21.11.2013:

Infarkt im Gehirn

Pflegebedürftig nach dem Schlaganfall

Rund 270.000 Schlaganfälle ereignen sich hierzulande jedes Jahr nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Warum zählt gerade nach einem Schlaganfall jede Minute?

Wie sollte man sich beim Verdacht auf einen Schlaganfall verhalten, um die Folgen für den Betroffenen so gering wie möglich zu halten?

Wie sieht heute eine moderne Behandlung von Schlaganfall-Patienten aus, welche Chancen zur Rehabilitation gibt es?


Etwa die Hälfte der an einem Schlaganfall Erkrankten stirbt innerhalb des ersten halben Jahres - und von den Überlebenden sind 30 Prozent dauernd pflegebedürftig! Eine große Herausforderung für die Angehörigen. Kann der Patient zuhause gepflegt werden oder muss schnell ein Pflegeheim gefunden werden? Wie kann man sich auf die Pflege zuhause vorbereiten, worauf muss bei der Auswahl eines Heimes geachtet werden? Welche Hilfestellungen gibt es für die betroffenen Angehörigen? Wer trägt die Kosten der Pflege? Warum ist es so wichtig, dass eine private Pflegeversicherung gerade nach einem Schlaganfall neben dem Pflegemonatsgeld auch eine Einmalzahlung in nennenswerter Höhe leistet?


Chat-Protokoll

Moderator:
Herzlich Willkommen! Wir freuen uns, Sie zum Chat "Infarkt im Gehirn" begrüßen zu dürfen. Noch immer herrscht beim Thema "Schlaganfall" große Unsicherheit – das reicht von der Vorsorge bis zur Pflege danach. Doch unsere Experten sitzen nun für Sie bereit und freuen sich darauf, Ihre Fragen zu beantworten!

Claudia Müller
Claudia Müller,
Abteilungsleiterin Sozialberatung im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Standort Bethel. Schwerpunkte: Sozialrechtliche Fragen, Patienten- und Familienberatung sowie die Organisation der rehabilitativen und pflegerischen Weiterversorgung
von Patienten auf der Stroke-Unit und in der Neurologie.

Frage von WOLU_12:
Ich pflege meinen Vater schon längere Zeit nach seinem Schlaganfall. Ich bin aber nicht wirklich zufrieden mit seiner Einstufung in die Pflegestufe I. Denn ich muss ihn mittlerweile auch füttern, da er das Besteck nicht mehr halten kann. Das ist doch mindestens eine Pflegestufe II, oder?

Antwort von Claudia Müller:
Wenn ihr Vater eine Pflegestufe I hat, wird jedes halbe Jahr die Pflegestufe durch den MDK oder den Pflegedienst überprüft. Dabei müsste der Mehraufwand deutlich gemacht ... [mehr]Wenn ihr Vater eine Pflegestufe I hat, wird jedes halbe Jahr die Pflegestufe durch den MDK oder den Pflegedienst überprüft. Dabei müsste der Mehraufwand deutlich gemacht werden. Außerdem können Sie bei der Krankenkasse eine Höherstufung beantragen. Lassen Sie sich einen Antrag schicken. Für beide Fälle ist es hilfreich, ein Pflegetagebuch zu schreiben. Dies können Sie bei der Krankenkasse gleich mitbestellen. Es ist wichtig. dass alle Tätigkeit, die im Zusammenhang mit der Pflege durch Sie erbracht werden, aufgeschrieben werden. Dazu gehört auch das Vorbereiten von sauberer Wäsche vor dem Duschen etc.. Dies sollten Sie so genau wie möglich dokumentieren. Für die Pflegestufe II müssen mindestens 90 Pflegeminuten pro Tag erbracht werden. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von MARIA-W:
Kann denn ein Schlaganfall auch erblich bedingt sein? Meine Oma mütterlicherseits ist an einem Schlaganfall gestorben. Sind meine Mutter und ich jetzt auch besonders gefährdet?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Insgesamt ist das Risiko bei familiärer Belastung tatsächlich erhöht, wie bei anderen Erkrankungen z.B. Tumorerkrankungen auch. Entscheidend für die Prävention sind 30 Min. Ausdauersport, mediterrane Kost ... [mehr]Insgesamt ist das Risiko bei familiärer Belastung tatsächlich erhöht, wie bei anderen Erkrankungen z.B. Tumorerkrankungen auch. Entscheidend für die Prävention sind 30 Min. Ausdauersport, mediterrane Kost sowie Nikotinverzicht. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von 45GOL_HESI:
Man liest immer weider, dass Migränepatienten ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall hätten. Seit ich in den Wechseljahren bin, leide ich vermehrt an starken Migräneanfällen. Bin ich jetzt auch Schlaganfall gefährdet?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Es gibt tatsächlich bei schweren Migräneformen auch vermehrt Schlaganfälle. Das betrifft vor allem solche, bei denen neurologische Symptome (Lähmung, Sprachstörung, etc.) auftreten. Was man bei solchen ... [mehr]Es gibt tatsächlich bei schweren Migräneformen auch vermehrt Schlaganfälle. Das betrifft vor allem solche, bei denen neurologische Symptome (Lähmung, Sprachstörung, etc.) auftreten. Was man bei solchen Migräneanfällen auf alle Fälle machen muss, ist eine Gehirnuntersuchung (MRT), um zu sehen, ob tatsächlich ein Schlaganfall aufgetreten ist oder schon früher in der Vorgeschichte aufgetreten war. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von LAURA:
Meine Freundin hatte mit 29 Jahren vor kurzem einen Schlaganfall, sie kann nicht mehr richtig sprechen. Was kommt da auf Sie zu und kann das wieder zu 100 Prozent gut werden?

Antwort von Stefan Stricker:
Es gibt keine Garantie für eine 100-prozentige Genesung. Nach der Akuttherapie erfolgen Reha-Maßnahmen und therapeutische Behandlung. Es gibt auch die Möglichkeit Reha-Sport zu betreiben. Je nach ... [mehr]Es gibt keine Garantie für eine 100-prozentige Genesung. Nach der Akuttherapie erfolgen Reha-Maßnahmen und therapeutische Behandlung. Es gibt auch die Möglichkeit Reha-Sport zu betreiben. Je nach Folgen des Schlaganfalls sind weitere Maßnahmen erforderlich / sinnvoll: berufliche Wiedereingliederung, Wohnungsumbau, Test der Fahrtauglichkeit, Anschaffung von Hilfsmitteln etc. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von NICO-V:
Ich (weibl.) erhalte nach Schlaganfall ein halbes Jahr Phenhydan 100 1-1-1. Wenn es keinen Rückfall gibt, dann wird das Medikament unter ärztlicher Kontrolle abgesetzt. Kann dies ein Facharzt für Allgemeinmedizin oder nur ein Neurologe durchführen? Was beinhaltet die ärztliche Kontrolle?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Ich vermute, dass Sie einen epileptischen Anfall hatten, korrekt? Tatsächlich kann man dann das Antiepileptikum im Verlauf vielleicht wieder absetzen. Das muss auf alle Fälle der ... [mehr]Ich vermute, dass Sie einen epileptischen Anfall hatten, korrekt? Tatsächlich kann man dann das Antiepileptikum im Verlauf vielleicht wieder absetzen. Das muss auf alle Fälle der Neurologe entscheiden. Er wird dafür ein EEG machen müssen. [weniger]

Claudia Müller
Claudia Müller,
Abteilungsleiterin Sozialberatung im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Standort Bethel. Schwerpunkte: Sozialrechtliche Fragen, Patienten- und Familienberatung sowie die Organisation der rehabilitativen und pflegerischen Weiterversorgung
von Patienten auf der Stroke-Unit und in der Neurologie.

Frage von AGNES:
Wie lange kann eine Reha nach einem Schlaganfall längstens sein?

Antwort von Claudia Müller:
Die Dauer der Reha ist von vielen Faktoren abhängig. Wobei das Alter, die Belastbarkeit, aber auch der Kostenträger (Krankenkasse oder Rentenversicherungsträger) eine Rolle spielen. In der ... [mehr]Die Dauer der Reha ist von vielen Faktoren abhängig. Wobei das Alter, die Belastbarkeit, aber auch der Kostenträger (Krankenkasse oder Rentenversicherungsträger) eine Rolle spielen. In der Regel werden drei Wochen genehmigt. Nach einer Woche werden die Therapieerfolge überprüft und beim Kostenträger eine Verlängerung beantragt. Bei jungen Menschen sind bis zu zwölf Wochen und länger möglich. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von SKIPPER_1961:
Welche Vorsorgeuntersuchungen sind möglich, um einen drohenden Schlaganfall oder ein Aneuyrisma im Gehirn im Vorfeld zu erkennen und welche dieser Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt? Gibt es Anzeichen eines drohenden Schlaganfalls, die z.B. einige Tage oder auch nur Stunden vor dem Schlaganfall auftreten?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Da macht man als erste Untersuchung ein MRT des Kopfes mit MRT Angiographie. Dies wird normalerweise bezahlt, wenn es eine Indikation dafür gibt. Vorboten eines Schlaganfalles, ... [mehr]Da macht man als erste Untersuchung ein MRT des Kopfes mit MRT Angiographie. Dies wird normalerweise bezahlt, wenn es eine Indikation dafür gibt. Vorboten eines Schlaganfalles, die Stunden vor den Symptomen (Sehstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen etc.) auftreten, können akute Kopfschmerzen sein oder Schwindel. [weniger]

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von BäRBEL:
Mein Vater und meine Mutter hatten beide einen Schlaganfall. Nun mache ich mir Sorgen, dass ich auch gefährdet sein könnte und denke über eine entsprechende Zusatzversicherung nach. Kann ich trotz der Vorgeschichte überhaupt eine entsprechende Versicherung abschließen? Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Antwort von Elrond Weinbach:
Es bieten sich hierzu zwei verschiedene Zusatzversicherungen an. Zum ersten eine stationäre Zusatzversicherung, bei der Sie die Unterbringung im Zwei- bzw- Einbettzimmer und vor allem die ... [mehr]Es bieten sich hierzu zwei verschiedene Zusatzversicherungen an. Zum ersten eine stationäre Zusatzversicherung, bei der Sie die Unterbringung im Zwei- bzw- Einbettzimmer und vor allem die Behandlung vom Arzt Ihrer Wahl, absichern. Die Versicherung übernimmt hierfür die Kosten. Oft führt ein Schlaganfall unmittelbar zur Pflegebedürftigkeit. Aus diesem Grund sollten Sie sich zu einer Pflege-Zusatz-Versicherung beraten lassen, diese leistet ein Pflege-Tage- oder Monatsgeld, bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit, natürlich auch bei allen anderen Erkrankungen oder bei Unfällen, nicht nur nach einen Schlaganfall. ERGO direkt leistet bei Eintritt der Pflegestufe III wegen Schlaganfall, Herzinfarkt, Oberschenkelhalsbruchs im Pflegezusatztarif PZ3 sogar ein einmaliges sechfaches Pflege-Monatsgeld. Die ersten dringend erforderlichen Anschaffungen können hiermit gekauft werden. Sie können sich bei den meisten Versicherern trotz der Vorerkrankungen Ihrer Eltern für diese Versicherungen absichern. [weniger]

Claudia Müller
Claudia Müller,
Abteilungsleiterin Sozialberatung im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Standort Bethel. Schwerpunkte: Sozialrechtliche Fragen, Patienten- und Familienberatung sowie die Organisation der rehabilitativen und pflegerischen Weiterversorgung
von Patienten auf der Stroke-Unit und in der Neurologie.

Frage von GLUBSCH:
Heute habe ich erfahren, dass mein Vater nach einem Schlaganfall übermorgen entlassen wird und erst in einer Woche in die Reha kommt. Er kann derzeit nicht alleine sein und ich bin berufstätig. Kann ich verlangen, dass das Krankenhaus meinen Vater eine Woche länger behält?

Antwort von Claudia Müller:
Nein, setzen Sie sich mit dem Sozialdienst der Klinik in Verbindung. Dort wird Ihnen geholfen, eine Zwischenlösung zu finden. Manchmal hilft auch ein Gespräch mit dem ... [mehr]Nein, setzen Sie sich mit dem Sozialdienst der Klinik in Verbindung. Dort wird Ihnen geholfen, eine Zwischenlösung zu finden. Manchmal hilft auch ein Gespräch mit dem Stationsarzt, dem Sie Ihre Situation schildern, um eine Direktverlegung zu erwirken. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von BIENE:
Ich bin 52 Jahre alt und hatte 2004 einen Schlaganfall. Danach folgten noch drei unbestätigte. Es wurden viele Untersuchungen gemacht, MRT, CT , Herzecho, Halsschlagadern gedopplert und sogar die Lunge geröngt. Es konnte bei keiner Untersuchung eine Diagnose gestellt werden, woher die Schlaganfälle kommen. Ich bitte Sie, mir einen Vorschlag zu machen, an wen ich mich wenden könnte, um endlich herauszubekommen welche Ursache diese " Schlaganfälle " haben könnten? Beim letzten Verdacht traten die ersten Koordinationsstörungen und Lähmungen links auf. Auch das linke Auge ist betroffen, beim Gesichtsfeld wurde eine Einschränkung von dreißig Prozent festgestellt und es reagiert auch nicht gleich wie das rechte. Bei den anderen Malen waren es Sprachstörungen mit hängendem Mundwinkel.

Antwort von Stefan Stricker:
Eine Ursache, die sehr häufig übersehen wird und auch in den letzten Jahren erst verstärkt als Problem erkannt worden ist, ist das Vorhofflimmern. Bei 30 Prozent ... [mehr]Eine Ursache, die sehr häufig übersehen wird und auch in den letzten Jahren erst verstärkt als Problem erkannt worden ist, ist das Vorhofflimmern. Bei 30 Prozent der Schlaganfälle wird trotz intensiver Diagnostik keine Ursache gefunden. Man vermutet, dass etwa die Hälfte dieser Schlaganfälle durch unerkanntes Vorhofflimmern ausgelöst wurden. Für die anderen 15 Prozent gibt es aber trotz aller Untersuchungen keine klare Erklärung. Hier wird von einem kryptogenen Schlaganfall gesprochen. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von LORBER:
Meine Cholesterin-Werte sind ständig zu hoch, bin ich daher gefährdet, einen Schlaganfall zu bekommen?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Nicht unbedingt, allerdings ist es als Risikofaktor anzusehen. Sie sollten auf eine cholesterinarme Diät achten und schauen, dass Sie möglichst keine anderen Risikofaktoren, wie Nikotinverbrauch, Übergewicht, ... [mehr]Nicht unbedingt, allerdings ist es als Risikofaktor anzusehen. Sie sollten auf eine cholesterinarme Diät achten und schauen, dass Sie möglichst keine anderen Risikofaktoren, wie Nikotinverbrauch, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes aufweisen, bzw. diese gut behandelt sind. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von BAR-WER:
Hat es was mit den Hormonen zu tun, dass Frauen in den Wechseljahren gefährdeter sind, einen Schlaganfall zu erleiden?

Antwort von Stefan Stricker:
Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Depressionen - mit diesen Symptomen haben viele Frauen während der Wechseljahre zu kämpfen. Wenn die Patientinnen unter den Beschwerden leiden, raten Ärzte häufig ... [mehr]Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Depressionen - mit diesen Symptomen haben viele Frauen während der Wechseljahre zu kämpfen. Wenn die Patientinnen unter den Beschwerden leiden, raten Ärzte häufig zu einer kurzfristigen Hormontherapie. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn mit der Einnahme von Hormonen steigt das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. Dies ist in den vergangenen Jahren durch mehrere Studien auch wissenschaftlich nachgewiesen worden. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von MP65:
Meine 87jährige Mutter hat innerhalb weniger Wochen zweimal Sprachprobleme gehabt: sie konnte keine sinnmachenden Sätze mehr formulieren, sondern ihre Sätze hörten sich wie eine unbekannte Fremdsprache an. Ich selber und meine Tochter haben es am Telefon erlebt. Könnte dies ein Warnhinweis auf einen bzw. zwei Schlafanfälle sein und wenn ja, kann man jetzt noch sinnvolle Untersuchungen machen oder ist es jetzt zu spät dafür und man müßte auf einen nächsten "Sprachausfall" warten?

Antwort von Stefan Stricker:
Die von Ihnen geschilderten Symptome sind typisch für einen Schlaganfall. Sie sollten dies auf jeden Fall medizinisch untersuchen lassen und ggfs. andere Ursachen ausschließen. Ihr Hausarzt ... [mehr]Die von Ihnen geschilderten Symptome sind typisch für einen Schlaganfall. Sie sollten dies auf jeden Fall medizinisch untersuchen lassen und ggfs. andere Ursachen ausschließen. Ihr Hausarzt kann Ihre Mutter zu einer Kontrolluntersuchung auch in eine Klinik überweisen, da dort die entsprechenden technischen Geräte (CT, MRT, Dopller etc.) zur Verfügung stehen. [weniger]

Claudia Müller
Claudia Müller,
Abteilungsleiterin Sozialberatung im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Standort Bethel. Schwerpunkte: Sozialrechtliche Fragen, Patienten- und Familienberatung sowie die Organisation der rehabilitativen und pflegerischen Weiterversorgung
von Patienten auf der Stroke-Unit und in der Neurologie.

Frage von CELIA:
Mein Vater hatte vor drei Wochen einen Schlaganfall, er wurde nach sechs Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Er fühlt die linke Seite nicht mehr, Taubheitsgefühl. Im Krankenhaus wurde uns vorgeschlagen entweder eine Therapie zu Hause oder Reha im Anschluss, die Ärztin riet uns zu einer Reha zu Hause. Nach zwei Tagen haben wir uns umentschieden und wollten doch eine Reha für ihn haben, aber im Krankenhaus wurde uns gesagt, dass er ja schon entlassen sei, und die diesbezüglich nichts mehr für ihn tun können.
Jetzt wissen wir nicht mehr weiter. Wir waren auch schon beim Hausarzt, er sagte, er kann eine Reha beantragen aber das könnte ca. acht Wochen dauern.
Meinem Vater geht es wirklich nicht gut, wir möchten so schnell wie möglich Hilfe für ihn. Was können wir tun?

Antwort von Claudia Müller:
Eine Anschlussheilbehandlung nach dem Krankenhausaufenthalt wird im Krankenhaus beim Kostenträger beantragt. Das ist nach der Entlassung in der Regel nicht mehr möglich. Der Rehaantrag erfolgt über ... [mehr]Eine Anschlussheilbehandlung nach dem Krankenhausaufenthalt wird im Krankenhaus beim Kostenträger beantragt. Das ist nach der Entlassung in der Regel nicht mehr möglich. Der Rehaantrag erfolgt über den Hausarzt. In der Regel werden diese Anträge zeitnah bearbeitet. Um die Zwischenzeit sinnvoll zu nutzen, empfehle ich, dass der Hausarzt eine Physio- oder Ergotherapie bei einem Therapeuten verordnet. Achten Sie darauf. dass eine Doppelbehandlung verordnet wird, die in der Regel für Schlaganfallpatienten angebracht ist. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von IGIBEA:
Mein Schwager hatte vor zwei Wochen eine Hirntumor-OP. Ca. acht Stunden später hat er einen Infarkt im Kleinhirn erlitten. Er wurde ins künstliche Koma versetzt, drei Tage später wurde ein Luftröhrenschnitt gemacht. Bis jetzt ist er nicht richtig aufgewacht. Bei Berührungen zuckt er zusammen und blinzelt etwas mit den Augen. Hat er eine kleine Chance, falls er wieder wach wird, ein halbwegs normales Leben zu führen. Er ist 55 Jahre alt und nimmt schon seit ein paar Jahren Medikamente gegen Bluthochdruck. Der Tumor hat die "Stufe 2 ".

Antwort von Stefan Stricker:
Hier lassen sich in der aktuellen Situation leider keine seriösen Prognosen machen. Alle Versprechungen oder Vorhersagen, dass es wieder ein normales leben geben wird, sind in ... [mehr]Hier lassen sich in der aktuellen Situation leider keine seriösen Prognosen machen. Alle Versprechungen oder Vorhersagen, dass es wieder ein normales leben geben wird, sind in diesem Zustand definitiv nicht möglich. Sie können helfen, indem Sie anwesend sind und den Ratschlägen der Ärzte und des Pflegepersonals folgen. [weniger]

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von GABI-J:
Meine Schwester (34 Jahre) hatte vor mehreren Wochen einen Schlaganfall. Nach der vierwöchigen Reha ist sie vollständig wiederhergestellt und kann ihren Beruf wieder uneingeschränkt ausüben. Es wurden viele medizinische Tests durchgeführt, aber es konnte keine Ursache benannt werden. Auch Risikofaktoren, wie Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte etc. treffen nicht auf sie zu. Gibt es Versicherungen, die auch trotz einer solchen Erkrankung eine BU anbieten? Meine Schwester hat nun Angst, erneut einen Schlaganfall zu bekommen, der vielleicht nicht mehr so glimpflich ausgeht.

Antwort von Elrond Weinbach:
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat in der Regel eine sehr umfassende Gesundheitsprüfung. Bei den meisten Versicherern führt die Angabe eines Schlaganfalles im Antrag, direkt zu einer Ablehnung des ... [mehr]Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat in der Regel eine sehr umfassende Gesundheitsprüfung. Bei den meisten Versicherern führt die Angabe eines Schlaganfalles im Antrag, direkt zu einer Ablehnung des Antrages und dies unabhängig davon wie lange der Schlaganfall zurück liegt. In den ersten Jahren nach Eintritt des Schlaganfalles wird jeder Versicherer den Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung ablehnen. Bei manchen Versicherern gibt es die Möglichkeit sich drei bis fünf Jahre nach der letzen Verlaufskontrolle des Schlaganfalles wieder zu versichern. Beachten Sie hierbei bitte, dass nach einem Schlaganfall in der Regel fünf Jahre lang regelmäßig Untersuchungen stattfinden müssen, sodass der Schlaganfall dann schon acht bis zehn Jahre zurückliegen muss, um sich wieder versichern zu können. Ihre Schwester sollte sich bei Ihrem Arbeitgeber erkundigen, ob dieser eine Gruppen-BU für seine Angestellten anbietet. Diese ist meist ohne Gesundheitsprüfung und oft auch günstiger. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von BERLU-12A:
Kann man feststellen, wie es um die Gesundheit meiner Gefäße bestellt ist?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Dies kann man durch Ultraschall der gehirnversorgenden Gefässe erfahren. Die Untersuchung wird von Neurologen oder auch von Kardiologen gemacht.

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von MICHELANGELO:
Mein Vater und meine Mutter hatten jeweils einen Schlaganfall, wenn auch im Alter von 75 bzw. 69 Jahren. Nun hatte aber mein ältester Bruder auch einen im Alter von 48 Jahren. Ist das erblich und muss ich mir Sorgen machen?

Antwort von Stefan Stricker:
Die genetische Veranlagung ist ein Risikofaktor für einen Schlaganfall und kann leider nicht beeinflusst werden. Sorgen sollten Sie sich aber nicht machen, da lediglich die statistische ... [mehr]Die genetische Veranlagung ist ein Risikofaktor für einen Schlaganfall und kann leider nicht beeinflusst werden. Sorgen sollten Sie sich aber nicht machen, da lediglich die statistische Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall erhöht ist, diese aber kein Garant dafür ist, dass man auch einen bekommt. Wenn Sie die anderen Risikofaktoren (Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel, Blutdruck, Ernährung etc.) im Blick haben, können Sie Ihr Risiko deutlich reduzieren. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von ANDI:
Ich bin weibl., 69 Jahre und leide schon sehr lange an schwer einstellbarem Bluthochdruck. Alle bekannten Ursachen sollen abgeklärt sein, inkl. radiologische Suche nach einem Tumor. Trotzdem treten in Abständen immer wieder Blutdruckkrisen bis über 200 auf. Die Auskunft der Ärzte: Ich müsse damit leben und mich darauf einstellen. Da die Anfälle immer öfter und intensiver werden, geht es mir nicht gut und ich habe dann Angst, dass es zu einem Schlaganfall kommt. Haben Sie eine Idee, was die Ursache für diese Krisen sein könnte und wie ich solche Krisen besser bewältigen kann?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Ihre Sorge ist nicht unberechtigt! Hat man die Nierenarterien untersucht, hat man die Katechoaminausschüttung untersucht? Mit den heutigen Blutdruckmedikamenten gelingt es normalerweise auch hohen Blutdruck gut ... [mehr]Ihre Sorge ist nicht unberechtigt! Hat man die Nierenarterien untersucht, hat man die Katechoaminausschüttung untersucht? Mit den heutigen Blutdruckmedikamenten gelingt es normalerweise auch hohen Blutdruck gut einzustellen. Wenn der Hausarzt damit nicht zurecht kommt, dann müssen Sie damit zu einem Kardiologen oder einem darauf spezialisierten Internisten gehen. [weniger]

Claudia Müller
Claudia Müller,
Abteilungsleiterin Sozialberatung im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Standort Bethel. Schwerpunkte: Sozialrechtliche Fragen, Patienten- und Familienberatung sowie die Organisation der rehabilitativen und pflegerischen Weiterversorgung
von Patienten auf der Stroke-Unit und in der Neurologie.

Frage von BAMBAM:
Mein Sohn, 44 Jahre alt, hatte 2012 einen Schlaganfall! Lag drei Tage ohne Hilfe in seiner Wohnung bevor er gefunden wurde. Kam dann für sechs Wochen in das Klinikum Lüdenscheid NRW, die ihn für weiter sechs Wochen ohne Erfolg behandelten. Auf Drängen meinerseits wurde er in die Reha nach MV-Plau am See gefahren. Dort lernte er wieder gehen und sich selbstständig versorgen. Nach Abschluss der Reha nach zwölf Wochen konnte ich ihn wieder in seine Wohnung fahren. Danach ging wieder alles schief. Die Krankenkasse sperrte nach ein paar Monaten das Krankengeld, womit er gezwungen wurde wie die Arbeit aufzunehmen. Selbstverständlich volle acht Std. ohne Eingliederungszeit. Nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber konnte er dann mit zwei Stunden beginnen. Nach Widerspruch über einen Anwalt übernahm dann die Krankenkasse die Eingliederungszahlung. Doch nach drei Wochen wurde vom Arbeitsgeber die Sache wieder abgelehnt mit der Begründung nicht vollständig hergestellt zu sein und noch einmal eine Reha aufzusuchen. Doch er war ja vom Medizinischem Dienst für vollständig gesund erklärt worden. Was nun? Dann nahm dann, die KK. wieder die Zahlung auf. Nun sollte er erneut zum Neurologen wegen der Rentenversicherung. Nach langem Hinundher musste er dringend wieder zur Reha, weil er ja nun schwer Krank sei. Dann ging alles Ruckzuck innerhalb von wenigen Tagen sollt er die Reha in Bad Berleburg antreten. Worüber sich Neurologe und Hausarzt einig waren, dass Bad Berleburg für Herzkreislauf-Erkrankungen ok sei, aber bei einem Schlaganfall? Die Rentenversicherung hat meinen Sohn mit 20 Prozent schwerbeschädigt eingestuft. Also gleich NULL! Bei der Kalten Jahreszeit spielen alle Nerven verrückt und er hat sehr viele Schmerzen. Wobei die Gedächtnislücken erheblich sind und das Kurzzeitgedächtnis auch zu wünschen übrig lässt. Was kann man in solch einem Fall, wo es hinten und vorne schiefläuft noch tun? Als Mutter stehe ich vor einem Rätsel, was Krankenkasse, Rentenversicherung etc. über den Rundentisch entscheiden. Dass meinem Sohn in einem Land wie Deutschland, so viele Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, kann man nicht verstehen. Meine Frage: Welche Maßnahmen kann man noch vornehmen, ohne auf dem Abstellgleis zu landen und die Arbeit wieder aufnehmen zu können? Ich weiß mir keinen Rat mehr!

Antwort von Claudia Müller:
Bei der Komplexität, die Ihren Sohn betrifft, benötigen Sie dringend jemanden, der die verschieden Kostenträger im Blick hat und die Interessen Ihres Sohnes durchsetzt. Für einen ... [mehr]Bei der Komplexität, die Ihren Sohn betrifft, benötigen Sie dringend jemanden, der die verschieden Kostenträger im Blick hat und die Interessen Ihres Sohnes durchsetzt. Für einen Jahresbeitrag von ca. 65 Euro können Sie sich Rat und Unterstützung von Experten des Sozialverbandes Deutschland oder VDK (Adressen finden Sie im Telefonbuch oder im Internet) holen. Diese Vereine erledigen die Beratung sowie den gesamten Schriftverkehr mit Rentenversicherung, Krankenkasse, Versorgungsämter (sind inzwischen aufgelöst, aber jetzt bei den Kommunen angesiedelt) etc.. Die Interessen Ihres Sohnes werden bis zum Sozialgericht verfolgt, ohne dass Ihnen Kosten entstehen. [weniger]

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von BEATE:
Ich habe gehört, dass es Pflege-Zusatz-Versicherungen gibt, die gleich zu Beginn eine Einmalzahlung leisten. In welcher Höhe bewegt sich der Betrag? Ist dies abhängig von den Kosten, die durch die Pflegebedürftigkeit entstehen?

Antwort von Elrond Weinbach:
Der Tarif PZ3, zur Absicherung der Pflegestufe III, der ERGO Direkt Versicherung bietet als Einmalleistung ein sechsfaches Pflegemonatsgeld bei Pflegestufe III wegen Schlaganfall, Herzinfarkt, Oberschenkelhalsbruch. Die ... [mehr]Der Tarif PZ3, zur Absicherung der Pflegestufe III, der ERGO Direkt Versicherung bietet als Einmalleistung ein sechsfaches Pflegemonatsgeld bei Pflegestufe III wegen Schlaganfall, Herzinfarkt, Oberschenkelhalsbruch. Die Höhe der Einmalzahlung ist somit von der Höhe des abgesicherten Pflegemonatgelds abhängig. Weiterhin leistet der Tarif PZ1, zur Absicherung der Pflegestufe 1 und der erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz eine Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro bei einer Inanspruchnahme professioneller Unterstützung im Einstufungsverfahren. Diese Leistung kann zu jedem Zeitpunkt, während der Vertragslaufzeit, in Anspruch genommen werden. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von ALINA79:
Bislang hat man hat man Krankheiten, wie Schlaganfall oder Herzinfarkt immer älteren Menschen zugeschrieben. Nun habe ich im Fernsehen einen Beitrag zu einer Stiftung gesehen, die sich um Kinder kümmert, die einen Schlaganfall hatten. Warum bekommen Kinder einen Schlaganfall? Kinder, die noch nie geraucht oder Alkohol getrunken haben, die sich viel bewegen und auch Gesundes zu Essen bekommen?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Die häufigsten Ursachen eines Schlaganfalles im Kindesalter sind Herzerkrankungen oder Dissektionen (Verletzungen) der Halsschlagadern z.B. nach Unfällen.

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von GESA000:
Mein Vater hatte letztes Jahr einen Schlaganfall. Er ist jetzt auf der linken Seite noch nicht so bewegungsfähig wie zuvor und seine Lebensqualität leidet darunter, weil er es nicht akzeptiert. Er arbeitet nicht daran, sondern er lässt sich hängen und gibt auf. Wie kann ich ihm helfen, das Leben trotzdem lebenswert zu finden und positiv zu denken?

Antwort von Stefan Stricker:
Die von Ihnen beschriebenen Phänomene sind typisch für die Zeit nach einem Schlaganfall. Es besteht die Möglichkeit, dass Ihr Vater an einer Depression leidet. Sie sollten ... [mehr]Die von Ihnen beschriebenen Phänomene sind typisch für die Zeit nach einem Schlaganfall. Es besteht die Möglichkeit, dass Ihr Vater an einer Depression leidet. Sie sollten hier eine psychologische Behandlung in Anspruch nehmen. Hier kann evtl. auch medikamentös weiter geholfen werden (Antidepressiva). Besprechen Sie dies auf jeden Fall mit Ihrem Hausarzt. Weiterhin kann ihm vielleicht auch eine Selbsthilfegruppe helfen. Die entsprechenden Kontakte vor Ort erhalten Sie über die folgende Internetseite: http://www.schlaganfall-hilfe.de/suche-vor-ort [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von ALIBABA:
Ich hatte einen Schlaganfall und in der Verlaufskontrolle wurde im CT SAE diagnostiziert. Kann man noch etwas tun?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Sie brauchen unbedingt ein Langzeit-EKG und eine Blutdruckmessung, auch ein Herzecho gehört dazu. Essentiell ist eine optimale Blutdruckeinstellung, ausserdem sollten Sie genau auf das Vorliegen eines ... [mehr]Sie brauchen unbedingt ein Langzeit-EKG und eine Blutdruckmessung, auch ein Herzecho gehört dazu. Essentiell ist eine optimale Blutdruckeinstellung, ausserdem sollten Sie genau auf das Vorliegen eines Vorhofflimmerns untersucht werden. wichtig ist darüber hinaus die Kontrolle der Gefässrisikofaktoren (Diabetes, Nikotinverzicht, Fettstoffwechselstörung). [weniger]

Moderator:
Liebe Leser, wir freuen uns über Ihre rege Teilnahme und bemühen uns sehr, Ihnen die gewünschten Antworten zu geben. Da wir heute sehr lange Fragen erhalten, haben wir jedoch eine Bitte: Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Fragen möglichst knapp und präzise formulieren, damit Ihnen unsere Experten möglichst konkret antworten können. Vielen Dank!

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von PAUL-GEROL:
Gibt es eine Therapie, wenn man vier Monate nach einem Schlaganfall immer noch Doppelbilder sieht? Oder heißt es hier einfach nur Geduld zu haben.

Antwort von Stefan Stricker:
Grundsätzlich sollten Schlaganfallpatienten mit Sehproblemen vor einer Therapie eine sehr genaue augenärztliche Analyse ihrer vorhanden Sehbeschwerden vornehmen lassen. Standardisierte Behandlungsmethoden mit Erfolgsgarantie gibt es jedoch nicht. ... [mehr]Grundsätzlich sollten Schlaganfallpatienten mit Sehproblemen vor einer Therapie eine sehr genaue augenärztliche Analyse ihrer vorhanden Sehbeschwerden vornehmen lassen. Standardisierte Behandlungsmethoden mit Erfolgsgarantie gibt es jedoch nicht. Geduld spielt hier ebenfalls eine wichtige Rolle, da durch entsprechende therapeutische Maßnahmen alte Funktionen erst nach und nach wieder hergestellt werden können. In vielen Fällen helfen auch Hilfsmittel wie z.B. eine Prismenbrille. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von SANDREI:
Nach meinem Schlaganfall im Februar 2010 erhielt ich eine Anschlussheilbehandlung. Nach Wochen der Wiedereingliederung stehe ich seit Sommer 2010 wieder voll im Berufsleben. Da ich nun jedoch gesundheitlich viel schneller angreifbar bin, habe ich in diesem Jahr eine Rehabilitationsmaßnahme beantragt. Sie wurde leider abgelehnt.
Was kann ich nun tun? Denn bereits zu meiner Entlassung aus der AHB haben mir die Ärzte geraten, nach mindestens einem halben Jahr zur Stabilisierung erneut eine Reha zu machen.

Antwort von Stefan Stricker:
Bei Ablehnung einer Rehamaßnahme können Sie Widerspruch einlegen. Wenn Ihr Arzt Ihnen eine solche Maßnahme verordnet hat und dies auch mit einer medizinischen Notwendigkeit begründet hat, ... [mehr]Bei Ablehnung einer Rehamaßnahme können Sie Widerspruch einlegen. Wenn Ihr Arzt Ihnen eine solche Maßnahme verordnet hat und dies auch mit einer medizinischen Notwendigkeit begründet hat, haben Sie einen Anspruch auf die Reha und können diese im Extremfall auch einklagen. Helfen können Ihnen hier Beratungsstellen oder auch die Expertenhotline der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, wo Sie kostenlos eine Juristin befragen können: www.schlaganfall-hilfe.de/expertenrat [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von INES:
Mein Sohn hatte im Alter von 13 Jahren einen Schlaganfall. Die Symptome waren etwa nur zehn Minuten: Übelkeit, Schwindel, Lähmungserscheinung re. Arm u. Bein. Sofort Notaufnahme: Ärztin konnte nichts feststellen, zur Beobachtung drei Tage stationär (war mir aber freigestellt). Es folgten Untersuchungen: Blut, MRT, Echo Herz, Halsschlagader, EEG. Das MRT hatte eine "Auffälligkeit" gezeigt und ich wurde gebeten, ein altes MRT zu besorgen. Noch immer hatten wir keine Information! Eine Woche nach den besagten Symptomen wurde ein MRT mit Kontrastmittel gemacht und dann die cerebrale Ischämie links festgestellt. Seither nimmt mein Sohn, jetzt 18 Jahre alt ASS 25mg täglich, hat aber keinerlei Schäden zurückbehalten! Beim MRT wurde noch festgestellt: Hypoplasie des Ramus communicans posterior rechts wurde als Normvariante bezeichnet angesehen. Sie kann nicht als Risikofaktor für die abgelaufene cerebrale Ischämie auf der contralateralen Seite angesehen werden. Immer wieder ist ein Absetzen der ASS Thema bei unserer Ärztin, aber ich als Mutter bin sehr dagegen, aus Angst! Was würden Sie uns raten, wie würden Sie entscheiden?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Ihrem Text entnehme ich, dass für den Schlaganfall keine Ursache gefunden wurde. Die häufigsten Ursachen bei Kindern sind Dissektion (Verletzung z.B. durch Trauma) und Herzerkrankungen. Ich ... [mehr]Ihrem Text entnehme ich, dass für den Schlaganfall keine Ursache gefunden wurde. Die häufigsten Ursachen bei Kindern sind Dissektion (Verletzung z.B. durch Trauma) und Herzerkrankungen. Ich würde empfehlen, nochmal eine sorgfältige Abklärung durch einen Gefässspezialisten durchzuführen: MRT Kopf mit Angio, TEE, LZEKG, LZRR, sowie Laboruntersuchungen auf Gerinnungsstörung, Morbus Fabry, etc.. Je nach Befundlage muss dann entschieden werden, was mit dem ASS geschehen soll. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von GEL12TA:
Mein Vater hatte vor zehn Tagen einen Schlaganfall und wurde nach vier Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Dort wurde uns vorgeschlagen entweder eine Therapie mit Hausbesuch oder eine Reha im Anschluss zu machen. Die Ärztin empfahl uns die Therapie zu Hause, dann haben wir uns umentschlossen. Nun sagte man uns im Krankenhaus man kann nichts mehr für uns tun, da er schon entlassen sei. Was nun?

Antwort von Stefan Stricker:
Klären Sie dies möglichst schnell mit Ihrer Krankenkasse und dem behandelnden Arzt. Letzterer sollte im Idealfall ein Neurologe sein. Er kann den stationären Reha-Aufenthalt anweisen.

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von BINE K.:
Wozu eine Zusatzversicherung? Gehhilfe und ggf. Rollstuhl werden doch sicher von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen? Oder ist eine zusätzliche Pflegeversicherung anzuraten?

Antwort von Elrond Weinbach:
Richtig ist, dass Sie bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit von der gesetzlichen Pflegeversicherung Geld- und Sachleistungen erhalten. Die Kosten bei Pflegebedürftigkeit übersteigen jedoch die Leistungen der gesetzlichen ... [mehr]Richtig ist, dass Sie bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit von der gesetzlichen Pflegeversicherung Geld- und Sachleistungen erhalten. Die Kosten bei Pflegebedürftigkeit übersteigen jedoch die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bei Weitem. Zum Beispiel kostete 2012 ein durchschnittliches Heim bei Pflegestufe III 3200,00 Euro, von der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten Sie in der Pflegestufe III 1550,00 Euro. Die Versorgungslücke beträgt somit ca. 1650,00 Euro. Auch bei ambulanter Pflege haben Sie mit einer hohen Versorgungslücke zu rechnen. Können Sie diese Differenz nicht mit eigenen Mitteln begleichen, so müssen Ihre Angehörigen dafür leisten. Im schlimmsten Fall müssen Sie dann Sozialhilfe beantragen. Für Personen die sich die Möglichkeit offen halten möchten, später einmal im einem guten Heim zu leben bzw. für Personen die Ihre Angehörigen vor hohen Kosten schützen möchten, ist eine Pflege-Zusatz-Versicherung anzuraten. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von CHARLES G.:
Wie bedeutend ist für den Patienten die Akzeptanz seiner Erkrankung? Und wie erreicht man die Motivation zu einer Änderung der Lebensgewohnheiten? Herz-Kreislaufpatienten sind häufig uneinsichtig, wie ich aus Erfahrung weiß.

Antwort von Stefan Stricker:
Die Akzeptanz der Erkrankung ist sogar sehr wichtig für den weiteren Genesungsprozess bzw. dafür, wieder eine "neue Lebensnormalität" nach dem Schlaganfall zu entwickeln. Bei Erkrankungen wie ... [mehr]Die Akzeptanz der Erkrankung ist sogar sehr wichtig für den weiteren Genesungsprozess bzw. dafür, wieder eine "neue Lebensnormalität" nach dem Schlaganfall zu entwickeln. Bei Erkrankungen wie dem Schlaganfall durchlaufen die Betroffenen verschiedene Phasen. Im Extremfall kann dies auch zu einer Depression führen. Hier muss natürlich rechtzeitig gehandelt werden. Die Motivation zur Änderung der Lebensgewohnheiten ergibt sich sehr häufig, wenn man die neue Lebenssituation akzeptiert hat und nun das Beste daraus machen will. Ein große Stütze können die Angehörigen und Freunde sein, aber auch Selbsthilfegruppen. Diese bieten insbesondere bei der Krankheitsverarbeitung eine wichtige Unterstützung. [weniger]

Claudia Müller
Claudia Müller,
Abteilungsleiterin Sozialberatung im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Standort Bethel. Schwerpunkte: Sozialrechtliche Fragen, Patienten- und Familienberatung sowie die Organisation der rehabilitativen und pflegerischen Weiterversorgung
von Patienten auf der Stroke-Unit und in der Neurologie.

Frage von ATEBE:
Meine Schwester leidet seit fünf Jahren an einem Schlaganfall, ist halbseitig gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Jetzt wurde ihr die Ergo-Therapie erneut gestrichen. Die behandelnde Ärztin hält diese Therapie allerdings für wichtig, da der jetzige Zustand erhalten bleiben soll. Heißt das jetzt wieder eine Zeit warten (haben wir schon einmal gemacht) und dann erneut beantragen, oder gleich Protest einlegen?

Antwort von Claudia Müller:
Wenn bei der Ergotherapie vom behandelnden Neurologen eine Pause eingelgt wird, so ist das eine Vorgabe der Krankenkasse und in einigen Fällen auch sinnvoll. Sollten sich ... [mehr]Wenn bei der Ergotherapie vom behandelnden Neurologen eine Pause eingelgt wird, so ist das eine Vorgabe der Krankenkasse und in einigen Fällen auch sinnvoll. Sollten sich die Beschwerden in der Therapiepause verschlechtern, würde ich bei dem behandelnden Arzt um die Wiederaufnahme der Therapie bitten. Alle Therapeuten geben den Patienten auch Hinweise zu Übungen, die in der therapiefreien Zeit durchgeführt werden können. Achten Sie bitte darauf, ob es zu einer Verschlechterung kommt oder Ihre Schwester über Schmerzen klagt, die während der Therapiephase nicht aufgetreten sind. [weniger]

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von EROLENNAH:
Wer bei Ergo Direkt hilft bei der bürokratischen Abwicklung , um die Versicherungsleistung zu erhalten? Gibt es bundesweit Versicherungsbüros mit entsprechendem Personal oder muss man sich an die Hauptverwaltung wenden?

Antwort von Elrond Weinbach:
Die ERGO Direkt Versicherung ist ein Direktversicherer, ohne Außendienst und Zweigstellen. Die Unterlagen müssen somit alle in die Hauptverwaltung nach Nürnberg geschickt werden. Bei Fragen sind ... [mehr]Die ERGO Direkt Versicherung ist ein Direktversicherer, ohne Außendienst und Zweigstellen. Die Unterlagen müssen somit alle in die Hauptverwaltung nach Nürnberg geschickt werden. Bei Fragen sind die Spezialisten Montag bist Freitag von 07:00 Uhr bis 20:00 Uhr und Samstags von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr telefonisch unter der Kostenlosen Hotline 0800-444-1000 zu erreichen und helfen Ihnen bei allen Fragen zu Ihrem Versicherungsfall. Zudem bieten wir Ihnen die Möglichkeit Ihre Unterlagen (außer Rechnungen) per Fax oder per E-Mail einzureichen. Bei Vollständigkeit aller Unterlagen leisten wir spätestens nach zehn Tagen. Im Durchschnitt dauert es sogar weniger als fünf Tage. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von BUE:
Besteht die Möglichkeit vorbeugende Untersuchungen machen zu lassen? Wenn ja - wo und was?

Wie erkenne ich an mir dass ich einen Schlaganfall habe/bekomme?

Antwort von Stefan Stricker:
Sie sollten auf jeden Fall die regelmäßigen Check-Up-Untersuchungen bei Ihrem Hausarzt machen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie die Risikofaktoren für einen Schlaganfall kennen und ... [mehr]Sie sollten auf jeden Fall die regelmäßigen Check-Up-Untersuchungen bei Ihrem Hausarzt machen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie die Risikofaktoren für einen Schlaganfall kennen und diese im Blick haben (Bluthochdruck, Diabetes, Vorhofflimmern, Festoffwechsel etc.). Schon durch kleine, einfache Veränderungen in den Lebensgewohnheiten können Sie darüber hinaus Ihr Schlaganfall-Risiko senken und ein gesünderes Leben starten. Diese Punkte können Ihnen dabei helfen: -Achten Sie auf Ihr Wohlfühlgewicht -Gönnen Sie sich eine gesunde Ernährung -Halten Sie sich körperlich fit -Rauchen Sie nicht - Atmen Sie durch -Achten Sie auf Ihren Blutdruck -Zeigen Sie Stress die kalte Schulter Desweiteren sollten Sie die Symtome für einen akuten Schlaganfall kennen und im Notfall umgehend den Notruf 112 betätigen. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von JUVAMA:
Meine Tochter hatte im August 2012 mit 19 Jahren eine Venen-Sinusthrombose - man weiß die Ursache nicht. Es geht ihr heute "toi toi toi" gut und ihre Blutwerte sind auch "ganz o. k." Vanessa leidet außerdem seit 3 Jahren an Colitis Ulcerosa und daher ist ihr HB-Wert oft sehr niedrig. Sie nimmt seit langem kein Cortison mehr, aber Azathioprin und diverse Schüssler-Salze. Außerdem nimmt sie seit ca. 1/2 Jahr wieder die Pille, da sie einen festen Freund hat - die Pille heißt "Cerazette". Unser Frauenarzt sagte, dass sie diese Pille problemlos nehmen kann. Meine Fragen sind: Kann sie diese Pille wirklich problemlos nehmen und ist sie gefährdet, einen weiteren Schlaganfall zu erleiden, bzw. wie können wir uns vorsorglich verhalten? Rauchen tut sie nicht!

Antwort von Stefan Stricker:
Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass die nur Pille in Kombination mit Rauchen ein Risikofaktor darstellt. Für Nichtraucherinnen existiert dieser Riskofaktor nicht. Für weitere Informationen (auch im ... [mehr]Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass die nur Pille in Kombination mit Rauchen ein Risikofaktor darstellt. Für Nichtraucherinnen existiert dieser Riskofaktor nicht. Für weitere Informationen (auch im Hinblick auf die Vorsorge) empfehle ich die folgende Internetseite: www.schlaganfall-hilfe.de/junger-mensch-und-schlaganfall [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von DIMITROV:
Mein Befund: carortis interna links, Stenose 40% rechts 50%
Verordnete Medikamente:
1.ASS100
2. Copidogrel
3. Axanum
Bei Nr. 1. Magenprobleme, Gicht
Bei Nr. 2. Darmblutung und schwere Verstopfung
Bei Nr. 3. Magenschmerzen, Unwohlsein
Ich nehme folgende Medikamente dauerhaft ein:
Rasilez 300, Amlodipin CT10mg, Allergodil.
Bitte nennen Sie mir ein verträgliches Medikament zur Blutverdünnung.

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Leider ist mir nicht klar, warum Sie Clopidgrel plus ASS einnehmen? Wenn Sie keine Stents haben, dann brauchen Sie eigentlich nur einen Blutverdünner. Ich würde in ... [mehr]Leider ist mir nicht klar, warum Sie Clopidgrel plus ASS einnehmen? Wenn Sie keine Stents haben, dann brauchen Sie eigentlich nur einen Blutverdünner. Ich würde in diesem Falle zu Clopidogrel raten, da dieses besser verträglich ist und weniger Magenprobleme macht. Aufgrund der ACI Stenosen empfehle ich Ihnen aber ein Statin (z.B. Simvastatin 40 mg), da dieses antiarteriosklerotisch und gefässschützend wirkt und verhindert, dass die Stenosen zunehmen. [weniger]

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von LOTTE:
Ich habe gelesen, dass mit einer Pflegezusatzversicherung die Kostenlücke geschlossen werden könnte, die trotz gesetzlicher Pflegeversicherung übrig bleibt. Was ist damit gemeint?

Antwort von Elrond Weinbach:
Bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit erhalten Sie von Ihrer gesetzlichen Pflegeversicherung Geld und Sachleistungen. Diese variieren je nach Pflegestufe und davon ob eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt, sowie ... [mehr]Bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit erhalten Sie von Ihrer gesetzlichen Pflegeversicherung Geld und Sachleistungen. Diese variieren je nach Pflegestufe und davon ob eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt, sowie davon, ob in Pflegestufe III ein Härtefall vorliegt. Die Kosten bei Pflegebedürftigkeit, z. B. Heimkosten oder Pflegedienst liegen jedoch durchschnittlich weit über den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Diese Differenz ist die Kosten- oder Versorgungslücke. Ohne Pflege-Zusatz-Versicherung müssen Sie die Versorgungslücke selbst schließen, z. B. mit Ihrer Rente oder Ihrem Ersparten. Reichen die eigenen Mittel nicht aus, so müssen die Angehörigen mitzahlen. Im schlimmsten Fall kann es sein, dass Sie einen Sozialhilfeantrag stellen müssen, um die Pflegekosten decken zu können. [weniger]

Claudia Müller
Claudia Müller,
Abteilungsleiterin Sozialberatung im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Standort Bethel. Schwerpunkte: Sozialrechtliche Fragen, Patienten- und Familienberatung sowie die Organisation der rehabilitativen und pflegerischen Weiterversorgung
von Patienten auf der Stroke-Unit und in der Neurologie.

Frage von BRITTA:
Habe eine Frage zur gesetzlichen Betreuung. Und zwar liegt mein Onkel nach einem Schlaganfall im Koma und ich wurde gefragt, ob ihn ich als Betreuerin vertreten möchte. Da geht es um Fragen nach Reanimation oder die Erlaubnis für eine Gehirn-OP, Luftröhrenschnitt etc. Solche Entscheidungen möchte ich allerdings nicht treffen und deswegen soll das ein vom Gericht bestimmter Betreuer machen. Meine Frage wäre nun, um was kümmert der sich dann genau? Nur um den klinischen Teil oder auch um eventuell notwendige Pflege danach? Ich möchte mich nämlich nicht komplett raushalten, ich will nur keine Entscheidungen treffen, die eventuell über Leben und Tod entscheiden.

Antwort von Claudia Müller:
Ich gehe davon aus, dass Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Onkel haben, ihn schon lange und gut kennen. Ein amtlicher, fremder Betreuer, hat diesen Vorteil ... [mehr]Ich gehe davon aus, dass Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Onkel haben, ihn schon lange und gut kennen. Ein amtlicher, fremder Betreuer, hat diesen Vorteil nicht. Wenn Ihr Onkel keine Patientenverfügung besitzt und auch weiter keine Vorsorgeregelungen getroffen hat, muss im konkreten Fall beim Amtsgericht ein Eilantrag zur amtlichen Betreuung gestellt werden. Dabei sind Ihnen die behandelnden Ärzte der Klinik sowie auch des Sozialdienst behilflich. Als Betreuerin werden Sie zum "Anwalt" Ihres Onkels, der seine Interessen in seinem Sinne vertritt. Für weitreichende gesundheitliche Entscheidungen sind die behandelnden Ärzte verpflichtet, Sie umfassend über die anstehenden Maßnahmen aufzuklären. Bei der Bestellung eines fremden Betreuers, ist er derjenige, der die Entscheidungen in Absprache mit den Ärzten trifft. Da Sie weiter eingebunden werden möchten, würde ich in Ihrem Fall die Betreuung übernehmen. Unterstützung können Ihnen auch die Betreuungsvereine Ihrer Stadt bieten. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von ISOR:
Am 16.10.2013 bin ich im Klinikum Salzdahlumer Str. in Braunschweig an der rechten Halsschlagader mit einen Stent versehen worden. Dabei entstand eine Dissektion im oberen Kopfbreich.
Meine Frage: Wie soll ich mich weiter verhalten, damit das Blutgerinsel sich nicht löst und ich einen Schlaganfall verhindern kann?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Vermutlich sind Sie aufgrund der Dissektion auf Marcumar eingestellt worden. Der übliche Weg ist, dass man nach drei oder sechs Monaten kontrolliert, ob sich die Gefässdissektion ... [mehr]Vermutlich sind Sie aufgrund der Dissektion auf Marcumar eingestellt worden. Der übliche Weg ist, dass man nach drei oder sechs Monaten kontrolliert, ob sich die Gefässdissektion zurückgebildet hat. Wenn das der Fall ist, dann kann man das Marcumar wieder absetzen. Man macht die Marcumarbehandlung, weil man verhindern möchte, dass sich im dissezierten Gefäss Blutgerinnsel auflagern, die von dort ins Gehirn wandern und einen neuen Schlaganfall verursachen. Natürlich ist die Therapie einer Dissektion durch Stenting eine besondere und muss entsprechend der individuellen Situation behandelt werden. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von GELI:
Meine Ärztin sagt, dass ein Blutdruck über 135/85 bereits dauerhafte Schädigungen mit sich bringen und das Schalganfallisiko erhöhen könne - die Blutdrucksenker bleiben aber weitgehend wirkungslos, was den Blutdruck angeht - Nebenwirkungen wie Dauerhusten und Schwindel sind aber deutlich und sehr unangenehm. Ich möchte mich gern gesundheitsbewusst verhalten, weiß aber nicht, wie?

Antwort von Stefan Stricker:
Der Blutdruck von 135/85 ist leicht erhöht und sollte auf jeden Fall behandelt werden. Hier gibt es verschiedene Medikamente, die Sie nach Rücksprache mit dem behandelnden ... [mehr]Der Blutdruck von 135/85 ist leicht erhöht und sollte auf jeden Fall behandelt werden. Hier gibt es verschiedene Medikamente, die Sie nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ausprobieren können, ohne die Nebenwirkungen zu haben, die Sie beschreiben. Grundsätzlich können Sie auch die folgenden vorbeugenden Maßnahmen beachten: - regelmäßige körperliche Betätigung (u.a. Sport, aber auch Spaziergänge, Gartenarbeit etc.), täglich 30 min. - nicht rauchen - Alkohol in Maßen - gesunde Ernährung - regelmäßige Check-Up-Untersuchungen beim Arzt. [weniger]

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von THOMAS:
Bis zu welchem Alter sollte man eine Pflegezusatzversicherung abschließen, damit man diese noch bezahlen kann?

Antwort von Elrond Weinbach:
Prinzipiell können Sie sich bis zu jedem Alter bei uns absichern, aber Sie haben Recht, dass die Beiträge mit dem Alter steigen und teuer werden können. ... [mehr]Prinzipiell können Sie sich bis zu jedem Alter bei uns absichern, aber Sie haben Recht, dass die Beiträge mit dem Alter steigen und teuer werden können. Jeder Mensch hat eine andere Wahrnehmung von dem was bezahlbar ist, zudem ist es davon abhängig welche Leistungen und welche Pflegestufen abgesichert werden möchten. Sie können sich gern mit uns in Verbindung setzen und sich unverbindlich Ihren Beitrag und Ihre Wunschleistung berechnen lassen. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von SARAH:
Hallo, ich möchte gerne mal wissen, was der Unterschied zwischen einer Migräne mit Aura und einem Schlaganfall ist? Ein Schlaganfall entsteht ja durch verstopfte Blutgefäße und eine Migräneaura?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Für den Schlaganfall ist das korrekt. Eine Migräne mit Aura (Auftreten neurologischer Symptome wie Sehstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen) entsteht auch durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Hierbei handelt ... [mehr]Für den Schlaganfall ist das korrekt. Eine Migräne mit Aura (Auftreten neurologischer Symptome wie Sehstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen) entsteht auch durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine Verstopfung durch ein Blutgerinnsel, sondern um eine Veränderung des Gefäßtonus. Wenn diese sehr stark ist, dann kann das Gefäß auch bei Migräne vorübergehend eingeengt sein, so dass ein Durchblutungsstörung resultiert, als deren Folge dann die neurologischen Symptome auftreten. [weniger]

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von ZWEIMAL:
ich bin 54 Jahre alt und hatte im Mai 2010 und Nov. 2011 Schlaganfälle. - Meine Krankenversicherung unterstützte mich bei der Wiedereingliederung im Beruf, allerdings wurden die Zeiten vom ersten und zweiten Schlaganfall addiert. Begründung: ist ja die gleiche Krankheit mit unterschiedlichen Ausprägungen. Damit drohte fast die Aussteuerung und damit eine finanzielle Lücke für mich. Ist dies üblich und auch rechtens? Würde ein weiterer Schlaganfall innerhalb der 3-Jahresfrist zu einer direkten Aussteuerung führen? - Da ich wohl aufgrund erblicher Vorbelastung (mein Großvater hatte mehrere Schlaganfälle) damit rechnen muß, dass auch bei guter Lebensführung und Vorsorge (Medikament: Aspirin 100) weitere Schlaganfälle wahrscheinlich sind, würde ich gerne eine Pflegeversicherung abschließen. Wird hierbei eine Gesundheitsprüfung auf jeden Fall erforderlich sein?

Antwort von Elrond Weinbach:
In Ihrer ersten Frage, sprechen Sie vom Krankengeld. Dies wird grundsätzlich ohne zeitliche Beschränkung geleistet, wegen derselben Krankheit jedoch längstens für 78 Wochen (sechs Wochen Arbeitgeber ... [mehr]In Ihrer ersten Frage, sprechen Sie vom Krankengeld. Dies wird grundsätzlich ohne zeitliche Beschränkung geleistet, wegen derselben Krankheit jedoch längstens für 78 Wochen (sechs Wochen Arbeitgeber und 72 Wochen Krankenkasse) innerhalb einer Blockfrist von drei Jahren. Sie sind jedoch weiterhin gesetzlich krankenversichert. Ein weiterer Schlaganfall würde wohl nicht direkt zu einer Aussteuerung führen. Jedoch würde die Krankenkasse Sie wohl zu einem Antrag auf Erwerbsminderungsrente beraten, falls voraussichtlich die 78 Wochen erreicht werden sollten, um Sie vor der finanziellen Lücke zu schützen. Eine Gesundheitsprüfung auf eine private Pflege-Zusatz-Versicherung würde vermutlich bei allen Anbietern zu einer Ablehnung führen. Ich empfehle Ihnen die staatlich geförderte Pflegeversicherung. Hier erhalten Sie monatlich fünf Euro zum Beitrag vom Staat und müssen keine Gesundheitsfragen beantworten. Die ERGO Direkt Versicherung bietet diese Pflege-Zusatz-Versicherung beispielsweise an. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von HOMOSAPIENS:
Ich bin 69 Jahre alt, etwas übergewichtig, NR, NT und treibe etwas Sport (Ausdauerschwimmen, Gymnastik, Radfahren). Da ich seit ca. 25 Jahren hohen Blutdruck medikamentös behandle und meine Mutter und Großmutter hohen Blutdruck hatten und schwere Schlaganfälle erlitten haben, möchte ich gern wissen, ob ich einen Gefäß-Check-up durchführen lassen sollte?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Ja, ich denke, dass könnte hilfreich sein. Dazu gehört ein Ultraschall der hirnversorgenden Arterien, ein Langzeit EKG, eine Blutdruckmessung und ein Herzecho.

Claudia Müller
Claudia Müller,
Abteilungsleiterin Sozialberatung im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Standort Bethel. Schwerpunkte: Sozialrechtliche Fragen, Patienten- und Familienberatung sowie die Organisation der rehabilitativen und pflegerischen Weiterversorgung
von Patienten auf der Stroke-Unit und in der Neurologie.

Frage von TORSTEN:
Ich habe nach einem Medialteilinfarkt im August weiterhin körperliche Beschwerden, z.B. Gelenkschmerzen linksseitig, Schluckbeschwerden beim Gähnen, teilw. falsche Augenstellung, Mundmuskulatur manchmal ohne Spannung, teilweie Wortfindungsstörung (vor allem bei Aufregung), Gedächtnisverlust. Bezüglich Logotherapie/Physiotherapie ergab sich bei Reha Befund ohne Weiterbehandlungsnotwendigkeit, Neurologe z.Zt. keine Indikation auf Bypass. Ich leide unter starker Gewichtszunahme nach Mangelsyndrom (1Jahr/30 kg) Urologe "verweigert" höhere Testosterondosis aufgrund schlechter Stoffwechselwerte. Ich bin z.Zt. krankgeschrieben, aber Krankenkasse plädiert auf arbeitsfähig, aber meine selbständige Tätigkeit im LKW-Bereich (sehr schwere körperliche Anstrengungen/Personalführung usw.) ist in diesem Zustand nicht ausführbar. Eine Kontaktaufnahme mit Selbsthilfegruppe ist schon erfolgt, Probleme bekannt. Besteht die Möglichkeit, Berufsunfähigkeitsrente zu beantragen? Oder die Krankschreibung fortzusetzen? 19.06.2010 Carotis interna Verschluss beidseitig - Zustand n. TIA im Mediastromgebiet/arterielle Hypertonie, Hyperlipoproteinämie, klin. Karpaltunnelsyndrom/re 18.08.2013 Mediateilinfarkt/li m. motor. Aphasie u. faz. Parese/re 19.-28.02.12 Ablatio testis: Seminom Hoden /li pT1N0M0S1, Stadium 14.-15.3.12 Skrotalhämatom postoperativ/re 29.-04.04.12 Skrotalhämatomausräumung/re 02.10.12 primärer Hypogonadismus, Testosteron-Mangel-Syndrom 23.4.12 Rhonchopathie 10.-12.7.12 Schlafapnoesyndrom ab 22.03.13 ger. Antrumgastritis, linksverschob. Granulozytopoese, ger. Monozytose, linksverschob. Erythropoese 14.05.2013 Beckenkammbiopsie/Knochenmarkzytologie

Antwort von Claudia Müller:
Wenn Sie zur Zeit krank geschrieben sind und die Krankenkasse auf Arbeitsfähigkeit besteht, sind Sie sicher auch bei einem Gutachter gewesen. Sie haben in jedem Fall ... [mehr]Wenn Sie zur Zeit krank geschrieben sind und die Krankenkasse auf Arbeitsfähigkeit besteht, sind Sie sicher auch bei einem Gutachter gewesen. Sie haben in jedem Fall die Möglichkeit eines Widerspruches. Die Berufsunfähigkeit können Sie zwar beantragen, falls sie eine entsprechende Versicherung haben. Dafür werden alle bisherigen Krankenberichte sowie Gutachten herangezogen. Sollten Sie einen ablehnenden Bescheid bekommen, ließe sich auch dann ein Widerspruch einlegen. Wenn Sie Beratung und Unterstützung in Ihrem komplexen Fall brauchen, setzen Sie sich z. B. mit den Sozialverband Deutschland in Verbindung. Im Internet werden Sie die Adresse in Ihrer Stadt finden. Dort werden für einen geringen Jahresbeitrag Ihre Interessen gegenüber den Versicherungen vertreten, sogar bis vor das Sozialgericht. Zur Weiterbehandlung Ihrer noch bestehenden Defizite sollten über Ihren Facharzt Verordnungen erstellt werden. Als Schlaganfallpatient benötigen Sie vermutlich langfristig Therapien. [weniger]

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von BERNI:
Da meine Frau und ich erst 30 sind, haben wir uns um Pflegeversicherungen bislang keine Gedanken gemacht. Doch nun sitzt sie nach einem Schlaganfall im Rollstuhl und die Kosten, die auf uns zukommen sind immens. Ist es möglich auch jetzt noch eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen, um das Gröbste abzufedern? Von der gesetzlichen Pflegeversorgung ist wohl nicht viel zu erwarten...

Antwort von Elrond Weinbach:
Eine Pflege-Zusatz-Versicherung mit Gesundheitsfragen kommt wohl für Ihre Frau nicht mehr in Frage, da der Schlaganfall zur Ablehnung des Versicherungsschutzes führen würde. Sie selbst könnten für ... [mehr]Eine Pflege-Zusatz-Versicherung mit Gesundheitsfragen kommt wohl für Ihre Frau nicht mehr in Frage, da der Schlaganfall zur Ablehnung des Versicherungsschutzes führen würde. Sie selbst könnten für diesen Fall noch vorsorgen. Unter der Voraussetzung, dass Ihre Frau weder Leistung aus der gesetzlichen Pflegeversicherung bezieht oder in der Vergangenheit bezogen hat, gibt es jedoch noch die Möglichkeit eine staatlich geförderte Pflege-Zusatz-Versicherung ohne Gesundheitsprüfung abzuschließen. Der Staat leistet hierfür fünf Euro monatlich und Ihre Frau kann versichert werden. Beachten Sie hierbei bitte, dass vor Bezug der Leistung eine Wartezeit von 5 Jahren besteht. Eine staatlich geförderte Pflege-Zusatz-Versicherung ohne Gesundheitsprüfung können Sie unter anderem bei ERGO Direkt am Telefon oder im Internet abschließen. Bezieht oder bezog Ihre Frau bereits Leistung aus der gesetzlichen Pflegeversicherung, so gibt es leider keine Form der Absicherung mehr. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von ZWEIMAL:
Ich bin 54 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder (24 J., 22 J., 16 J.). 2009 hatte ich eine depressive Phase mit Klinik-Aufenthalt, Mai 2010 den ersten Schlaganfall und Dez. 2011 den zweiten. Ursache: Cadasil. Reha für den 1. Schlaganfall erst Dez. 2010, für den 2. unmittelbar nach dem Klinikaufenthalt. Die Folgen blieben moderat (auch Dank der Reha): Gleichgewichtsstörungen und leichte Störungen in der Motorik, Konzentrationsschwäche.< Nun meine Fragen: - Ist es sehr wahrscheinlich, dass körperliche Einschränkungen durch Therapie und Training verschwinden, nach einger Zeit jedoch wieder auftreten und auch wieder verschwinden können? - Kann die Depression ein `Vorzeichen`sein (ähnlich wie ein seismologischen Vorbeben)?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Ja, körperliche Symptome nach einem Schlaganfall können durch Training effektiv behandelt werden. Dann tritt in der Regel eine Kompensation verlorener Fähigkeiten durch gesunde Areale des Gehirns ... [mehr]Ja, körperliche Symptome nach einem Schlaganfall können durch Training effektiv behandelt werden. Dann tritt in der Regel eine Kompensation verlorener Fähigkeiten durch gesunde Areale des Gehirns auf. Diese kann durch äussere Umstände wie z.B. einen Infekt wieder aufgehoben werden, d.h. die Symptome verschlechtern sich dann vorübergehend wieder. zu 2.: Seit kurzem weiß man, dass Depressionen ein Risikofaktor für vaskuläre Erkrankungen sind und inbesondere für Schlaganfall. Dass sie direkt als Vorzeichen oder Vorboten eines Schlaganfalles angesehen werden können, ist jedoch nicht der Fall. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von KARLONH:
Gibt es Vorsorgeuntersuchungen, die die Möglichkeit einen Schlaganfall zu erleiden im Vorfeld erkennen können?

Wenn ja, welche Instutionen kommen dafür in Frage? Welche Vorbeugemaßnahmen kann ein Bluthochdruckpatient sinnvoll anwenden?

Antwort von Stefan Stricker:
Sie können die regelmäßigen Check-Up-Untersuchungen beim Hausarzt machen. Ansonsten gibt es beispielsweise die Möglichkeit einer Doppler-Untersuchung der Halsschlagandern. Desweiteren sollten Sie selber auf die Anzeichen für einen Schlaganfall ... [mehr]Sie können die regelmäßigen Check-Up-Untersuchungen beim Hausarzt machen. Ansonsten gibt es beispielsweise die Möglichkeit einer Doppler-Untersuchung der Halsschlagandern. Desweiteren sollten Sie selber auf die Anzeichen für einen Schlaganfall achten und im Notfall umgehend die Notrufnummer 112 wählen. Als vorbeugende Maßnahmen kommen vor allem körperliche Betätigung (Sport), gesunde Ernährung, nicht rauchen und wenig Alkohol in Frage. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von JH65:
Ich habe im Dezember 2009 einen Schlaganfall erlitten und bin seitdem arbeitsunfähig. Während der dreimonatigen Rehabilitation lernte ich wieder Laufen und Sprechen, habe allerdings immer noch Lähmungen der rechten Seite und Schwierigkeiten bei der Wortfindung und Aussprache, so dass ich meinen Beruf (Bauleiter) immer noch nicht wieder ausüben kann. Eine sechswöchige Kur 2011 brachte erstaunliche Fortschritte. Welche Möglichkeiten, meine Fähigkeiten so gut wie möglich wieder herzustellen, gibt es noch für mich?

Antwort von Stefan Stricker:
Wichtig ist, dass Sie weiterhin therapeutische Maßnahmen in Anspruch nehmen. In Ihrem Fall wäre dies Logopädie. Mit dem Logopäden können Sie weitere Möglichkeiten besprechen, die Sie ... [mehr]Wichtig ist, dass Sie weiterhin therapeutische Maßnahmen in Anspruch nehmen. In Ihrem Fall wäre dies Logopädie. Mit dem Logopäden können Sie weitere Möglichkeiten besprechen, die Sie zuhause machen können (Sprachtraining am Computer, Sprachübungen mit Übungsmaterialien etc.). Darüber hinaus gibt es einzelne Einrichtungen. die eine Intensivtherapie anbieten. Hier sollten Sie allerdings vorher die Finanzierung klären. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von CHELSEANATOR:
Mich würde sehr interessieren, wie ein Schlaganfall entsteht, d.h. welche Prozesse im menschlichen Körper ablaufen? Weiterhin interessiert es mich, ob es typische Symptome für einen Schlaganfall gibt und wenn ja, welche diese sind? Was könnte ich bis zum Eintreffen eines Arztes tun, um die Schäden für den Betroffenen so gering wie möglich zu halten, wenn ich mitbekomme, dass eine Person einen Schlaganfall erleidet?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Eine der Hauptursachen für einen Schlaganfall ist das Vorhofflimmern (Herzrhythmusstörung), daneben natürlich die Risikofaktoren: Bluthochdruck, Übergewicht, Fettstoffwechselstörung, Rauchen, Diabetes, Bewegungsmangel. Diese sollten abgestellt werden bzw. behandelt ... [mehr]Eine der Hauptursachen für einen Schlaganfall ist das Vorhofflimmern (Herzrhythmusstörung), daneben natürlich die Risikofaktoren: Bluthochdruck, Übergewicht, Fettstoffwechselstörung, Rauchen, Diabetes, Bewegungsmangel. Diese sollten abgestellt werden bzw. behandelt werden. Symptome für einen Schlaganfall sind: Lähmung , Sensibilitätsstörung (Taubheit, Kribbelgefühl), Sprachstörung, Sehstörung, als Vorboten kommen noch Kopfschmerzen und Schwindel vor. Der Notruf 112 ist die wichtigste Maßnahme, viel mehr können Sie nicht tun, auf keinen Fall einfach Aspirin verabreichen. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von BANDIT:
Meine Freundin hatte vor 2,5 Jahren einen Schlaganfall mit 46 Jahren. Sie arbeitet an sechs Tagen in der Woche. In ihrem Beruf ist sie viel auf den Beinen, bewegt sich viel. Sie macht jeden Tag einen Mittagsschlaf und geht auch früh zu Bett. Trotzdem leidet sie unter sehr starker Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen. Dies führt dazu, dass sie nur noch zu wenig Lust hat und auch unsere Beziehung gefährdet ist. Wir glauben, dass hierbei nur eine psychotherapeutische Betreuung helfen kann. Das Problem ist: Sie bekommt keinen Termin. Sie müsste über ein halbes Jahr auf einen Termin warten. Wenn dann mal ein Termin möglich wäre, dann liegt der während ihrer Arbeitszeiten. Ich habe nun Angst, dass sie an der Belastung zerbricht. Gibt es eventuell Möglichkeiten, ausnahmsweise bei einem Psychologen früher an einen Termin zu kommen ?

Antwort von Stefan Stricker:
Sie können versuchen, Psychologen in anderen Städten zu konsultieren. Natürlich müssen Sie immer damit rechnen, dass der Termin während der Arbeitszeit liegt, das lässt sich nicht ... [mehr]Sie können versuchen, Psychologen in anderen Städten zu konsultieren. Natürlich müssen Sie immer damit rechnen, dass der Termin während der Arbeitszeit liegt, das lässt sich nicht verhindern. Ansonsten können Sie nur an die Mitarbeiter in den jeweiligen Therapiepraxen appellieren und Ihr besonderes Problem schildern. [weniger]

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von NATASCHA_M:
Ich habe gehört, dass immer häufiger auch junge Menschen von einem Schlaganfall betroffen sind. Deshalb würde ich gern mit einer Pflegezusatzversicherung vorsorgen. Gleichzeitig scheue ich jedoch zusätzliche Kosten. Womit müsste ich rechnen? Als Zahnarzthelferin komme ich eben so hin mit meinem Gehalt...

Antwort von Elrond Weinbach:
Die Kosten für eine Pflege-Zusatz-Versicherung hängen vom Gesundheitszustand der Person und der gewünschten Absicherung, wie Höhe der Leistung und der abzusichernden Pflegestufen, ab. Es lässt sich ... [mehr]Die Kosten für eine Pflege-Zusatz-Versicherung hängen vom Gesundheitszustand der Person und der gewünschten Absicherung, wie Höhe der Leistung und der abzusichernden Pflegestufen, ab. Es lässt sich jedoch sagen, je jünger der Antragsteller, desto geringer die Beiträge für die Versicherung. Rufen Sie uns doch einfach unter der kostenfreien Rufnummer 0800-666-9000 an und lassen Sie sich ein unverbindliches Angebot, dass zu Ihren Kostenvorstellungen passt, erstellen. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von SUSANNE:
Ich habe mit 51 Jahren im August einen Schlaganfall erlitten. Ischämischer Mediateilinfarkt links bei M1/2-Verschluss bei Dissektion der ACI links. Ich bin auf Falithrom eingestellt. Wann ist die Kontrolle über die Auflösung des Thrombus ratsam und mit welcher Methode ?

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Nach einer Dissektion macht eine Marcumarisierung bzw. Falithromisierung eigentlich nur für 1/2 bis max. ein Jahr Sinn. Üblicherweise kontrolliert man in dieser Zeit des Gefässstatus um ... [mehr]Nach einer Dissektion macht eine Marcumarisierung bzw. Falithromisierung eigentlich nur für 1/2 bis max. ein Jahr Sinn. Üblicherweise kontrolliert man in dieser Zeit des Gefässstatus um zu sehen, ob sich die Dissektion zurückgebildet hat und sich das Gefäss remodelliert hat (dieses tut es normalerweise). Wenn das der Fall ist, dann kann man Falithrom absetzen. Meist stellt man dann auf Aspirin um. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von BLUMER:
Kann man einen Schlaganfall mittels CT oder MRT vorhersagen?

Antwort von Stefan Stricker:
Eine Verhersage ist nicht möglich. CT und MRT werden bei der Akutbehandlung eingesetzt, um den Schlaganfall zu verorten und entsprechend behandeln zu können. Wenn ein CT ... [mehr]Eine Verhersage ist nicht möglich. CT und MRT werden bei der Akutbehandlung eingesetzt, um den Schlaganfall zu verorten und entsprechend behandeln zu können. Wenn ein CT oder MRT vorgenommen wird, hat sich ein Schlaganfall bereits ereignet. Zur Vorsorge kann man z.B. eine Dopller-Untersuchung der Halsschlagadern vornehmen. [weniger]

Elrond Weinbach
Elrond Weinbach,
Experten für Kranken-Zusatzversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von KATJA:
Spielt es für den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung eine Rolle, dass ich Migränikerin bin? Die sollen ja stärker schlaganfallgefährdet sein...

Antwort von Elrond Weinbach:
Die Vorerkrankung Migräne führt bei der Antragsprüfung von ERGO Direkt, wie auch bei den meisten anderen Versicherern zu weiteren Nachfragen. Je nach Ausmaß der Migräne ist ... [mehr]Die Vorerkrankung Migräne führt bei der Antragsprüfung von ERGO Direkt, wie auch bei den meisten anderen Versicherern zu weiteren Nachfragen. Je nach Ausmaß der Migräne ist für diese sowohl ein Risikozuschlag, im Sinne von einem Beitragszuschlag, als auch ein Leistungsausschluss der Migräne möglich. Es ist jedoch auch von der Höhe der gewünschten Absicherung abhängig, so ist die Migräne für die Absicherung der Pflegestufe III weniger maßgeblich als für die Absicherung der Pflegestufen II und I. In der Regel sollte jedoch eine Annahme, ohne Risikozuschlag oder Leistungsausschluss möglich sein. Versicherungsschutz ist zu einer hohen Wahrscheinlichkeit möglich. [weniger]

Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz
Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz,
Chefarzt der Klinik für Neurologie im Ev. Krankenhaus Bielefeld am Standort Bethel und Johannesstift. Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen im Nervensystem, Thrombolyse, Stroke-Unit.

Frage von FR:
Bei mir (m. 53 Jahre) wurde im Juli ein Posteriorinfarkt rechts mit Quadrantenanopsie nach links oben, passagere Hemihypästhesie festgestellt. Man hat keine organischen Erkrankungen gefunden und ich gehöre nicht zur Klasse der Risikopatienten, betreibe 2-3 mal die Woche Sport, trinke wenig, rauche gar nicht und mein BMI liegt bei 28,7. Der anfänglich recht starke Gesichtsfeldausfall hat sich bislang gut zurück entwickelt, so dass ich eigentlich keine Behinderung mehr verspüre. Zur Vorsorge nehme ich täglich 1 Tabl. Ass 100mg. Dies verursacht bei mir Magenprobleme, die ich bislang nicht kannte. Kann ich die Dosis Ass auf 50mg alle zwei Tage reduzieren, oder gibt es ein besser verträgliches Mittel, welches keine Magenprobleme verursacht und die sonstigen Nebenwirungen gering hält.

Antwort von Prof. Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz:
Tatsächlich gehören Sie nicht direkt zur besonders gefährdeten Risikopopulation, Sie könnten allenfalls versuchen, ein bisschen Gewicht abzubauen und 6-7 Mal Sport pro Woche zu treiben (30 ... [mehr]Tatsächlich gehören Sie nicht direkt zur besonders gefährdeten Risikopopulation, Sie könnten allenfalls versuchen, ein bisschen Gewicht abzubauen und 6-7 Mal Sport pro Woche zu treiben (30 min bis Sie leicht schwitzen). ASS ist als Basisprophylaxe gut, alternativ kommt Clopidogrel 75mg 1x tägl. in Frage, dieses verursacht weniger Magenprobleme. Unabhängig davon rate ich Ihnen, mit Ihrem Kardiologen gemeinsam nach einem Vorhofflimmern zu suchen, dieses ist die wahrscheinlichste Infarktursache, auch wenn man es offenbar noch nicht nachgewiesen hat. Dafür müssten Sie mehrere LangzeitEKGs bekommen, noch besser ist die Implantation eines Extended Loop Recorders. [weniger]

Claudia Müller
Claudia Müller,
Abteilungsleiterin Sozialberatung im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Standort Bethel. Schwerpunkte: Sozialrechtliche Fragen, Patienten- und Familienberatung sowie die Organisation der rehabilitativen und pflegerischen Weiterversorgung
von Patienten auf der Stroke-Unit und in der Neurologie.

Frage von HILDE K:
Wie geht es weiter , wenn der Patient aus der Stroke Unit entlassen wird? Gibt es eine Nachsorge auf peripheren Stationen? Oder wird die Reha-Maßnahme sofort veranlasst, und wer kümmert sich darum?

Antwort von Claudia Müller:
Nach der Stroke Unit wird Ihr Angehöriger auf einer neurologischen Station weiter behandelt. Der Sozialdienst der Klinik wird eine Anschlussheilbehandlung beantragen. Setzen Sie sich mit dem ... [mehr]Nach der Stroke Unit wird Ihr Angehöriger auf einer neurologischen Station weiter behandelt. Der Sozialdienst der Klinik wird eine Anschlussheilbehandlung beantragen. Setzen Sie sich mit dem Sozialdienst der Klinik in Verbindung, um die Möglichkeiten einer ambulanten oder stationären Reha zu besprechen. Der Sozialdienst kann Ihnen auch sagen, ob bereits ein Antrag gestellt wurde. [weniger]

Stefan Stricker
Stefan Stricker,
Referent Rehabilitation und Nachsorge bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Schwerpunkte: Beratung zum Thema „Leben mit Schlaganfall“.

Frage von HUTZ:
Wie erkenne ich dass sich ein Schlaganfall anbahnt?

Antwort von Stefan Stricker:
Als Zeichen eines Schlaganfalles können plötzlich, je nach Schweregrad, auch gleichzeitig mehrere Symptome auftreten: - Sehstörung auf einem oder beiden Augen - Fehlende Wahrnehmung eines Teils der Umwelt ... [mehr]Als Zeichen eines Schlaganfalles können plötzlich, je nach Schweregrad, auch gleichzeitig mehrere Symptome auftreten: - Sehstörung auf einem oder beiden Augen - Fehlende Wahrnehmung eines Teils der Umwelt oder des eigenen Körpers - Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Gangstörung, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörung - Taubheitsgefühl - Lähmung oder Schwäche im Gesicht, in einem Arm, Bein oder einer ganzen Körperhälfte - Verwirrung, Sprach-, Schrift- oder Verständnisstörung, Wortfindungsstörungen - starker Kopfschmerz ohne erkennbare Ursache bei evtl. entgleistem Blutdruck - Schluckstörungen - Orientierungsstörungen. In solchen Fällen ist unverzüglich der Notruf 112 zu tätigen!! [weniger]

Claudia Müller
Claudia Müller,
Abteilungsleiterin Sozialberatung im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, Standort Bethel. Schwerpunkte: Sozialrechtliche Fragen, Patienten- und Familienberatung sowie die Organisation der rehabilitativen und pflegerischen Weiterversorgung
von Patienten auf der Stroke-Unit und in der Neurologie.

Frage von SEIFENBLASE:
Mein Mann hatte vor zwei Jahren einen Schlaganfall. Mit den Folgen kommt er eigentlich gut zurecht, weil die Lähmungserscheinungen nicht mehr so gravierend sind. Er kann aber jetzt nicht mehr arbeiten und ist deswegen in eine Depression gefallen. Seitdem isst er kaum noch etwas, nimmt seine Antidepressiva und Makumar und zu allem Überfluss schmeckt ihm leider immer noch sein Bier. Er hat natürlich viel abgenommen und ist dabei sehr aggressiv. Meine Frage ist nun, wie kann ich ihm helfen oder an wen können wir uns wenden? Beim Nervenarzt haben wir erst im Februar einen Termin bekommen und für unseren Hausarzt ist die Baustelle glaube ich zu groß.

Antwort von Claudia Müller:
Ihrer Anfrage entnehme ich, dass Ihr Mann bereits Antdepressiva bekommt und somit in ärztlicher Behandlung ist. Diese Erkrankung macht vielleicht eine Psychotherapie erforderlich. Einen entsprechenden Therapeuten ... [mehr]Ihrer Anfrage entnehme ich, dass Ihr Mann bereits Antdepressiva bekommt und somit in ärztlicher Behandlung ist. Diese Erkrankung macht vielleicht eine Psychotherapie erforderlich. Einen entsprechenden Therapeuten kann man auch direkt aufsuchen, ohne Überweisung durch einen Neurologen. Wenn der Bierkonsum sowie die Depression Ihres Mannes zur Belastung für die gesamte Familie werden, empfiehlt sich der Besuch einer Selbsthilfegruppe. Die Schlaganfallstiftung bietet in Ihrer Region sicherlich solch eine Gruppe an. Wenn Ihr Mann vielleicht nicht hingehen möchte, so kann solch eine Gruppe für Angehörige zumindest Ihnen weiterhelfen. Dort werden Sie erfahren, dass die Symptome Ihres Mannes nicht ungewöhnlich sind. Dort bekommen Sie vermutlich auch die Unterstützung, die Sie dringend nötig haben. [weniger]

Moderator:
Liebe Leser, herzlichen Dank für Ihr Interesse an unserem Chat. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir in der kurzen Zeit nicht alle Fragen beantworten konnten. Sollte Ihre Antwort heute nicht dabei sein, so hoffen wir, dass Sie möglicherweise in den übrigen Statements einige Aspekte finden, die Ihnen weiterhelfen! Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Abend und freuen uns auf das nächste Mal!