat keine Einwirkung auf die Gebärmutterschleimhaut. Flüssigkeitsansammlungen in der Gebärmutter sind in Ihrem Alter meist eine Schleimstauung, eine sogenannte Mukozele. Bei Unsicherheit muss eine Ausschabung vorgenommen werden, ansonsten reichen jährliche Kontrollen aus.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von MARLIS:
Ich bin in den Wechseljahren und leide unter furchtbarem Schwitzen ... ständig. Ich trage daher immer ein kleines Handtuch bei mir. In der Öffentlichkeit ist mir das peinlich. Gibt es etwas, dass es wenigstens etwas besser macht?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Wenn Sie bisher keine weiteren Dinge probiert haben, sollten Sie zuerst vielleicht einmal hömöopathische/pflanzliche Mittel probieren, welche eine Linderung der Beschwerden bringen können. Dies sind "Medikamente" welche aus den Pflanzen Traubensilberkerze, sibirische Rhabarberwurzel, Rotklee oder aus Pollenextrakten gewonnen werden. Das Angebot ist vielfältig, meist bessern sich die Beschwerden nach einer Einnahme von einigen Wochen. Wenn keine Besserung eintritt, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt eine eventuelle Hormonersatztherapie besprechen, da Ihr Körper Ihnen signalisiert, dass die Hormone fehlen.

Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von SORGENKIND:
Ich fange mir ständig einen neuen Scheidenpilz ein, seit ich einen neuen Job habe. Ich vermute, dass die Damentoilette in meiner Firma nicht richtig sauber ist. Kann das sein und was könnte ich dagegen tun?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
Die Toilette wird ziemlich sicher nicht die Ursache sein. Wenn der Scheidenpilz zu oft vorkommt, müssen Sie vom Arzt untersucht werden. So kann es möglich sein, dass die Pilzkrankheit nie richtig auskuriert wurde. Stress und Antibiotika können ebenso die Ursache sein. Nach ärztlicher Diagnose und erfolgreicher Therapie kann man die Scheidenflora mit Laktobazillen unterstützen.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von MONIKA D.:
Ich habe seit ca zwei Wochen einen Juckreiz im Intimbereich, der wird zunehmend stärker. Könnte das ein Pilz sein, oder hängt das mit den Wechseljahren zusammen?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Das könnte eine Pilzinfektion sein. In den Wechseljahren könnte es auch durch die schlecht durchblutete Scheidenwand kommen. Dies kann man aber nur durch eine Untersuchung diagnostizieren. Sie sollten Ihren behandelnden Frauenarzt aufsuchen, um eine gezielte Therapie zu erhalten.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von LEONIE:
Die Ursache für Scheidentrockenheit in den Wechseljahren ist ja der Östrogenmangel. Hilft dagegen dann nur eine Hormontherapie oder gibt es auch noch andere Möglichkeiten?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Das Absinken des Östrogenspiegels in den Wechseljahren führt zu einer Veränderung der Scheidenhaut mit Trockenheitsgefühl, Empfindlichkeit und leichter Verletzbarkeit, oftmals auch zu Ausfluss. Dadurch kommt es gerade im Bereich des Scheideneinganges und der Scheide zu Beschwerden. Eine lokale Behandlung im Bereich der Scheidenhaut mit feuchtigkeitsspendenden, hyaluronsäurehaltigen Präparaten wie KadeFungin Befeuchtungsgel, Befeuchtungsovula und Feuchtcreme kann hier oft schon eine deutliche Besserung der Beschwerden bringen, ohne dass eine Hormonbehandlung mit Pflastern oder Gelen für den gesamten Körper erforderlich wird.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von THOMAS:
Seit meine Frau in den Wechseljahren ist, ist unser Sexleben fast eingeschlafen. Sie hat eigentlich nie von sich aus Lust, und wenn ich den Anfang machen will, blockt sie gleich ab, mit unterschiedlichen Begründungen. Ein Gespräch deswegen gab es bisher nicht und ich will sie auch zu nichts drängen ... Was raten Sie mir?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Sprechen Sie das Problem offen bei Ihrer Frau an. Das Problem ist sehr komplex. Es kann sein, dass sie Angst vor Schmerzen hat (trockene Scheide = Schmerz = Verweigerung, da Schmerz erwartet wird). Es kann eine körperliche Überlastung die Ursache sein (Stress, private/berufliche Probleme). Auch körperliche Veränderungen und ein Verlustgefühl der weiblichen Attraktivität können eine Rolle spielen. Krankheiten wie Bluthochdruck, Depressionen und Diabetes können ebenfalls zur Lustlosigkeit führen. Hier müsste eigentlich ein Gespräch mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt stattfinden, um einen genauen Befund zu erheben, Krankheiten auszuschließen und eine individuelle Therapie für Ihre Frau zu veranlassen.

Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von LENCHEN:
Beim Sex habe ich keine Probleme mit dem Feuchtwerden. Aber sonst wird die Haut innerhalb der Schamlippen manchmal so trocken, dass richtige Risse entstehen, die sehr weh tun. Woran kann das liegen, und was hilft?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
Lassen Sie sich vom Arzt untersuchen. Es gibt bestimmte Erkrankungen (etwa Lichen sklerosus Vulvae) die in jedem Alter zu Trockenheit führen können. Man braucht dann die richtige Therapie, um das Problem zu beseitigen.

Moderator:
Vielen Dank für Ihre rege Beteiligung. Wir bemühen uns, möglichst alle Fragen zu beantworten. Sollten es dennoch zu viele sein, wählt der Moderator diejenigen aus, die für die Allgemeinheit am interessantesten sind. Wir bitten um Ihr Verständnis, falls Ihre Frage nicht dabei sein sollte.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von MARINA W.:
Ich nehme Gleitgel gegen Scheidentrockenheit beim Sex. Könnte das auf Dauer ungesund sein?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Nein, die handelsüblichen Gleitgele enthalten meist nur feuchtigkeitsspendende Substanzen wie beispielsweise Hyaloronsäure, und ein Zuviel kann nicht auftreten. Manche Frauen wenden Befeuchtungsovula regelmäßig zwei- bis dreimal wöchentlich an, um nicht unbedingt beim Sex damit hantieren zu müssen.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von ANDREA H.:
Ich habe, seit ich in den Wechseljahren bin, ein zunehmendes Brennen beim Geschlechtsverkehr und will daher auch nicht mehr so oft. Mein Mann hat Verständnis, aber ich will etwas dagegen tun, damit wir wieder ein unbeschwertes Sexualleben haben können. Was empfehlen Sie und woher kommt das Brennen? Früher hatte ich das nicht.

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Das Brennen ("Sandkorneffekt") und Schmerzen beim Eindringen kommen von Veränderungen der Scheidenschleimhaut und der Haut am Scheideneingang durch die fehlenden Hormone, welche von den Eierstöcken nicht mehr produziert werden. Dadurch wird die Scheide weniger feucht. Hier helfen hervorragend lokal eingeführte kleine Zäpfchen, welche man als Ovula bezeichnet. Sie enthalten Hyaloronsäure und Vitamin E, um die Schleimhaut "saftiger" und damit auch gleitfähiger zu machen. Regelmäßig angewendet, zum Beispiel zweimal mal pro Woche, bringen sie eine schnelle Besserung der Beschwerden. Diese Befeuchtungsovula enthalten keine Hormone. Allerdings kann es passieren, dass bei den ersten Anwendungen etwas Brennen nach dem Einführen auftritt. Dies bedeutet nicht, dass sie das Mittel nicht vertragen, sondern dass die Schleimhaut noch gereizt ist. Ein Zuviel bei diesen hormonfreien Mitteln kann es nicht geben.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von LEONIE:
Ich bin 25 Jahre alt und leide seit ca. einem Jahr an Scheidentrockenheit. Ich habe nach dem Sex starke Schmerzen, die über einen Tag anhalten. Was raten Sie mir?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Scheidentrockenheit beim Verkehr in jungen Jahren kann mehrere Ursachen haben. Hier spielen oft Stress, Probleme, Ängste, psychische Belastungen und ähnliches eine große Rolle. Meist hilft ein Befeuchtungsgel aus der Apotheke ganz gut. Auch einige Pillen können zu einer verminderten Sekretion führen. Dann muss man einen Pillenwechsel erwägen. Schmerzen über Tage nach dem Verkehr sehe ich als nicht normal an. Hier müsste man eine Untersuchung durchführen, ob eine gynäkologische Ursache vorliegt. Manchmal können auch Blockierungen der Lendenwirbelsäule zu solchen Problemen führen. Sie sollten sich also zur Abklärung bei Ihrem Arzt vorstellen.

Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von PAULINCHEN:
Weil ich nicht mehr richtig feucht werde, hat bei uns (beide Mitte 50) das Sexleben gelitten. Kann mir Gleitgel helfen, oder was gibt es alternativ?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
Für die trockene Vagina ist wahrscheinlich ein Östrogenmangel der Grund. Eine regelmäßige Anwendung lokaler, niedrig dosierter Östrogene als Creme oder Ovula kann die Produktion der Scheidenflüssigkeit steigern, für bessere Durchblutung sorgen und den altersbedingten Scheidenhautabbau verringern. Für manche Patientinnen sind Östrogene jedoch kontraindiziert. Hier empfehlen sich hormonfreie Präparate wie zum Beispiel Befeuchtungsovula mit Hyaluronsäure, die die Scheidenschleimhaut befeuchten, reparieren und geschmeidig machen. Beim Sex helfen zusätzlich Befeuchtungsgele oder Gleitmittel.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von FRANKE:
Ich habe nach der Geburt meiner Tochter vor drei Monaten nur noch Schmerzen beim Sex. Und mein Mann hat wenig Verständnis. Bitte helfen Sie mir.

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Drei Monate Schmerzen beim Verkehr nach der Geburt würde ich nicht mehr als normal ansehen. Nun weiß ich nicht, wie die Geburt abgelaufen ist. Kaiserschnitt? Schnitt oder Riss im Scheidenbereich? Dann könnten die Beschwerden von den Narben kommen. Oftmals ist auch Angst vor Verkehr und Schmerzen und damit eine Verkrampfung die Ursache. Wenn die Scheide sehr trocken ist, hilft ein Befeuchtungsgel aus der Apotheke. Sollte dies alles nicht zutreffen, sollten Sie sich untersuchen lassen und die Ursache abklären. Männer sind in diesen Fragen manchmal verständnislos, da sie denken, dass mit der Entbindung alles vorbei und so wie früher ist. Hier hilft nur immer wieder reden, vielleicht auch mal mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. ihrer Ärztin.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von HUBERT :
Seit meine Frau in den Wechseljahren ist, hat sie sich stark verändert und vor allem will Sie keinen Sex mehr. Es würde ihr wehtun, sagt sie. Ich will meiner Frau aber keine Schmerzen zufügen, ich will, dass es wieder so wird wie früher. Unsere Beziehung leidet derzeit sehr. Wie kann ich ihr helfen?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Es ist gut, dass Ihre Frau Ihnen schon einmal "gebeichtet" hat, dass ihr der Sex weh tut. Dies muss nicht weiter so sein. Die lokale Anwendung von feuchtigkeitsspendendem Gel oder Scheidenzäpfchen mit Hyaloronsäure bringt oft schon eine Besserung. Diese Präparate bekommen Sie ohne Rezept in der Apotheke. Sie sollten mit ihrer Frau besprechen, ob Sie diese "Feuchtigkeitsbehandlung" beispielsweise zweimal pro Woche an zwei festen Tagen wie Montags und Donnerstags für einige Wochen anwenden möchte, um dann beim Sex wieder mehr lustvolles Empfinden verspüren zu können. Ihre Frau kann das Problem Schmerzen beim Sex aber auch vertrauensvoll mit Ihrem Frauenarzt oder ihrer Frauenärztin besprechen und dort beraten werden, welche Behandlung am besten geeignet wäre.

Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von MARIANNE R.:
Ich treibe gerne Sport – doch in letzter Zeit habe ich beim Fitnesstraining und beim Radfahren oft ein Missempfinden im Intimbereich. Woran kann das liegen und was soll ich dagegen tun?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
Diese Reizung kann mit Trockenheit oder einer leichten Entzündung zusammenhängen. Benutzen Sie zuerst ein Befeuchtungsgel oder Panthenol-Salbe. Wenn das nicht hilft, lassen Sie sich vom Arzt untersuchen.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von STEFFI :
Ich bin 52 und habe seit fast einem Jahr Schmerzen beim Sex durch eine sehr trockene Scheide. Ich bin unsicher, ob und wie ich das Problem bei meinem Partner ansprechen kann. Haben Sie einen Rat für mich?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Mit dem Wegfall der weiblichen Hormone in den Wechseljahren kommt es oft zu einer trockenen Scheide. Man kann verschiedene Methoden anwenden: Erstens Hormone generell, heute meist über die Haut. Zweitens eine lokale Therapie mit Hormonen. Oder drittens hormonfrei mit speziellen Befeuchtungsgels. Damit ist das Problem trockene Scheide meist behoben. Wenn Sie Probleme haben, dies mit ihrem Mann zu besprechen, beginnen sie eine Therapie, damit die Ursachen der Beschwerden schnellstens behoben werden.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von SONNENKIND:
Kann man Scheidentrockenheit eigentlich auch ganz diskret behandeln, so dass der Ehemann es gar nicht merkt?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Eine Behandlung ist notwendig, wenn die Frau beim Geschlechtsverkehr Schmerzen verspürt. Für viele Frauen ist dies ein sehr unangenehmes Thema, dennoch sollten sie es beim Frauenarzt ihres Vertrauens ansprechen. Dieser kann Empfehlungen geben und gegebenenfalls Medikamente verordnen, welche die Frau lokal in der Tiefe der Scheide anwendet, ohne dass der Ehemann diese Anwendung bemerken muss. Meist sind dies Zäpfchen, die sich schnell auflösen und keine Rückstände hinterlassen, aber eine deutliche Besserung der Scheidentrockenheit bewirken. Unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr können auch Befeuchtungsgele angewendet werden. Diese sind glasklar und können diskret aufgetragen werden.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von BLüMCHEN:
Vor etwa einem halben Jahr habe ich (29) mir eine Hormonspirale einsetzen lassen. Seitdem werde ich beim Geschlechtsverkehr nicht mehr richtig feucht. Gibt es da einen Zusammenhang?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Bei der Hormonspirale kann es zur Beeinflussung der Scheidenhaut und damit auch zu einem Trockenheitsgefühl kommen. Dies kommt allerdings in der täglichen Praxis selten vor. Man muss hier auch an andere Dinge denken, zum Beispiel an stressbedingte Beschwerden oder psychosomatische Ursachen wie etwa eine zurückhaltende Einstellung zur Spirale.

Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von TANJA:
Ich nehme die Pille seit ca. einem Jahr, davor haben wir nur mit Kondomen verhütet. Seit einiger Zeit merke ich aber, dass ich weniger Lust auf Sex habe als früher. Jetzt habe ich mit meinem Frauenarzt gesprochen, und er rät mir, die Pille zu wechseln. Ich solle mal die Belara probieren. Was halten Sie davon bzw. welche Pille verschreiben Sie am häufigsten Ihren Patientinnen?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
Wenn die Frau unter der Pille weniger Lust zum Sex hat, rate ich dazu, die Pille zu wechseln - oder zurückzukehren zu Kondomen oder Spirale und keine hormonelle Verhütung zu verwenden.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von NUREINEFRAGE:
Meine Frau (59) hat gar keine Lust mehr auf Sex. Sie will nicht darüber reden, aber ich frage mich, ob es vielleicht körperliche Ursachen haben kann. Sonst ist bei uns nämlich alles ok - glaube ich.

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
In einer guten Partnerschaft ist es sehr wichtig, auch diese Probleme vertrauensvoll anzusprechen. Ich vermute mal, dass Ihre Frau Schmerzen beim Geschlechtsverkehr empfindet. Sprechen Sie sie darauf an. Die Ursachen für Schmerzen bei Sex könnten sein, dass sich durch die fehlenden Hormone nach den Wechseljahren die Haut im Scheideneingangsbereich und die Schleimhaut der Scheide verändert. Hier kann man kleine Mittel ohne Hormone lokal anwenden, welche nur feuchtigkeitsspendende Hyaloronsäure enthalten und damit die Feuchtigkeit und Elastizität wieder verbessern. Dann macht es Ihrer Frau auch wieder Spaß, lustvoll den Sex zu erleben.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von SERWE:
Meine Freundin hat mir gegen die Trockenheit in der Intimzone Babyöl empfohlen. Ist das sinnvoll oder welche natürlichen Möglichkeiten gibt es?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Babyöl ist für die Pflege der Babyhaut gut, für die Intimzone bei Trockenheit sicher nicht. Öl fettet die Haut zwar, zieht aber auch sehr schnell ein. Hier müsste ärztlich abgeklärt werden, was für die Trockenheit in der Intimzone verantwortlich ist, damit eine Therapie erfolgreich sein kann.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von XYZ2017:
Kann ich selbst die Ursachen von Scheidentrockenheit feststellen – ob’s zum Beispiel hormonell bedingt ist oder vielleicht eine Infektion oder so dahintersteckt – oder muss ich zum Arzt? Mir ist das so peinlich ...

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Also zunächst: Peinlich muss Ihnen das nicht sein, da es sehr viele Frauen betrifft und nichts mit Reinlichkeit oder ähnlichem zu tun hat. Leider haben Sie Ihr Alter nicht mitgeteilt. Bei älteren Frauen ist es der Hormonmangel, der zur Scheidentrockenheit führt. Hier kann man mit einer generellen Hormontherapie oder lokaler Estrogentherapie eine schnelle Besserung erreichen. In jüngeren Jahren liegt die Ursache meist bei erhöhtem Stress, Ängsten, Sorgen, beruflichen oder privaten Belastungen. Auch die Pille kann eine Trockenheit verursachen. Therapiemöglichkeiten wären hier ein Gleitgel bei Beschwerden beim Verkehr, eine leichte vaginale Estrogentherapie oder eine hormonfreie Therapie mit Befeuchtigungsovula aus der Apotheke (Kur über 14 Tage). Eine Infektion verursacht keine trockene Scheide, sondern vermehrte Sekretion.

Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von BEATE:
Ich bin in den Wechseljahren und habe nur noch wenig Lust auf Sex. Mein Mann beschwert sich zwar nicht und zeigt Verständnis, ich merke aber, dass es ihn belastet. Woher kommt diese Unlust, und wird das im Laufe der Zeit wieder anders?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
In den Wechseljahren haben Frauen ein Defizit an weiblichen Hormonen. Dies kann Ihre Beschwerden verursachen. Man kann dann mit einer Hormonersatztherapie beginnen. Ist in den Wechseljahren die Scheidenschleimhaut zu trocken, kann auch das die Lust auf Sex mindern. Wir empfehlen dann eine lokale Östrogentherapie mit Salben oder Zäpfchen, zusätzlich vor dem Sex Gleitgel oder Befeuchtungsovula.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von CAROLINE:
Ich leide auch unter Scheidentrockenheit, bin aber noch nicht in den Wechseljahren. Sex vermeide ich weitgehend, weil es für mich nicht mehr schön, sondern unangenehm ist. Ich möchte aber wieder ein normales Sexleben haben, haben Sie einen Tipp für mich?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Scheidentrockenheit kann verschiedene Ursachen haben. Öfter berichten Patientinnen von Scheidentrockenheit, wenn Sie schon über einen längeren Zeitraum die Pille nehmen. Durch die Langzeitanwendung kommt es zu trockenen Schleimhäuten, weil unsere Pillen ja sehr niedrig dosiert sind und die Eierstöcke unter der Pille oft keine Lust haben, selbständig "Vollzeit" zu arbeiten. Trockenheit der Scheide kann in diesen Fällen durch lokal angewendete Befeuchtungsgele oder Scheidenzäpfchen behoben werden. Dies muss nicht unmittelbar zum Geschlechtsverkehr erfolgen, sondern kann auch an anderen Tagen der Woche geschehen. Die Hyaloronsäure als Feuchtigkeitsspeicher lagert sich in und an der Schleimhaut ein. Auch ein längeres und intensives Vorspiel beim Sex bringt der Frau Lust und Freude und ein besseres "Feuchtwerden". Lassen Sie sich streicheln und entspannen Sie, dann kommt die Lust auf Sex über den Hautkontakt auch viel leichter zurück.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von LISEL:
Ich hatte vor zweieinhalb Jahren eine Brustkrebs-OP und bekomme seitdem Antiöstrogene. Seither leide ich sehr stark unter Nebenwirkungen und Scheidentrockenheit. Hormone darf ich nicht nehmen. Gibt es Alternativen?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Brustkrebs ist immer eine besondere Situation. Viele Patientinnen klagen während der Behandlung über Scheidentrockenheit und Schweißattacken. Hier finden vor allen Dingen hormonfreie Befeuchtungsgele, Befeuchtungsovula und Feuchtcremes ihre Anwendung. Gleitgel hilft beim Verkehr meist sehr gut, wenn auch nur kurzfristig.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von HENRIETTE A.:
Ich nehme seit über 10 Jahren die Antibabypille und habe nun schon seit einiger Zeit Probleme beim Sex, weil meine Scheide nicht feucht genug wird. Gibt es da evtl. einen Zusammenhang, und was kann ich tun? Die Pille wechseln, auf eine Spirale umsteigen, oder gibt es eine äußerliche Behandlung?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Bei Langzeitanwendung der Antibabypille treten die von Ihnen geschilderten Probleme häufiger auf. Zu ihrer Behebung gibt es verschiedene Möglichkeiten: etwa einen Pillenwechsel mit einem evtl. etwas höherem Anteil an Östrogen in der Pille oder eine Hormonspirale in der Gebärmutter - sie kann bei einer gewünschten längeren Verhütungszeit von 3-5 Jahren dort lokal wirken und belastet nicht den gesamten Körper, sodass Schleimhautveränderungen zurücktreten. Eine schnelle und einfache Lösung bei Jucken und Brennen wäre die Anwendung leicht hormonhaltiger Östriolcreme am Scheideneingang und in der Scheide. Dadurch wird die Schleimhaut auch wieder "saftiger". Besprechen Sie das Problem ruhig mit Ihrem Frauenarzt, er kann Sie gut beraten.

Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von PAULA:
Helfen Milchsäurekuren bei Scheidentrockenheit?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
Besser benutzen Sie Befeuchtungscreme, Gel oder Ovula. Regelmäßige Milchsäurekuren benutzt man zur Vorbeugung gegen bakterielle Vaginose und zur Aufrechterhaltung der Scheidenflora.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von GABIII:
Ich bin in den Wechseljahren und seit ein paar Wochen schlafe ich sehr schlecht und bin somit ständig müde. Wie kann man das lindern? Soll ich eine Hormontherapie beginnen?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Zu den typischen Wechseljahresbeschwerden gehören Schlafstörungen und damit Leistungsschwäche und depressive Reaktionen. Eine schnelle Hilfe bringt die Hormontherapie, die heute meist über die Haut verabreicht wird. Diese beseitigt die Hormonstörungen innerhalb kurzer Zeit. Gleichzeitig sollte die Schilddrüse abgeklärt werden, da eine Fehlfunktion ähnliche Symptome verursacht. Auch ein Blutbild ist sinnvoll und der Eisenspeicherspiegel sollte kontrolliert werden, da ein Mangel ebenfalls Leistungsschwäche auslösen kann. Schlafstörungen können natürlich auch durch andere Erkrankungen bedingt sein, wobei Sorgen und Ängste an erster Stelle stehen. Zunächst versuchen Sie aber eine Hormontherapie.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von SILIA:
Ich hab gehört, es gibt verschiedene Mittel gegen Scheidentrockenheit, die aufgetragen oder eingeführt werden können. Was hilft am besten, und wann sollte ich welche nehmen?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
An erster Stelle empfehle ich lokal aufzutragende Salben oder Gele, hormonfrei als Befeuchtungsgel oder einfacher applizierbar als Befeuchtungsovula. Diese sind frei verkäuflich in der Apotheke. Sollten sie nicht ausreichen, kann es notwendig werden, über die Anwendung von hormonhaltigen Cremes oder Zäpfchen zu reden. Hier sollte Ihr Frauenarzt vertrauensvoll befragt werden, denn diese Substanzen können nur per Rezept verschrieben werden. Je nach Grad Ihrer Beschwerden kann der der Arzt oder die Ärztin ein Medikament verordnen, welches nur lokal an den Schleimhäuten wirkt und den Körper nicht belastet. Die Angst, mit der Nutzung hormonhaltiger Cremes dem Körper zu schaden, ist hier unbegründet.

Moderator:
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Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von MICHAELA:
Mein Frauenarzt sagt, ich soll für die Intimpflege nur warmes Wasser nehmen, um meine Scheide nicht noch weiter auszutrocknen. Aber ist das nicht unhygienisch?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
Die meisten Bakterien und Pilze fühlen sich in feuchter und warmer Umgebung besonders wohl. Doch die gesunde Scheide reinigt sich von selbst. Am besten eignen sich klares Wasser mit einer Temperatur von ca. 36 Grad und die eigene Hand zur Intimhygiene.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von KARINA:
Ich bin 35 Jahre alt und habe einen festen Partner. Ich habe allerdings nicht so oft Lust auf Sex, daher schlafen wir nur etwa einmal im Monat miteinander und das auch eher ihm zuliebe. Woher kommt es, dass ich nur so wenig mit ihm schlafen will? Unsere Beziehung läuft eigentlich super. Was kann ich tun, um meine Lust wieder mehr anzuregen? Oder woher kann es kommen? Kann es auch was Körperliches sein? Ich nehme die Pille ...

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Das Problem "weniger Lust auf Sex" wird des Öfteren von Frauen auch bei mir in der Praxis angesprochen, wenn Sie schon einen längeren Zeitraum die Antibabypille anwenden. Dies nennt man Libidoverlust. Hier sollte man mit dem Gynäkologen bzw. der Gynäkologin besprechen, was am besten zu tun wäre - zum Beispiel ein Pillenwechsel, das Absetzen der Pille oder der Wechsel auf eine andere Verhütungsmethode. Man sollte allerdings auch bedenken, dass Stress auf der Arbeit und die Anforderungen des täglichen Lebens bei uns Frauen die Lust auf Sex mindern können und wir manchmal einfach den Kopf nicht freihaben ...

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von SIBYLLE:
Ich (38 Jahre) neige seit Jahren zu einer trockenen Scheide und in der Folge zu Reizungen und Scheidenpilzinfektionen. Meine Heilpraktikerin hat mir Naturjoghurt empfohlen, den ich in die Scheide einbringen soll. Hilft das wirklich oder wie kann ich meine Scheide sonst noch auf natürliche Weise regenerieren?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
Die Scheidenflora kann auf natürliche Weise mit Laktobazillenpräparaten aus der Apotheke regeneriert werden. Joghurt wird zwar von einigen Gynäkologinnen empfohlen. Ich sehe hier aber Probleme. Erstens: Wie bekomme ich den Joghurt in die Scheide? Zweitens sind die Joghurtkulturen nicht die natürlichen für die Frau und drittens wird damit das Problem nur kurzfristig gelöst. Bei jungen Frauen spielen bei einer trockenen Scheide andere Dinge eine Rolle. Stress, Ärger, Ängste sowie massive Belastung bei der Arbeit und privat können zur Scheidentrockenheit und daraus folgend zur häufigen Infektion führen. Manchmal muss man auch die Pille wechseln. Kurzfristig kann bei Problemen beim Verkehr ein Gleitgel Abhilfe schaffen. Auch Kuren mit Befeuchtungsgels können helfen, bei manchen Frauen auch lokale Hormongaben mit Estriol. Halten die Beschwerden längerfristig an, sollte eine Untersuchung stattfinden, um weitere Therapieoptionen festzulegen.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von FRAU MAIER:
Ich stille seit vier Monaten und leide seither an einer Scheidentrockenheit. Nun habe ich gelesen, dass es daher kommen könnte. Kann das sein?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Ja, dies kann eine Ursache sein. Beim Stillen wird das Hormon Prolaktin produziert. Dadurch sinkt die Produktion von weiblichen Sexualhormonen, besonders von Östrogenen. Diese sind für die Feuchtigkeit der Scheide und die Elastizität der Haut verantwortlich. Holen Sie sich für die Zeit der Stillperiode Befeuchtungsovula mit Hyaloronsäure und Vitamin A & E und führen diese jeden zweiten Tag abends in die Scheide ein. Dann wird die Scheidenschleimhaut wieder feuchter.

Dipl. med. Tatjana Spiwak
Dipl. med. Tatjana Spiwak,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von MYER:
Ich bin 56 und seit drei Jahren in der Menopause. Seitdem fange ich mir einen Scheidenpilz nach dem anderen ein. Ich bin schon ganz verzweifelt. Was kann mir helfen?

Antwort von Dipl. med. Tatjana Spiwak:
Um die individuell richtige Behandlungsform auszuwählen, ist es wichtig, der Ursache auf den Grund zu gehen. Denn in einem gestörten Scheidenmilieu nisten sich schneller Krankheitskeime ein, die unangenehme Beschwerden hervorrufen. In ihrem Alter liegt ein Östrogenmangel als Grund nahe. Die dadurch bedingte vaginale Trockenheit begünstigt lokale Infektionen. Die Scheidenschleimhaut wird dünner und leichter verletzbar. Der Mediziner spricht hier von vaginaler Atrophie.

Dr. med. Wolfgang Königer
Dr. med. Wolfgang Königer,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von BLUMARIE:
Ich bin gerade am Anfang der Wechseljahre und habe Angst, dass mein sehr schönes Sexleben jetzt bald zu Ende ist. Bekommt man nach der Menopause zwangsläufig sexuelle Probleme?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Königer:
In den Wechseljahren kann es, bedingt durch den Hormonmangel, zum Abbau der Scheidenhaut, damit zur Trockenheit im Scheidenbereich und folglich auch zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen. Aber nicht alle Frauen haben solche Beschwerden. Eine Therapie kann mit örtlicher Hormongabe erfolgen, Gleitgel mindert akute Beschwerden beim Verkehr. Falls keine Hormone gewünscht werden, können auch hormonfreie Befeuchtungsgele, Befeuchtungsovula oder Feuchtcreme angewendet werden.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von SYLVIA123:
Ich bin seit ein paar Monaten in den Wechseljahren und habe oft Stimmungsschwankungen. Mein Mann nimmt das im Moment noch mit Verständnis auf, ich habe aber Angst, dass er auf längere Sicht genervt wird. Das möchte ich natürlich nicht. Gibt es ein Präparat, das hilft?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Wenn Sie erst seit einigen Monaten in den Wechseljahren sind, würde Ich Ihnen jetzt initial die Anwendung von homöopathischen pflanzlichen Mitteln empfehlen. Diese enthalten meist keine Hormone und können Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen und zum Teil auch Schlafstörungen lindern. Auch berufliche Belastungen führen zu Stress. Reden Sie mit Ihrem Mann über Ihre Probleme, Wünsche, Vorstellungen und Ängste. Dies schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre und Ihr Mann kann besser auf Sie eingehen.

Dr. med. Susanne Hampel
Dr. med. Susanne Hampel,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Berlin

Frage von INA22:
Mein Mann (60) glaubt, dass die Gründe für meine Schmerzen beim Sex psychisch sind und ich einfach nur keine Lust auf ihn hätte. Dabei möchte ich schon. Können mein Unterbewusstsein oder der Stress im Job schuld sein?

Antwort von Dr. med. Susanne Hampel:
Wichtig ist vor allem, dass Sie bei solchen „Missstimmungen“ in der Partnerschaft offen mit Ihrem Mann sprechen. Sagen Sie ihm, dass Sie auch „wollen“, aber berufliche Belastungssituationen oder Kummer und Sorgen Sie augenblicklich belasten und Sie nicht voll und ganz abschalten können. Erzählen Sie ihm von Ihren Missempfindungen beim Sex und versuchen Sie gemeinsam, durch ein längeres Vorspiel und die Benutzung von Befeuchtungsgelen oder Feuchtcremes genügend Feuchtigkeit für schmerzfreien, erfüllten Sex zu erreichen.

Moderator:
Liebe User, der Chat über das Thema „Intimgesundheit“ wird jetzt geschlossen. Vielen Dank für Ihr lebhaftes Interesse. Wir hoffen, dass Ihre Frage oder zumindest eine ähnliche beantwortet werden konnte und Sie mit den erhaltenen Informationen zufrieden sind. Vielleicht möchten Sie ja bei einem unserer nächsten Chats wieder hereinschauen. Auf Wiedersehen und einen schönen Feierabend!