14.08.2014:

Einkaufen im Web

So gehen Sie auf Nummer sicher

Schuhe und Klamotten beim Online-Händler in verschiedenen Größen bestellen, anprobieren und danach einfach und kostenlos zurückschicken, was nicht passt? Wer sich daran gewöhnt hat, muss seit 13. Juni 2014 umdenken. Denn jetzt gilt das EU-weit einheitliche Recht für Käufe im Internet, das sorglose Shoppen im Netz ist vorbei. Was muss man jetzt beachten, damit es nicht teuer wird? Wann können Händler die Kosten für die Rücksendung von Bestellungen auf den Kunden abwälzen? Was hat es mit dem sogenannten Widerruf auf sich? Wie verhält man sich, wenn es zum Rechtsstreit mit dem Händler kommt? Auch die Buchung der Urlaubsreise und der Abschluss einer Versicherung: das Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Welche Websites sind vertrauenswürdig, wann muss ich aufpassen? Welche Zahlungssysteme sind sicher vor den Zugriffen von Kriminellen? Bevor man im Web etwas bestellt oder abschließt, sollte man die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters sorgfältig lesen. Aber Hand aufs Herz: wer macht das wirklich? Was also tun, wenn man vorschnell geklickt hat? Welche Rechte hat man gegenüber einem Anbieter? Was regelt das Gesetz? Wie sicher ist heute Online-Banking vor Betrügern? Welche Versicherung kann man online abschließen – welche besser nicht?

Chat-Protokoll

Moderator:
Herzlich willkommen beim heutigen Chat zum Thema "Online-Shopping" und zum Thema Internet-Sicherheit allgemein. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von TRACE:
Welche neuen Regelungen sind seit dem 13. Juni in Kraft getreten?

Antwort von Ingo Porschen:
Seit diesem Zeitpunkt ist das Widerrufsrecht beim Online-Shopping von Verbrauchern in § 312g Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt. Auch die Vorschriften zur Widerrufsfrist wurden geändert. ... [mehr]Seit diesem Zeitpunkt ist das Widerrufsrecht beim Online-Shopping von Verbrauchern in § 312g Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt. Auch die Vorschriften zur Widerrufsfrist wurden geändert. Nach wie vor können Sie als Kunde im Internet bestellte Waren zurückgeben. Hierzu müssen Sie aber ausdrücklich den Widerruf - Frist 14 Tage ab Erhalt der Ware - erklären, um den Kaufvertrag rückgängig zu machen. Das bisherige Vorgehen – kommentarloses Zurücksenden der Ware - reicht nicht mehr aus. Die Rücksendekosten trägt nun der Käufer. Der Verkäufer muss lediglich die ursprünglichen Versandkosten erstatten. Dies aber nur in der Höhe einer Standardlieferung. Mehrkosten, die zum Beispiel durch eine Expresslieferung entstanden sind, müssen Sie als Käufer tragen. Viele der großen großen Online-Anbieter sind aber bei der alten Regelung - Verkäufer trägt die Rücksendekosten - geblieben. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von NICO:
Müssen sich alle Händler an diese neuen Regelungen halten, die seit dem 13. Juni gelten?

Antwort von Thomas Bradler:
Ja, die seit dem 13. Juni in Kraft getretenen Bestimmungen müssen, soweit es sie betrifft, auch sämtliche Onlinehändler einhalten. Auf Verträge, die bereits vor dem 13. ... [mehr]Ja, die seit dem 13. Juni in Kraft getretenen Bestimmungen müssen, soweit es sie betrifft, auch sämtliche Onlinehändler einhalten. Auf Verträge, die bereits vor dem 13. Juni 2014 geschlossen wurden, ist allerdings grundsätzlich das alte Recht anwendbar. [weniger]

Dieter Sprott
Dieter Sprott,
Experte für Direktversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von HANSDAMPF:
Woran erkenne ich einen seriösen Anbieter von Versicherungen im Internet?

Antwort von Dieter Sprott:
Seriöse Anbieter verwenden ssl-verschlüsselte Seiten, zu erkennen am "https" zu Beginn in der Adresszeile des Browsers. Gute Anbieter lassen sich zudem regelmäßig von externen Firmen auf ... [mehr]Seriöse Anbieter verwenden ssl-verschlüsselte Seiten, zu erkennen am "https" zu Beginn in der Adresszeile des Browsers. Gute Anbieter lassen sich zudem regelmäßig von externen Firmen auf ihre Sicherheit überprüfen. Diese Prüfung wird zertifiziert. Ein Beispiel für ein Prüfzertifikat ist das Siegel "safer shopping" vom TÜV Süd. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von MARCELLO:
Wie kann ich mich gegen Betrug im Internet schützen?

Antwort von Thomas Bradler:
Achten Sie darauf, dass Ihre persönlichen Daten und Passwörter nicht in die falschen Hände geraten. Antworten oder reagieren Sie insbesondere nicht auf E-Mails von unbekannten Absendern ... [mehr]Achten Sie darauf, dass Ihre persönlichen Daten und Passwörter nicht in die falschen Hände geraten. Antworten oder reagieren Sie insbesondere nicht auf E-Mails von unbekannten Absendern oder mit unerwartetem Inhalt. Hierbei handelt es sich oft um so genannte Phishing-Mails. Öffnen Sie niemals vorschnell Anhänge in E-Mails. Erhalten Sie zum Beispiel eine Rechnung ohne etwas bestellt zu haben, befindet sich im Anhang oft eine Schadsoftware, die den Computer beschädigt. Bei Online-Einkäufen sollten Sie keine hohen Beträge per Vorkasse zahlen, wenn Sie sich über die Identität des Anbieters nicht vollkommen im klaren sind. Suchen Sie im Internet gezielt nach möglichen Beschwerden über den Anbieter. Achten Sie bei der Auswahl eines Online-Shops nicht nur auf den günstigsten Preis, sondern das Gesamtpaket. [weniger]

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von WELTMEISTER:
Ich bin begeisterter Ebay-Nutzer, leider kommt es sowohl bei Käufen als auch Verkäufen immer wieder zu Problemen. Bisher war es immer zu lösen. Aber würde im Falle eines Falles auch eine Rechtsschutzversicherung einspringen?

Antwort von Ingo Porschen:
Ja, wenn Sie die richtige Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben. Das wiederum hängt davon ab, in welchem Umfang Sie auf Ebay oder ähnlichen Plattformen aktiv sind. Verkaufen Sie ... [mehr]Ja, wenn Sie die richtige Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben. Das wiederum hängt davon ab, in welchem Umfang Sie auf Ebay oder ähnlichen Plattformen aktiv sind. Verkaufen Sie nur gelegentlich den ein oder anderen Artikel auf Ebay, dann ist eine Rechtsschutzversicherung ausreichend, die den Privat-Vertrags-Rechtsschutz beinhaltet. Sind Sie dagegen "in großem Stil" - wie ein Online-Händler - tätig, benötigen Sie eine Versicherung, die den sogenannten Firmen-Vertrags-Rechtsschutz umfasst. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von PETRO:
Kann ich meine Bank verklagen, wenn es jemand geschafft hat, auf mein Online-Banking zuzugreifen?

Antwort von Thomas Bradler:
Grundsätzlich haftet im Missbrauchsfall die Bank. Haben Sie Ihren Computer aber nicht mit einem aktuellen Anti-Virenprogramm geschützt oder haben Sie Ihre persönlichen Daten grob fahrlässig oder ... [mehr]Grundsätzlich haftet im Missbrauchsfall die Bank. Haben Sie Ihren Computer aber nicht mit einem aktuellen Anti-Virenprogramm geschützt oder haben Sie Ihre persönlichen Daten grob fahrlässig oder gar bewusst an Dritte weitergegeben, haften Sie für einen entstandenen Schaden selbst. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von ROLLI:
Was zeichnet einen guten Online-Händler aus?

Antwort von Thomas Bradler:
Ein guter Online-Händler sollte sich natürlich in erster Linie an die Gesetze halten. Das heißt, er sollte ein Impressum vorhalten, aus dem Sie die Identität des ... [mehr]Ein guter Online-Händler sollte sich natürlich in erster Linie an die Gesetze halten. Das heißt, er sollte ein Impressum vorhalten, aus dem Sie die Identität des Anbieters ersehen können. Er sollte Sie verständlich über Ihre Rechte und Pflichten informieren, etwa das Widerrufsrecht. Darüber hinaus sollte er aber auch Wert auf Kundenservice legen und für Kunden einfach erreichbar sein, auch im Reklamationsfall. Es sollten mehrere Zahlungsarten angeboten werden und ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Kundendaten gewährleistet sein. Trägt der Händler zusätzlich ein aussagekräftiges Gütesiegel wie Safer Shopping oder Trusted Shops, kann man in der Regel bedenkenlos kaufen. [weniger]

Dieter Sprott
Dieter Sprott,
Experte für Direktversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von NORDLICHT53:
Kann man sich gegen Internetkriminalität eigentlich auch versichern?

Antwort von Dieter Sprott:
Zwei Versicherungen bieten Schutz gegen Internetkriminalität. Wenn an Sie Schadenersatzforderungen gestellt werden, hilft die private Haftpflichtversicherung. Beispielsweise, weil von Ihrem Rechner aus Schadsoftware verbreitet wurde. Wenn ... [mehr]Zwei Versicherungen bieten Schutz gegen Internetkriminalität. Wenn an Sie Schadenersatzforderungen gestellt werden, hilft die private Haftpflichtversicherung. Beispielsweise, weil von Ihrem Rechner aus Schadsoftware verbreitet wurde. Wenn Sie sich gegen Cybermobbing oder den Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung wehren müssen, hilft die Rechtsschutzversicherung. Bei beiden Versicherungen sollten Sie darauf achten, dass der Versicherungsschutz Computer- und Internetschäden beinhaltet. Aktuelle Tarife in der privaten Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung bieten einen besseren Versicherungsschutz als alte Tarife. [weniger]

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von FEDERICO:
Bei welchen Daten im Rahmen des Online-Shoppings kann ich die Angabe verweigern?

Antwort von Ingo Porschen:
Grundsätzlich können Sie jede Angabe verweigern; die Frage ist dann nur, ob der Anbieter mit Ihnen einen Vertrag schließen wird. Fragen eines Anbieter, die auf eine ... [mehr]Grundsätzlich können Sie jede Angabe verweigern; die Frage ist dann nur, ob der Anbieter mit Ihnen einen Vertrag schließen wird. Fragen eines Anbieter, die auf eine Benachteiligung im Sinne des § 19 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes hinauslaufen, sind jedoch nicht zulässig. Nach dieser Vorschrift darf niemand bei der Begründung, Durchführung und Beendigung eines Vertrages aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, wegen des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von ANNE:
Muss ich einem Händler meine E-Mail-Adressen angeben? Beziehungsweise kann er mich zur Angabe durch eine Kennzeichnung mit "*" zwingen?

Antwort von Thomas Bradler:
Ja, die E-Mail-Adresse darf eine Pflichtangabe sein. Online-Händler müssen den Eingang einer Bestellung unverzüglich auf elektronischem Wege bestätigen. Dies ist dem Anbieter nur bei Kenntnis einer ... [mehr]Ja, die E-Mail-Adresse darf eine Pflichtangabe sein. Online-Händler müssen den Eingang einer Bestellung unverzüglich auf elektronischem Wege bestätigen. Dies ist dem Anbieter nur bei Kenntnis einer E-Mail-Adresse des Kunden möglich. [weniger]

Moderator:
Lieber Leser, dieser Chat ist moderiert: Alle Fragen werden zunächst an einen Moderator geschickt, der je nach Teilnehmerzahl alle oder die interessantesten Fragen zur Beantwortung frei stellt. Bitte haben Sie Verständnis, dass bei großem Andrang zunächst Fragen beantwortet werden, die für die Mehrzahl der Teilnehmer interessant sind.

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von LIU KO:
Müssen Online-Händler prüfen, ob mein Kind dazu berechtigt ist, einen Einkauf zu tätigen?

Antwort von Thomas Bradler:
Zwingend überprüfen müssen sie das nicht, es sei denn die Ware unterliegt einer Altersbeschränkung, etwa bei FSK-18-Filmen. Der Händler geht jedoch stets ein Risiko ein, wenn ... [mehr]Zwingend überprüfen müssen sie das nicht, es sei denn die Ware unterliegt einer Altersbeschränkung, etwa bei FSK-18-Filmen. Der Händler geht jedoch stets ein Risiko ein, wenn er mit Minderjährigen Geschäfte macht. Da diese nur beschränkt geschäftsfähig sind, benötigen sie für Einkäufe das Einverständnis der Eltern. Liegt kein Einverständnis vor und wird dieses auch nicht im Nachhinein erteilt, ist der Vertrag unwirksam und bereits getätigte Zahlungen und Warenlieferungen müssten rückabgewickelt werden. Allein im Rahmen des Taschengelds können auch Minderjährige allein wirksame Verträge abschließen, wenn der Kaufpreis sofort vollständig bezahlt wird. [weniger]

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von KARLE:
Kann ich mich über eine Rechtsschutzversicherung auch online absichern?

Antwort von Ingo Porschen:
Es gibt Versicherer, bei denen Sie eine Rechtsschutzversicherung online abschließen können. Sie müssen lediglich darauf achten, dass der sogenannte Privat-Vertrags-Rechtsschutz von der Versicherung mit umfasst ist. ... [mehr]Es gibt Versicherer, bei denen Sie eine Rechtsschutzversicherung online abschließen können. Sie müssen lediglich darauf achten, dass der sogenannte Privat-Vertrags-Rechtsschutz von der Versicherung mit umfasst ist. Das ist beispielsweise bei einem reinen Verkehrsrechtsschutz nicht der Fall. Bitte beachten Sie, dass für Streitigkeiten, die vor dem Abschluss der Versicherung entstanden sind, kein Versicherungsschutz besteht. Außerdem ist häufig eine Wartezeit von drei Monaten zu beachten, das heißt für Streitigkeiten aus Online-Käufen, die in den ersten drei Monaten nach dem Abschluss der Versicherung eingetreten sind, besteht kein Rechtsschutz. [weniger]

Dieter Sprott
Dieter Sprott,
Experte für Direktversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von NONO:
Viele Versicherungen bieten ja jetzt den Kunden an, dass sie ihre Verträge im Internet anschauen können. Ist das nicht viel zu gefährlich, wer kann denn da alles mitlesen?

Antwort von Dieter Sprott:
Die Online-Verwaltung der eigenen Verträge bietet viele Vorteile: Man hat immer den aktuellen Überblick über die eigenen Versicherungen, man kann Änderungen etwa der Adress- oder Bankdaten ... [mehr]Die Online-Verwaltung der eigenen Verträge bietet viele Vorteile: Man hat immer den aktuellen Überblick über die eigenen Versicherungen, man kann Änderungen etwa der Adress- oder Bankdaten selbst vornehmen, man kann Verträge den aktuellen Bedingungen anpassen oder Schadenfälle melden. Die Versicherungsunternehmen haben größtes Interesse daran, dass die Kundendaten sicher sind und nur vom Kunden eingesehen werden können. Bei Einhaltung der grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen wie einem aktuellen Virenscanner, Firewall, sichere Passwörter und ein Login vom heimischen Rechner ist das Risiko für den Kunden, dass Unbefugte auf die Daten zugreifen, sehr gering. [weniger]

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von TOMTOM:
Ich habe über einen Internethändler einen PC bestellt und per Vorauskasse bezahlt. Angegeben war, das er in vier bis sieben Werktagen geliefert wird, jetzt sind bald 4 Wochen vergangen und vom Support werde ich nur vertröstet. So langsam reicht es mir. Habe ich eine Möglichkeit, mein Geld wieder zurückzufordern?

Antwort von Ingo Porschen:
Um Ihr Geld zurückfordern zu können, müssen Sie den Händler zunächst - am besten schriftlich per Fax oder Einschreiben - auffordern, den PC innerhalb einer angemessenen ... [mehr]Um Ihr Geld zurückfordern zu können, müssen Sie den Händler zunächst - am besten schriftlich per Fax oder Einschreiben - auffordern, den PC innerhalb einer angemessenen Frist - mindestens eine Woche - zu liefern. In dieser Aufforderung sollten Sie klar zum Ausdruck bringen, dass Sie nach fruchtlosem Fristablauf vom Vertrag zurücktreten. Liefert der Händler nicht fristgerecht, können Sie vom Vertrag zurücktreten und den Kaufpreis zurückverlangen. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von CARSTEN:
Ist es sinnvoller, per Lastschrift oder Überweisung zu bezahlen? Was ist sicherer?

Antwort von Thomas Bradler:
Wenn Sie die Wahl haben, sollten Sie per Lastschrift bezahlen. Eine Lastschrift können Sie noch über mehrere Wochen bei der Bank widerrufen, beispielsweise wenn der Verkäufer ... [mehr]Wenn Sie die Wahl haben, sollten Sie per Lastschrift bezahlen. Eine Lastschrift können Sie noch über mehrere Wochen bei der Bank widerrufen, beispielsweise wenn der Verkäufer Ihnen keine Ware liefert. Bei einer Überweisung sind Sie darauf angewiesen, dass Ihnen der Verkäufer den Kaufpreis etwa im Falle des Widerrufs zurückzahlt. Käme er dieser Verpflichtung nicht nach, müssten Sie in letzter Konsequenz den Gerichtsweg beschreiten. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von LUCI:
Kann ich mich direkt an Amazon wenden, wenn ich ein Problem mit einem der Partner habe?

Antwort von Thomas Bradler:
Laut den Nutzungsbedingungen von Amazon sind andere Anbieter (Dritte), die beispielsweise Waren über den Marketplace verkaufen, selbst für diese Angebote verantwortlich und werden auch Vertragspartner des ... [mehr]Laut den Nutzungsbedingungen von Amazon sind andere Anbieter (Dritte), die beispielsweise Waren über den Marketplace verkaufen, selbst für diese Angebote verantwortlich und werden auch Vertragspartner des Kunden. Rechtliche Ansprüche in Zusammenhang mit einem Kauf müssten Sie also gegenüber dem Dritten geltend machen. Es kann aber sinnvoll sein, Amazon über rechtswidriges Verhalten von Dritten auf dem Marketplace zu informieren, damit dieses gegebenenfalls zukünftig unterbunden werden kann. [weniger]

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von MARK:
Kann ich einen Händler verklagen, wenn er meine Daten per "Phishing" erlangt hat?

Antwort von Ingo Porschen:
Sind Sie das Opfer von Phishing geworden, dann haben Kriminelle Ihre persönlichen Daten abgefangen und dazu genutzt, Ihr Konto zu räumen oder Geschäfte zu Ihren Lasten ... [mehr]Sind Sie das Opfer von Phishing geworden, dann haben Kriminelle Ihre persönlichen Daten abgefangen und dazu genutzt, Ihr Konto zu räumen oder Geschäfte zu Ihren Lasten zu tätigen. Selbstverständlich können Sie von Tätern Schadenersatz verlangen. In der Praxis ergreift man diese Täter jedoch nur in den seltensten Fällen. Interessanter erscheint mir die Frage, ob sich Ihre Bank oder der Online-Händler, bei dem auf Ihre Kosten Ware bestellt worden ist, sich Ihnen gegenüber schadenersatzpflichtig macht, wenn er über nicht ausreichend sichere Systeme verfügt. Das Kammergericht in Berlin hat dies bejaht, wenn die Bank ein System verwendet, das bei der Mehrzahl der Kreditinstitute nicht mehr im Einsatz ist und hinter den Sicherheitsstandards von neueren Systemen zurückbleibt. [weniger]

Dieter Sprott
Dieter Sprott,
Experte für Direktversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von HESSE:
Läuft beim Online-Abschluss einer Versicherung die Vertrags- und die Schadenbetreuung genauso ab wie bei einem "normalen" Abschluss oder ist da irgendetwas anders?

Antwort von Dieter Sprott:
Grundsätzlich sollte es bei der Vertrags- und Schadenbetreuung keinen Unterschied machen, auf welche Weise der Vertrag zustande gekommen ist. Online-Vertragsabschlüsse von Versicherungen sind heute so "normal" ... [mehr]Grundsätzlich sollte es bei der Vertrags- und Schadenbetreuung keinen Unterschied machen, auf welche Weise der Vertrag zustande gekommen ist. Online-Vertragsabschlüsse von Versicherungen sind heute so "normal" wie der Abschluss beim Vermittler. Viele Versicherer bieten ein Kunden-Login an. Der Kunde hat hier die Möglichkeit, unabhängig von der Tageszeit Vertragsänderungen vorzunehmen oder einen Schaden zu melden. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von ILAN:
Kann ein Händler auf Vorkasse bestehen oder muss er mir auch andere Zahlungsmöglichkeiten anbieten?

Antwort von Thomas Bradler:
Händler können grundsätzlich auf Vorkasse bestehen. Wird eine Überweisung verlangt, sollten Sie als Kunde vorsichtig sein. Vor allem, wenn Sie bei einem Händler zum ersten Mal ... [mehr]Händler können grundsätzlich auf Vorkasse bestehen. Wird eine Überweisung verlangt, sollten Sie als Kunde vorsichtig sein. Vor allem, wenn Sie bei einem Händler zum ersten Mal bestellen. Denn dann können Sie eine Zahlung nicht ohne Weiteres rückgängig machen, sollte keine Lieferung erfolgen. Das ist vor allem bei kostspieligen Bestellungen riskant. Weniger Bedenken müssen Sie bei der Möglichkeit haben, per Lastschrift zu zahlen. Diese können Sie später noch über mehrere Wochen ohne Angabe von Gründen bei der Bank widerrufen. Bedenkenlos zuschlagen können Sie bei Zahlung auf Rechnung. Dann erhalten Sie erst die Ware und zahlen später. Aber wie gesagt: Einen Anspruch auf Rechnungskauf haben Sie nicht. [weniger]

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von GRüN-WEISS:
Meine Töchter sind 17 und 15 Jahre alt. Dürfen sie im Internet schon etwas bestellen und sind diese Verträge dann rechtskräftig?

Antwort von Ingo Porschen:
Ihre Töchter sind beschränkt geschäftsfähig. Schließen sie Kaufverträge oder andere Verträge über das Internet ab, ohne dass Sie davon wissen, sind diese Verträge schwebend unwirksam. Stimmen ... [mehr]Ihre Töchter sind beschränkt geschäftsfähig. Schließen sie Kaufverträge oder andere Verträge über das Internet ab, ohne dass Sie davon wissen, sind diese Verträge schwebend unwirksam. Stimmen Sie dem Vertrag nicht zu, wird dieser endgültig unwirksam. Wenn Sie Ihren Töchtern allerdings Geld zur freien Verfügung gestellt haben - wie etwa Taschengeld - und begleichen Ihre Kinder den Kaufpreis damit, ist der Kauf wirksam. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von KATRIN:
Was kann ich unternehmen, wenn ich die bestellte Ware per Vorkasse bezahlt hatte, die Ware zurück versandt wurde und der Händler mir nicht wieder das Geld überweist?

Antwort von Thomas Bradler:
Setzen Sie dem Händler schriftlich eine letzte Frist zur Rückzahlung. Verstreicht die Frist erfolglos, bleibt Ihnen nur die gerichtliche Geltendmachung der Forderung, etwa per Mahnbescheid. Lassen ... [mehr]Setzen Sie dem Händler schriftlich eine letzte Frist zur Rückzahlung. Verstreicht die Frist erfolglos, bleibt Ihnen nur die gerichtliche Geltendmachung der Forderung, etwa per Mahnbescheid. Lassen Sie sich in diesem Fall zuvor rechtlich beraten. Handelt es sich um einen betrügerischen Online-Shop - einen sogenannten Fake-Shop -, sind die Erfolgsaussichten gering. Im Falle einer Klage kann es passieren, dass Sie auf den zusätzlichen Kosten sitzen bleiben. Hier bleibt oft nur eine Strafanzeige bei der Polizei und die Hoffnung, dass die Täter dingfest gemacht werden. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von ANNE-SOFIA:
Sind meine Daten im Netz überhaupt sicher?

Antwort von Thomas Bradler:
Wenn man sich die Medienberichte über Datendiebstähle vor Augen führt, kann man heute wohl nicht von einer hundertprozentigen Sicherheit sprechen. Als Verbraucher haben Sie hierauf nur ... [mehr]Wenn man sich die Medienberichte über Datendiebstähle vor Augen führt, kann man heute wohl nicht von einer hundertprozentigen Sicherheit sprechen. Als Verbraucher haben Sie hierauf nur bedingt Einfluss. Was Sie unbedingt beachten sollten ist, dass Sie sensible Daten, wie die über Ihre Kreditkarte oder Kontoverbindung, nur über gesicherte Verbindungen übermitteln. Eine gesicherte Verbindung erkennen Sie unter anderem daran, dass der Internetadresse des Online-Shops in der Adresszeile Ihres Browsers ein "https" vorangestellt ist. Steht dort nur "http", handelt es sich um eine ungesicherte Verbindung und die Daten würden unverschlüsselt übertragen. In diesem Fall sollten Sie den Bestellvorgang nicht fortsetzen. [weniger]

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von MAYA - THERA:
Darf sich ein Händler in den AGB den Handel mit meinen Daten einräumen lassen?

Antwort von Ingo Porschen:
Grundsätzlich wird man diese Frage wohl mit "Ja" beantworten müssen. Wenn Sie dem Händler ausdrücklich Ihr Einverständnis dazu gegeben haben, dann ist die Weitergabe ihrer Daten ... [mehr]Grundsätzlich wird man diese Frage wohl mit "Ja" beantworten müssen. Wenn Sie dem Händler ausdrücklich Ihr Einverständnis dazu gegeben haben, dann ist die Weitergabe ihrer Daten an Dritte grundsätzlich zulässig. Viele der in der Praxis verwendeten Klauseln, mit denen ein solches Einverständnis eingeholt wird, gehen jedoch weit über das Erlaubte hinaus und sind daher unwirksam. Meist geht aus den Klauseln nicht klar hervor, in welchem Umfang und zu welchem Zweck die Empfänger die Daten nutzen können. Eine uneingeschränkte Übermittlung von Daten, bei denen Sie völlig im Dunkeln bleiben, ist ebenso wenig zulässig. [weniger]

Dieter Sprott
Dieter Sprott,
Experte für Direktversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von HALLO:
Was muss ich bei einem Versicherungswechsel beachten, den ich online durchführe. Wie kann ich sichergehen, dass mein Schutz lückenlos ist?

Antwort von Dieter Sprott:
Um einen lückenlosen Versicherungsschutz zu gewährleisten, muss der Versicherungsbeginn der neuen Versicherung lückenlos an die vorhergehende Versicherung anschließen. Der Abschluss der neuen Versicherung sollte rechtzeitig im ... [mehr]Um einen lückenlosen Versicherungsschutz zu gewährleisten, muss der Versicherungsbeginn der neuen Versicherung lückenlos an die vorhergehende Versicherung anschließen. Der Abschluss der neuen Versicherung sollte rechtzeitig im voraus erfolgen. Erst wenn der Versicherungsschein vorliegt, sollten Sie die "alte" Versicherung kündigen. So schließen Sie aus, dass die Bedingungen und der Beitrag vom Angebot der neuen Versicherung abweicht. Erst wenn der Versicherungsschein vorliegt und der erste Beitrag gezahlt ist, besteht Versicherungsschutz. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von CORDULA:
Wie sicher ist Ihrer Ansicht nach die Anwendung paypal?

Antwort von Thomas Bradler:
Missbrauchsfälle sind bislang nicht bekannt. Paypal ist jedoch häufig Aufhänger von sogenannten Phishing-Mails, bei denen Betrüger versuchen, Ihre persönlichen Daten - beispielsweise Log-In-Daten - zu erhalten. ... [mehr]Missbrauchsfälle sind bislang nicht bekannt. Paypal ist jedoch häufig Aufhänger von sogenannten Phishing-Mails, bei denen Betrüger versuchen, Ihre persönlichen Daten - beispielsweise Log-In-Daten - zu erhalten. Auf derartige Mails sollten Sie keinesfalls reagieren. [weniger]

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von BASKETS:
Woran erkenne ich, dass ein Kaufvertrag im Internet rechtskräftig zustande gekommen ist?

Antwort von Ingo Porschen:
Am einfachsten lässt sich dies an der Bestätigungsmail erkennen, die sehr viele Internet-Anbieter im Anschluss an einen Kauf an den Käufer versenden. Der Kaufvertrag ist jedoch ... [mehr]Am einfachsten lässt sich dies an der Bestätigungsmail erkennen, die sehr viele Internet-Anbieter im Anschluss an einen Kauf an den Käufer versenden. Der Kaufvertrag ist jedoch auch ohne eine derartige Bestätigung zustande gekommen. In dem Moment, in dem Sie von dem Verkäufer auf dessen Internetseite gebeten werden, einen Kauf abschließend zu bestätigen, ist der Kaufvertrag geschlossen. Genau genommen kommt der Vertrag mit Ihrem Klick auf den "Okay"-Button zustande. [weniger]

Dieter Sprott
Dieter Sprott,
Experte für Direktversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von MARBURGER:
Wenn ich einen Versicherungsvertrag online abschließe, muss ich vieles preisgeben, zum Beispiel zum Thema meiner Gesundheit. Wie sicher sind die Daten dann überhaupt? Sollte man so etwas heute überhaupt noch tun?

Antwort von Dieter Sprott:
Bei Online-Abschlüssen sollten Sie immer auf eine ssl-verschlüsselte Datenübertragung achten. Zu erkennen ist das im Browser in der Adress-Leiste an dem Vorhängeschloss-Symbol. Die Internet-Adresse beginnt immer ... [mehr]Bei Online-Abschlüssen sollten Sie immer auf eine ssl-verschlüsselte Datenübertragung achten. Zu erkennen ist das im Browser in der Adress-Leiste an dem Vorhängeschloss-Symbol. Die Internet-Adresse beginnt immer mit "https". Die Versicherungsgesellschaften selbst haben natürlich höchstes Interesse daran, dass kein Unberechtigter an sensible Kundendaten kommt. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es im Internet wohl nicht. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von CARA:
Was ist die sicherste Anwendung, wenn es um Online-Banking geht?

Antwort von Thomas Bradler:
Mit Ausnahme von HBCI ist das gängigste Verfahren mit der zur Zeit größtmöglichen Sicherheit das sogenannte TAN-Generator-Verfahren. Hier nutzt man einen Generator gemeinsam mit seiner Girokarte ... [mehr]Mit Ausnahme von HBCI ist das gängigste Verfahren mit der zur Zeit größtmöglichen Sicherheit das sogenannte TAN-Generator-Verfahren. Hier nutzt man einen Generator gemeinsam mit seiner Girokarte zur Erzeugung einer Transaktionsnummer. Bedenken Sie, dass es eine absolute Sicherheit beim Online-Banking nicht gibt. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von LYDSOOON:
Wie kann ich mich vor der Werbeflut in meinem E-Mail-Postfach schützen?

Antwort von Thomas Bradler:
Werbung per E-Mail darf Ihnen grundsätzlich nur dann zugesandt werden, wenn Sie zuvor ausdrücklich zugestimmt haben. Eine Ausnahme gilt für Anbieter, bei denen Sie bereits eingekauft ... [mehr]Werbung per E-Mail darf Ihnen grundsätzlich nur dann zugesandt werden, wenn Sie zuvor ausdrücklich zugestimmt haben. Eine Ausnahme gilt für Anbieter, bei denen Sie bereits eingekauft haben. Diese dürfen Ihnen auch ohne Zustimmung Werbung für eigene ähnliche Waren per Mail zusenden. Eine erteilte Einwilligung können Sie jederzeit widerrufen oder einer zukünftigen Übersendung von Werbemails widersprechen. Sich wirksam vor so genannten Spam-Mails zu schützen ist hingegen kaum möglich. Diese werden automatisch und völlig wahllos über zuvor gekaperte E-Mail-Postfächer versandt. Hier hilft nur, die eigene E-Mail-Adresse sparsam weiterzugeben und beispielsweise nicht an Internet-Gewinnspielen unbekannter Veranstalter teilzunehmen. Nimmt die Werbeflut überhand, bleibt leider nur der Wechsel der E-Mail-Adresse. [weniger]

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von SONIC:
In meinem Mail-Postfach habe ich fast täglich Mails mit Zahlungsaufforderungen plus Bearbeitungsgebühr zu angeblich getätigten Käufen, die ich nie gemacht habe. Wie verhalte ich mich richtig? Diese Mails ignorieren? Und wie kann ich mich davor schützen?

Antwort von Ingo Porschen:
Grundsätzlich können Sie derartige Mails ignorieren. Schutz vor derartigen Mails bieten Spam-Filter. Besonders penetrante "Verkäufer" kann man mit einer sogenannten strafbewehrten Unterlassungserklärung und/oder einer negativen ... [mehr]Grundsätzlich können Sie derartige Mails ignorieren. Schutz vor derartigen Mails bieten Spam-Filter. Besonders penetrante "Verkäufer" kann man mit einer sogenannten strafbewehrten Unterlassungserklärung und/oder einer negativen Feststellungsklage zur Räson bringen. Sofern Sie dies in Erwägung ziehen, sollten Sie einen Rechtsanwalt oder eine Verbraucherschutzorganisation um Unterstützung bitten. [weniger]

Dieter Sprott
Dieter Sprott,
Experte für Direktversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von KIELER:
Welche Versicherungen kann man denn überhaupt online abschließen und bei welchen geht das überhaupt nicht?

Antwort von Dieter Sprott:
Versicherungen ohne Gesundheitsfragen sind grundsätzlich online abschließbar. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben müssen Gesundheitsfragen schriftlich vor Vertragsbeginn dem Versicherer vorliegen. Viele private Krankenversicherungen und Lebensversicherungen kann man online ... [mehr]Versicherungen ohne Gesundheitsfragen sind grundsätzlich online abschließbar. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben müssen Gesundheitsfragen schriftlich vor Vertragsbeginn dem Versicherer vorliegen. Viele private Krankenversicherungen und Lebensversicherungen kann man online beantragen. Der Versicherer schickt dann ein Angebot mit den zu beantwortenden Fragen. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von MICRO*69:
Was kann ich unternehmen, wenn ich beim Online-Kauf versehentlich eine falsche Bankverbindung angegeben habe?

Antwort von Thomas Bradler:
Sie sollten sich schnellstmöglich an den Verkäufer wenden und diesem die korrekten Daten Ihrer Kontoverbindung mitteilen.

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von LIL88:
Dürfen meine Daten durch den Verkäufer online weitergegeben werden?

Antwort von Ingo Porschen:
Eine Weitergabe ist dann zulässig, wenn es zur Erfüllung des Vertragszwecks erforderlich ist. Wenn Sie beispielsweise eine Pauschlreise buchen, dann darf das Reisebüro Ihre Daten an ... [mehr]Eine Weitergabe ist dann zulässig, wenn es zur Erfüllung des Vertragszwecks erforderlich ist. Wenn Sie beispielsweise eine Pauschlreise buchen, dann darf das Reisebüro Ihre Daten an den Reiseveranstalter, die Fluggesellschaft oder das Hotel weiterleiten. Ansonsten ist eine Weitergabe Ihrer Daten nur dann zulässig, wenn Sie sich damit einverstanden erklärt haben. Der Verkäufer muss Ihnen mitteilen, welche Daten er weiterleiten will und zu welchem Zweck. Beim Online-Shopping holen sich die Verkäufer die Einverständniserklärung über ein Ankreuz-Feld ein. Wenn Sie mit einer Weitergabe Ihrer Daten zu Werbezwecken einverstanden sind, muss der Verkäufer Ihnen grundsätzlich nicht mitteilen, an wen genau er die Daten weitergibt. [weniger]

Dieter Sprott
Dieter Sprott,
Experte für Direktversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von BIENCHEN:
Wie und wo findet man eigentlich die günstigsten und leistungsstärksten Versicherungen im Internet?

Antwort von Dieter Sprott:
Im Internet gibt es diverse Vergleichsportale. Diese sind allerdings nicht immer neutral und die Ergebnisse machmal nicht zielführend. Wichtige Informationen zu Versicherungen finden sich auf den ... [mehr]Im Internet gibt es diverse Vergleichsportale. Diese sind allerdings nicht immer neutral und die Ergebnisse machmal nicht zielführend. Wichtige Informationen zu Versicherungen finden sich auf den Internetseiten der Verbraucherschutz-Organisationen. Unabhängige Vergleiche führt "Finanztest" von der Stiftung Warentest durch, die allerdings oft kostenpflichtig sind. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von PETRA:
Gibt es eine neue Frist, gekaufte Ware zurückzusenden? Und darf mir der Händler nach der Frist die Erstattung verweigern?

Antwort von Thomas Bradler:
Es hat zwar in diesem Jahr erhebliche gesetzliche Änderungen bezüglich des Widerrufsrechts bei Online-Einkäufen gegeben. Unverändert geblieben ist jedoch die Widerrufsfrist von 14 Tagen ab Erhalt ... [mehr]Es hat zwar in diesem Jahr erhebliche gesetzliche Änderungen bezüglich des Widerrufsrechts bei Online-Einkäufen gegeben. Unverändert geblieben ist jedoch die Widerrufsfrist von 14 Tagen ab Erhalt der Ware. Innerhalb dieser Frist können Sie im Internet gekaufte Ware zurücksenden, müssen aber zusätzlich - per Begleitschreiben, Fax, E-Mail etc. - den Widerruf ausdrücklich erklären. Senden Sie die Widerrufserklärung innerhalb der Frist ab, muss Ihnen der Händler den Kaufpreis und die bei der Bestellung angefallenen Kosten für den Standardversand ersetzen. Anderenfalls sind Sie an den Vertrag gebunden. Beachten Sie jedoch, dass bei manchen Waren kein Widerruf möglich ist. Dies gilt etwa für Maßanfertigungen oder schnell verderbliche Waren. [weniger]

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von MIMI-MO:
Ich habe online eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen. Steigt mein Beitrag, wenn ich einmal davon Gebrauch gemacht habe?

Antwort von Ingo Porschen:
Nein. Der Beitrag ist nicht davon abhängig, ob überhaupt und falls ja, wie oft Sie Ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen. Allerdings hat Ihre Versicherung die Möglichkeit, ... [mehr]Nein. Der Beitrag ist nicht davon abhängig, ob überhaupt und falls ja, wie oft Sie Ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen. Allerdings hat Ihre Versicherung die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen, wenn sie innerhalb von zwölf Monaten mindestens zweimal eine Deckungszusage erteilt hat. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von JOSEFI:
Muss ich die AGB grundsätzlich immer durchlesen?

Antwort von Thomas Bradler:
Jein! Ein Blick in die AGB kann nie schaden, da diese grundsätzlich Vertragsinhalt werden. Sie erhalten so einen Überblick, welche Rechte sich der Anbieter einräumen möchte. ... [mehr]Jein! Ein Blick in die AGB kann nie schaden, da diese grundsätzlich Vertragsinhalt werden. Sie erhalten so einen Überblick, welche Rechte sich der Anbieter einräumen möchte. Allerdings haben AGB oft ein derartiges Ausmaß, dass eine vollständige Lektüre schlicht nicht zumutbar ist. Beachten Sie folgendes: Selbst wenn Sie bei einer Bestellung oder Anmeldung im Internet ein Häkchen gesetzt haben, dass Sie die AGB akzeptieren, heißt dies nicht, dass diese vollständig wirksam sind. Jede Regelung, die intransparent ist oder Sie in anderer Weise unangemessen benachteiligt, ist unwirksam. Es können Ihnen über die AGB beispielsweise keine kostenpflichtigen Nebenleistungen, die Sie gar nicht benötigen oder wünschen, untergeschoben werden. Lassen Sie sich im Streitfall also nicht mit dem Verweis auf die angeblich akzeptierten AGB klein kriegen, sondern lassen Sie sich bei Bedarf rechtlich beraten. [weniger]

Dieter Sprott
Dieter Sprott,
Experte für Direktversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von HANS B.:
Ist eine Versicherung, die ich im Web abschließe, ohne Unterschrift denn überhaupt gültig?

Antwort von Dieter Sprott:
Versicherungen ohne Gesundheitsfragen, beispielsweise Kfz-, private Haftpflicht- oder Hausratversicherung, können online abgeschlossen werden. Bei Versicherungen mit Gesundheitsfragen wie etwa Risikolebensversicherungen oder Krankenversicherungen müssen die beantworteten Gesundheitsfragen ... [mehr]Versicherungen ohne Gesundheitsfragen, beispielsweise Kfz-, private Haftpflicht- oder Hausratversicherung, können online abgeschlossen werden. Bei Versicherungen mit Gesundheitsfragen wie etwa Risikolebensversicherungen oder Krankenversicherungen müssen die beantworteten Gesundheitsfragen vor Vertragsabschluss dem Versicherer vorliegen. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von CHARLOTTE737:
Kann ich die Zahlung verweigern, wenn mein Kind in meinem Namen online eingekauft hat?

Antwort von Thomas Bradler:
Diese Frage lässt sich auf diesem Wege nicht abschließend beantworten. Von Bedeutung ist beispielsweise, ob das Kind selbst einmalig unter Ihrem Namen bestellt hat oder ob ... [mehr]Diese Frage lässt sich auf diesem Wege nicht abschließend beantworten. Von Bedeutung ist beispielsweise, ob das Kind selbst einmalig unter Ihrem Namen bestellt hat oder ob es ein unter Ihrem Namen bestehendes Nutzerkonto unter Verwendung eines Passworts genutzt hat, das Sie dem Kind weitergegeben hatten. Während Sie im ersten Fall wohl nicht zahlen müssten, kommt es bei der zweiten Konstellation auf die Umstände des Einzelfalls an. Lassen Sie sich bitte gegebenenfalls rechtlich beraten. [weniger]

Thomas Bradler
Thomas Bradler,
Rechtsanwalt und bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf unter anderem für den Bereich der Online-Geschäfte zuständig.

Frage von CARLSSON:
Darf mein minderjähriges Kind eine Ratenzahlung online über sein Konto einrichten, wenn ich ihm die Erlaubnis gegeben habe?

Antwort von Thomas Bradler:
Mit Ihrer Erlaubnis - und nur mit Ihrer Erlaubnis - darf ein minderjähriges Kind ab sieben Jahren auch Verträge mit Ratenzahlung abschließen.

Ingo Porschen
Ingo Porschen,
Experte für Rechtsschutz und Schadenregulierung bei der D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Frage von LISSCHEN:
Sind meine Kinder über die Rechtsschutzversicherung mitversichert?

Antwort von Ingo Porschen:
In der Regel sind minderjährige Kinder mitversichert. Volljährige Kinder sind unter folgenden Voraussetzungen mitversichert: Sie müssen unverheiratet sein beziehungsweise nicht in einer Lebenspartnerschaft leben und unter ... [mehr]In der Regel sind minderjährige Kinder mitversichert. Volljährige Kinder sind unter folgenden Voraussetzungen mitversichert: Sie müssen unverheiratet sein beziehungsweise nicht in einer Lebenspartnerschaft leben und unter 25 Jahre alt sein - bei vielen Versicherern ist die Altersgrenze höher oder ganz aufgehoben. Die Mitversicherung volljähriger Kinder endet mit erstmaliger Aufnahme einer auf Dauer angelegten Berufstätigkeit. [weniger]

Moderator:
Liebe Leser, wir danken Ihnen für die Teilnahme an unserem Chat zum Thema "Online-Einkauf" und zu Fragen rund um die Sicherheit im Internet. Leider konnten wir heute nicht alle Fragen beantworten, wir hoffen aber, dass Sie Ihre Frage oder zumindest eine ähnliche beantwortet vorgefunden haben. Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Abend und verabschieden uns bis zum nächsten Mal.