Chat-Protokoll

21.09.2017:

Hepatitis C

Hepatitis C – die gefährliche Zeitbombe

Im Körper von rund 250.000 Menschen in Deutschland tickt eine heimliche Zeitbombe: Hepatitis C, eine Virusinfektion, die zu Leberzirrhose, Leberzellkrebs und zum Tod führen kann. Doch in der Öffentlichkeit ist die Krankheit kaum bekannt: So glauben nur sieben Prozent, dass sie Kontakt zu dem Virus gehabt haben könnten, nur rund ein Drittel weiß, dass Hepatitis heilbar ist, und nur jeder Zweite, dass die Krankheit oft lange unbemerkt verläuft. Die Folge: Geschätzt 40 Prozent der Erkrankten wissen gar nicht, dass sie infiziert sind. Das soll die bundesweite Aufklärungskampagne „Bist Du Chris?“ jetzt ändern und mehr Menschen ermutigen, sich auf Hepatitis C testen und ggfs. behandeln zu lassen. Denn die Krankheit ist heilbar! Wer ein erhöhtes Risiko hat, woran man Hepatitis C erkennen kann und wie eine moderne Therapie funktioniert, erklären Ihnen unsere Experten am 21.09.2017 ganz persönlich von 10 bis 16 Uhr am Telefon unter 0800-0007732 und hier im Chat, wo Sie Ihre Fragen schon jetzt einreichen können.

Chat-Protokoll

Moderator:
Liebe User, wir heißen Sie herzlich willkommen bei unserem Chat zum Thema „Hepatitis C“. Unsere Experten beantworten jetzt Ihre Fragen rund um die Lebererkrankung. Los geht’s!

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von GLöCKNER PAUL:
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Hepatitis A,B, und C? Welche Version ist die gefährlichste?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Der Unterschied ist erheblich, da es sich um komplett verschiedene Viren handelt. Nur der Name ist ähnlich, da die Viren eine Entzündung (itis) in der Leber ... [mehr]Der Unterschied ist erheblich, da es sich um komplett verschiedene Viren handelt. Nur der Name ist ähnlich, da die Viren eine Entzündung (itis) in der Leber (Hepa) verursachen. Die Namensgebung ist vielmehr der Reihenfolge der Entdeckung geschuldet. Man bekommt also nicht nach Hepatitis A eine B und dann eine C. Hepatitis A ist die typische Reisegelbsucht durch Verzehr beispielsweise von Muscheln oder ungewaschenem Obst. Hepatitis B wird häufig über Sexualverkehr, aber auch über Blutkontakt übertragen. Hepatitis C wird fast ausschließlich über Blutkontakt (Transfusionen vor 1992, intravenösen Drogengebrauch, unsaubere Tätowierungen etc.) übertragen. Hepatitis A heilt spontan aus und man hat danach Immunität. Hepatitis B und C können chronisch verlaufen und nach vielen Jahren eine Zirrhose als Folge haben. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von MARTIN:
Kann ich mich eigentlich gegen Hepatitis C impfen lassen?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Anders als bei der Hepatitis A und B gibt es gegen Hepatitis C keine Impfung.

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von WOLF B.:
Ich reise demnächst nach Asien? Ist dort die Ansteckungsgefahr größer als in anderen Ländern?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
In Asien ist die Häufigkeit einer Virushepatitis prinzipiell größer, vor allem die Hepatitis B ist häufiger. Die Ansteckungsgefahr ist aber nicht überall gleich. So können beispielsweise ... [mehr]In Asien ist die Häufigkeit einer Virushepatitis prinzipiell größer, vor allem die Hepatitis B ist häufiger. Die Ansteckungsgefahr ist aber nicht überall gleich. So können beispielsweise die Hygienestandards in Krankenhäusern in verschiedenen Ländern unterschiedlich sein (etwa in Japan hoch im Gegensatz zu Ländern in Südostasien). Die höchste Rate an Virushepatitis gibt es zum Beispiel in der Mongolei. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von HARLEY:
Ich hatte ca. 23 Jahre lang Hepatitis C und bin seit einer Behandlung mit den neuen Medikamenten jetzt geheilt. Wird sich dann auch meine schon recht stark geschädigte Leber wieder erholen oder bleibt meine Lebenserwartung erniedrigt?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Bei den meisten Patienten verbessert sich die Vernarbung der Leber nach der Viruselimination und dementsprechend auch die Lebenserwartung. Der Rückgang der Vernarbung (auch Fibrose genannt) kann ... [mehr]Bei den meisten Patienten verbessert sich die Vernarbung der Leber nach der Viruselimination und dementsprechend auch die Lebenserwartung. Der Rückgang der Vernarbung (auch Fibrose genannt) kann allerdings viele Monate oder einige Jahre dauern. Falls schon eine schwere Form der Vernarbung oder sogar eine Zirrhose vorgelegen hat, sollte aus Vorsichtsgründen alle sechs Monate eine Ultraschalluntersuchung der Leber gemacht werden, und es kann zusätzlich eine Laboruntersuchung des Blutes erfolgen. Dies muss im Einzelfall mit dem zuständigen Arzt besprochen werden. [weniger]

Prof. Dr. med. Michael P. Manns
Prof. Dr. med. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von WUSSOW:
Bei mir wurde 2004 Hepatitis C, Genotyp 1b, festgestellt. Ich habe zwei Interferon/Ribavirin-Behandlungen 2005 und 2011 hinter mir, deren Nebenwirkungen wirklich schlimm waren und die nicht geholfen haben. Vor einer neuen Therapie habe ich deshalb große Angst. Sind die modernen Medikamente wirklich besser?

Antwort von Prof. Dr. med. Michael P. Manns:
Die neuen Therapien sind nicht mit den früheren, sehr nebenwirkungsbehafteten Therapien zu vergleichen. Die modernen Medikamente sind vielmehr sehr gut verträglich, nur wenige Wochen einzunehmen und ... [mehr]Die neuen Therapien sind nicht mit den früheren, sehr nebenwirkungsbehafteten Therapien zu vergleichen. Die modernen Medikamente sind vielmehr sehr gut verträglich, nur wenige Wochen einzunehmen und führen fast immer zur Heilung. Keine Angst also vor der Behandlung, diese Furcht ist unbegründet. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von BRIGITTE B.:
Ich (31) bin Krankenschwester und gehöre damit ja zu einer Risikogruppe. Sollte ich mich regelmäßig testen lassen? Werden regelmäßige Tests von der Krankenkasse bezahlt?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Sie sollten sich zunächst überhaupt einmal testen lassen, da Sie berufsbedingt ein erhöhtes Risiko haben. Zudem macht es sicher Sinn, wenn Sie sich in regelmäßigen Abständen ... [mehr]Sie sollten sich zunächst überhaupt einmal testen lassen, da Sie berufsbedingt ein erhöhtes Risiko haben. Zudem macht es sicher Sinn, wenn Sie sich in regelmäßigen Abständen testen lassen – nach Nadelverletzungen aber unbedingt und umgehend. Die für Sie kostenfreien Tests sollten mit dem Betriebsarzt besprochen und von ihm durchgeführt werden. [weniger]

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von LEONIE B.:
Ich habe eine Frage zur chronischen Hepatitis. Sind dabei die GGT- Werte immer erhöht, oder nur die GOT- und GPT-Werte?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Das ist ganz unterschiedlich. Die GGT ist auch ein Marker für eine Gallenwegserkrankung oder toxische Hepatitis etwa durch Medikamente oder Alkohol. Die GGT kann aber auch ... [mehr]Das ist ganz unterschiedlich. Die GGT ist auch ein Marker für eine Gallenwegserkrankung oder toxische Hepatitis etwa durch Medikamente oder Alkohol. Die GGT kann aber auch bei einer Fettleber erhöht sein. Bei einer Virushepatitis kann die GGT komplett normal sein, auch wenn die GPT und GOT erhöht sind. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von ANSTECKUNGSGEFAHR:
Wenn eine Hepatitis C erfolgreich behandelt wurde, kann man sich dann erneut anstecken oder ist man künftig immun?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Es stellt sich leider keine Immunität ein, sodass man sich erneut mit dem Hepatitis-C-Virus infizieren kann.

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von RUDOLF:
Bei mir wurde eine Hepatitis-C-Infektion mit dem seltenen Genotyp 5 festgestellt. Helfen die neuen Medikamente dagegen genauso gut?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Es gibt moderne antivirale Medikamente, die auch gegen den Genotyp 5 gut wirken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von BELLA:
Ich war letztes Jahr auf einer Rundreise durch Asien. Dabei habe ich mir eine größere Schnittwunde am Bein zugezogen, die in einem Krankenhaus in Vietnam genäht werden musste. Meinen Sie, ich sollte mich deswegen auf Hepatitis C testen lassen?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Vietnam zählt sicherlich zu den Ländern mit etwas erhöhtem Vorkommen an Virushepatitis (mehr Hepatitis B als Hepatitis C). Ich kann nicht beurteilen, welche Hygienestandards das Krankenhaus ... [mehr]Vietnam zählt sicherlich zu den Ländern mit etwas erhöhtem Vorkommen an Virushepatitis (mehr Hepatitis B als Hepatitis C). Ich kann nicht beurteilen, welche Hygienestandards das Krankenhaus hat. Wenn Sie sich Sorgen machen, sollten Sie das mit ihrem Hausarzt mal besprechen. Dann aber auch auf Hepatitis B zusätzlich zu C testen (HBsAg, anti-HBc und anti-HCV) - falls sie nicht vorher gegen Hepatitis B geimpft waren. [weniger]

Prof. Dr. med. Michael P. Manns
Prof. Dr. med. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von BRUNO:
Ich bin HIV- und HCV-positiv. Kann beides gleichzeitig behandelt werden, oder gibt es möglicherweise gefährliche Wechselwirkungen?

Antwort von Prof. Dr. med. Michael P. Manns:
HCV und HIV kommen nicht selten als Co-Infektion vor. Sie können gleichzeitig behandelt werden.

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von BäUER NIKO:
Ab wie viel Tagen kann man einen Hepatitis-C-Test machen? Wie lange dauert es, bis man die Krankheit erkennen kann?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Nach einer möglichen Infektion (zum Beispiel einer Nadelstichverletzung) sollten sofort Anti-HCV und die GPT bestimmt werden. Falls anti-HCV positiv ist, auch die HCV-RNA. Falls anti-HCV bzw. ... [mehr]Nach einer möglichen Infektion (zum Beispiel einer Nadelstichverletzung) sollten sofort Anti-HCV und die GPT bestimmt werden. Falls anti-HCV positiv ist, auch die HCV-RNA. Falls anti-HCV bzw. HCV-RNA negativ sein sollten, sollte es eine erneute Bestimmung von anti-HCV und HCV-RNA nach zwei bis vier Wochen geben, und falls das Ergebnis nochmals negativ ist, eine Wiederholung nach sechs bis acht Wochen. Nach 12 und 24 Wochen sollte die GPT noch einmal gemessen werden. Nur, falls diese erhöht ist, steht nochmals eine Messung der HCV-RNA an. Bei Unklarheiten und Unsicherheiten sollte das weitere Vorgehen in Absprache mit einem hepatologischen Zentrum erfolgen. [weniger]

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von TITUS:
An wen kann ich mich mit einer Hepatits-C-Diagnose wenden? Ich habe das Gefühl, mein Hausarzt kennt sich da gar nicht aus ...

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Mit einer Diagnose Hepatitis C (also HCV-RNA positiv) sollten Sie zu einem Facharzt für Gastroenterologie mit Schwerpunkt Leberkrankheiten gehen. Eine andere Möglichkeit sind Hochschulambulanzen der Abteilungen ... [mehr]Mit einer Diagnose Hepatitis C (also HCV-RNA positiv) sollten Sie zu einem Facharzt für Gastroenterologie mit Schwerpunkt Leberkrankheiten gehen. Eine andere Möglichkeit sind Hochschulambulanzen der Abteilungen für Gastroenterologie. Alternativ gibt es infektiologisch tätige Ärzte, die beispielsweise HIV-Patienten behandeln. Diese Schwerpunktpraxen sind auch auf Hepatitis C spezialisiert. Fragen Sie ihren Hausarzt, ob er eine Überweisung ausstellt. Vielleicht kennt er ja einen passenden Facharzt. Eine Spezialistensuche gibt es auch auf der Homepage der Kampagne „Bist du Chris?“ unter bist-du-chris.de/arztsuche. [weniger]

Moderator:
Vielen Dank für Ihre rege Beteiligung. Dies ist ein moderierter Chat. Alle Fragen gehen zunächst an den Moderator, der sie nach Sichtung an die Experten zur Beantwortung weitergibt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass bei starker Beteiligung zuerst die Fragen beantwortet werden, die für möglichst viele User interessant sind.

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von LAUSER:
Mein Sohn hängt seit Jahren an der Nadel und ist in einem schlechten körperlichen Zustand, inklusive Hepatitis C. Kann er dagegen behandelt werden oder muss er erst clean sein?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Ihr Sohn muss vor einer Behandlung gegen Hepatitis C nicht unbedingt clean sein. Es muss aber gewährleistet sein, dass er die antivirale Tablettentherapie über acht bis ... [mehr]Ihr Sohn muss vor einer Behandlung gegen Hepatitis C nicht unbedingt clean sein. Es muss aber gewährleistet sein, dass er die antivirale Tablettentherapie über acht bis zwölf Wochen regelmäßig einnimmt. [weniger]

Prof. Dr. med. Michael P. Manns
Prof. Dr. med. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von KLEBER:
Vor drei Jahren habe ich mir im Thailand-Urlaub ein Tattoo stechen lassen. Sollte ich mich testen lassen? Ich bin oft müde, obwohl ich genug schlafe.

Antwort von Prof. Dr. med. Michael P. Manns:
Müdigkeit ist ein typisches Symptom der Hepatitis C. Sie kommt aber auch bei vielen anderen gesundheitlichen Störungen vor. Eine Tätowierung, die unter nicht sterilen Bedingungen angefertigt ... [mehr]Müdigkeit ist ein typisches Symptom der Hepatitis C. Sie kommt aber auch bei vielen anderen gesundheitlichen Störungen vor. Eine Tätowierung, die unter nicht sterilen Bedingungen angefertigt wurde, ist ein Risikofaktor für die Infektion. Sie sollten daher mit Ihrem Arzt über einen Test sprechen. [weniger]

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von ANONYMUS:
Es wäre möglich, dass ich mit Hepatitis C infiziert bin, aber ich habe Angst, zum Arzt zu gehen. Ich will nicht, dass jemand von davon erfährt, weil ich Schwierigkeiten im Beruf und Privatleben fürchte. Bleibt die Behandlung anonym?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Ihr behandelnder Arzt unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht.

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von ULLI:
Was für Auswirkungen hat eine Hepatitis-C-Erkrankung im Alltag?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Die Auswirkungen einer Hepatitis C sind vielfältig. Es kann sehr lange dauern, bis sich die Entzündung in der Leber bis zur Zirrhose (Vernarbung) entwickelt. Der Verlauf ... [mehr]Die Auswirkungen einer Hepatitis C sind vielfältig. Es kann sehr lange dauern, bis sich die Entzündung in der Leber bis zur Zirrhose (Vernarbung) entwickelt. Der Verlauf der Hepatitis C kann daher sehr lange ohne Symptome bleiben. Viele Patienten berichten über Müdigkeit, "Brain-Fog", Abgeschlagenheit bis hin zu Depressionen. Das kann natürlich den Alltag sehr beeinträchtigen. Einige berichten über Druck im Oberbauch. Bei fortgeschrittener Erkrankung (Zirrhose) kann es zu Bauchwasser kommen oder zur gelben Verfärbung von Augen und/oder Haut (Gelbsucht). Es gibt auch Zusammenhänge zwischen einer Hepatitis C und Erkrankungen außerhalb der Leber, wie zum Beispiel Gefäßentzündungen oder häufigerem Auftreten von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) im Vergleich zur "Normalbevölkerung". [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von RUSSLANDFAN:
Ich habe längere Zeit in Russland gelebt. Dort soll die Hepatitis-C-Rate ja besonders hoch sein. Habe ich ein erhöhtes Risiko für Hepatitis C?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Ein solcher Aufenthalt gilt als Risikofaktor. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt über einen Test.

Prof. Dr. med. Michael P. Manns
Prof. Dr. med. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von VIRUSVOGEL:
Ich habe Hepatitis C mit mäßiger Viruslast. Mein Arzt hat letztes Jahr gesagt, dann bekomme ich die neuen Medikamente nicht, weil sie zu teuer sind und die Verschreibung auf schwere Fälle begrenzt ist. Stimmt das?

Antwort von Prof. Dr. med. Michael P. Manns:
Natürlich muss der Arzt entscheiden, ob er die Behandlung für angezeigt hält oder nicht. Eine kostenmäßige Begrenzung durch die Krankenkassen und Kostenträger in Bezug auf die ... [mehr]Natürlich muss der Arzt entscheiden, ob er die Behandlung für angezeigt hält oder nicht. Eine kostenmäßige Begrenzung durch die Krankenkassen und Kostenträger in Bezug auf die neuen Medikamente existiert aber nicht. Prinzipiell hat jeder Infizierte mit Hepatitis C Zugang zur modernen Therapie. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von SYBILLE:
Bei meiner Mutter wurde kürzlich bei einer Routine-Untersuchung wegen erhöhter Leberblutwerte Hepatitis C festgestellt. Sie hatte bei einem Verkehrsunfall vor 25 Jahren mehrere Blutkonserven erhalten – wahrscheinlich der Grund für die Infektion. Kann ich mich im Mutterleib auch damit angesteckt haben?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
In seltenen Fällen kann eine Übertragung in der Schwangerschaft erfolgen, wobei dies meist während der Geburt geschieht. Sprechen Sie Ihren Arzt deshalb sicherheitshalber auf einen Test ... [mehr]In seltenen Fällen kann eine Übertragung in der Schwangerschaft erfolgen, wobei dies meist während der Geburt geschieht. Sprechen Sie Ihren Arzt deshalb sicherheitshalber auf einen Test an. [weniger]

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von TAUCHER:
Ich war kürzlich im Tauchurlaub in Ägypten und habe mich dort an einer Koralle geschnitten. Beim Arzt wurde die Wunde gesäubert und ich bekam eine Spritze. Ist das schon riskant gewesen? Mir kam dort eigentlich alles modern und hygienisch vor.

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Ägypten zählt zu den Ländern mit dem höchsten Vorkommen von Hepatitis-C-Virusinfektionen. Daher besteht auch in Krankenhäusern zwangsläufig ein höheres Risiko, sich durch medizinische Eingriffe zu infizieren. ... [mehr]Ägypten zählt zu den Ländern mit dem höchsten Vorkommen von Hepatitis-C-Virusinfektionen. Daher besteht auch in Krankenhäusern zwangsläufig ein höheres Risiko, sich durch medizinische Eingriffe zu infizieren. Ich kann nicht beurteilen, welche Hygienestandards das Krankenhaus in einem Touristengebiet hat. Wenn die Spritze eine Einmalspritze war, besteht vermutlich kein Risiko. Sollten Sie Sorge haben, dass doch unsteriles Material verwendet wurde, ist das ein Anlass zu einem Test auf Hepatitis C. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von MIKE:
Können Sie mir sagen, wie viel ein Hepatitis-C-Test kostet? Muss ich den überhaupt selbst bezahlen?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Bei Verdacht auf Hepatitis C sollte ein Test gemacht werden, dessen Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. Die Kosten liegen unter fünf Euro. Der Patient muss ... [mehr]Bei Verdacht auf Hepatitis C sollte ein Test gemacht werden, dessen Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. Die Kosten liegen unter fünf Euro. Der Patient muss nichts davon selbst tragen. [weniger]

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von MUDDI:
Mein Sohn (23) ist vielfach gepierct und hat außerdem mehrere Tattoos. Unter welchen Umständen er die alle bekommen hat, kann ich nicht sagen. Aber ich mache mir da schon etwas Sorgen, ob das immer hygienisch zuging. Soll ich ihn ansprechen und zu einem Test raten?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Das Hepatitis-C-Virus kann durch unsauberes Tätowieren ebenso wie durch Piercen und Ohrlochstechen übertragen werden. Das sollte in Deutschland allerdings die Ausnahme und nicht die Regel sein. ... [mehr]Das Hepatitis-C-Virus kann durch unsauberes Tätowieren ebenso wie durch Piercen und Ohrlochstechen übertragen werden. Das sollte in Deutschland allerdings die Ausnahme und nicht die Regel sein. Wie häufig es dennoch vorkommt, ist allerdings unbekannt. Eine Analyse aus Kanada zeigt jedoch, dass Tätowierte häufiger eine Hepatitis C haben als Nicht-Tätowierte. Daher ist ein HCV-Test beim Arzt nicht verkehrt, wenn Sorge besteht. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von TINA:
Bekommt man die teuren neuen Medikamente eigentlich auch zweimal? Meine Tochter lebt nach der Behandlung weiter sehr riskant (Drogen etc.), und ich habe Angst, dass sie wieder krank wird.

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Es gibt in Deutschland keine regulatorischen Einschränkungen, Menschen auch zweimal antiviral zu behandeln, wenn sie sich erneut anstecken. Es wäre natürlich wichtig, das Risikoverhalten zu verbessern, ... [mehr]Es gibt in Deutschland keine regulatorischen Einschränkungen, Menschen auch zweimal antiviral zu behandeln, wenn sie sich erneut anstecken. Es wäre natürlich wichtig, das Risikoverhalten zu verbessern, da man sich ja auch mit anderen Erregern infizieren kann, die bis heute nicht zu heilen sind - wie zum Beispiel mit HIV. [weniger]

Prof. Dr. med. Michael P. Manns
Prof. Dr. med. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von VORSICHT IST GEBOTEN:
Können „normale“ Menschen sich heute eigentlich noch mit Hepatitis C anstecken? Ich dachte, nur Drogensüchtige und Homosexuelle sind gefährdet?

Antwort von Prof. Dr. med. Michael P. Manns:
Eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus kann grundsätzlich jeden treffen. Es existieren zahlreiche Ansteckungsmöglichkeiten und Risikofaktoren, die nicht auf spezifische Gruppen beschränkt sind. Beispiele dafür sind etwa ... [mehr]Eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus kann grundsätzlich jeden treffen. Es existieren zahlreiche Ansteckungsmöglichkeiten und Risikofaktoren, die nicht auf spezifische Gruppen beschränkt sind. Beispiele dafür sind etwa Tätigkeiten im medizinischen Umfeld, eine Bluttransfusion vor 1992, ein Piercing oder eine Tätowierung, welche unter nicht hygienischen Bedingungen gestochen wurden. Ausführliche Informationen finden Sie unter bist-du-chris.de, ebenso einen Risiko-Check. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von MELANIE:
Wie oft soll man sich gegen Hepatitis C impfen lassen?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Leider gibt es keine Schutzimpfung gegen das Hepatitis C-Virus.

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von ROSE:
Ich hatte voriges Jahr im Kenia-Urlaub Sex mit einem Einheimischen und dabei einen Kondom-"Unfall". Jetzt habe ich Panik, mich mit HCV oder HIV angesteckt zu haben, treue mich aber aus Scham nicht, es meinem Arzt zu sagen. Kann ich mich anonym testen lassen?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Ich würde das beim Arzt offen ansprechen. Er unterliegt ja der Schweigepflicht und diese "Unfälle" passieren häufiger, als sie denken. Wissen Sie denn, ob der Einheimische ... [mehr]Ich würde das beim Arzt offen ansprechen. Er unterliegt ja der Schweigepflicht und diese "Unfälle" passieren häufiger, als sie denken. Wissen Sie denn, ob der Einheimische eine Infektion hat? Die Infektion mit HCV über heterosexuellen Geschlechtsverkehr ist selten und kommt meist nur bei verletzungsträchtigem Sex vor, wie zum Beispiel bei Analsex. Daher ist diese Übertragung häufiger bei Männern, die Sex mit Männern haben. Die Übertragung von HIV ist sicherlich nicht komplett ausgeschlossen. Wenn Sie sich große Sorgen machen, würde ich mit Ihrem Arzt sprechen und einen Test machen. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von CLARE-BER.:
Ich wünsche mir eine Schwangerschaft, habe aber Hepatitis C. Überträgt sich das auf mein Kind? Muss ich sonst auf was achten?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Die Übertragung/Infektion des HCV von einer infizierten Mutter auf das Kind kann selten beim Geburtsvorgang vorkommen (2-3 Prozent). Es gibt keine Maßnahmen, dieses kleine Risiko weiter ... [mehr]Die Übertragung/Infektion des HCV von einer infizierten Mutter auf das Kind kann selten beim Geburtsvorgang vorkommen (2-3 Prozent). Es gibt keine Maßnahmen, dieses kleine Risiko weiter zu reduzieren; ein Kaiserschnitt aus diesem Grunde ist nicht sinnvoll. Es sollte aber vor der Schwangerschaft geprüft werden, ob man die Hepatitis-C-Infektion nicht ausheilen kann. Dies ist heute mit einer acht- bis zwölfwöchigen Tablettentherapie oft möglich. Die Medikamente sind sehr gut verträglich und die Ausheilungsrate liegt bei über 95 Prozent. Sie sollten sich mit dieser Frage möglichst vor dem Schwangerwerden an Ihren Hausarzt oder einen Leberspezialisten (Internist oder Gastroenterologe) wenden. [weniger]

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von OLLI:
Wenn ich Hepatitis C habe, sollte ich mich dann vorsichtshalber gegen Hepatitis A und B impfen lassen?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Eine Impfung gegen Hepatitis A und B ist generell sinnvoll. Empfohlen wird es auf jeden Fall, wenn eine Lebererkrankung vorliegt. Das ist ja bei einer Hepatitis ... [mehr]Eine Impfung gegen Hepatitis A und B ist generell sinnvoll. Empfohlen wird es auf jeden Fall, wenn eine Lebererkrankung vorliegt. Das ist ja bei einer Hepatitis C der Fall. Insbesondere ist die Impfung empfehlenswert, wenn schon eine deutliche Leberfibrose (Umbau) oder sogar Zirrhose vorliegt. [weniger]

Moderator:
Unser Chat geht jetzt in die letzte Runde. Die Experten beeilen sich mit dem Antworten.

Prof. Dr. med. Michael P. Manns
Prof. Dr. med. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von WALTER B.:
Mein Bruder (39) ist Bluter. Könnte er Hepatitis C haben und muss ich Angst haben, wenn er mit meinen Kindern spielt?

Antwort von Prof. Dr. med. Michael P. Manns:
Präparate für Bluter sind heute als sicher anzusehen. Vor 1992 war das anders. In dieser Zeit bestand die Möglichkeit, dass man durch ein Gerinnungspräparat infiziert wurde. ... [mehr]Präparate für Bluter sind heute als sicher anzusehen. Vor 1992 war das anders. In dieser Zeit bestand die Möglichkeit, dass man durch ein Gerinnungspräparat infiziert wurde. Das wäre also zu überprüfen. Beim Spielen kann man sich unter normalen Umständen nicht mit dem Hepatitis-C-Virus anstecken, da hier in der Regel kein Blut-zu-Blut-Kontakt erfolgt. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von MOMO:
Wie merke ich, dass ich an Hepatitis C erkrankt bin.

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Lebererkrankungen wie die chronische Hepatitis C verursachen lange Zeit keine Schmerzen, können aber Allgemeinbeschwerden wie Müdigkeit und Leistungsschwäche auslösen. Zudem weisen erhöhte Leberwerte im Blut auf ... [mehr]Lebererkrankungen wie die chronische Hepatitis C verursachen lange Zeit keine Schmerzen, können aber Allgemeinbeschwerden wie Müdigkeit und Leistungsschwäche auslösen. Zudem weisen erhöhte Leberwerte im Blut auf eine mögliche Hepatitis hin. Sollten diese Beschwerden oder erhöhte Leberwerte vorhanden sein, ist ein Bluttest auf Hepatitis C zu empfehlen (anti-HCV). Dieser einfache, verlässliche und preiswerte Test wird auch empfohlen, wenn man andere Risiken für eine Hepatitis C-Infektion hat - zum Beispiel, wenn man vor 1992 Bluttransfusionen oder -produkte erhalten hat, wenn man Drogen genommen oder sogar injiziert hat oder wenn man aus einem Land stammt, in dem die Hepatitis C häufig ist. Alle Risikofaktoren sowie eine Checkliste zur Selbsteinschätzung findet man unter www.bist-du-chris.de. Einzelheiten sollte man mit seinem Hausarzt besprechen. [weniger]

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von TIMO:
Ich hatte Hep C und bin dank der neuen Mittel jetzt geheilt. Aber kann ich einen Rückfall bekommen oder mich wieder anstecken?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Ein Rückfall nach "ausgeheilter" Hepatitis-C-Virusinfektion tritt meist in den ersten zwölf Wochen nach Therapieende auf. Spätere Rückfälle sind extrem selten. Das Hepatitis-C-Virus ist eine RNA Virus ... [mehr]Ein Rückfall nach "ausgeheilter" Hepatitis-C-Virusinfektion tritt meist in den ersten zwölf Wochen nach Therapieende auf. Spätere Rückfälle sind extrem selten. Das Hepatitis-C-Virus ist eine RNA Virus und wird nach aktueller Erkenntnis komplett eliminiert. Eine Neuinfektion ist aber möglich, da es keine Immunität gibt. Sie können sich bei einem Risikoverhalten, wie zum Beispiel intravenösem Drogenkonsum oder unsauberen/unsterilen Tattoos, erneut anstecken. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von TINA S.:
Meine Freundin ist an Hepatitis C erkrankt und weiß es seit letzter Woche. Werden die Medikamente, die sie nehmen muss, Nebenwirkungen haben und muss sie diese dauerhaft nehmen?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Die Hepatitis-C-Therapien sind heute sehr gut verträglich und deutliche Nebenwirkungen sind selten. Dies muss im Einzelfall natürlich mit dem Arzt besprochen werden, der das Rezept ausfüllt. ... [mehr]Die Hepatitis-C-Therapien sind heute sehr gut verträglich und deutliche Nebenwirkungen sind selten. Dies muss im Einzelfall natürlich mit dem Arzt besprochen werden, der das Rezept ausfüllt. Fast alle Patienten können heute mit einer Tablettentherapie über nur acht bis zwölf Wochen geheilt werden. Eine Dauertherapie ist nicht erforderlich. [weniger]

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von LISA:
Darf ich als Hepatitis-C-Patientin schwanger werden?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Ja. Das Risiko einer Übertragung an das Kind ist gering, aber nicht ganz auszuschließen. Stillen ist kein Problem (nur wenn es zu starken Verletzungen kommt). Am ... [mehr]Ja. Das Risiko einer Übertragung an das Kind ist gering, aber nicht ganz auszuschließen. Stillen ist kein Problem (nur wenn es zu starken Verletzungen kommt). Am besten wäre es natürlich, vor geplanter Schwangerschaft eine Therapie zu machen. Mittlerweile ist die Therapie mit mehr als 95 Prozent Heilungschance hocheffektiv, und die Therapiedauer beträgt acht bis zwölf Wochen. Bislang gibt es wenig Erfahrungen mit den neuen Medikamenten in der Schwangerschaft. Hier läuft aktuell eine Studie, ob eine der Medikamentenkombinationen sicher und effektiv ist. Falls bereits eine Leberzirrhose vorliegt, sollte das Risiko einer Schwangerschaft von einem Facharzt beurteilt werden. [weniger]

Prof. Dr. med. Michael P. Manns
Prof. Dr. med. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von MEYER-MüLLER:
Wie funktioniert der Hepatitis-C-Test eigentlich? Wird da die Leber punktiert?

Antwort von Prof. Dr. med. Michael P. Manns:
Der Hepatitis-C-Test ist ein einfach durchzuführender Bluttest. Der erste Test untersucht die Leber-Blutwerte und dient zunächst der Orientierung, ob ein krankhafter Prozess abläuft. Bei Verdacht wird ... [mehr]Der Hepatitis-C-Test ist ein einfach durchzuführender Bluttest. Der erste Test untersucht die Leber-Blutwerte und dient zunächst der Orientierung, ob ein krankhafter Prozess abläuft. Bei Verdacht wird danach noch ein weiterer Bluttest durchgeführt, der unter anderem direkt auf die Hepatitis C abzielt. Eine Punktion der Leber ist heutzutage meist nicht mehr notwendig. Es gibt inzwischen nicht-invasive Methoden, um das Ausmaß der Leberfibrose zu beurteilen. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von NIKLAS:
Ich mache derzeit eine Hepatitis-C-Behandlung und bei meiner letzten Blutentnahme war die Viruslast unter der Nachweisgrenze. Ist die Hepatitis C damit geheilt? Muss ich weitere Tests machen?

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Im Regelfall wird ein Hepatitis-C-Test (HCV-RNA) 12 und 24 Wochen nach Ende der antiviralen Therapie gemacht. Sind beide Tests negativ, kann man zu 99,9 Prozent von ... [mehr]Im Regelfall wird ein Hepatitis-C-Test (HCV-RNA) 12 und 24 Wochen nach Ende der antiviralen Therapie gemacht. Sind beide Tests negativ, kann man zu 99,9 Prozent von einer Elimination des Virus ausgehen, und weitere Virustests sind in der Regel nicht erforderlich. [weniger]

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von HELGA-GOOL:
Kann man sich auch nur mit einem Lippenkontakt, sprich per Speichel, mit Hepatitis C infizieren?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Dieser Infektionsweg ist extrem unwahrscheinlich, ich will nicht sagen unmöglich. Möglich wäre es vermutlich nur, wenn gleichzeitig beispielsweise Zahnfleischbluten vorkommt oder eine Wunde an der Lippe ... [mehr]Dieser Infektionsweg ist extrem unwahrscheinlich, ich will nicht sagen unmöglich. Möglich wäre es vermutlich nur, wenn gleichzeitig beispielsweise Zahnfleischbluten vorkommt oder eine Wunde an der Lippe vorhanden ist. Blutkontakt ist notwendig. [weniger]

Prof. Dr. med. Claus Niederau
Prof. Dr. med. Claus Niederau,
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leberhilfe e.V. und Direktor der Klinik für Innere Medizin, St. Joseph-Hospital, Oberhausen

Frage von HESSE:
Hat die neue Therapie wirklich keine Nebenwirkungen? So etwas wie mit Interferon muss ich nicht noch einmal haben!

Antwort von Prof. Dr. med. Claus Niederau:
Die neue Tablettentherapie gegen die Hepatitis C sind sehr gut verträglich, und viele Patienten haben gar keine Nebenwirkungen. Mögliche Nebenwirkungen muss der Arzt besprechen, der das ... [mehr]Die neue Tablettentherapie gegen die Hepatitis C sind sehr gut verträglich, und viele Patienten haben gar keine Nebenwirkungen. Mögliche Nebenwirkungen muss der Arzt besprechen, der das Rezept ausstellt. Mit der nebenwirkungsreichen Interferontherapie haben die neuen Therapien nichts mehr gemein. [weniger]

Prof. Dr. med. Markus Cornberg
Prof. Dr. med. Markus Cornberg,
Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Frage von SARAH:
Mein Freund (29) hat mir neulich gestanden, dass er früher eine Zeit lang harte Drogen genommen hat. Wie groß ist die Gefahr, dass er Hepatitis C hat, und kann ich mich angesteckt haben?

Antwort von Prof. Dr. med. Markus Cornberg:
Intravenöser Drogenkonsum, aber auch Kokain (kleine Blutpartikel beim Schnupfen über die Nasenschleimhäute), sind der Hauptrisikofaktor für die Übertragung des Hepatitis-C-Virus. Sie können sich über Blutkontakt mit ... [mehr]Intravenöser Drogenkonsum, aber auch Kokain (kleine Blutpartikel beim Schnupfen über die Nasenschleimhäute), sind der Hauptrisikofaktor für die Übertragung des Hepatitis-C-Virus. Sie können sich über Blutkontakt mit ihrem Freund angesteckt haben. Die Übertragung durch heterosexuellen Sexualverkehr ist selten, aber nicht unmöglich, zum Beispiel wenn Verletzungen der Schleimhäute vorliegen. Daher sind bestimmte Sexualpraktiken mit einem Übertragungsrisiko verbunden (etwa Analverkehr). [weniger]

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