20.09.2012:

Pflegen - nein danke

Unabhängig trotz Pflegefall!

Wenn es um die Pflege von Angehörigen geht, sind viele Gefühle im Spiel, aber auch harte wirtschaftliche Fakten. So kann es sich nicht jeder leisten, im Job auszusetzen, um die Eltern zu pflegen. Heftige Doppelbelastungen sind Alltag für viele, die zu Hause pflegen – insbesondere für Frauen. Daher ist es ratsam, sich zeitig über mögliche Hilfen zu informieren, die den Pflegenden entlasten. Etwa über den Anspruch auf Pflegeurlaub oder die Möglichkeit einer bezahlten Pflegefreistellung bis hin zur Unterstützung durch einen Pflegedienst. Doch das kostet. Um es sich leisten zu können, im Pflegefall so lange wie möglich unabhängig in den eigenen vier Wänden zu bleiben und dabei nicht den eigenen Kindern auf der Tasche liegen zu müssen, sollte man eine private Pflegeversicherung abschließen. Die hilft auch beim barrierefreien Anpassen der Wohnung. Viele praktische Dinge sind zudem zu beachten: Wie genau gestaltet man das Wohnumfeld? Welche alternativen Wohnformen gibt es für Senioren? Wie kann ich Pflegedienst und Pflegekräfte organisieren, vielleicht sogar aus Osteuropa? Und was zahlt überhaupt die gesetzliche und die private Pflegeversicherung? Wie funktioniert die Einstufung in die Pflegestufen?

Chat-Protokoll

Moderator:
Herzlich willkommen zum Chat „Pflegen - nein danke"! Ab jetzt können Sie bis 19 Uhr Ihre Fragen stellen. Unsere Experten werden Ihnen gern antworten und freuen sich schon auf eine rege Beteiligung! Falls wir aus Zeitgründen nicht alle Fragen beantworten können, bitten wir um Ihr Verständnis. Auf alle Fälle versuchen wir, mit der Beantwortung typischer Fragen zu starten, sodass möglichst viele Teilnehmer von diesem Chat profitieren.

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von SUMA:
Welche spezifischen Probleme haben Alzheimerkranke und ihre Angehörigen?

Und womit versucht das Pflegepersonal in Altenheimen, das Leben und den Alltag der Kranken zu erleichtern?

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Die Patienten haben vor allem Schwierigkeiten damit, sich neue Dinge zu merken und sich in der aktuellen Lebenssituation zurechtzufinden. Mit den Angehörigen kommt es häufig zu ... [mehr]Die Patienten haben vor allem Schwierigkeiten damit, sich neue Dinge zu merken und sich in der aktuellen Lebenssituation zurechtzufinden. Mit den Angehörigen kommt es häufig zu Missverständnissen oder Konflikten, da die Erkrankten meinen, sie könnten alles noch so machen wie früher und Hilfe ablehnen, oder ihre Angehörigen dafür beschimpfen oder beschuldigen, dass sie sich in ihr Leben einmischen würden. Im Pflegeheim, aber auch zu Hause ist es sehr, sehr wichtig, sich immer wieder auf die Vergangenheit zu beziehen. Menschen mit Demenzerkrankungen fühlen sich sicherer und ruhiger, wenn sie sich an frühere Lebensphasen erinnern. Darin kann man sie unterstützen, indem man Gegenstände und Bilder, sowie Musik einsetzt, die die Menschen von früher kennen. Möglichst wenig Veränderung, gleichbleibende Bezugspersonen und eher ritualisierte Abläufe sind ebenso hilfreich. Besonders wichtig ist es, die erkrankten Menschen nicht mit ihren Defiziten zu konfrontieren. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von PFLEGER:
Ich habe neulich von einer Familienpflegezeit gehört. Wobei handelt es sich da genau? Mein Vater ist auch pflegebedürftig …

Antwort von Ina Warnke:
Familienpflegezeit bedeutet, dass Familienangehörige ihre pflegebedürftigen Angehörigen pflegen, auch wenn sie ansonsten berufstätig sind. Wenn Sie die Pflegezeit beanspruchen wollen, besprechen Sie dieses bitte im Vorfeld ... [mehr]Familienpflegezeit bedeutet, dass Familienangehörige ihre pflegebedürftigen Angehörigen pflegen, auch wenn sie ansonsten berufstätig sind. Wenn Sie die Pflegezeit beanspruchen wollen, besprechen Sie dieses bitte im Vorfeld mit Ihrem Arbeitgeber. Alle Informationen zur Familienpflegezeit, Formulare und Anträge hierzu finden Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Internet unter www.familien-pflege-zeit.de [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von SMI34:
Mein Vater ist immer wackeliger auf den Beinen und lebt alleine im Haus mit seinen 85 Jahren. Kann er noch eine Pflegeversicherung abschließen?

Antwort von Peter Straßer:
Bei einem 85-jährigen Versicherungsnehmer sieht ein Antrag auf Pflegezusatzversicherung grundsätzlich Gesundheitsfragen vor, sodass davon ausgegangen werden muss, dass ein Risikozuschlag beziehungsweise eine Ablehnung erfolgen wird. Eine ... [mehr]Bei einem 85-jährigen Versicherungsnehmer sieht ein Antrag auf Pflegezusatzversicherung grundsätzlich Gesundheitsfragen vor, sodass davon ausgegangen werden muss, dass ein Risikozuschlag beziehungsweise eine Ablehnung erfolgen wird. Eine Alternative ist der zum 01.01.2013 wohl in Kraft tretende Pflege-Bahr, der keine Gesundheitsfragen vorsieht; das heißt, es besteht hier ein Kontrahierungszwang des Versicherers. Bitte beachten Sie hierzu in den nächsten Tagen die entsprechenden Presseveröffentlichungen. Der deutsche Bundesrat verabschiedet nämlich am 21.09.2012 den oben genannten Pflege-Bahr. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von STERNTALER:
Im Rahmen einer Fortbildung arbeite ich mit mehrfach schwerstbehinderten Menschen. Hierbei ist die Pflege ebenso wie die Betreuung Tagesgeschäft. Nun habe ich erfahren, dass ich als ungelernte Kraft keine Pflege- oder/und Pflegehilfstätigkeiten ausüben kann. Mich würde hierzu die rechtliche Lage interessieren. Können Sie mir bitte Auskunft geben?

Antwort von Ina Warnke:
Sie müssten bitte in Ihren Arbeitsvertrag schauen, was Ihre definitiven Aufgaben sind. Gibt dieses der Arbeitsvertrag nicht her, müsste in Ihrer Einrichtung eine Stellenbeschreibung vorliegen, die ... [mehr]Sie müssten bitte in Ihren Arbeitsvertrag schauen, was Ihre definitiven Aufgaben sind. Gibt dieses der Arbeitsvertrag nicht her, müsste in Ihrer Einrichtung eine Stellenbeschreibung vorliegen, die Ihre Tätigkeiten klar regelt. Auf alle Fälle suchen Sie bitte auch das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten, wenn es für Sie Unklarheiten gibt. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von SAMURAI2:
Woran erkennt man ein gutes Pflegeheim? Worauf sollte man bei der Auswahl achten?

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Das wichtigste Kriterium ist, wie die Mitarbeiterinnen mit den Bewohnerinnen umgehen. Eine ruhige und freundliche Art der Kommunikation sollte selbstverständlich sein. Wichtig ist auch, dass die ... [mehr]Das wichtigste Kriterium ist, wie die Mitarbeiterinnen mit den Bewohnerinnen umgehen. Eine ruhige und freundliche Art der Kommunikation sollte selbstverständlich sein. Wichtig ist auch, dass die Bewohnerinnen nicht einfach sich selbst überlassen werden. Aktivierungsangebote und Gruppenaktivitäten müssen vorhanden sein. Große Bedeutung hat auch der Zugang zum Garten, die Bewohnerinnen sollten einfach und ohne Barrieren den Garten aufsuchen können. Die Stockwerke im Haus sollten sich von der Art der Einrichtung und von der Farbigkeit her deutlich unterscheiden und übersichtlich sein. Die Größe der Stationen oder Wohngruppen sollte eher klein sein, wenn zu viele Bewohner in einer Station leben, ist eine individuelle Betreuung oft nicht gewährleistet. Gehen sie zuerst immer einmal ohne Anmeldung in das Haus und lassen Sie die Situation auf sich wirken, dann vereinbaren Sie einen Termin zur Beratung. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von HALLO-9999:
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Demenz ist der Überbegriff für Erkrankungen, die fortschreitend sind, bei Personen auftreten, die zuvor ein unauffälliges Funktionsniveau aufwiesen und Symptome wie Gedächtnisminderung plus Wortfindungsprobleme, Schwierigkeiten beim ... [mehr]Demenz ist der Überbegriff für Erkrankungen, die fortschreitend sind, bei Personen auftreten, die zuvor ein unauffälliges Funktionsniveau aufwiesen und Symptome wie Gedächtnisminderung plus Wortfindungsprobleme, Schwierigkeiten beim Schreiben oder Rechnen, oder bei der Bewältigung von Alltagstätigkeiten aufweisen. Eine Demenz vom Alzheimer Typ oder Alzheimer Krankheit ist eine Demenzform, die durch eine Verringerung des gesamten Gehirnvolumens und eine Ansammlung von Neurofibrillen und Plaques im Gehirn gekennzeichnet ist. Es gibt noch viele andere Demenzformen, die dann andere Ursachen haben. [weniger]

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von MAITAI:
Mein Vater ist in Pflegestufe 2, und ich (Tochter) bin die pflegende Angehörige. Ich bin berufstätig und habe dort meinen gesetzlichen Jahresurlaub. Habe ich dennoch recht auf diese 21 Tage pro Jahr Urlaub für pflegende Angehörige, auf die Bezahlung und auf die Freistellung am Arbeitsplatz? Oder hat sich das in meinem Fall erübrigt?

Antwort von Petra Günthner:
Sie haben ein Anrecht auf 28 Tage Erholungsurlaub von der Pflege, das heißt, Sie können sich für diese Zeit einen Pflegedienst in einem Gesamtwert von 1.550 ... [mehr]Sie haben ein Anrecht auf 28 Tage Erholungsurlaub von der Pflege, das heißt, Sie können sich für diese Zeit einen Pflegedienst in einem Gesamtwert von 1.550 Euro organisieren und dieser rechnet mit der Pflegekasse ab. Eine Alternative ist eine Kurzzeitpflege. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von LUDWIG-IV:
Ich habe da mal was gehört, dass es da eine Steuervergünstigung gibt, wenn man Angehörige daheim pflegt. Stimmt das?

Antwort von Peter Straßer:
Steuervergünstigungen sind im Rahmen des Pflegepflichtversicherungsgesetzes nach SGB XI nicht vorgesehen. Es handelt sich hierbei um eine steuerrechtliche Frage, die beim zuständigen Finanzamt oder bei einem ... [mehr]Steuervergünstigungen sind im Rahmen des Pflegepflichtversicherungsgesetzes nach SGB XI nicht vorgesehen. Es handelt sich hierbei um eine steuerrechtliche Frage, die beim zuständigen Finanzamt oder bei einem Steuerberater abgeklärt werden müsste. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von ADOLF:
Ich habe meinen Job gekündigt, um meine kranke Mutter zu pflegen. Gibt es denn hier auch Urlaub für mich, also für die pflegenden Angehörigen, oder auch Urlaubsgeld?

Antwort von Ina Warnke:
Wenn Ihre Mutter eine Pflegestufe hat und Sie die eingetragene Pflegeperson bei der Versicherung sind, steht Ihnen Verhinderungspflege zu. Jährlich für 28 Tage oder für einen ... [mehr]Wenn Ihre Mutter eine Pflegestufe hat und Sie die eingetragene Pflegeperson bei der Versicherung sind, steht Ihnen Verhinderungspflege zu. Jährlich für 28 Tage oder für einen Betrag von 1.550 € kann Verhinderungspflege geleistet werden. Wenn Sie vorhaben, Verhinderungspflege zu beanspruchen, beantragen Sie dieses bei der Krankenkasse Ihrer Mutter. [weniger]

Moderator:
Vielen Dank für Ihre Fragen und Ihr Interesse! Wir arbeiten daran, möglichst viele Fragen umfassend zu beantworten.

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von HERMANN_S:
Ich lebe mit meinem Bruder zusammen, ich 58, er 69 Jahre alt, und er leidet an Demenz. Ich lasse ihn nicht mehr gerne alleine, da er schön öfters in der Badewanne das Wasser hat laufen lassen oder vergessen hat, den Gasherd auszuschalten. Ich brauche Unterstützung, mein Bruder hat niemand außer mir. Kann ich da auch einen ambulanten Pflegedienst beauftragen? Eine Pflege ist das ja nicht, sondern eine Aufsicht.

Antwort von Petra Günthner:
Bitte über die Krankenkasse einen Antrag auf Betreuungsleistungen stellen. Wenn diese dann genehmigt sind, kann der Pflegedienst die Aufsicht darüber abrechnen.

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von REGENBOGEN22:
Meine Familie und ich überlegen, ob wir für meinen Opa einen Platz im Pflegeheim beantragen sollen. Mir ist klar, dass die Angehörigen eventuelle Kosten übernehmen müssen, sofern bei ihnen ''etwas zu holen ist''. Nun meine Frage, gilt dies auch, wenn noch ein Haus abzubezahlen ist?

Antwort von Petra Günthner:
Ich kann sie nur an die Pflegekasse verweisen.

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von GERD:
Eine Bekannte möchte sich von der Arbeit beurlauben lassen, damit sie einen kranken Angehörigen pflegen kann (der Pflegedienst würde aber trotzdem kommen). Weiß nun jemand, an wen man sich da wenden muss und von wem man da Geld bekommt? Schließlich muss sie ja auch von irgendwas leben …

Antwort von Ina Warnke:
Sie können die Sachleistung auf Kominationsleistungen umstellen. Das Geld, was der Pflegedienst nicht verbraucht, wird dem Pflegebedürftigen anteilig als Pflegegeld ausbezahlt. Das würde aber sicherlich nicht ... [mehr]Sie können die Sachleistung auf Kominationsleistungen umstellen. Das Geld, was der Pflegedienst nicht verbraucht, wird dem Pflegebedürftigen anteilig als Pflegegeld ausbezahlt. Das würde aber sicherlich nicht reichen, um davon leben zu können. Jeder Versicherte hat Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung bei seinem Versicherungsunternehmen. Hier können in einer Beratung alle Anliegen im Detail geklärt werden. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von RIDER0223:
Ich möchte privat für meine spätere Pflege vorsorgen … Wann ist der beste Zeitpunkt, eine entsprechende Versicherung abzuschließen? Ich bin jetzt 59, ist das zu spät? Meine zweite Frage: Welche Leistungen deckt eine Pflegeversicherung eigentlich ab?

Antwort von Peter Straßer:
Es ist nie zu spät, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Je früher Sie diese Versicherung vereinbaren, umso günstiger sind die monatlichen Versicherungsbeiträge. Die private Pflegezusatzversicherung dient dazu, ... [mehr]Es ist nie zu spät, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Je früher Sie diese Versicherung vereinbaren, umso günstiger sind die monatlichen Versicherungsbeiträge. Die private Pflegezusatzversicherung dient dazu, die Versorgungslücke zwischen den gesetzlichen Pflegeleistungen und den tatsächlichen Pflegekosten zu mindern oder zu schließen. Es gibt hierfür zum Beispiel sogenannte Pflegetagegeldversicherungen; das heißt, es handelt sich hierbei um eine Summenversicherung mit der Folge, dass Ihnen die vertraglich vereinbarte Pflegetagegeldleistung im Pflegefall zur freien Verfügung ausbezahlt wird. Die von der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung umfassten Pflegeleistungen sind abschließend im SGB XI geregelt. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von FR.MüLLER:
Ich habe vor über einem Jahr einen Antrag auf die Aufnahme in eine Pflegestufe gestellt, der allerdings abgelehnt wurde. Mittlerweile geht es mir schlechter, was kann ich nun tun?

Antwort von Ina Warnke:
Bitte stellen Sie einen erneuten Antrag bei Ihrer Pflegekasse, da es Ihnen ja schlechter geht. Es muss ein Zeitraum von mindestens sechs Monaten zur letzen Beantragung ... [mehr]Bitte stellen Sie einen erneuten Antrag bei Ihrer Pflegekasse, da es Ihnen ja schlechter geht. Es muss ein Zeitraum von mindestens sechs Monaten zur letzen Beantragung vorliegen. Außer Ihnen geht es plötzlich krankheitsbedingt so schlecht, dass keine Verbesserung zu erwarten ist und Sie auch die sechs Monate nicht warten können, weil Sie Hilfe bei der Pflege brauchen. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von DOHE:
Mein Vater sitzt im Rollstuhl und meine Mutter braucht dringend Unterstützung. Jetzt überlegen wir, eine Pflegekraft aus Osteuropa zu holen. Können die Kosten hierfür aus der Pflegeversicherung beglichen werden?

Antwort von Peter Straßer:
Grundsätzlich sind im Rahmen der Pflegepflichtversicherung nach dem SGB XI ausschließlich die Kosten für einen zugelassenen ambulanten deutschen Pflegedienst erstattungsfähig, sofern vom medizinischen Dienst eine Pflegebedürftigkeit ... [mehr]Grundsätzlich sind im Rahmen der Pflegepflichtversicherung nach dem SGB XI ausschließlich die Kosten für einen zugelassenen ambulanten deutschen Pflegedienst erstattungsfähig, sofern vom medizinischen Dienst eine Pflegebedürftigkeit nach SGB XI festgestellt wurde. In Ausnahmesituationen sieht das SGB XI die Anerkennung als Einzelpflegeperson vor. Diese Ausnahmeregelung gilt nur, sofern diverse Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Ohne nähere Angaben ist daher zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete und abschließende Beantwortung möglich. Bitte setzen Sie sich zur näheren Abklärung mit der für Ihren Vater zuständigen Pflegepflichtversicherung in Verbindung. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von MR.BIG:
Kann man die Preise und die Qualität von Pflegeheimen vergleichen, ohne dass man sich diese dafür vor Ort anschauen muss? Gibt es hier vielleicht auch im Internet aussagekräftige Portale?

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Es gibt im Internet mittlerweile durchaus aussagekräftige Portale, die über Heime informieren. Da in die Bewertungen von Heimen und die daraus resultierenden "Noten" sehr viele unterschiedliche ... [mehr]Es gibt im Internet mittlerweile durchaus aussagekräftige Portale, die über Heime informieren. Da in die Bewertungen von Heimen und die daraus resultierenden "Noten" sehr viele unterschiedliche Faktoren einbezogen werden, ist eine gute Bewertung durch die Heimaufsicht oder den Medizinischen Dienst der Kassen zwar erfreulich aber nicht ausreichend. Ich würde in jedem Fall jene Heime, die in die engere Auswahl kommen, auch persönlich ansehen. Also Vorauswahl über das Internet und dann vor Ort ansehen. [weniger]

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von ELEKTRA:
Guten Tag, ich weiß nicht, ob sie dafür zuständig sind, aber ich frage mich schon lange, ob ich als Tochter (inzwischen EM-Rentnerin mit circa 700 Euro Rente) für meine Mutter finanziell dazugezogen werde, wenn diese auf fremde Hilfe angewiesen ist. Sie hat Osteoporose und ist bereits mit auf den Rollstuhl angewiesen. Zurzeit wird sie von meinem Vater unterstützt. Aber was ist, wenn dieser als Erstes stirbt? Beide sind 80 Jahre und wohnen noch in Hannover, während ich mit meiner Familie schon seit 1989 im Odenwald wohne. Habe in Hannover noch eine nicht berufstätige Schwester mit Familie. Wird eventuell auch das Einkommen der Ehemänner dazu gerechnet? Sollten sie keine Antwort haben, wer könnte mir darauf eine Antwort geben? Vielen Dank für ihre Mühe.

Antwort von Petra Günthner:
Dazu kann ich keine korrekte Antwort geben. Bitte rufen Sie die Pflegekasse an, eventuell kann diese weiter helfen.

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von EMMA:
Meine Tante ist 86 und muss jetzt in ein Pflegeheim. Ihre Rente beträgt 700 Euro. Wer bezahlt denn die Differenz? Sie hat keine Kinder. Ich hoffe, nicht ich.

Antwort von Ina Warnke:
Wenn Ihre Tante eine Pflegestufe hat, beteiligt sich die Pflegekasse mit an den Kosten. Bei Pflegestufe I sind es 1.023 Euro, bei II sind es 1.279 ... [mehr]Wenn Ihre Tante eine Pflegestufe hat, beteiligt sich die Pflegekasse mit an den Kosten. Bei Pflegestufe I sind es 1.023 Euro, bei II sind es 1.279 Euro und bei III sind es 1.550 Euro. Reicht die Rente für die anteiligen Heimkosten, die man zu zahlen hat, nicht aus, bezahlt das Sozialamt. Hat Ihre Tante Vermögen, muss dieses bis zu einem Betrag von derzeit 2.800 Euro aufgebraucht werden, um die Pflege selbst zu finanzieren. Ist das Vermögen aufgebraucht, wird ein Antrag beim Sozialamt gestellt. Dieses prüft dann, wer sich in der Familie ersten Grades mit an den Kosten beteiligen muss. Hierfür beantragt man die Kostenübernahme. Das Sozialamt schickt entsprechende Formulare an Ihre Tante. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von ALF:
Meine Mutter ist jetzt 73 Jahre alt und macht sich Gedanken über die Zukunft, speziell was ihre Pflege anbetrifft. Sie möchte verhindern, dass wir, also ihre Kinder, für ihre Pflege zahlen müssen? Wie kann Sie vorsorgen?

Antwort von Peter Straßer:
Eine Pflegezusatzversicherung dient dazu, die Versorgungslücke zwischen den gesetzlichen Pflegeleistungen und den tatsächlichen Pflegekosten zu mindern beziehungsweise zu schließen. Es gibt hierfür zum Beispiel Pflegetagegeldversicherungen oder ... [mehr]Eine Pflegezusatzversicherung dient dazu, die Versorgungslücke zwischen den gesetzlichen Pflegeleistungen und den tatsächlichen Pflegekosten zu mindern beziehungsweise zu schließen. Es gibt hierfür zum Beispiel Pflegetagegeldversicherungen oder sogenannte Pflegekostenversicherungen diverser Versicherungsunternehmen. Sollte Ihre Frau Mutter die oben genannte Pflegezusatzversicherung zum Beispiel wegen des hohen Lebensalters oder gesundheitlicher Vorerkrankungen nicht abschließen können, so bietet es sich an, zum 01.01.2013 die gesetzlich geförderte Pflegeversicherung - den sogenannten Pflege-Bahr - abzuschließen. Der Pflege-Bahr sieht nämlich den Kontrahierungszwang durch den Versicherer vor, aber keine Gesundheitsfragen. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von POLIBEINE:
Ich würde gern wissen, ob ich krankenversichert bleibe, wenn ich meine Mutter, die Pflegestufe 1 hat, pflege. Ich würde deshalb meinen Beruf kündigen, um sie pflegen zu können. Bin ich dann über meinen Mann/Kinder versichert? Ich würde ja dann auch keine Abgaben (Rentenversicherung, Pflegeversicherung) zahlen. Könnte ich da dann privat einzahlen oder müsste ich mich auf dem Amt melden und mitteilen, dass ich meine Mutter pflege? Wie verhält sich das?

Antwort von Peter Straßer:
Die Pflegepflichtversicherung sieht die Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen für ehrenamtliche Pflegepersonen vor, die den Pflegebedürftigen mindestens 14 Stunden wöchentlich pflegerisch versorgen. Hinsichtlich der weiteren versicherungsrechtlichen Fragen möchte ... [mehr]Die Pflegepflichtversicherung sieht die Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen für ehrenamtliche Pflegepersonen vor, die den Pflegebedürftigen mindestens 14 Stunden wöchentlich pflegerisch versorgen. Hinsichtlich der weiteren versicherungsrechtlichen Fragen möchte ich Sie bitten, sich direkt mit Ihrer zuständigen Krankenversicherung in Verbindung zu setzen. Bitte prüfen Sie unbedingt Ihre Versicherungsfragen, bevor Sie Ihre berufliche Tätigkeit kündigen. [weniger]

Moderator:
Es liegen uns schon so viele Fragen vor, dass wir uns im Moment noch auf die konzentrieren müssen, die von allgemeinem Interesse sind. Anschließend wenden wir uns den Detailfragen zu.

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von VODA_KUM:
Was kostet eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung zu Hause? Mit welchen monatlichen Kosten muss man rechnen?

Antwort von Ina Warnke:
Die Frage nach den Kosten der Rund-um-die-Uhr-Betreuung kann man nicht pauschal beantworten. Sie können sich gerne an die ZAV in Bonn wenden. Adresse und Telefonnummer erfahren ... [mehr]Die Frage nach den Kosten der Rund-um-die-Uhr-Betreuung kann man nicht pauschal beantworten. Sie können sich gerne an die ZAV in Bonn wenden. Adresse und Telefonnummer erfahren Sie im Internet. Die ZAV sendet Ihnen entsprechende Unterlagen oder Informationsmaterialien auch per Post zu. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von SUSE:
Gibt es auch Situationen, bei denen die Versicherung eine Pflegeversicherung ablehnen kann?

Antwort von Peter Straßer:
Wenn Sie in einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung oder einer privaten deutschen Krankenversicherung versichert sind, besteht automatisch eine deutsche Pflegepflichtversicherung. Eine Ablehnung ist aufgrund des Pflichtversicherungscharakters hier ... [mehr]Wenn Sie in einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung oder einer privaten deutschen Krankenversicherung versichert sind, besteht automatisch eine deutsche Pflegepflichtversicherung. Eine Ablehnung ist aufgrund des Pflichtversicherungscharakters hier grundsätzlich nicht vorgesehen. Sollte sich Ihre Anfrage auf eine Pflegezusatzversicherung beziehen, so ist eine mögliche Ablehnung vom jeweiligen Versicherungsprodukt abhängig - wie zum Beispiel von Gesundheitsfragen, Eintrittsalter, bereits bestehender Pflegebedürftigkeit etc. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von TOM:
Wir merken, dass unser Vater bald nicht mehr alleine wohnen kann, er ist Witwer. Leider können mein Bruder und ich ihn nicht zu uns holen, da mein Bruder weiter weg wohnt und ich mit Job, Familie etc. so arg eingespannt bin. Wir haben das Thema schon einmal sachte angesprochen und er sagte, er würde sich weigern, in ein Heim zu gehen. Was sollen wir tun?

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Suchen Sie mit Ihrem Bruder gemeinsam nach Zwischenlösungen, die Sie Ihrem Vater dann vorstellen könnten. Vielleicht könnten ein ambulanter Dienst, eine Haushaltshilfe oder ehrenamtliche Helfer die ... [mehr]Suchen Sie mit Ihrem Bruder gemeinsam nach Zwischenlösungen, die Sie Ihrem Vater dann vorstellen könnten. Vielleicht könnten ein ambulanter Dienst, eine Haushaltshilfe oder ehrenamtliche Helfer die Situation soweit entlasten, dass Ihr Vater doch noch zu Hause bleiben kann. Manchmal kann das Angebot eines Probewohnens auch dazu beitragen, die Ängste vor einem Umzug in ein Heim zu mindern. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von NEMO22:
Mein Vater ist jetzt Anfang 70 und lebt in Italien. Kann ich im Falle, dass mein Vater zum Pflegefall wird, ihn nach Deutschland holen? Er könnte dann allerdings nicht bei mir wohnen, weil ich die 24-h-Pflege nicht gewährleisten kann. Ich müsste ein Pflegeheim suchen, was ich aber sonst auch in Italien suchen müsste, nur, dass er dort ohne Angehörige ist. Er hat ja keine deutsche Pflege-Versicherung, nur eine staatliche italienische KV, an wen muss man sich da wenden, um Informationen über die Leistungen, die in Deutschland bezahlt würden, zu erhalten?

Antwort von Peter Straßer:
Aufgrund der fehlenden deutschen Pflegepflichtversicherung nach dem SGB XI bestehen für Ihren Herrn Vater keine Leistungsansprüche auf deutsche Pflegepflichtleistungen. Nachdem Ihr Herr Vater in Italien KV-versichert ... [mehr]Aufgrund der fehlenden deutschen Pflegepflichtversicherung nach dem SGB XI bestehen für Ihren Herrn Vater keine Leistungsansprüche auf deutsche Pflegepflichtleistungen. Nachdem Ihr Herr Vater in Italien KV-versichert ist, müssten Sie sich bezüglich eventueller Pflegeansprüche direkt an die italienische Versicherung wenden. [weniger]

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von SAMUEL_HALLER:
Ich suche ein Forum, auf dem sich Leute austauschen können, die alte Eltern oder andere Angehörige pflegen …

Antwort von Petra Günthner:
Geben Sie im Internet den Suchbegriff "'pflegende Angehörige" ein.

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von SABINE-S:
Bei meiner Mutter (71 Jahre) wurde kürzlich eine beginnende Demenz festgestellt. Wir haben auch gehört, dass es hier mit der Pflegestufen-Einstufung Probleme geben kann. Wie kann meine Mutter privat vorsorgen?

Antwort von Peter Straßer:
Der deutsche Bundesrat verabschiedet am 21.09.2012 den sogenannten Pflege-Bahr, das heißt eine gesetzlich geförderte Pflegezusatzversicherung, die keine Gesundheitsfragen und somit einen Kontrahierungszwang vorsieht. Das genannte Gesetz ... [mehr]Der deutsche Bundesrat verabschiedet am 21.09.2012 den sogenannten Pflege-Bahr, das heißt eine gesetzlich geförderte Pflegezusatzversicherung, die keine Gesundheitsfragen und somit einen Kontrahierungszwang vorsieht. Das genannte Gesetz wird zum 01.01.2013 in Kraft treten. Bitte beachten Sie in den nächsten Tagen die entsprechenden Presseveröffentlichungen und wenden Sie sich im Bedarfsfalle an die für Ihre Frau Mutter zuständige Pflegepflichtversicherung. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von MARGITPETER:
Ich pflege meine Mutter schon seit mehr als 5 Jahren, aber allmählich wächst mir das über den Kopf, sodass ich kaum noch Zeit für meine Familie habe … Nun wollen wir sie vielleicht in eine Pflegeeinrichtung geben, wie findet man eine passende? Wir wollen sicher sein, dass sie dort gut aufgehoben ist …

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Wenn Sie in einer größeren Stadt leben, so gibt es vielleicht eine Liste von Pflegeheimen, die Sie sich besorgen können. Manchmal gibt es auch im Internet ... [mehr]Wenn Sie in einer größeren Stadt leben, so gibt es vielleicht eine Liste von Pflegeheimen, die Sie sich besorgen können. Manchmal gibt es auch im Internet Zusammenstellungen von Heimen in Ihrer Nähe. Sie sollten sich die Heime nach zwei Kriterien ansehen: Einerseits sollten Sie das Haus leicht erreichen, damit sie häufig vor Ort sein können. Das zweite Kriterium ist, dass Sie sich durch einen Besuch einen persönlichen Eindruck verschaffen. Gehen sie einmal unangemeldet in die Einrichtung und sehen sie sich um, danach vereinbaren sie einen Termin für ein Gespräch. Wichtig ist, dass die Mitarbeiterinnen freundlich und ruhig mit den Bewohnern umgehen und dass die Bewohnerinnen nicht sich selbst überlassen werden, sondern einbezogen und aktiviert werden. Wenn es eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige in Ihrer Nähe gibt, nehmen Sie Kontakt auf. Von anderen Angehörigen kann man oft sehr gute Informationen über die Qualität von Heimen bekommen. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von MINU:
Wo kann ich mich am besten und unverbindlich beraten lassen?



Es geht um Folgendes, meine Mutter hat seit ca. 10 Jahren MS und ist Pflegestufe ll. Mein Vater ist leider schon gestorben und es gibt keinen neuen Partner an ihrer Seite, der sich um sie kümmern könnte. Die derzeitige Betreuung wird durch einen Pflegedienst stundenweise übernommen. Da es ihr immer schlechter geht, möchte ich sie zu mir nehmen. Ich will für meine Mutter ein Zimmer mit behindertengerechtem Bad anbauen. Bekommt man Zuschüsse oder werden die Kosten übernommen? Des weiteren soll meine Frau die Pflege (Haushalt, Kochen, Wäsche waschen) übernehmen. Damit meine Frau damit nicht überlastet ist, sollte auch ein privater Pflegedienst die restlichen Arbeiten, wie Körperpflege, Arztbesuche, usw. übernehmen.



Wer trägt die Kosten der Pflege?



Wie hoch wäre das Pflegegeld für meine Frau?



Antwort von Ina Warnke:
Die das Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen stehen jedem Versicherten mit Pflegestufe bis zu einem Betrag von 2.557 € zu. Dies muss bei der Pflegekasse beantragt werden. Wenn ... [mehr]Die das Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen stehen jedem Versicherten mit Pflegestufe bis zu einem Betrag von 2.557 € zu. Dies muss bei der Pflegekasse beantragt werden. Wenn Ihre Mutter zu Ihnen zieht, haben Sie folgende Möglichkeiten der Finanzierung: - Pflegegeld (Ihre Mutter erhält 440 € pro Monat), - Sachleistung (der Pflegedienst kann bis 1.100 € Leistungen abrechnen), - die Kombinationsleistung (Mischung aus Pflegegeld und Sachleistung). Sie haben aber auch Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung durch Ihre Krankenversicherung. Die Kosten der Pflege übernimmt teilweise die Pflegeversicherung. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von SIMI:
Ich setze mich gerade mit dem Abschluss einer privaten Pflegeversicherung auseinander und habe eine Frage. Es gibt ja verschiedene Anbieter, die unterschiedliche Höhen innerhalb der einzelnen Stufen anbieten. Wie kann man denn beurteilen, ob diese angemessen sind?

Antwort von Peter Straßer:
Entscheidend für Ihre private Pflegezusatzversicherung ist, welche finanziellen Mittel Ihnen zur Verfügung stehen und welche Ansprüche Sie im Pflegefall haben. Es gibt hierzu in verschiedenen Internetportalen ... [mehr]Entscheidend für Ihre private Pflegezusatzversicherung ist, welche finanziellen Mittel Ihnen zur Verfügung stehen und welche Ansprüche Sie im Pflegefall haben. Es gibt hierzu in verschiedenen Internetportalen sogenannte Bedarfsrechner, die Ihnen Aufschluss über Ihre individuelle Versorgungslücke geben. Bitte achten Sie insbesondere darauf, dass der gewählte Versicherungsschutz eine Dynamisierung enthält und zudem eine Beitragsbefreiung im Leistungsfalle vorsieht. [weniger]

Moderator:
Unsere Experten sind dabei, Antworten zu verfassen. Bei diesem schwierigen Thema braucht das natürlich oft ein wenig mehr Zeit - wir bitten um Ihre Geduld.

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von XXX22:
Ich pflege seit acht Jahren meinen Mann, der im Rollstuhl sitzt, und möchte auch einmal entspannen können. Steht mir ein Urlaub zu und wenn ja, wo gehe ich mit meinem Mann hin?

Antwort von Petra Günthner:
Es stehen ihnen im Jahr 28 Tage Urlaub zu. Die Pflegekasse übernimmt dafür 1.550 Euro. Diese können sie auch in Teilstücken nehmen. Bitte denken Sie daran, ... [mehr]Es stehen ihnen im Jahr 28 Tage Urlaub zu. Die Pflegekasse übernimmt dafür 1.550 Euro. Diese können sie auch in Teilstücken nehmen. Bitte denken Sie daran, dass nicht genommene Urlaubstage verloren gehen, das heißt im nächsten Jahr nicht mit angerechnet werden können. Sie können Verhinderungspflege in Anspruch nehmen, das heißt, ein Pflegedienst kommt nach Hause und rechnet die Zeit mit der Pflegekasse ab. Oder sie haben eine Privatperson, also Angehörige übernehmen die Pflege. Dafür übernimmt die Pflegekasse dann nur das Pflegegeld - außer es betrifft Angehörige der dritten Generation. Dann übernimmt die Pflegekasse wieder 1.550 Euro. Eine andere Möglichkeit ist die Kurzzeitpflege. Dafür übernimmt die Pflegekasse wieder 1.550 Euro. [weniger]

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von ROLAND232:
Ich möchte demnächst einen Antrag auf eine Pflegestufe stellen. Wohin muss ich mich da am besten wenden und welche Unterlagen brauche ich?

Antwort von Petra Günthner:
Sie müssen nur die Krankenkasse anrufen und einen Antrag auf Pflegestufe beantragen, dieser liegt zwei Tage später in ihrem Briefkasten. Diesen ausfüllen und zurückschicken zur Krankenkasse.

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von KALU2:
Meine Versicherung hat mir geschrieben und gesagt, dass ich unbedingt noch in diesem Jahr eine Pflegeversicherung abschließen soll, weil es ab nächstes Jahr so teuer werden soll. Stimmt das oder ist das nur ein Verkaufstrick?

Antwort von Peter Straßer:
Für männliche Versicherungsnehmer ist der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung noch in diesem Jahr unbedingt zu empfehlen, da im Rahmen der Unisex-Umstellung zum 01.01.2013 eine spürbare Erhöhung der ... [mehr]Für männliche Versicherungsnehmer ist der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung noch in diesem Jahr unbedingt zu empfehlen, da im Rahmen der Unisex-Umstellung zum 01.01.2013 eine spürbare Erhöhung der Versicherungsbeiträge erfolgen wird. Für weibliche Versicherungsnehmer ist es besser, erst ab Januar 2013 eine solche Pflegezusatzversicherung zu vereinbaren, da die Beiträge dann günstiger sind. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von NICKINAME:
Meine Familie und ich überlegen, ob wir für meinen Opa einen Platz im Pflegeheim beantragen sollen. Mir ist klar, dass die Angehörigen eventuelle Kosten übernehmen müssen, sofern bei ihnen ''etwas zu holen ist''. Nun meine Frage: Gilt dies auch, wenn noch ein Haus abzubezahlen ist?

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Angehörige werden nur belastet, soweit ihre Finazen dies erlauben. Die vorgegeben Rahmen dafür sind relativ vernünftig geregelt, sodass die Belastung, die auf sie zukommen könnte, wohl ... [mehr]Angehörige werden nur belastet, soweit ihre Finazen dies erlauben. Die vorgegeben Rahmen dafür sind relativ vernünftig geregelt, sodass die Belastung, die auf sie zukommen könnte, wohl eher gering sein dürfte. [weniger]

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von UWE:
Kann man mit dem Pflegedienst auch eine Probezeit vereinbaren?

Antwort von Petra Günthner:
Im Grunde ist das mit Abstimmung des Pflegedienstes möglich.

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von ROSA:
Meine Mutter, sie ist jetzt 75 Jahre alt und topfit, weigert sich, sich mit dem Thema Pflege zu befassen. Sie sagt, sie sorgt nicht vor, sondern nach. Und basta. Ich bin fassungslos. Wie soll ich damit bloß umgehen?

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Sie können unabhänig von Ihrer Mutter, zu Ihrer eigenen Beruhigung Informationen über Angebote einholen. Zwingen Sie Ihre Mutter nicht, sich mit dem Thema zu befassen, vielleicht ... [mehr]Sie können unabhänig von Ihrer Mutter, zu Ihrer eigenen Beruhigung Informationen über Angebote einholen. Zwingen Sie Ihre Mutter nicht, sich mit dem Thema zu befassen, vielleicht kann sie dies zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht. Freiwilligkeit ist die absolute Grundlage für jede Intervention. Freuen Sie sich darüber, dass Ihre Mutter in dem Alter so fit ist und informieren Sie sich trotzdem. Machen Sie das aber nur für sich. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von HUGO:
Worauf muss man achten, wenn man eine Pflegeversicherung abschließt? Ist es wichtig, sich schon ab Pflegestufe 1 zu versichern oder reicht Pflegestufe 2 oder 3?

Antwort von Peter Straßer:
Die Pflegezusatzversicherung dient zur Absicherung der Versorgungslücke zwischen den gesetzlichen Pflegeleistungen und den tatsächlichen anfallenden Pflegekosten. Es ist daher sinnvoll, eine zusätzliche Pflegevorsorge bereits ab Pflegestufe ... [mehr]Die Pflegezusatzversicherung dient zur Absicherung der Versorgungslücke zwischen den gesetzlichen Pflegeleistungen und den tatsächlichen anfallenden Pflegekosten. Es ist daher sinnvoll, eine zusätzliche Pflegevorsorge bereits ab Pflegestufe 0 beziehungsweise ab Stufe 1 zu vereinbaren. Grundsätzlich ist die Entscheidung abhängig von Ihren persönlichen finanziellen Verhältnissen. Erfahrungsgemäß kann auch eine langjährige Pflegebedürftigkeit nach Pflegestufe 1 zu einer extremen finanziellen Belastung werden. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von KLAUS:
Ich habe vom Pflege-Bahr gehört, was genau ist das?

Antwort von Peter Straßer:
Der Bundesrat wird am 21.09.2012 die geförderte ergänzende Pflegeversicherung (GEPV) - den sogenannten Pflege-Bahr - beschließen. In Kraft treten wird der Pflege-Bahr am 01.01.2013. Es handelt ... [mehr]Der Bundesrat wird am 21.09.2012 die geförderte ergänzende Pflegeversicherung (GEPV) - den sogenannten Pflege-Bahr - beschließen. In Kraft treten wird der Pflege-Bahr am 01.01.2013. Es handelt sich hierbei um eine gesetzlich geförderte Pflegezusatzversicherung zur Minderung der Versorgungslücke im Pflegefall. [weniger]

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von TELE32:
Wir möchten für unsere Eltern einen Pflegedienst beauftragen. Wie finde ich den geeigneten für uns? Wo kann man sich Tipps holen?

Antwort von Petra Günthner:
Machen Sie mit mindestens zwei Pflegediensten in Ihrer Nähe einen Termin zum Erstgespräch aus. Diese Pflegedienste erstellen nach Wünschen und Bedürfnissen einen Kostenvoranschlag. Sie können bei ... [mehr]Machen Sie mit mindestens zwei Pflegediensten in Ihrer Nähe einen Termin zum Erstgespräch aus. Diese Pflegedienste erstellen nach Wünschen und Bedürfnissen einen Kostenvoranschlag. Sie können bei der Krankenkasse einen Fragebogen erhalten, indem die wichtigen Punkte stehen, auf die sie achten müssen bei der Wahl eines Pflegedienstes. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von BIGGI:
Ich (58 Jahre) möchte mich gerne für später absichern und denke dabei auch an eine Zusatzversicherung, sollte ich ein Pflegefall werden. Wer kann mich da beraten?

Antwort von Peter Straßer:
Eine private Pflegezusatzversicherung dient zur Schließung bzw. Minderung der Versorgungslücke im Pflegefall. Empfehlenswert ist zum Beispiel der Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung, die individuell gestaffelt vereinbart werden kann. ... [mehr]Eine private Pflegezusatzversicherung dient zur Schließung bzw. Minderung der Versorgungslücke im Pflegefall. Empfehlenswert ist zum Beispiel der Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung, die individuell gestaffelt vereinbart werden kann. Je früher Sie diese Zusatzversicherung abschließen, umso geringer ist der monatliche Versicherungsbeitrag. Als Beratungsstellen kommen das Internet, Ihre Pflegepflichtversicherung oder auch unabängige Versicherungsberatungsstellen in Frage. So bietet zum Beispiel das Internet bereits diverse Vergleiche von Pflegezusatzprodukten von verschiedenen Rating-Agenturen oder Verbraucherverbänden. Holen Sie sich auf alle Fälle mehrere Angebote zum Vergleich ein. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von WIMAYER:
Wie kann ich von der staatlichen Förderung der Pflegeversicherung, die es ab Januar geben soll, profitieren?

Antwort von Peter Straßer:
Der deutsche Bundesrat wird am 21.09.2012 den sogenannten Pflege-Bahr verabschieden, das heißt, dass ab 01.01.2013 eine geförderte ergänzende Pflegeversicherung zur Verfügung steht. Eine Pflegezusatzversicherung soll die ... [mehr]Der deutsche Bundesrat wird am 21.09.2012 den sogenannten Pflege-Bahr verabschieden, das heißt, dass ab 01.01.2013 eine geförderte ergänzende Pflegeversicherung zur Verfügung steht. Eine Pflegezusatzversicherung soll die Versorgungslücke zwischen den gesetzlichen Pflegeleistungen und den tatsächlichen Pflegekosten mindern bzw. schließen. Der Pflege-Bahr leistet einen monatlichen Beitragszuschuss von 5 Euro, sodass Ihnen monatlich 10 Euro als Beitrag verbleiben. Der Pflege-Bahr leistet voraussichtlich bei Pflegestufe 3 mindestens 600 Euro. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von ANTIE:
Meine Mutter ist jetzt 85 Jahre alt geworden und war bis vor einigen Monaten noch geistig superfit und hat sich auch selbst versorgt. Mittlerweile ist sie unfähig, selbst einfachste Aufgaben zu erledigen. Jetzt wandert sie orientierungslos umher und erkennt mich nicht einmal mehr. Leider werde ich auf die Dauer nicht fähig sein, sie selbst zu pflegen. In ihrem jetzigen Zustand braucht sie 24 h Überwachung und Fürsorge. Ich habe einen recht anspruchsvollen Job und sonst gibt es auch niemanden in meiner Familie, der sich um sie kümmern könnte. Nun endlich zu meiner Frage: Können Sie mir sagen, ab welchem Schweregrad von Demenz/Alzheimer Pflegegeld gezahlt wird? Was sind die Schritte zur Beantragung/bzw. die Prozedur?

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Wenn die Verschlechterungen in der Selbständigkeit Ihrer Mutter so rasch vorangeschritten sind, sollten Sie in jedem Fall noch einmal eine Abklärung in einer spezialisierten Klinik anstreben. ... [mehr]Wenn die Verschlechterungen in der Selbständigkeit Ihrer Mutter so rasch vorangeschritten sind, sollten Sie in jedem Fall noch einmal eine Abklärung in einer spezialisierten Klinik anstreben. Normalerweise entwickelt sich eine Demenzerkankung über Jahre hinweg. So wie Sie die Situation Ihrer Mutter schildern, hat sie in jedem Fall Anspruch auf eine Pflegestufe. Zusätzlich zu den Pflegestufen 1 bis 3 gibt es noch die Pflegestufe 0 für erhöhten Betreuungsaufwand. Diese dient dazu, noch ehrenamtliche Helfer oder Betreuung in einer Tagespflege mitzufinanzieren. Sie beantragen die Pflegestufe bei der Krankenkasse der Mutter, zumeist werden Ihnen dann Formulare zugesendet. Manchmal ist es hilfreich, schon einige Zeit vorher mit einem Pflegetagebuch zu beginnen, in welchem sie alle Tätigkeiten auflisten, die sie übernehmen müssen. Nachdem Sie den Antrag an die Kasse gesendet haben, kommt eine Fachkraft zur Begutachtung vom Medizinischen Dienst der Kassen. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von THOMAI:
Da mein Vater schwer krank ist und ich ihn auch mit pflege und für ihn da bin, frage ich mich, ob das auch irgendwie in einer Bewerbung erwähnt werden sollte. Kann mir da jemand helfen?

Antwort von Ina Warnke:
Normalerweise kann man das schon mit erwähnen, dass man einen Angehörigen pflegt. Wenn Sie sich jetzt in einem Pflegebereich bewerben, ist das ein Vorteil. Es kommt ... [mehr]Normalerweise kann man das schon mit erwähnen, dass man einen Angehörigen pflegt. Wenn Sie sich jetzt in einem Pflegebereich bewerben, ist das ein Vorteil. Es kommt wirklich darauf an, wo Sie sich konkret bewerben möchten, um Ihnen eine klare Antwort zu geben. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von X321:
Was kostet eigentlich ein Patientenverfügung? Und wer hilft mir dabei?

Antwort von Ina Warnke:
Die Patientenverfügung können Sie sich kostenlos im Internet herunterladen, beim Ausfüllen hilft Ihnen der Hausarzt.

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von BAUSI:
Wie finde ich eine "Rund-um-die-Uhr-Betreuung" für eine demenzkranke Frau? Eine Wohnung ist vorhanden … Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Antwort von Ina Warnke:
Bitte wenden Sie sich an die ZAV in Bonn, dort werden osteuropäische Pflegekräfte vermittelt. Sie erhalten von dort die entsprechenden Unterlagen zugesendet. Bei der 24-Stunden-Betreuung muss ... [mehr]Bitte wenden Sie sich an die ZAV in Bonn, dort werden osteuropäische Pflegekräfte vermittelt. Sie erhalten von dort die entsprechenden Unterlagen zugesendet. Bei der 24-Stunden-Betreuung muss darauf geachtet werden, dass der Anbieter legal ist. Sie können aber auch den ortsansässigen Pflegedienst fragen, ob eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung angeboten wird. Denn hier hätte der Pflegedienst die Möglichkeit, die zusätzlichen Betreuungsleistungen mit abzurechnen, da es sich um eine demenzkranke Frau handelt. [weniger]

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von MERL_02:
Ich pflege seit Kurzem meinen Vater, der mehr als 90 Kilo wiegt und ständig im Bett liegen muss nach einem schweren Schlaganfall. Welche Dinge könnten mich bei so einem schweren Mann erleichtern? Habe gehört, dass es dafür auch extra hohe Betten gibt. Und wenn ja, was noch und wer bezahlt diese Sachen?

Antwort von Petra Günthner:
Es gibt Hilfsmittel, die notendig sind: ein höhenverstellbares Pflegebett, Hoyerlifter, Rollstuhl und Luftsitzkissen, Badewannenlifter. Diese Hilfsmittel bezahlt bis auf die jeweiligen 10 Euro Kassengebühr die Krankenkasse.

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von MARI-LUISE:
Ich bin jetzt 60 und möchte ganz gern in ein Altenheim. Nett soll es natürlich sein. Aber sollte ich mich heute schon festlegen? Und was ist wichtig, wenn ich einen Vertrag abschließe? Man hört ja immer wieder von diesen Skandalen ...

Antwort von Ina Warnke:
Für welch ein Pflegeheim Sie sich entscheiden, liegt natürlich ganz an Ihnen. Es gibt für bestimmte Einrichtungen lange Wartelisten, wo man sich heute schon einträgt, auch ... [mehr]Für welch ein Pflegeheim Sie sich entscheiden, liegt natürlich ganz an Ihnen. Es gibt für bestimmte Einrichtungen lange Wartelisten, wo man sich heute schon einträgt, auch wenn man z.B. erst in zehn Jahren einziehen wird. Der Vertrag kommt nur dann zustande, wenn Sie einziehen. Es sollten für Sie vorher keine Kosten anfallen. Sie können sich aber auch an Ihre Krankenkasse wenden und fragen, ob man Ihnen eine Liste mit Adressen von Altenheimen in Ihrer Umgebung zur Verfügung stellt. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von GüNTHNER:
Ich suche eine Pflegekraft für meine Mutter, die sie zu Hause mehrmals am Tag ambulant betreut. Worauf sollte man bei einer solchen Pflegekraft achten, welche Voraussetzungen sollte sie erfüllen?

Antwort von Ina Warnke:
Wenn Sie die Möglichkeit haben, mehrere ambulante Pflegedienste auszuwählen, dann kommen Sie bitte mit der jeweiligen Pflegedienstleitung ins Gespräch. Die Pflegedienstleitung wird einen Kostenvoranschlag erstellen, anhand ... [mehr]Wenn Sie die Möglichkeit haben, mehrere ambulante Pflegedienste auszuwählen, dann kommen Sie bitte mit der jeweiligen Pflegedienstleitung ins Gespräch. Die Pflegedienstleitung wird einen Kostenvoranschlag erstellen, anhand der Leistungen, die Ihre Mutter erbracht haben möchte. [weniger]

Moderator:
Bitte nutzen Sie jetzt noch die Zeit und stellen Sie Ihre Fragen. Bis 19 Uhr haben Sie noch Zeit dazu.

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von TELE_02:
Meine Mutter ist 73 Jahre alt und pflegt meinen Vater (75 Jahre) zu Hause. Langsam stößt sie aber an ihre Grenzen und braucht Hilfe. Mein Bruder und ich können ihr leider nicht viel helfen, da wir weiter entfernt wohnen. Wie kann diese Hilfe für sie aussehen? Ich will ihn nicht in ein Heim geben, so weit ist er noch nicht, aber könnte sie vielleicht ambulante Unterstützung bekommen?

Antwort von Petra Günthner:
Ist eine Pflegestufe vorhanden? Wenn nein, dann bitte über die Krankenkasse einen Antrag auf eine Pflegestufe stellen. Falls schon eine Pflegestufe vorhanden ist, kann natürlich ein ... [mehr]Ist eine Pflegestufe vorhanden? Wenn nein, dann bitte über die Krankenkasse einen Antrag auf eine Pflegestufe stellen. Falls schon eine Pflegestufe vorhanden ist, kann natürlich ein Pflegedienst mit eingesetzt werden. Dann bitte einen Pflegedienst verständigen und ein Erstgespräch vereinbaren, indem dann besprochen wird, was der Pflegdienst übernehmen soll. Der erstellt daraufhin einen Kostenvoranschlag. Bei Pflegestufe 1 wären das 450 Euro, bei 2 wäre das 1.100 Euro und bei Pflegestufe 3 wäre das 1.550 Euro. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von SINGLE:
Ich bin Single, 55 Jahre alt und habe keine Geschwister und keine Kinder. Was passiert, wenn ich zum Pflegefall werde und mir die Kosten für ein Heim nicht leisten kann?

Antwort von Peter Straßer:
Empfehlenswert ist hier der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung, damit die Versorgungslücke zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten gemindert bzw. geschlossen wird. Sofern ... [mehr]Empfehlenswert ist hier der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung, damit die Versorgungslücke zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten gemindert bzw. geschlossen wird. Sofern eine private Pflegezusatzversicherung nicht vorliegt und keine privaten finanziellen Rücklagen vorhanden sind, tritt im Pflegefall die Sozialhilfe als Leistungsträger für die offenen Pflegekosten ein. Der Pflegebedürftige muss jedoch vorab seine finanziellen Rücklagen - bis auf ein Schonvermögen - aufgebraucht haben. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von LISSI:
Kann ich meine Wünsche zu meiner späteren Pflege auch in einer Patientenverfügung niederlegen?

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Soweit ich informiert bin, können Sie auch bezüglich der pflegerischen Versorgung Wünsche in der Patientenverfügung festhalten. Die Umsetzung hängt dann natürlich von der aktuellen gesundheitlichen und ... [mehr]Soweit ich informiert bin, können Sie auch bezüglich der pflegerischen Versorgung Wünsche in der Patientenverfügung festhalten. Die Umsetzung hängt dann natürlich von der aktuellen gesundheitlichen und finanziellen Situation ab. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von MABU:
Meine Mutter hatte vor fünf Jahren einen schweren Schlaganfall, seither kann sie nicht mehr alleine sein, ich pflege sie daher. Sie wird aber immer ungerechter und böse und beschimpft mich immer mehr. Ich halte das bald nicht mehr aus. Was raten Sie mir?

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Ich denke, dass fünf Jahre Pflege ohnehin schon ein sehr langer Zeitraum ist. Wenn sich die Situation bei Ihnen und Ihrer Mutter nun zunehmend zuspitzt und ... [mehr]Ich denke, dass fünf Jahre Pflege ohnehin schon ein sehr langer Zeitraum ist. Wenn sich die Situation bei Ihnen und Ihrer Mutter nun zunehmend zuspitzt und schwieriger gestaltet, sollten Sie darüber nachdenken, ihre Mutter in einem Heim betreuen zu lassen. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von ROL_SCHILL:
Mein Ehemann, 47, bekommt Pflegestufe 1. Ich als seine Frau, 46, nicht berufstätig, pflege ihn. Habe irgendwo gehört, dass ich als seine Pflegeperson dadurch sozial (rentenversichert) irgendwie versichert bin. Stimmt das so? Oder wie wird so etwas gehandhabt?

Antwort von Ina Warnke:
Wenn Sie bei der Pflegekasse als eingetragene Pflegeperson gemeldet sind, und über 14 Stunden in der Woche Ihren Mann pflegen, sind Sie mit rentenversichert. Das entsprechende ... [mehr]Wenn Sie bei der Pflegekasse als eingetragene Pflegeperson gemeldet sind, und über 14 Stunden in der Woche Ihren Mann pflegen, sind Sie mit rentenversichert. Das entsprechende Formular bzw. den Antrag erhalten Sie von der Pflegekasse Ihres Mannes. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von HME:
Meine Mutter (78 Jahre) liegt zurzeit noch im Krankenhaus und soll jetzt entweder nach Hause oder erst einmal in eine Kurzzeitpflege, bis ein Heim gefunden ist. Sie ist laut den Ärzten nicht mehr heilbar (Streukrebs). Was passiert, wenn wir sie erst mal zu Hause pflegen? Kann man sie dann immer noch in ein Heim bringen, wenn wir merken, dass es uns zu viel wird? Meine Mutter ist manchmal einigermaßen gut drauf und ein andermal kann sie gar nichts. Mein Vater pflegt sie schon seit Monaten. Wir wissen nicht, was wir jetzt tun sollen …

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Sie können Ihre Mutter ganz sicher erst zu Hause pflegen, das ändert nichts daran, dass Sie sie später noch in einem Heim betreuen lassen können. An ... [mehr]Sie können Ihre Mutter ganz sicher erst zu Hause pflegen, das ändert nichts daran, dass Sie sie später noch in einem Heim betreuen lassen können. An der rechtlichen Lage oder an Ansprüchen ändert sich dadurch nichts. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von BERNS:
Eine Pflegestufe für meine Mutter ist abgelehnt worden. Wir finden aber, dass der Gutachter des Medizinischen Dienstes nicht richtig auf ihre Probleme eingegangen ist? Wir fühlen uns ungerecht behandelt, was können wir tun?

Antwort von Ina Warnke:
Sie haben die Möglichkeit, dem Gutachten zu widersprechen. Bitte erfragen Sie bei Ihrer Versicherung die Einspruchsfrist. Die Versicherung wird aufgrund des Widerspruchs ein zweites Gutachten anfertigen ... [mehr]Sie haben die Möglichkeit, dem Gutachten zu widersprechen. Bitte erfragen Sie bei Ihrer Versicherung die Einspruchsfrist. Die Versicherung wird aufgrund des Widerspruchs ein zweites Gutachten anfertigen lassen, dieses ist für Sie kostenlos. [weniger]

Petra Günthner
Petra Günthner,
Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München

Frage von BU_HE:
Wir wollen mit unserer Oma in den Urlaub fahren. Sie muss jeden Monat mehrere 100 Euro für die Unterbringung im Heim dazu bezahlen. Wenn wir sie jetzt 2 Wochen mit in den Urlaub nehmen, 1. laufen dann die normalen Kosten für das Heim weiter, obwohl sie nicht da ist? 2. können wir einen Antrag o.ä. stellen, damit sie weniger bezahlt? 3. stehen ihr oder uns vonseiten der Pflegekasse Zuschüsse für die Betreuung zu? Da ich im Netz nichts finden kann, wäre ich für Ihren Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus.

Antwort von Petra Günthner:
Die Heimkosten laufen zum geringen Teil weiter, bitte beim Heim vorher eine Info einholen. Zuschüsse gibt es, wenn zusätzlich zu Pflegesachleistungen auch Betreuungsleistungen genehmigt wurden, ansonsten ... [mehr]Die Heimkosten laufen zum geringen Teil weiter, bitte beim Heim vorher eine Info einholen. Zuschüsse gibt es, wenn zusätzlich zu Pflegesachleistungen auch Betreuungsleistungen genehmigt wurden, ansonsten sehe ich keine großen Chancen. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von HUTZ:
Meine Oma liegt zurzeit im Krankenhaus und braucht danach Pflege und Betreuung. Wer entscheidet denn darüber, ob sie anschließend ins Heim geht oder zu Hause weiter gepflegt wird? Wir Angehörigen sind uns darüber nicht einig. Meine Mutter möchte sie zu Hause pflegen, ich möchte aber lieber, dass sie ins Heim geht, weil ich sie dort besser versorgt glaube. Liegt die Entscheidung dann eher bei meiner Mutter, weil sie die nächste Verwandte von ihr ist?

Antwort von Ina Warnke:
Die Situation ist sicherlich sehr schwierig für Sie. Wichtig ist, dass der Betroffene selbst noch mit entscheiden kann. Hier gibt es keine Reihenfolge in der Entscheidungsfindung. ... [mehr]Die Situation ist sicherlich sehr schwierig für Sie. Wichtig ist, dass der Betroffene selbst noch mit entscheiden kann. Hier gibt es keine Reihenfolge in der Entscheidungsfindung. Kann der Betroffene nicht mehr selbst entscheiden, muss der Bevollmächtigte entscheiden. [weniger]

Dr. phil. Britta Wiegele
Dr. phil. Britta Wiegele,
Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik/Therapie v. Gedächtnisbeeinträchtigungen u. Demenz, Beratung pflegender Angehörig

Frage von MAAICH:
Eine Bekannte von mir pflegt ihre Mutter zu Hause, die Pflegestufe 2 hat. Es kommt einmal die Woche für zwei Stunden ein Pflegedienst, damit meine Bekannte einkaufen kann etc. Sie kann die Mutter nie alleine lassen. Aber sie hat auch mal den Wunsch, ab und zu einen Tag für sich zu haben. Ich habe gehört, dass man ein paar Tage im Jahr eine Tagesunterstützung bekommen kann. Nun suche ich Informationen dazu. Ich bin über jede Hilfe dankbar. Ich möchte ihr echt gern helfen. Sie ist selber schon über 60 Jahre alt und kennt sich da auch nicht so genau aus.

Antwort von Dr. phil. Britta Wiegele:
Suchen Sie Informationen unter dem Stichwort Verhinderungspflege, diese dient dazu, pflegende Angehörige zu entlasten. Sollte bei der Mutter Ihrer Bekannten nicht nur körperliche Pflegebedürftigkeit, sondern auch ... [mehr]Suchen Sie Informationen unter dem Stichwort Verhinderungspflege, diese dient dazu, pflegende Angehörige zu entlasten. Sollte bei der Mutter Ihrer Bekannten nicht nur körperliche Pflegebedürftigkeit, sondern auch eine Demenzerkrankung vorliegen, kann sie zusätzliche Betreuungsleistungen im Rahmen der sogenannten Pflegestufe 0 abrufen. Hier können geschulte Demenzhelfer für die Betreuung zu Hause aktiviert werden. [weniger]

Peter Straßer
Peter Straßer,
Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von TIMO_LU:
Was ist, wenn ich pflegebedürftig werde und mir kein Heim leisten kann? Kann ich irgendwie
vorsorgen?

Antwort von Peter Straßer:
Empfehlenswert ist hier der Abschluss einer zusätzlichen privaten Pflegeversicherung wie zum Beispiel eines Pflegetagegeldes. Dieses Pflegetagegeld ermöglicht Ihnen dann, die Versorgungslücke im Pflegefall zu mindern beziehungsweise ... [mehr]Empfehlenswert ist hier der Abschluss einer zusätzlichen privaten Pflegeversicherung wie zum Beispiel eines Pflegetagegeldes. Dieses Pflegetagegeld ermöglicht Ihnen dann, die Versorgungslücke im Pflegefall zu mindern beziehungsweise zu schließen. Sofern die finanzielle Situation den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung nicht zulässt, tritt das für Sie zuständige Sozialamt im Pflegefall für die offenen Pflegekosten nach entsprechender Leistungsprüfung ein. [weniger]

Ina Warnke
Ina Warnke,
Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München

Frage von LO_LU:
Wir hatten überlegt, eine osteuropäische Pflegekraft für meinen Vater einzustellen. Ist das sinnvoll und was gibt es dabei zu beachten?

Antwort von Ina Warnke:
Sie wenden sich bitte an die ZAV in Bonn für die Vermittlung einer osteuropäischen Pflegekraft. Die jeweilige Adresse und Telefonnummer erfahren Sie im Internet. Von dort ... [mehr]Sie wenden sich bitte an die ZAV in Bonn für die Vermittlung einer osteuropäischen Pflegekraft. Die jeweilige Adresse und Telefonnummer erfahren Sie im Internet. Von dort erhalten Sie die entsprechenden Formulare zugesendet. [weniger]

Moderator:
Wir danken Ihnen ganz herzlich, dass sie dabei waren und Ihre Fragen gestellt haben. Und unseren Experten danken wir für die kundige Beantwortung der vielen Fragen. Auch wenn wir dieses Mal nicht alle Fragen beantworten konnten, sind wir doch zuversichtlich, dass wir die wichtigsten fachlichen Zusammenhänge, die Sie interessierten, darstellen konnten!

Moderator:
Wir freuen uns auf den nächsten Chat mit Ihnen!