01.03.2012:

Mietrecht

Ewiger Zoff beim Umzug: Worauf Mieter achten sollten

Die Schlange der Interessenten vor der schicken Altbauwohnung ist lang. Und tatsächlich hält sie auch, was sie verspricht. Einziger Haken: Das Parkett sowie das Badezimmer müssten dringend saniert werden. Wer diese Dinge aber gleich beim Vermieter anspricht, macht sich mit großer Wahrscheinlichkeit unbeliebt und wird die Wohnung nicht bekommen. Das Problem: Werden die Mängel erst später reklamiert, hat man Pech gehabt. Denn bei Neuvermietungen gilt der Grundsatz: angemietet wie gesehen. Mit anderen Worten: Die Beseitigung von Missständen, die bereits bei der Besichtigung erkennbar waren, kann der Mieter später nicht mehr einfordern.

Die Liste der potenziellen Konflikte zwischen Vermieter und Mieter ist lang: Hier funktioniert die Heizung schon kurz nach dem Einzug nicht mehr richtig, da schickt der Vermieter horrende Nebenabrechnungen ins Haus und weist die Betriebskosten nicht nach. Nicht immer lassen sich Streitigkeiten einvernehmlich lösen: Jährlich landen etwa 300.000 solcher Fälle vor deutschen Gerichten. Grund dafür ist oft Unwissenheit.

Mieter müssen beim Auszug nicht zwangsläufig renovieren
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist beispielsweise: Der Mieter ist zwangsläufig zur Renovierung beim Auszug verpflichtet. Dabei gilt laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) erst einmal das Gegenteil. In den vergangenen Jahrzehnten ist es nur zur Gewohnheit geworden, die Renovierungsarbeiten auf den Mieter abzuwälzen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in letzter Zeit in einigen Aufsehen erregenden Urteilen viele Renovierungsklauseln für nichtig erklärt. Inzwischen enthalten deshalb viele Mietverträge nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes unwirksame Forderungen. Wer hier als Mieter gut informiert ist, kann einiges an Kosten und Mühen sparen.

Böse Überraschungen beim Umzug vermeiden
Ein Umzug, egal welcher Größe, ist eine logistische und finanzielle Herausforderung, die nicht unterschätzt werden darf. Ein Umzug mit Hilfe von Freunden beispielsweise spart richtig Geld. Doch wenn dabei etwas zu Bruch geht, kann es auch teuer werden. Denn wer einem Bekannten beim Umzug hilft, muss im Normalfall nicht haften, wenn er etwas versehentlich beschädigt. Bei solchen Freundschafts- und Kulanzdiensten geht die Rechtssprechung in aller Regel davon aus, dass eine Haftung damit stillschweigend ausgeschlossen wird. Auch die private Haftpflichtversicherung greift nicht. Die Hausratversicherung springt nicht ein, denn ein Umzug gehört nicht zu den von dieser Police versicherten Gefahren. Nicht haften müssen beim Umzug auch studentische Hilfskräfte, die den Nebenjob nicht angemeldet und keine Betriebshaftpflichtversicherung haben. Obwohl sie bezahlt werden, gelten diese Helfer als Privatpersonen und nicht als Profis.

Schützen, was einem lieb und teuer ist
Aber wer haftet bei einem Umzug für die Dinge, die einem besonders am Herzen liegen oder die besonders wertvoll sind? Wer ersetzt etwa den Schaden, wenn man die geerbte antike Kommode selbst über die Treppe zum Umzugswagen trägt und dabei ins Stolpern kommt? Was geschieht, wenn aus dem privat gemieteten und fertig gepackten Umzugswagen etwas entwendet wird? Dafür gibt es nun eine Lösung: Die Ergo Direkt Versicherungen haben mit der "Gegenstandsversicherung" eine innovative Police auf den Markt gebracht, mit der man kostbare Stücke absichern kann – nicht nur bei einem Umzug. Sie schützt das Smartphone gegen Diebstahl, den neuen Laptop gegen den Schaden durch ein umgekipptes Glas Wasser, das teure Mountainbike gegen Vandalismus oder den hundert Jahre alten Bauernschrank gegen einen Wasserschaden. Mit der neuen Police können sich beispielsweise auch Studenten, die in einer WG leben und noch keine Hausratversicherung benötigen, einen maßgeschneiderten Schutz für einzelne wichtige Gegenstände sichern.

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Die Experten

Harald Schäfer
Harald Schäfer,
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht und Notar in Berlin.
Matthias Walther
Matthias Walther,
Experte für Sachversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.
Ulrich Ropertz
Ulrich Ropertz,
Deutscher Mieterbund e.V., Berlin.