11.06.2015:

Gefäßerkrankungen

Thrombose - die unterschätzte Gefahr

Sind Ihre Beine stark angeschwollen?
Fliegen Sie oft Langstrecke?
Fragen Sie sich, ob Sie ein erhöhtes Thromboserisiko haben?

Rund 100.000 Menschen in Deutschland und über eine halbe Million in Europa sterben jährlich an den Folgen einer Thrombose - mehr als durch Verkehrsunfälle, AIDS, Brust- und Prostatakrebs zusammen! Meist beginnt das Verhängnis in den Beinvenen: Durch Störungen im Blutfluss bildet sich ein Gerinnsel, das zur Gefäßverstopfung, medizinisch Thrombose, führt. Lebensgefährlich wird es, wenn Teile dieses Blutpfropfes abreißen, in die Lunge verschleppt werden und dort für die Atmung wichtige Adern blockieren. Um eine solche Lungenembolie zu verhindern, ist die frühe Erkennung und Behandlung von Thrombosen entscheidend.

Doch woher weiß man, ob man ein erhöhtes Thromboserisiko hat?
Mit welchen Warnsignalen macht sich die Erkrankung bemerkbar?
Wie kann man der Gefahr vorbeugen?
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Chat-Protokoll

Moderator:
Herzlich willkommen bei unserem aktuellen Chat rund um das Thema „Gefäßerkrankungen“. Unsere Experten sind jetzt bis 18 Uhr für Sie da. Wir freuen uns auf viele interessante Fragen und sind startbereit.

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von MARIA:
Man sagt, dass die Gefahr einer Thrombose besteht, wenn man eine Hormonersatztherapie macht, ich bin in den Wechseljahren. In der Tat habe ich seitdem ich Östrogene nehme, ständig geschwollene Beine. Was kann ich tun?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Tatsächlich ist das Thromboserisiko bei einer Hormonersatztherapie mit Östrogen etwa 3-fach erhöht. Beidseits geschwollene Beine sind aber nicht unbedingt ein Zeichen für eine Thrombose, die meistens ... [mehr]Tatsächlich ist das Thromboserisiko bei einer Hormonersatztherapie mit Östrogen etwa 3-fach erhöht. Beidseits geschwollene Beine sind aber nicht unbedingt ein Zeichen für eine Thrombose, die meistens nur ein Bein betrifft. Falls Sie schon einmal eine Thrombose hatten, muss man die Verwendung einer Hormonersatztherapie kritisch prüfen; wegen der geschwollenen Beine sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von LUCER-WERNER:
Ich habe ständig geschwollene Beine und nun hörte ich, da kann auch ein schwaches Herz daran schuld sein. Mir geht es sonst gut, was sagen Sie?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Beidseitig geschwollene Beine können durchaus mit dem Herzen zusammenhängen. Sie sollten zur Klärung einen Herzspezialisten (Internisten, besser Kardiologen) aufsuchen. Es gibt aber auch andere Gründe für ... [mehr]Beidseitig geschwollene Beine können durchaus mit dem Herzen zusammenhängen. Sie sollten zur Klärung einen Herzspezialisten (Internisten, besser Kardiologen) aufsuchen. Es gibt aber auch andere Gründe für solche Schwellungen. Diese können auch mit Lymphgefäßen oder Venen zu tun haben. In diesen Fällen sollten Sie einen Gefäßspezialisten (am besten Angiologen/Angiologin) aufsuchen. [weniger]

Prof. Dr. Stavros Konstantinides
Prof. Dr. Stavros Konstantinides,
Professor für Klinische Studien und Ärztlicher Direktor des multidisziplinären Zentrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin Mainz, DGA-Mitglied.

Frage von CJ-GIRLS:
Meine Tochter hat den Genfaktor V von mütterlicher und väterlicher Seite vererbt bekommen. Wie muss Sie sich für die Zukunft verhalten, zum Beispiel beim Zahnarzt oder bei Medikamenteneinnahme? Was sollte Sie bei langen Flugreisen usw. beachten? Und was hat das für Auswirkungen auf eine eventuelle zukünftige Schwangerschaft?

Antwort von Prof. Dr. Stavros Konstantinides:
Wenn Ihre Tochter nur eine "pathologische" Variante dieses Gens hat ("heterozygot"), dann ist grundsätzlich keine besondere Maßnahme erforderlich. Sie soll völlig normal leben und lediglich thrombosebegünstigendes ... [mehr]Wenn Ihre Tochter nur eine "pathologische" Variante dieses Gens hat ("heterozygot"), dann ist grundsätzlich keine besondere Maßnahme erforderlich. Sie soll völlig normal leben und lediglich thrombosebegünstigendes Verhalten (Rauchen, Pille, Übergewicht) vermeiden. Vor langen Flugreisen ist eine einmalige Bauchspritze vielleicht sinnvoll, aber nicht absolut notwendig. Bei Schwangerschaft muss sie diesen Defekt ihrem Frauenarzt vom Anfang an mitteilen, wenn aber die Schwangerschaft normal verläuft, ist da auch prophylaktisch keine Medikation notwendig. Beim Zahnarzt sind keine Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Wenn Ihre Tochter allerdings "homozygot" ist, das heißt BEIDE Varianten sind pathologisch, dann ist das Thromboserisiko stark erhöht. Bei Schwangerschaft ist prophylaktisch eine Blutverdünnung angesagt. Hormonpräparate sind zu meiden. Auch bei Krankenhausaufenthalten oder akuten schweren Erkrankungen muss der Defekt unbedingt dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von CHRISTIANE61:
Ich hatte vor eineinhalb Jahren eine Thrombose - worauf muss ich jetzt noch besonders achtgeben?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Wichtig ist, dass Sie sich in sogenannten Risikosituationen, wie bei längerer Bettlägerigkeit, starken Infekten, langen Reisen oder Tragen eines Gipses oder sonstigen immobilisierenden Verbandes am Bein ... [mehr]Wichtig ist, dass Sie sich in sogenannten Risikosituationen, wie bei längerer Bettlägerigkeit, starken Infekten, langen Reisen oder Tragen eines Gipses oder sonstigen immobilisierenden Verbandes am Bein nach Rücksprache mit Ihrem Arzt schützen. Zum Beispiel durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder auch durch die Gabe von Heparinen in Spritzenform. Auch hängt Ihr persönliches Risiko von anderen Faktoren wie Thrombosen in Ihrer nahen Familie, Nikotingenuss oder Übergewicht ab. Ansonsten gilt: viel bewegen, wenig sitzen und ausreichend trinken. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von WALLY:
Ich bin weiblich, 55 Jahre, und leide, sobald es etwas warm ist, schon am Vormittag an extrem geschwollenen Füßen. Kann man dagegen was tun? Was ist das, sind meine Gefäße daran Schuld?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Für Bein- oder Fußschwellungen (sog. Ödeme) gibt es eine Vielzahl von Ursachen: Das kann an den Venen liegen, an den Lymphgefäßen, kann aber zum Beispiel auch ... [mehr]Für Bein- oder Fußschwellungen (sog. Ödeme) gibt es eine Vielzahl von Ursachen: Das kann an den Venen liegen, an den Lymphgefäßen, kann aber zum Beispiel auch durch Herz- oder Nierenerkrankungen verursacht sein. Daher ist es sinnvoll, dass ihr Arzt Sie diesbezüglich untersucht. Oft kann das Tragen von Kompressionsstrümpfen die Symptome bessern - die muss allerdings der Arzt verordnen. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von ILONA:
Ich hatte eine Tiefe Venenthrombose im Oberschenkel und eine beidseitige Lungenembolie. Ursache ungeklärt! Habe 6 Monate Xarelto eingenommen. Evtl. Ursache: Antibabypille. Meine Fragen: Wie lange ist es erforderlich, Kompressionsstrümpfe zu tragen? Wie verhalte ich mich im Urlaub? Darf ich mich in die pralle Sonne legen? Wenn Kompressionsstrümpfe: Darf ich diese tagsüber und besonders am Strand ausziehen?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Die Strümpfe haben zum Ziel, eine dauerhafte Schädigung der nicht betroffenen Venen und der Haut mit Entwicklung von Krampfadern zu verhindern. Die Dauer der Anwendung hängt ... [mehr]Die Strümpfe haben zum Ziel, eine dauerhafte Schädigung der nicht betroffenen Venen und der Haut mit Entwicklung von Krampfadern zu verhindern. Die Dauer der Anwendung hängt von Ihren aktuellen Beschwerden (zum Beispiel anhaltende Schwellung der Beine, Schweregefühl etc.) und den Untersuchungsbefunden Ihres Arztes ab. Grundsätzlich empfiehlt es sich, für ein gutes Jahr die Kompressionsstrümpfe zu tragen. Wenn sie Ihnen gut tun, dann auch ruhig länger. Im Urlaub kann man je nach Beschwerden auch mal ein paar Tage auf die Strümpfe verzichten. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von HANNELORE:
Vor einigen Jahren wurde mir Blut aus dem Ohr abgenommen, und es ging sehr schlecht. Die Ärztin machte daraufhin irgendeinen Test und sagte, ich hätte recht hohe Gerinnungswerte. Das sei aber nicht schlimm. Stimmt das, oder habe ich deswegen eine höhere Thromboseneigung?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Blutabnahmen aus dem Ohr sind von der Durchblutung des Ohrläppchens abhängig und können je nach Temperatur bei den gleichen Patienten unterschiedlich gut ablaufen. Daraus Schlüsse zu ... [mehr]Blutabnahmen aus dem Ohr sind von der Durchblutung des Ohrläppchens abhängig und können je nach Temperatur bei den gleichen Patienten unterschiedlich gut ablaufen. Daraus Schlüsse zu ziehen, ob ein erhöhtes Thromboserisiko vorliegt, ist nicht möglich. Um welche Blutwerte es sich in der Vergangenheit bei Ihnen gehandelt hat, kann ich nicht sagen, aber offensichtlich hat Ihre Ärztin denen keine wesentliche Bedeutung beigemessen. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von FERNWEH:
Ich (43) hatte vor drei Jahren eine Lungenembolie nach einer OP. Eigentlich ist mittlerweile alles wieder ok, und ich fühle mich gut. Mein Problem: Ich möchte mir unbedingt noch meinen Traum von einer Australienreise erfüllen, und nächsten Herbst ergäbe sich eine gute Gelegenheit. Aber kann ich den Flug überhaupt wagen? Was raten Sie mir?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Wenn die Lungenembolie das bisher einzige Ereignis einer Thrombose war, dann haben Sie wahrscheinlich bereits die Blutverdünnung abgesetzt. Sie können durchaus eine solch lange Reise antreten, ... [mehr]Wenn die Lungenembolie das bisher einzige Ereignis einer Thrombose war, dann haben Sie wahrscheinlich bereits die Blutverdünnung abgesetzt. Sie können durchaus eine solch lange Reise antreten, da es sehr viele Patienten gibt, die dies in Ihrer Situation auch tun. Bestimmte Vorsichtsmaßnahmen während des Fluges wären: viel trinken, Alkohol meiden, oft Aufstehen und im Sitzen regelmäßig Fußmassagen (Fußwippen) durchführen. Sollten Sie dennoch sehr besorgt sein, kann man auch für den Flug eine einmalige Blutverdünnung (beispielsweise Bauchspritze) anwenden. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von AMAMA:
Thrombosescreening - wann ist der richtige Zeitpunkt? Vor Beginn einer Marcumarmedikation? Ein Bericht meinte, erst nach 3 Monaten Einnahme, da sonst gewisse Werte nicht aussagekräftig/unzuverlässig wären? Der Patient ist 24, männlich, Raucher, und bekam die 2 Etagen Beinthrombose nach 10 Tagen liegen wegen Grippe. Marcumar - noch das angesagte Medikament? Es gibt doch bereits leichter händelbare Alternativen? Wie lange soll er es einnehmen?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Die Genanalysen können auch unter Marcumar durchgeführt werden. Protein S und Protein C nicht unter Marcumar! AT ist möglich. Für die Dauer der Behandlung muss der ... [mehr]Die Genanalysen können auch unter Marcumar durchgeführt werden. Protein S und Protein C nicht unter Marcumar! AT ist möglich. Für die Dauer der Behandlung muss der Arzt noch genauer den Hintergrund erfragen und feststellen, wie gut die Marcumareinstellung ist. Marcumar ist noch das Standardmedikament; es gibt neuere Alternativen, die leichter handhabbar sind. [weniger]

Prof. Dr. Stavros Konstantinides
Prof. Dr. Stavros Konstantinides,
Professor für Klinische Studien und Ärztlicher Direktor des multidisziplinären Zentrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin Mainz, DGA-Mitglied.

Frage von KAKI:
Ich hatte vor 5 Jahren im rechten Oberschenkel eine Thrombose, trage seit ca. 2 Jahren kurze Kompressionsstrümpfe, reicht das? Oder sollte ich doch lieber lange Strümpfe (die ich beim Fliegen immer trage) täglich anziehen?

Antwort von Prof. Dr. Stavros Konstantinides:
Das kann nur der Gefäßspezialist (Angiologe) entscheiden, nachdem er Ihre Beinvenen untersucht hat. Es hat nämlich damit zu tun, bis zu welcher Höhe die Klappen Ihrer ... [mehr]Das kann nur der Gefäßspezialist (Angiologe) entscheiden, nachdem er Ihre Beinvenen untersucht hat. Es hat nämlich damit zu tun, bis zu welcher Höhe die Klappen Ihrer Beinvenen undicht sind. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von BRUMMBäR70:
Meine Mutter wurde gestern wegen einer langstreckigen Thrombose im linken Bein ins Krankenhaus eingeliefert. Was ist das genau, und welche Art von Behandlung kommt jetzt auf sie zu?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Hier handelt es sich um ein Gerinnsel, das die tiefen Venen am Bein verstopft hat. Dies kann bei älteren Menschen in bestimmten Risikosituationen wie etwa bei ... [mehr]Hier handelt es sich um ein Gerinnsel, das die tiefen Venen am Bein verstopft hat. Dies kann bei älteren Menschen in bestimmten Risikosituationen wie etwa bei Bettlägerigkeit durchaus auch spontan auftreten. Gefährlich kann das Lösen solcher Gerinnsel sein, die sich dann in den Lungengefäßen festsetzen und eine sogenannte Lungenembolie auslösen. Die akute Gefahr sollte aber durch die sicher bereits eingeleitete Therapie bei Ihrer Mutter gebannt sein. In der Therapie bekommt Ihre Mutter ein blutverdünnendes Medikament und einen Kompressionwickel oder -strumpf am betroffenen Bein. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite www.risiko-thrombose.de [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von REGINA KETTE:
Mein rechtes Bein wird immer schneller dick und bläulich gegen Abend. Meine Knie schmerzen mittlerweile. Die Krankenkasse lehnt eine neue Methode einer OP ab. Ich habe die Blutgruppe AB positiv und bin postoperativer Bluter seit ich Kind bin. 3 Anträge in 3 Jahren und immer wieder wird eine OP abgelehnt. Mittlerweile bin ich 60 Jahre alt und das Laufen fällt mir immer schwerer.

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Sie schildern eine sehr komplexe Krankengeschichte, mit Beinschwellung, Knieschmerzen, einer Blutungsneigung und der Möglichkeit einer neuen OP Methode. Diese Situation kann im Chat nicht geklärt werden - ... [mehr]Sie schildern eine sehr komplexe Krankengeschichte, mit Beinschwellung, Knieschmerzen, einer Blutungsneigung und der Möglichkeit einer neuen OP Methode. Diese Situation kann im Chat nicht geklärt werden - hier sollten Sie die Möglichkeiten mit Ihrem Arzt besprechen. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von MANN57:
Ich habe eine größere Operation vor mir und ohnehin schon immer Venenprobleme. Deshalb habe ich große Angst vor einer Thrombose. Gibt es irgendetwas, dass ich vorbeugend tun kann?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Sie müssen Venenprobleme von bereits stattgefundenen Thrombosen unterscheiden. Wenn es sich bei Ihnen lediglich um Krampfadern handelt, dann ist dies für die geplante Operation nicht entscheidend. ... [mehr]Sie müssen Venenprobleme von bereits stattgefundenen Thrombosen unterscheiden. Wenn es sich bei Ihnen lediglich um Krampfadern handelt, dann ist dies für die geplante Operation nicht entscheidend. Hatten Sie bereits einmal eine Thrombose, dann sollten Sie dies dem Operateur sagen, da er dann eine entsprechende Vorbeugung mit einer Blutverdünnung durchführen sollte. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von MUTTER:
Ich bin in den Wechseljahren und nehme seit einiger Zeit Östrogene als Gel. Leider zeichnen sich jetzt nach zwei Wochen starke Ödeme ab, hauptsächlich im Bereich Fuß. Kann dies auch eine Thrombose verursachen, was raten Sie mir?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Die Ödeme an sich verursachen keine Thrombose, können aber durchaus durch das Östrogengel verursacht sein. Ihr persönliches Thromboserisiko hängt von vielen Faktoren ab, dazu zählen höheres ... [mehr]Die Ödeme an sich verursachen keine Thrombose, können aber durchaus durch das Östrogengel verursacht sein. Ihr persönliches Thromboserisiko hängt von vielen Faktoren ab, dazu zählen höheres Alter, Übergewicht, Rauchen, familiäres Auftreten von Thrombosen oder ob Sie schon einmal eine Thrombose hatten. Ich würde noch einmal Rücksprache mit Ihrem Gynäkologen halten. [weniger]

Prof. Dr. Stavros Konstantinides
Prof. Dr. Stavros Konstantinides,
Professor für Klinische Studien und Ärztlicher Direktor des multidisziplinären Zentrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin Mainz, DGA-Mitglied.

Frage von MADDI:
Meine Mutter (80) hatte vor ein paar Monaten eine Lungenembolie und kommt gar nicht wieder richtig auf die Beine. Sie ist schwach und kann schlecht atmen. Was kann man da machen?

Antwort von Prof. Dr. Stavros Konstantinides:
Wenn mindestens drei Monate nach der akuten Lungenembolie vorbei sind und sie ihre blutverdünnenden Medikamente wie verordnet eingenommen hat, sollte sie sich noch einmal bei ihrem ... [mehr]Wenn mindestens drei Monate nach der akuten Lungenembolie vorbei sind und sie ihre blutverdünnenden Medikamente wie verordnet eingenommen hat, sollte sie sich noch einmal bei ihrem Arzt vorstellen. Hier ist eine klinische Untersuchung und ein Ultraschall des Herzens angesagt, um festzustellen, ob das Herz von den Thromben in der Lunge chronisch belastet ist und deswegen die Luftnot herrscht. In seltenen Situationen bleiben in der Lunge große Gerinnsel trotz Therapie übrig, und diese müssen dann mit einer Operation entfernt werden. Wie gesagt soll aber zunächst die Untersuchung und der Herzultraschall beim Arzt erfolgen. Je nach Befund wird er/sie Sie dann über weitere notwendige Schritte informieren. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von HELENE.F:
Muss man eine Thrombose-Spritze auch nehmen, wenn man trotz Krücken mobil ist (nicht bettlägerig) und wenn ja, wie lange?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Ein Thromboserisiko kann auch bei Mobilität mit Krücken bestehen, zum Beispiel wenn das Sprunggelenk fixiert ist. Das Thromboserisiko hängt darüber hinaus von anderen persönlichen Faktoren (zum ... [mehr]Ein Thromboserisiko kann auch bei Mobilität mit Krücken bestehen, zum Beispiel wenn das Sprunggelenk fixiert ist. Das Thromboserisiko hängt darüber hinaus von anderen persönlichen Faktoren (zum Beispiel Gewicht, Vorgeschichte, familiärer Belastung usw.) ab, sodass die Frage einer Thromboseprophylaxe mit Spritzen durch den Arzt geklärt werden muss. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von INGRID:
Hatte nach der Geburt meines Sohnes eine tiefe Beckenvenenthrombose. Protein C Mangel, seit 20 Marcumarpatientin. Leide unter extremen Staubeschwerden. Langes Sitzen oder Stehen unmöglich. Gibt es nicht schon neue Venen (Gentechnik)?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Nein, leider nicht. Die Forschung ist da noch nicht so weit.

Moderator:
Liebe User, vielen Dank für Ihre rege Beteiligung. Dies ist ein moderierter Chat. Die Fragen werden zuerst von einem Moderator gesichtet, der je nach Anzahl alle oder die allgemein interessantesten an die Experten weitergibt. Wir bemühen uns, so viele Fragen wie möglich zu beantworten.

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von MICHAELA W.:
Ich bin schwanger im siebten Monat und habe sehr schwere und geschwollene Beine. Jetzt soll ich Stützstrümpfe tragen, aber bei Hitze ist das kaum auszuhalten. Welche Möglichkeiten gibt es noch?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Schwere und geschwollene Beine sind in der Schwangerschaft keineswegs selten; die Symptome werden durchaus durch Kompressionsstrümpfe oder eine Kompressionsstrumpfhose gebessert. Ich gebe Ihnen recht, dass das ... [mehr]Schwere und geschwollene Beine sind in der Schwangerschaft keineswegs selten; die Symptome werden durchaus durch Kompressionsstrümpfe oder eine Kompressionsstrumpfhose gebessert. Ich gebe Ihnen recht, dass das an den heißen Tagen nicht immer angenehm ist - meistens erleichtern die Strümpfe aber die Beschwerden. Man sollte außerdem erwähnen, dass es bestimmte Erkrankungen in der Schwangerschaft gibt, die zu schweren und geschwollenen Beinen führen können. So sollten zum Beispiel auch der Blutdruck und der Urin kontrolliert werden, und auch an die Möglichkeit einer Thrombose sollte gedacht werden. Diese tritt allerdings meistens einseitig auf. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von POLYPATIENT:
Ich bin 50 Jahre, weiblich, und leide an einer Polyneuropathie. Seit ca. drei Wochen nehme ich Lyrica, da die Schmerzen nachts stärker werden. Doch leider sind die Nebenwirkungen, Wasserablagerungen in den Beinen, bei mir groß. Muss ich mir Sorgen machen wegen einer Thrombose?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Wenn die Wassereinlagerungen beide Beine betreffen, dann würde ich einen Internisten bzw. einen Herzspezialisten aufsuchen. Solche Nebenwirkungen können unter Lyrica auftreten. Der Spezialist kann klären, ob ... [mehr]Wenn die Wassereinlagerungen beide Beine betreffen, dann würde ich einen Internisten bzw. einen Herzspezialisten aufsuchen. Solche Nebenwirkungen können unter Lyrica auftreten. Der Spezialist kann klären, ob eine Herzschwäche oder einfach nur eine verminderte Bewegung der Beine als Ursache der Schwellung in Frage kommt. Sollte die Schwellung nur eine Seite betreffen, dann wäre eher ein Gefäßspezialist (Angiologe) aufzusuchen. In diesem Fall sollte man eine Thrombose ausschließen. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von HELMUT_65:
Ich habe die Schaufensterkrankheit und traue mich jetzt gar nicht mehr, länger zu verreisen. Meine Frau liegt mir in den Ohren, wir sollten mal wieder fliegen. Was kann ich tun, um unterwegs keine Probleme zu bekommen?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Grundsätzlich gilt: bei längeren Flügen häufiger aufstehen, sich bewegen, auf Alkohol verzichten und viel trinken, möglichst Wasser.

Prof. Dr. Stavros Konstantinides
Prof. Dr. Stavros Konstantinides,
Professor für Klinische Studien und Ärztlicher Direktor des multidisziplinären Zentrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin Mainz, DGA-Mitglied.

Frage von HELENE:
Im letzten Jahr hatte ich eine Lungenembolie. Ursächlich wurde eine tiefe Beinvenenthrombose in der Leistengegend angegeben. Bisher nahm ich Xeralto und trage einen Kompressionsstrumpf. Letzterer wurde jetzt vom langen auf einen Kniestrumpf geändert. Nun ist das Absetzen des Blutverdünners angedacht. Bei einem 2. Arzt wurde die Situation so bewertet, dass ich weiter Xeralto einnehmen und einen langen Strumpf tragen soll. 2011 hatte ich ein Bronchialkarzinom. Was raten Sie?

Antwort von Prof. Dr. Stavros Konstantinides:
Die optimale Dauer der Blutverdünnung nach Beinvenenthrombosen bzw. Lungenembolien ist tatsächlich umstritten. 3-6 Monate sind absolutes Minimum, danach lässt sich diskutieren. Wenn Ihre Lungenembolie/Venenthrombose ein ERSTEREIGNIS ... [mehr]Die optimale Dauer der Blutverdünnung nach Beinvenenthrombosen bzw. Lungenembolien ist tatsächlich umstritten. 3-6 Monate sind absolutes Minimum, danach lässt sich diskutieren. Wenn Ihre Lungenembolie/Venenthrombose ein ERSTEREIGNIS war und das Bronchialkarzinom 4 Jahre zurückliegt und als geheilt gilt, dann ist das Absetzen vom Xarelto gerechtfertigt. Wenn allerdings vor allem hinsichtlich des Tumors Zweifel bestehen, ob er verschwunden ist, dann können Sie auch mit der Blutverdünnung weitermachen, insbesondere wenn sie von Ihnen gut vertragen wird. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von GRETA 667:
Nach einer längeren Wanderung bei ca. 28 Grad zeigten sich an den Fesseln meist auf der Rückseite rote Pusteln oder Flecken. Ich trug keine engen Socken mit straffen Bündchen etc. Die Flecken haben nicht geschmerzt oder gejuckt. Nach etwa 2-3 Tagen bildeten sich die Flecken wieder zurück, es bleibt ein brauner Schleier. Kann das mit den Venen zusammen hängen?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Dies hört sich für mich eher wie ein Hautproblem, beispielsweise eine Allergie, an - insbesondere, da der Ausschlag nach wenigen Tagen wieder verschwand. Deshalb glaube ich ... [mehr]Dies hört sich für mich eher wie ein Hautproblem, beispielsweise eine Allergie, an - insbesondere, da der Ausschlag nach wenigen Tagen wieder verschwand. Deshalb glaube ich nicht, dass es sich um ein Venenproblem handelt. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von ANDREA J:
Es ist seit Jahren bekannt, dass auf Langstreckenflügen das Thromboserisiko steigt. Warum gibt es keine gesetzlichen Regelungen bezüglich des Sitzabstandes bzw. des generellen Platzes in Flugzeugen?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Auch wenn die Thrombose nach Langstreckenflügen als "Economy Class Syndrom" bezeichnet wird, treten Thrombosen in der Businessklasse mit größerem Sitzabstand nicht seltener auf. Wichtiger ist es, ... [mehr]Auch wenn die Thrombose nach Langstreckenflügen als "Economy Class Syndrom" bezeichnet wird, treten Thrombosen in der Businessklasse mit größerem Sitzabstand nicht seltener auf. Wichtiger ist es, persönliche Risikofaktoren zu kennen und zu berücksichtigen und gegebenenfalls eine Prophylaxe durchzuführen. Hochrisikopatienten sind diejenigen, die bereits eine Thrombose oder Lungenembolie hatten. Weitere Risiken können Sie unter www.risiko-thrombose.de nachlesen [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von JULI13:
Ich würde gerne wissen, wie sie die Sicherheit von Acrylatkleber bei Venen-OP beurteilen. Suche eine kompetente Anlaufstelle in Stuttgart wegen einer anstehenden Venen-OP. Wollte aber kein Stripping, wenn dies medizinisch möglich ist. Evtl. Laser oder Radiowellen, wenn Kleber nicht geht. Vorteile? Risiken?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Das „VenaSeal® – Closure-System" ist in Deutschland ein zertifiziertes Verfahren zur Behandlung der sogenannten Stammvarikosis. Es stellt ein gutes Alternativverfahren zur Laser- und Radiowellentherapie dar. Vorteile ... [mehr]Das „VenaSeal® – Closure-System" ist in Deutschland ein zertifiziertes Verfahren zur Behandlung der sogenannten Stammvarikosis. Es stellt ein gutes Alternativverfahren zur Laser- und Radiowellentherapie dar. Vorteile und Risiken sind ähnlich. Man muss allerdings sagen, dass es mit den beiden letztgenannten Verfahren deutlich mehr Langzeiterfahrungen gibt. Zudem übernehmen einige Krankenkassen die Kosten für Laser- oder Radiowellentherapie, für das Acrylatverfahren aber nicht. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von MARLENE:
Kann ich durch Gymnastik, bestimmte Sportarten oder Übungen einer Thrombose vorbeugen?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Thrombosen und Lungenembolien treten bei Menschen mit typischen Risikofaktoren (Übergewicht, erhöhtes Cholesterin, hoher Blutdruck etc.) häufiger auf. Daher ist natürlich Gymnastik und eine gesunde Lebensweise sinnvoll, ... [mehr]Thrombosen und Lungenembolien treten bei Menschen mit typischen Risikofaktoren (Übergewicht, erhöhtes Cholesterin, hoher Blutdruck etc.) häufiger auf. Daher ist natürlich Gymnastik und eine gesunde Lebensweise sinnvoll, um Thrombosen, vor allem aber auch Arterienverkalkung vorzubeugen. Trotzdem können Thrombosen auch bei jungen, ansonsten kerngesunden, sportlichen Menschen auftreten. Thromboserisikofaktoren können Sie auch unter www.risiko-thrombose.de nachlesen [weniger]

Prof. Dr. Stavros Konstantinides
Prof. Dr. Stavros Konstantinides,
Professor für Klinische Studien und Ärztlicher Direktor des multidisziplinären Zentrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin Mainz, DGA-Mitglied.

Frage von JASPER:
Lieber laufen oder liegen als sitzen oder stehen, ist das für die Gefäße wirklich essentiell?

Antwort von Prof. Dr. Stavros Konstantinides:
Ja, vor allem für die Venen kann man es so einfach ausdrücken!

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von SPITZE:
59, w, Lehrer, Z.n. Kniearthroskopie 12/14 TBVT, Falithrom, 1/15 rezidiv vollst. TBVT, Umstellung auf Xarelto, 3/15 20% Rekanalisation, trotz Besserung noch Belastungsprobleme und AU. Dauert die Genesung wirklich so lange? Was kann ich außer tägl. Laufen noch tun? Prognose? Reha ratsam?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Entscheidend ist, in welchem Bereich die Thrombose auftritt (Unterschenkel, Oberschenkel oder bis ins Becken). Es kann selbstverständlich sein, dass sich mit einer Blutverdünnung das gesamte Gerinnsel ... [mehr]Entscheidend ist, in welchem Bereich die Thrombose auftritt (Unterschenkel, Oberschenkel oder bis ins Becken). Es kann selbstverständlich sein, dass sich mit einer Blutverdünnung das gesamte Gerinnsel auflöst, aber es passiert auch, dass sich nur Teile davon auflösen oder dass es komplett verbleibt. Der Körper wird einen Umgehungskreislauf ausbilden, der bei den meisten Menschen ausreichend ist. Sollten aber Beschwerden bei Belastung fortbestehen, kann in seltenen Fällen eine Behandlung mit Ballonkatheter hilfreich sein. Die Prognose hängt davon ab, wie viel vom Gerinnsel aufgelöst wird und wie gut der Umgehungskreislauf ist. Eine Reha nach solch einem Zeitintervall halte ich für nicht sinnvoll. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von SEPP:
Empfiehlt es sich, vor Langstreckenflügen Aspirin einzunehmen?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Als Schutz vor einer Thrombose: nein.

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von SUZANNE:
Ich habe eine APC Resistenz, also Thromboseneigung, und hatte nach einem Kaiserschnitt tiefe Beinvenenthrombosen. Diese lösten sich aber auf. Vor einigen Jahren bekam ich erneut eine Thrombose in einem Bein und wurde auch wegen einer Embolie behandelt. Seitdem bekomme ich Marcumar. Ist das auf Dauer das richtige Medikament? INR 2,0. Wenn ich keinen Kompressionsstrumpf trage, schwillt mein Bein sofort stark an. Soll ich besser die Vene entfernen lassen?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Marcumar ist das Standardmedikament für Patienten mit Thrombose oder Lungenembolie; bei Ihnen sind ja sogar zweimal Ereignisse aufgetreten, sodass eine Antikoagulation ("Blutverdünnung") für längere Zeit sinnvoll ... [mehr]Marcumar ist das Standardmedikament für Patienten mit Thrombose oder Lungenembolie; bei Ihnen sind ja sogar zweimal Ereignisse aufgetreten, sodass eine Antikoagulation ("Blutverdünnung") für längere Zeit sinnvoll erscheint. Marcumar wäre allerdings im Falle einer neuen Schwangerschaft nicht das richtige Medikament - da müsste man Heparin geben. Ob eine oberflächliche Vene an der Schwellneigung schuld ist und Sie von einer Entfernung dieser Vene profitieren, sollte von einem Venenspezialisten abgeklärt werden. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von RITA:
Müssen Thrombosestrümpfe immer extra angefertigt werden? Sie sind so teuer!

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Sie müssen nur dann angefertigt werden, wenn die von der "Stange" nicht entsprechend passen. Die Fachgeschäfte halten solche in gängigen Größen vor. Manche Patienten haben aber ... [mehr]Sie müssen nur dann angefertigt werden, wenn die von der "Stange" nicht entsprechend passen. Die Fachgeschäfte halten solche in gängigen Größen vor. Manche Patienten haben aber sehr umfangstarke Beine. In solchen Fällen ist es ratsam, eine Maßanfertigung zu erwerben. [weniger]

Prof. Dr. Stavros Konstantinides
Prof. Dr. Stavros Konstantinides,
Professor für Klinische Studien und Ärztlicher Direktor des multidisziplinären Zentrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin Mainz, DGA-Mitglied.

Frage von EVA_L:
Ich hatte vor einem Jahr eine Thrombose, jetzt länger keine Probleme mehr. Nun will ich verreisen, Richtung Asien fliegen. Was muss ich beachten?

Antwort von Prof. Dr. Stavros Konstantinides:
Die üblichen Regeln, das heißt während des Fluges oft aufstehen und "spazieren gehen", viel Flüssigkeit einnehmen, aber keinen Alkohol trinken. Eine Bauchspritze (Heparin) vor dem Flug ... [mehr]Die üblichen Regeln, das heißt während des Fluges oft aufstehen und "spazieren gehen", viel Flüssigkeit einnehmen, aber keinen Alkohol trinken. Eine Bauchspritze (Heparin) vor dem Flug ist kein Muss, wird aber oft empfohlen zu einem noch besseren Schutz. Das würde ich in Ihrem Fall auch empfehlen. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von ZORA:
Bei warmem Wetter habe ich häufig geschwollene Füße. Weist das auf eine Gefäßschädigung hin oder was steckt dahinter?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Nicht unbedingt, die Gefäße weiten sich ganz normal bei Wärme und dann kann es auch zu Fußschwellungen kommen. Sollte diese Fußschwellung aber deutlich ausgeprägt sein, vielleicht ... [mehr]Nicht unbedingt, die Gefäße weiten sich ganz normal bei Wärme und dann kann es auch zu Fußschwellungen kommen. Sollte diese Fußschwellung aber deutlich ausgeprägt sein, vielleicht auch schmerzhaft, dann würde ich Ihnen eine Untersuchung bei einem Gefäßspezialisten empfehlen. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von LIESE:
Zur Thromboseprophylaxe muss mein Schwiegervater regelmäßig Marcumar einnehmen. Gibt es keine anderen Präparate, die weniger engmaschig kontrolliert werden müssen?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Seit einigen Jahren gibt es neben Marcumar eine Reihe von sogenannten neuen blutverdünnenden Mitteln, die alternativ eingenommen werden können. Vorteil bei diesen ist, dass man nicht ... [mehr]Seit einigen Jahren gibt es neben Marcumar eine Reihe von sogenannten neuen blutverdünnenden Mitteln, die alternativ eingenommen werden können. Vorteil bei diesen ist, dass man nicht wiederholte Messungen durchführen muss, wie sie bei Marcumar notwendig sind. Nachteil: Man verfügt noch nicht über eine so lange Anwendungserfahrung wie bei Marcumar, und es gibt im Falle einer Blutung bisher noch keine schnell wirksamen Gegenmittel. [weniger]

Moderator:
Heute ist hier im Chat wirklich viel los. Unsere Experten arbeiten mit Hochdruck an der Beantwortung Ihrer Fragen. Bitte haben Sie dennoch Verständnis, wenn nicht alle Beiträge berücksichtigt werden können.

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von SUSANNES:
Ich fliege demnächst von Deutschland aus in den Oman, das sind circa sechs Flugstunden. Brauche ich da schon Thrombosestrümpfe?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Generell steigt das Thromboserisiko erst bei Flügen über vier Stunden an. Wenn Sie Allgemeinmaßnahmen beachten (Fußübungen, "Wadenpumpe", vermeiden von Alkohol und Kaffee, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, keine Schlaftabletten), ... [mehr]Generell steigt das Thromboserisiko erst bei Flügen über vier Stunden an. Wenn Sie Allgemeinmaßnahmen beachten (Fußübungen, "Wadenpumpe", vermeiden von Alkohol und Kaffee, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, keine Schlaftabletten), ist das Thromboserisiko niedrig, sofern bei Ihnen persönlich keine weiteren Risikofaktoren vorliegen (siehe auch www.risiko-thrombose.de, online-Risikocheck). Das Tragen von Thrombosestrümpfen ist sehr wirksam, um die häufige Schwellneigung während der Flüge zu verhindern. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von PAULINE:
Nach drei Schwangerschaften habe ich sichtbare Krampfadern im Unterschenkel. Besteht ein erhöhtes Thromboserisiko? Was kann ich dagegen tun?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Die Krampfadern sollten von einem Venenspezialisten untersucht werden; sie können auch einmal Zeichen einer abgelaufenen tiefen Venenthrombose sein - dann wäre das Thromboserisiko erhöht. Ansonsten helfen ... [mehr]Die Krampfadern sollten von einem Venenspezialisten untersucht werden; sie können auch einmal Zeichen einer abgelaufenen tiefen Venenthrombose sein - dann wäre das Thromboserisiko erhöht. Ansonsten helfen natürlich Kompressionsstrümpfe. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von HEIKE:
Bei einem Arbeitsunfall im letzten Jahr bin ich beim Putzen ausgerutscht und habe mir rechts eine Sprunggelenksfraktur zugezogen. Insgesamt gab es 4 OPs und das Ganze zog sich 9 Monate hin. Frage: Welche Vorbeugung kann ich selber tun, denn durch eine langjährige Nierenerkrankung habe ich immer mal wieder mit Venenleiden zu tun.

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Die allgemeinen Empfehlungen sind möglichst viel Bewegung und viel trinken. Bei Schwellungen der Beine könnten Kompressionsstrümpfe helfen. Sollte das Bein immer noch nicht gut beweglich und ... [mehr]Die allgemeinen Empfehlungen sind möglichst viel Bewegung und viel trinken. Bei Schwellungen der Beine könnten Kompressionsstrümpfe helfen. Sollte das Bein immer noch nicht gut beweglich und das Abrollen im Sprunggelenk eingeschränkt sein, müssten Sie mit Ihrem Arzt über weitergehende Thrombose-Vorsichtsmaßnahmen sprechen. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von HERMANN39:
Ich habe in letzter Zeit oft so ein Kribbeln oder ein taubes Gefühl in den Fingern und Zehen. Deutet das auf eine Gefäßerkrankung hin, und wenn ja, auf welche?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Kribbeln in den Zehen oder Fingern kann Ausdruck einer Vielzahl von Phänomenen bzw. Erkrankungen sein. Grundsätzlich würde ich aber, wenn alle beiden Arme und Beine betroffen ... [mehr]Kribbeln in den Zehen oder Fingern kann Ausdruck einer Vielzahl von Phänomenen bzw. Erkrankungen sein. Grundsätzlich würde ich aber, wenn alle beiden Arme und Beine betroffen sind, zunächst nicht speziell an eine Gefäßerkrankung denken. [weniger]

Prof. Dr. Stavros Konstantinides
Prof. Dr. Stavros Konstantinides,
Professor für Klinische Studien und Ärztlicher Direktor des multidisziplinären Zentrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin Mainz, DGA-Mitglied.

Frage von MONIQUE1969:
Ich bin 46 Jahre alt, weiblich, stark übergewichtig, vier Kinder, Faktor V Leiden-Mutation, homozygot. 1999 tiefe Beinvenenthrombosen, beidseitig, nach Sectio. Nach Blutverdünnung wieder aufgelöst. 2011 linkes Bein neue Thrombose. Mikroembolien. Thrombus dauerhaft vorhanden. Dauermarkumarisiert. Bein schwillt neuerdings schnell an. Eigentlich gute Muskulatur umliegend. Fragen: 1. Vene entfernen lassen? Risiken, Nutzen? 2. Alternative Blutverdünnung? Seglerin, Verletzungsrisiko...

Antwort von Prof. Dr. Stavros Konstantinides:
Wenn Sie diese Risikofaktoren haben und diese Vorgeschichte, würde ich unbedingt empfehlen, beim Marcumar zu bleiben. Die neuen Medikamente sind bei ausgeprägten Thromboseneigungen wie in Ihrem ... [mehr]Wenn Sie diese Risikofaktoren haben und diese Vorgeschichte, würde ich unbedingt empfehlen, beim Marcumar zu bleiben. Die neuen Medikamente sind bei ausgeprägten Thromboseneigungen wie in Ihrem Fall noch nicht adäquat getestet und daher nicht zu empfehlen. Vielleicht in wenigen Jahren. Auch eine Venenentfernung löst das Problem nicht, fürchte ich, und ist bei thrombosierten TIEFEN Beinvenen ohnehin nicht machbar. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von LIA:
Ich habe Krampfadern und fliege demnächst in die USA - bin ich thrombosegefährdet?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Empfehlenswert sind Kompressionsstrümpfe und Allgemeinmaßnahmen (ausreichend trinken, Wadenpumpe = ab und zu den Fuß auf und ab bewegen, Alkohol und Kaffee vermeiden, da sie entwässern, Schlafmittel ... [mehr]Empfehlenswert sind Kompressionsstrümpfe und Allgemeinmaßnahmen (ausreichend trinken, Wadenpumpe = ab und zu den Fuß auf und ab bewegen, Alkohol und Kaffee vermeiden, da sie entwässern, Schlafmittel vermeiden). Ob zusätzlich ein Thromboserisiko besteht, zum Beispiel bei Thrombosen in der Familie, können Sie einfach über den online Risikocheck bei www.risiko-thrombose.de erfahren. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von SPITZE:
Nach ca. 30 min Sitzen schmerzt Leiste und Bauch immer noch. Normal nach vollständiger TBVT (1/15)?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Schmerzen, wie Sie sie beschreiben, können durchaus bei sitzenden Tätigkeiten auftreten, wenn eine alte Thrombose vom Bein bis in den Bauchraum vorgelegen hat. Dies kann durch ... [mehr]Schmerzen, wie Sie sie beschreiben, können durchaus bei sitzenden Tätigkeiten auftreten, wenn eine alte Thrombose vom Bein bis in den Bauchraum vorgelegen hat. Dies kann durch Behinderung des Umgehungskreislaufes bedingt sein. In solchen Fällen wäre häufiges Aufstehen sinnvoll. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von CHICHI:
Ich hatte in 02.2014 eine tiefe Beinvenenthrombose im rechten Oberschenkel und beidseitige Lungenembolie. Ursache ist ungeklärt; Ärzte vermuten, dass dies aufgrund der Einnahme von Hormonen (Novaring) passiert ist. Einnahme von Xarelto 6 Monate und Thrombosestrümpfe. Die Thrombose hat sich zurückgebildet. Bleibende Schäden: Eine Venenklappe funktioniert nicht mehr 100%ig. Meine Waden sind teilweise geschwollen. Beruf: sitzende Tätigkeit. Frage: Ob und wie lange sind Kompressionsstrümpfe erforderlich? Wenn, Strümpfe oder Kniestrümpfe? Sind Kompressionsstrümpfe ein Leben lang zu tragen?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Generell sind viel Bewegung und wenig Sitzen bzw. Stehen zu empfehlen. Das Tragen der Kompressionsstrümpfe ist eine sinnvolle Maßnahme gegen eine sich tagsüber entwickelnde Schwellung des ... [mehr]Generell sind viel Bewegung und wenig Sitzen bzw. Stehen zu empfehlen. Das Tragen der Kompressionsstrümpfe ist eine sinnvolle Maßnahme gegen eine sich tagsüber entwickelnde Schwellung des Beins oder Beschwerden wie Schwere-und Stauungsgefühl. Ein Jahr wird mindestens empfohlen. Alles, was darüber hinausgeht, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Beinschwellung ist und ob Ihnen der Strumpf Erleichterung bringt oder Sie eher quält. Ein lebenslanges Muss gibt es nicht. Allgemein werden von Frauen oberschenkelhohe Strümpfe mit Haftrand bevorzugt, ein kniehoher reicht aber grundsätzlich aus. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von EISKUGEL:
Wie kann ich bei mir eine beginnende/akute Thrombose feststellen?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Die richtige Diagnostik erfolgt beim Arzt mittels Ultraschalluntersuchung und/oder Blutuntersuchungen. Sie können ganz allgemein Ihr Thromboserisiko durch einen online Risiko-Check abschätzen unter www.risiko-thrombose.de.

Prof. Dr. Stavros Konstantinides
Prof. Dr. Stavros Konstantinides,
Professor für Klinische Studien und Ärztlicher Direktor des multidisziplinären Zentrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin Mainz, DGA-Mitglied.

Frage von KöLLE:
Durch eine OP am Unterschenkel ist ein verkapseltes Hämatom entstanden. Besteht Gefahr für eine evtl. spätere Thrombose?

Antwort von Prof. Dr. Stavros Konstantinides:
Nein, ein Hämatom erhöht nicht das Thromboserisiko.

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von LEBENSFROH:
Bin 45 Jahre, 53 kg schwer, habe 3 Kinder und eine angeborene Venenschwäche, Krampfadern bei beiden Beinen. Ich trug während der Schwangerschaften fleißig Stützstrümpfe, so dass ich die Venen gut im Griff hatte. In den letzten warmen Wochen schwollen meine Füße – vor allem der rechte - verstärkt im Bereich des Knöchels an, die Beine sind leicht erwärmt und schmerzen etwas. Eine Blaufärbung ist nicht gegeben. Ich stehe vormittags meist, nachmittags eher sitzende Tätigkeiten. In den kälteren Monaten spüre ich kaum etwas. Der Bereich dehnt sich ca. 10 cm bis über den Knöchel hoch Richtung Knie aus. Habe hier auch verstärkt Besenreiser. Nützen Stützstrümpfe? Was kann ich machen? Soll operiert werden? Muss ich zum Arzt?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Es ist ganz normal, dass Patienten mit Venenproblemen in der warmen Jahreszeit eine verstärkte Schwellneigung haben. Bei Ihnen scheint offensichtlich das rechte Bein stärker betroffen. Die ... [mehr]Es ist ganz normal, dass Patienten mit Venenproblemen in der warmen Jahreszeit eine verstärkte Schwellneigung haben. Bei Ihnen scheint offensichtlich das rechte Bein stärker betroffen. Die meisten Patienten bekommen diese Schwellneigung durch Kompressionsstrümpfe in den Griff. In diesen Fällen ist es nicht notwendig, dass sie sich einer Operation unterziehen. Auf jeden Fall empfehle ich Ihnen, sich an einen Spezialisten zu wenden, idealerweise an einen Angiologen. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von KNOTEN:
Schon seit ca. 5 Jahren habe ich abends immer geschwollene Beine und Füße. Dagegen begann mein Hausarzt mit einer Wassertablette anzukämpfen. Das half nur kurzzeitig. Morgens sind die Schwellungen komplett abgeklungen, und jetzt fangen die Schwellungen schon am Nachmittag wieder an, insbesondere wenn ich nicht laufe. Bei Bewegung sind die Schwellungen viel geringer! Besteht bei diesen Symptomen Thrombosegefahr und an wen kann ich mich im Raum Ludwigsburg wenden?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Schwellungen an den Beinen und Füßen können eine Vielzahl von Ursachen haben: Venenerkrankungen oder Erkrankungen der Lymphgefäße können verantwortlich sein, aber auch zum Beispiel Herz- oder ... [mehr]Schwellungen an den Beinen und Füßen können eine Vielzahl von Ursachen haben: Venenerkrankungen oder Erkrankungen der Lymphgefäße können verantwortlich sein, aber auch zum Beispiel Herz- oder Nierenerkrankungen. Es ist wichtig, dass Ihr Arzt durch Untersuchungen mögliche Ursachen eingrenzt. Eine gute symptomatische Besserung bringen häufig Kompressionsstrümpfe, die allerdings ein Arzt verordnen muss. Einen Gefäßspezialisten im Raum Ludwigsburg finden Sie unter folgender Homepage: www.risiko-thrombose.de oder www.dga-gefaessmedizin.de. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von FLORIAN S:
Einem Freund von mir wurde eine Thrombose in der Vene zur Leber attestiert. Daraufhin erfolgte eine Shunt-OP. Gibt es sinnvolle Therapien für diesen 22-Jährigen, der jetzt schon täglich Marcumar einnehmen muss?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Eine so schwerwiegende Erkrankung wie die Lebervenenthrombose bei einem jungen Mann wurde sicher ausführlich abgeklärt. Ohne Kenntnis der genaueren Vorgeschichte kann ich keine Therapieempfehlung abgeben. Ich ... [mehr]Eine so schwerwiegende Erkrankung wie die Lebervenenthrombose bei einem jungen Mann wurde sicher ausführlich abgeklärt. Ohne Kenntnis der genaueren Vorgeschichte kann ich keine Therapieempfehlung abgeben. Ich empfehle Ihnen den Kontakt zu einem ortsnahen Gefäßspezialisten, etwa einem Angiologen oder Hämostasiologen. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von BERGER:
Brennnesseltee soll helfen bei Wasserablagerungen im Körper. Was halten Sie davon?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Es ist richtig, dass Brennnesseltee harntreibend wirkt und deshalb bei Wasserablagerungen im Körper helfen kann. Man sollte unterscheiden, ob es sich um eine geringe und normale ... [mehr]Es ist richtig, dass Brennnesseltee harntreibend wirkt und deshalb bei Wasserablagerungen im Körper helfen kann. Man sollte unterscheiden, ob es sich um eine geringe und normale Wasseransammlung handelt oder ob sie krankhafter Natur ist. Bei letzterer wären spezielle wassertreibende Medikamente sinnvoller. Dies kann ein Arzt (z.B. Internist) klären. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von OLIVER:
Mein Hausarzt hat mir (51) gesagt, der Zustand meiner Gefäße sei altersentsprechend. Was habe ich darunter zu verstehen? Ich bin irgendwie beunruhigt...

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Wahrscheinlich hat Ihr Hausarzt insbesondere die Arterien und weniger die Venen gemeint. Mir erscheint "altersentsprechender Zustand" eher beruhigend. Fragen Sie doch noch einmal genau nach.

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von SUMMERBABE :
Ich hatte im Januar 2014 eine Thrombose im rechten Unterschenkel und jetzt wieder ziehende und stechende Schmerzen in der rechten Kniekehle, die bis in die Wade und den Oberschenkel ausstrahlen. Im Krankenhaus wurde keine Thrombose oder Zysten festgestellt. Meine Frage ist, was diese anhaltenden Schmerzen verursacht. Oft fühlt sich der rechte Fuß kribbelig an. Im Sitzen sind die Schmerzen am stärksten, im Laufen am wenigsten zu spüren. Ich bin 31, Nichtraucherin, Nicht übergewichtig.

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Die Beschwerden können auch komplett unabhängig von der Thrombose sein und zum Beispiel von Rücken-/Wirbelsäulenproblemen kommen. Hierfür spricht das Kribbeln im Fuß.

Prof. Dr. Stavros Konstantinides
Prof. Dr. Stavros Konstantinides,
Professor für Klinische Studien und Ärztlicher Direktor des multidisziplinären Zentrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin Mainz, DGA-Mitglied.

Frage von MATZ:
Ich habe schon zweimal eine Thrombose gehabt, die letzte vor vier Jahren. Seitdem trage ich einen Thrombosestrumpf. Muss ich den auch weiterhin tragen oder kann ich damit aufhören? Im Sommer ist es ja sehr lästig.

Antwort von Prof. Dr. Stavros Konstantinides:
Diese Antwort kann Ihnen am besten Ihr Angiologe (Gefäßspezialist) geben, wenn er/sie Ihre Beinvenen klinisch und mit dem Ultraschall untersucht und feststellt, ob 1. die Venenklappen ... [mehr]Diese Antwort kann Ihnen am besten Ihr Angiologe (Gefäßspezialist) geben, wenn er/sie Ihre Beinvenen klinisch und mit dem Ultraschall untersucht und feststellt, ob 1. die Venenklappen dicht sind und 2. die alten Thromben aufgelöst sind. In diesem Fall kann man die Strümpfe absetzen. Wenn aber entweder 1. oder 2. mit "nein" beantwortet wird, sind sie auf Dauer sinnvoll. Strümpfe müssen aber vor allem im Sommer auch nicht STÄNDIG getragen werden. Längere Pausen am Strand sind akzeptabel. [weniger]

Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim
Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim,
Leitender Oberarzt & Leiter Angiologie, 1. Medizinische Klinik Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, DGA-Mitglied.

Frage von ELKE:
Warum besteht auf Flugreisen eine erhöhte Thrombosegefahr und wie beugt man vor?

Antwort von Prof. Dr. med. Tareq Ibrahim:
Grund hierfür ist, dass insbesondere bei Langstreckenflügen eine sitzende Position über eine lange Zeit eingenommen wird. Bewegungsarmut kann zu einer Thrombose führen, dies ist ein bekannter ... [mehr]Grund hierfür ist, dass insbesondere bei Langstreckenflügen eine sitzende Position über eine lange Zeit eingenommen wird. Bewegungsarmut kann zu einer Thrombose führen, dies ist ein bekannter Risikofaktor. Deshalb ist es wichtig, auf Flugreisen öfter aufzustehen und sich zu bewegen. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, während des Fluges ausreichend zu trinken. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka
Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka,
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I - Kardiologie/Angiologie am Marienhospital Brühl sowie Mitglied des Lehrkörpers der Universität Köln; Präsident (1. Vorsitzender) der Deutschen Gefäßliga e. V. und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von SANDRA:
Meine Cousine (45) hat seit Kurzem ein geschwollenes linkes Bein. Sie wird mit Lymphdrainage behandelt, aber es wird eher schlimmer als besser. Kann sich eine angeborene Schädigung des Lymphsystems erst so spät bemerkbar machen, oder was kann dahinter stecken?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Christoph Kalka:
Eine spätes Auftreten von Lymphödem kann durchaus vorkommen. Man muss aber gerade bei einseitiger Schwellung auf jeden Fall abklären, ob andere Ursachen, zum Beispiel im Bauchraum, ... [mehr]Eine spätes Auftreten von Lymphödem kann durchaus vorkommen. Man muss aber gerade bei einseitiger Schwellung auf jeden Fall abklären, ob andere Ursachen, zum Beispiel im Bauchraum, für die Schwellung des Beins verantwortlich sind. Wichtig ist neben der Lymphdrainage auch das konsequente Tragen von speziellen Kompressionsstrümpfen. [weniger]

Professor Dr. med. Rupert Bauersachs
Professor Dr. med. Rupert Bauersachs,
Direktor der Klinik für Gefäßmedizin -Angiologie am Klinikum Darmstadt und Mitglied im Beirat der DGA.

Frage von CHARLIE:
Sind Kompressionskniestrümpfe zur Thrombosevorsorge auf Langstreckenflügen ausreichend oder sollte man lange Strümpfe tragen?

Antwort von Professor Dr. med. Rupert Bauersachs:
Wichtig zur Thrombosevorsorge auf Langstreckenflügen sind Allgemeinmaßnahmen wie die Betätigung der Wadenpumpe (= Bewegungen im Sprunggelenk), ausreichende Flüssigkeitszufuhr, das Vermeiden von Alkohol, Kaffee und Schlafmitteln, ab ... [mehr]Wichtig zur Thrombosevorsorge auf Langstreckenflügen sind Allgemeinmaßnahmen wie die Betätigung der Wadenpumpe (= Bewegungen im Sprunggelenk), ausreichende Flüssigkeitszufuhr, das Vermeiden von Alkohol, Kaffee und Schlafmitteln, ab und zu Aufstehen und Herumlaufen (Gangplatz!). Ob bei Ihnen zusätzliche Maßnahmen (zum Beispiel Heparinspritzen) erforderlich sind, muss ein Arzt entscheiden - einen online-Check zum Thromboserisiko finden Sie unter www.risiko-thrombose.de. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen (kurz oder lang) kann der häufig auftretenden Schwellneigung entgegenwirken. [weniger]

Moderator:
Liebe User, wir danken Ihnen herzlich für Ihre Teilnahme, unser Chat wird jetzt geschlossen. Heute gab es viele interessante Fragen zum Thema „Gefäßerkrankungen“. Auch wenn nicht alle beantwortet werden konnten, hoffen wir, dass wir zumindest alle Bereiche abgedeckt haben und Sie die von Ihnen gewünschten Informationen bekommen konnten. Auf Wiedersehen und einen schönen Abend!