19.04.2012:

Schöne Zähne

Prophylaxe macht es möglich

Wenn die Zahnbehandlung Luxus ist


Prophylaxe & Vorsorgemaßnahmen gegen hohe Zahnarztrechnungen

Als die Gesundheitsreformen die Kostenübernahme bei Zahnersatz immer weiter zurückschraubten, tauchte schnell eine Schreckensversion auf: An den Zähnen würde man künftig erkennen, wie es um den Geldbeutel der Menschen gestellt sei. Für Menschen ohne private Zahnzusatzversicherung scheint sich diese Vision zu bewahrheiten: „Es ist zu teuer“, antworteten sieben Prozent der befragten Deutschen auf die Frage, was der Hauptgrund dafür sei, dass sie in den vergangenen zwei Jahren nicht beim Zahnarzt gewesen seien. Das ist das erschreckende Ergebnis einer Umfrage der Europäischen Kommission, in deren Rahmen 1.550 Personen ab 15 Jahren befragt wurden. Dabei ist den meisten Bundesbürgern nur allzu klar, dass man regelmäßig etwas dafür tun muss, will man schöne und gesunde Zähne haben und behalten.

Zahnarztgebühren steigen, Eigenanteil auch
Das Bundeskabinett hat vor Kurzem den Zahnärzten genehmigt, ab 2012 die Behandlungsgebühren zu erhöhen. Für gesetzlich Versicherte heißt das: Sie müssen noch tiefer in die Tasche greifen. Doch wie macht sich diese erneute Kostensteigerung – zum Beispiel bei einer Krone für einen Schneidezahn – dann im Geldbeutel bemerkbar? Müssen nur die Patienten mehr zahlen und die gesetzlichen Krankenkassen nicht? Gibt es einen Weg, sich vor solchen Kostenerhöhungen zu schützen?

Zahnersatz nur noch für Wohlhabende?
Immer mehr Durchschnittsverdiener möchten ihr Risiko, teuren Zahnersatz zu benötigen, reduzieren. Der eine Weg ist eine konsequente Prophylaxe. Doch reicht die häusliche Zahnpflege mit Zahnbürste und Zahnpasta, Zahnseide und Munddusche überhaupt aus? Oder muss man zusätzlich zur professionellen Zahnreinigung gehen? Und was ist mit der Zahnversiegelung? Ist die nur für Kinderzähne gut oder können auch Erwachsene davon profitieren?

Die Zahnarztkosten in Schach halten
Wer nicht an hohen Kosten für seinen Zahnersatz knabbern möchte, der schaut sich heutzutage bald nach einer Zahnzusatzversicherung um. Doch die Entscheidung für die richtige Versicherung fällt nicht leicht, weil viele Unterscheidungskriterien beachtet werden müssen. Das fängt bei den Wartezeiten an, denn oft muss man monatelang warten, bis die private Zahnzusatzversicherung sich an den Kosten für den Zahnersatz beteiligt. Kann man das vermeiden? Und wenn ja, wie? Was soll eine private Zusatzversicherung bieten? Unterstützt die Versicherung auch den Ersatz bereits überkronter Zähne oder eine Vollprothese? Wie kann man dafür sorgen, dass die Zusatzversicherung auch bei hochwertigem Zahnersatz in die Bresche springt? Auf welche Details muss man bei der Auswahl achten?

Welcher Zahnersatz ist gut für mich?
Es gibt zwar heutzutage mit Implantaten, Veneers und vollkeramischen Zahnersatz sehr intelligente Zahnersatzlösungen, doch die erstklassige Versorgung des Gebisses hängt nicht nur von den medizinischen Möglichkeiten ab, sondern auch vom persönlichen Befund. Die Frage, welcher Zahnersatz im Einzelfall der Beste ist, steht daher immer im Mittelpunkt. Hier werden Zahnärzte mit vielen individuellen Fragen konfrontiert: Welche Versorgung ist für Allergiker geeignet? Muss ich alte Amalgamfüllungen in jedem Fall entfernen lassen? Ist bei einer umfassenden Zahnsanierung eine Vollnarkose in einer Klinik besser oder die ambulante Versorgung in der Zahnarztpraxis?

Vom Heil- und Kostenplan bis zur Zweitmeinung
Wenn die Vorsorge nicht geholfen hat und doch Zahnersatz nötig ist, werden die Fragen noch drängender. Vielen Patienten reicht es, gut mit ihrem gewohnten Zahnarzt zusammenzuarbeiten, andere legen in Sachen Zahngesundheit Wert auf eine zweite Meinung. Doch was sagt die gesetzliche Krankenkasse dazu? Übernimmt sie die Zahnarztgebühren, wenn Patienten einen zweiten oder dritten Zahnarzt konsultieren, um sich Vergleichsangebote erstellen zu lassen? Und was ist überhaupt ein Heil- und Kostenplan? Wer hilft einem, diesen Plan richtig zu verstehen?

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Die Experten

Felix Zierer
Felix Zierer,
München, Spezialist für Leistungsprüfung auf dem Gebiet „Zahnärztliche Behandlung“ im Fachbereich „Krankenversicherung-Leistung“ der Münchener Verein Versicherungsgruppe
Dr. med. dent. Johann Eichenseer
Dr. med. dent. Johann Eichenseer,
Inhaber und leitender Zahnarzt der Zahnärztlichen Tageskliniken München I u. II, Nürnberg, Regensburg, Riedenburg, Schmidmühlen
Marianne Greven
Marianne Greven,
Stolberg, Fachberaterin für Zahnersatz der BKK ALP plus, Schwerpunkte: Kieferorthopädie, Parodontologie, Kieferbruch, Individualprophylaxe und konservierend-chirurgische Behandlungen
Dr. med. dent. Markus Pellarin
Dr. med. dent. Markus Pellarin,
Stuttgart, Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Seit 2003 in einer Gemeinschaftspraxis tätig, hier vor allem zuständig für implantologische Maßnahmen und Operationen in Vollnarkose