25.10.2012:

Sterben/Trauer

Das Sterben nicht totschweigen

Ob Erbschaft oder Testament, Patientenverfügung oder Organspende, ob Erd-, Feuer- oder Seebestattung – die Themen rund ums Sterben sind heikel. Den alten Menschen will keiner zuhören. Man traut sich nicht, in der Familie über das Sterben zu reden. Und junge Menschen verdrängen das Thema häufig. Allein das Vererben ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln und noch mehr Fragen: Wer sollte unbedingt ein schriftliches Testament machen und wie muss dieses verfasst sein? Wie hebt man es am besten auf, damit es nicht in „falsche Hände“ gerät? Was passiert, wenn nichts verfügt wurde? Viele möchten wissen, wie man Erbschafts- oder Bestattungs-Verfügungen am besten regelt. Das gilt auch für andere Wünsche, die mit dem Ableben im Zusammenhang stehen. Auch das Thema Bestattung und vor allem die Kosten dafür bewegen die Gemüter: Wie kann man die eigene Bestattung finanzieren und seine Familie vor immensen Kosten schützen? Wie funktioniert eine Sterbegeld-Versicherung? Welche alternativen Bestattungsformen gibt es? Kann man seine Beisetzung schon zu Lebzeiten gestalten? Müssen Traditionen noch gelebt werden – oder kann man auch eine Abschiedsparty planen?

Chat-Protokoll

Moderator:
Herzlich willkommen zu unserem Live-Chat zum Thema "Das Sterben nicht totschweigen". Wir freuen uns auf Ihre Fragen. Unsere Experten stehen Ihnen sehr gern bis 18 Uhr mit fachkundigen Antworten zur Verfügung.

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von D. KIEGLER:
Ich bin 70 Jahre alt und wohne mit meiner zweiten Ehefrau in einer Mietwohnung. Ich möchte so bald wie möglich für mein erspartes Geld eine Eigentumswohnung erwerben, die bei meinem Ableben weiterhin meiner Ehefrau zur Verfügung steht, ohne dass meine Erben (drei Töchter aus erster Ehe) Anspruch darauf erheben können. Erst nach dem Tod meiner Ehefrau (keine eigenen Kinder vorhanden), soll die Eigentumswohnung meinen Erben zukommen. Wie könnte ich das regeln?

Antwort von Bernhard Würzle:
Unabhängig von der Zusammensetzung Ihres Vermögens (Geld oder Wohnung) stehen Ihren Töchtern jeweils die gesetzlichen Pflichtteile zu, wenn Sie Ihre Ehefrau zur Alleinerbin einsetzen. Es empfiehlt ... [mehr]Unabhängig von der Zusammensetzung Ihres Vermögens (Geld oder Wohnung) stehen Ihren Töchtern jeweils die gesetzlichen Pflichtteile zu, wenn Sie Ihre Ehefrau zur Alleinerbin einsetzen. Es empfiehlt sich, sofern möglich, mit den Töchtern über einen Pflichtteilsverzicht im Rahmen einer erbvertraglichen Regelung zu sprechen, zum Beispiel die Einsetzung der Ehefrau als Vorerbin und der Töchter als Nacherben, sodass Ihre Frau die Wohnung nutzen kann, so lange sie lebt. Sollte eine einvernehmliche Gestaltung nicht möglich sein, besteht die Möglichkeit durch Schenkungen zu Lebzeiten oder eventuell durch einen Wechsel des ehelichen Güterstandes die Pflichtteilsansprüche der Töchter zu reduzieren. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von FELIX:
In welchem Fall muss eine Gebühr für die Ausstellung des Totenscheins durch den Hausarzt oder Notdienst bezahlt werden?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Wenn der Verstorbene zu Hause, im Hospiz, im Altersheim oder bei einem Unfall gestorben ist. Beim Tod im im Krankenhaus muss auch bezahlt werden, allerdings stellt ... [mehr]Wenn der Verstorbene zu Hause, im Hospiz, im Altersheim oder bei einem Unfall gestorben ist. Beim Tod im im Krankenhaus muss auch bezahlt werden, allerdings stellt dann das Krankenhaus die Rechnung. Also im Grunde immer. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von DREMMEL_P:
Meine Eltern sind vor kurzem verstorben und ich wohne 500 km entfernt vom Elternhaus. Mein Bruder ist vor Ort, entnimmt aber schon diverse Gegenstände und denkt, ich merke das nicht. Was kann ich dagegen tun?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Wir gehen davon aus, dass Sie und Ihr Bruder zu gleichen Teilen Erbe geworden sind. Danach steht Ihnen an allen Gegenständen ein Eigentum in Höhe von ... [mehr]Wir gehen davon aus, dass Sie und Ihr Bruder zu gleichen Teilen Erbe geworden sind. Danach steht Ihnen an allen Gegenständen ein Eigentum in Höhe von der Hälfte zu. Sofern Ihr Bruder ohne Ihre Zustimmung Gegenstände an sich nimmt, macht er sich gegebenenfalls schadenersatzpflichtig. Wir empfehlen Ihnen auf jeden Fall, zum Wohnort Ihrer verstorbenen Eltern zu fahren und eine Bestandsaufnahme aller Nachlassgegenstände vorzunehmen. Damit können Sie bei der späteren Erbauseinandersetzung feststellen, welche Gegenstände dann nicht mehr auffindbar sind, für die Ihr Bruder gegebenenfalls Schadenersatz zu leisten hat. Sollten sich die Vorkommnisse verschärfen, empfehlen wir Ihnen dies beim Nachlassgericht anzuzeigen. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von NOCHE:
Wir sind ein unverheiratetes Paar mit gemeinsamer Eigentumswohnung je 50 %. Wir haben beide ein handschriftliches Testament erstellt. Er hat noch einen Sohn aus erster Ehe. Sie eine Mutter. Beim Ableben von einem würde eine gesetzliche Erbfolge eintreten. Wie können die Partner sich schützen, damit die Eigentumswohnung in ihrem Besitz bleibt? Wie nimmt man einen notariellen Pflichtanteilsverzicht vor? Wollte meinem Sohn mitteilen, dass wir dies vorhaben. Er lebt in Norwegen. Müsste er zu einem notariellen Termin erscheinen? Kann man eine Zusatzvereinbarung erstellen, die meinen Sohn und seine beiden Kinder nach Ableben meiner Partnerin als Erben einsetzt? Würde er bei einem Erbe Schulden miterben? Die Eigentumswohnung ist noch nicht ganz bezahlt. Kann man den länger lebenden Partner testamentarisch zum Eigentümer und Nutzungsberechtigten erklären?

Antwort von Bernhard Würzle:
Um Ihre Fragen beantworten zu können, unterstelle ich zunächst, dass Sie sich mit Ihren handschriftlichen Testamenten (gemeinschaftliche Testamente können nur Eheleute errichten) als gegenseitige Erben eingesetzt ... [mehr]Um Ihre Fragen beantworten zu können, unterstelle ich zunächst, dass Sie sich mit Ihren handschriftlichen Testamenten (gemeinschaftliche Testamente können nur Eheleute errichten) als gegenseitige Erben eingesetzt haben. In diesem Fall würde der 50 % Anteil des verstorbenen Partners auf den jeweils anderen übergehen, die Mutter der Frau beziehungsweise der Sohn des Mannes hätten jeweils Pflichtteilsansprüche. Die Pflichtteilsansprüche sind auf Auszahlung von Geld gerichtet, ein Eintrag ins Grundbuch erfolgt nicht. Der Pflichtteilsverzicht muss notariell beurkundet werden, im Ausland bei der deutschen Botschaft. Eine Zusatzvereinbarung ist nicht möglich, evtl. könnte durch einen Erbvertrag zwischen Ihnen und Ihrer Lebensgefährtin mit Vor-und Nacherbschaft eine Regelung getroffen werden, dass letztendlich Ihr Sohn bzw. Ihre Enkel die Wohnung erhalten. Schulden werden grundsätzlich mit vererbt. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von GUNDI:
Was kostet ein Einäscherungssarg? Gibt es da Unterschiede? Wenn ja, welche?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Die Preise für Särge legt der Bestatter unabhängig fest. Es gibt keine Preisbindung. Man kann in fast jedem Sarg eingeäschert werden. Auch teure Särge können verbrannt ... [mehr]Die Preise für Särge legt der Bestatter unabhängig fest. Es gibt keine Preisbindung. Man kann in fast jedem Sarg eingeäschert werden. Auch teure Särge können verbrannt werden und die meisten Krematorien freuen sich über Eichensärge, da sie damit Energierkosten sparen. Der Sarg wird mit dem Verstorbenen verbrannt und ist bei einer Trauerfeier sichtbar. Der günstigste Sarg (normalerweise Kiefer, unbehandelt) liegt zwischen 200 und 800 Euro. Es lohnt sich, beim Bestatter nachzufragen, ob die Kosten nur für den Sarg sind oder er bereits mit Schutzeinlagen, Matratze etc. ausgestattet ist oder ob das noch dazukommt. Die Unterschiede liegen in der Optik, der Haptik, der Qualität der Verarbeitung und der Qualität des Holzes. Särge aus Osteuropa sind im Normalfall sehr viel billiger als einheimische Ware. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von MMAYER:
Ich habe gehört, dass die katholische Kirche nicht für den Friedwald ist. Ich bin Katholikin und will mich dort aber trotzdem beerdigen lassen. Darf ein katholischer Pfarrer dennoch bei einer Bestattung im Friedwald mitwirken?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Die katholische Kirche ist tatsächlich nicht von Friedwäldern begeistert. Allerdings hat jeder katholische Geistliche dennoch das Recht, die Beisetzung durchzuführen. Allerdings befinden sich die meisten Wälder ... [mehr]Die katholische Kirche ist tatsächlich nicht von Friedwäldern begeistert. Allerdings hat jeder katholische Geistliche dennoch das Recht, die Beisetzung durchzuführen. Allerdings befinden sich die meisten Wälder für Baumbestattungen außerhalb. Für viele Pfarrer ist der lange Anfahrtsweg ein Grund, nicht dabei sein zu können. Eine gute Lösung ist eine Trauerfeier vor der Beisetzung mit Sarg oder mit Urne in dem Ort, an dem Sie leben, vielleicht sogar in der Kirche zu machen und die Beisetzung dann später im Familienkreis im Friedwald. Ob Ihr Pfarrer da mitkommt, ist ihm überlassen. In manchen Wäldern gibt es auch Geistliche, die bereit sind zu begleiten. Es lohnt sich, bei Ihrem Pfarrer und - wenn dieser Bedenken hat - beim Friedwald nach zu fragen. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von AXEL:
Wenn man seinem Ehepartner etwas schenkt, ist das dann vor den Erben sicher, die eh nur einen Pflichtteil bekommen?

Antwort von Bernhard Würzle:
Nein, Schenkungen unter Ehegatten sind pflichtteilsrelevant, sie werden bei der Berechnung von Pflichtteilsergänzungsansprüchen berücksichtigt.

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von CUBE89:
Ich möchte eine Sterbegeld-Versicherung abschließen, bin gesundheitlich aber schon etwas angeschlagen. Kann ich unter diesen Umständen überhaupt eine Police beantragen?

Antwort von Michaela Atsch:
Viele Versicherungsgesellschaften auf dem Markt bieten den Abschluss einer Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung an. Bei diesen Verträgen steht die volle Versicherungsleistung dann allerdings erst nach einer Wartezeit ... [mehr]Viele Versicherungsgesellschaften auf dem Markt bieten den Abschluss einer Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung an. Bei diesen Verträgen steht die volle Versicherungsleistung dann allerdings erst nach einer Wartezeit von zwischen 12 und 36 Monaten - abhängig von der Versicherungsgesellschaft und der gewählten Tarifvariante - zur Verfügung. Bei einem Todesfall während dieser Wartezeit erhalten die Hinterbliebenen dann zumeist nur die eingezahlten Beiträge zurück oder nur eine anteilige Versicherungssumme. Ausnahmen gibt es bei Unfalltod. Hier leisten viele Versicherer die volle Versicherungssumme bereits ab Versicherungsbeginn. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von BIDCOS:
Ich habe gestern eine Patientenverfügung erstellt und weiß nicht, wo ich die sinnvoll hinterlegen soll. Ich habe keine Kinder, bin sozusagen alleinstehend. Was raten Sie mir?

Antwort von Bernhard Würzle:
Fragen Sie bei Ihrem Hausarzt nach, ob er bereit ist, die Patientenverfügung oder eine Kopie davon zu Ihren persönlichen Unterlagen zu nehmen. Die Patientenverfügung kommt dann ... [mehr]Fragen Sie bei Ihrem Hausarzt nach, ob er bereit ist, die Patientenverfügung oder eine Kopie davon zu Ihren persönlichen Unterlagen zu nehmen. Die Patientenverfügung kommt dann die Bedeutung zu, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, über Ihre Heilbehandlung zu entscheiden. In Krankenhäusern wird meist der Hausarzt kontaktiert, um an die Patientenunterlagen zu gelangen. [weniger]

Moderator:
Vielen Dank für Ihre rege Beteiligung. Unsere Experten beantworten Ihre Fragen so schnell wie möglich. Manchmal müssen wir wegen der vielen Fragen aber um ein wenig Geduld bitten.

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von OPA HARPE:
Mein Vater war ein ganz besonderer Mann, der Rockmusik liebte. Kann ich an seiner Trauerfeier auch Hardrock auflegen? Ich bin mir sicher, meine Tanten und Onkel verlassen dabei die Kapelle.

Antwort von Andrea Maria Haller:
Aber oft kann man in der Mitte einer Feier ein ungewöhnliches Musikstück einbauen, wenn man es vorher erklärt. "NN liebte Rockmusik und so wollen wir heute ... [mehr]Aber oft kann man in der Mitte einer Feier ein ungewöhnliches Musikstück einbauen, wenn man es vorher erklärt. "NN liebte Rockmusik und so wollen wir heute in Andenken an ihn auch seine Musik hören. Selbst wenn es für eine Trauerfeier ungewöhnlich ist. Aber diese Feier soll auch Ausdruck seines Lebens und seiner Persönlichkeit sein." Dann kann man Anfang und Ende mit etwas gediegeneren Stücken begehen und selten ist dann der Familienfrieden zerrüttet. Allerdings: Viele Pfarrer lehnen das Spielen von weltlicher Musik an Trauerfeiern ab. [weniger]

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von HUTZ-33:
Ich möchte meine Kinder komplett von den Kosten meiner Bestattung entlasten. Welche Vorsorge-Möglichkeiten habe ich?

Antwort von Michaela Atsch:
Durch Abschluss einer Sterbegeldversicherung können Sie die Kosten für eine Beerdigung abfangen und damit Ihre Kinder bezüglich dieser Kosten entlasten. Die Todesfallsumme sollte bei Abschluss dabei ... [mehr]Durch Abschluss einer Sterbegeldversicherung können Sie die Kosten für eine Beerdigung abfangen und damit Ihre Kinder bezüglich dieser Kosten entlasten. Die Todesfallsumme sollte bei Abschluss dabei in der Höhe gewählt werden, dass die Bestattungsleistungen, die Sie sich vorstellen, damit auch abgedeckt sind. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von WEBCAM111:
Soll ich mein Haus zu Lebzeiten verschenken oder erst nach dem Tod vererben?

Antwort von Bernhard Würzle:
Beides ist möglich. Wenn das Haus Ihr einziger Vermögenswert sein sollte, kann ich dies nicht empfehlen.

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von TELE5:
Ich möchte die Erbschaftssteuer für meine Nachkommen möglichst gering halten und dafür zu Lebzeiten schon alles Mögliche tun. Was kann ich tun und wie hoch ist der Steuerfreibetrag bei Ehepartnern und Kindern überhaupt?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Der Steuerfreibetrag für Ehepartner ist im Falle einer Schenkung 500.000 Euro und im Todesfalle zusätzlich 256.000 Euro, für Kinder jeweils 400.000 Euro. Die Steuerfreibeträge können alle ... [mehr]Der Steuerfreibetrag für Ehepartner ist im Falle einer Schenkung 500.000 Euro und im Todesfalle zusätzlich 256.000 Euro, für Kinder jeweils 400.000 Euro. Die Steuerfreibeträge können alle zehn Jahre erneut genutzt werden. Zur Steueroptimierung empfehlen wir Ihnen daher, alle zehn Jahre Vermögensgegenstände im Wert der jeweiligen Steuerfreibeträge auf Ehegatten und Kinder zu übertragen. Zudem bestehen weitere Steuerbefreiungen, etwa für das sogenannte Familienheim, welche aber mit Ihrem persönlichen Verhältnissen individuell abgestimmt werden müssten. [weniger]

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von TIGERENTE:
Seit August 2012 befindet sich mein Vater in einem Seniorenheim. Noch kann er sich aus seinem gespartem Vermögen finanzieren. Er hat 2009 eine Sterbeversicherung über 6000 Euro abgeschlossen. Das Sozialamt teilte mir bei einer Beratung mit: Wenn das Vermögen meines Vaters aufgebraucht ist, bleibt ihm ein Selbstbehalt von 2.500 Euro. Die Sterbeversicherung von 6.000 Euro wird weggenommen, sie ist zu hoch. Darauf hin habe ich jetzt die Sterbeversicherung – über eine Sparkasse – auf 3.500 Euro herabsetzen lassen. Ist jetzt die Sterbeversicherung zusätzlich zu dem geschützten Selbstbehalt oder kann sie vom Sozialamt immer noch weggenommen werden? Welche Möglichkeiten bleiben dann noch, um später die Beerdigung überhaupt bezahlen zu können?

Antwort von Michaela Atsch:
Eine reine Sterbegeldversicherung - Achtung: hierzu zählt zum Beispiel keine Risikolebensversicherung mit Todesfallsumme - wird nach aktuellem Kenntnisstand vom Sozialamt nicht angegriffen, sofern die Höhe des ... [mehr]Eine reine Sterbegeldversicherung - Achtung: hierzu zählt zum Beispiel keine Risikolebensversicherung mit Todesfallsumme - wird nach aktuellem Kenntnisstand vom Sozialamt nicht angegriffen, sofern die Höhe des Leistungsumfanges "angemessen" ist. Diese Absicherung ist also zusätzlich zu dem von Ihnen angesprochen sogenannten Freibetrag von 2.500 Euro. Da eine Bestattung im günstigsten Fall bei circa 2.500 Euro beginnt und bis weit über 10.000 Euro gehen kann, sollte die Todesfallsumme in einer Sterbegeldversicherung so gewählt werden, dass zumindest die Kosten der gewünschten Bestattungsleistungen, wenn auch nur in einfacher Form, gedeckt sind - wie oben erwähnt "angemessen". [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von DIDAS:
Es gibt die Möglichkeit, den Verstorbenen vor der Trauerfeier offen aufzubahren. Aber kann ich das auch zu Hause und gibt es dafür eine zeitliche Regelung?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Selbstverständlich können Sie den Toten zu Hause aufbahren. Die Zeiten sind je nach Bundesland unterschiedlich und liegen zwischen 36 und 48 Stunden. Kontrolliert wird das aber ... [mehr]Selbstverständlich können Sie den Toten zu Hause aufbahren. Die Zeiten sind je nach Bundesland unterschiedlich und liegen zwischen 36 und 48 Stunden. Kontrolliert wird das aber nicht und es gibt immer die Möglichkeit einer Sondergenehmigung. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von NINO:
Ich habe einen Metallbearbeitungsbetrieb, den ich nach und nach an meinen Sohn übertrage. Nun frage ich mich, kann auf Schenkungen, die ich zu Lebzeiten vorgenommen habe, um die Erbmasse zu reduzieren, später der Pflichtteilsberechtigte noch Anspruch erheben?

Antwort von Bernhard Würzle:
Dies hängt davon ab, an wen die Schenkungen gingen und unter welchen Voraussetzungen beziehungsweise Anordnungen. Schenkungen an Dritte sind zu berücksichtigen innerhalb der letzten 10 Jahre, ... [mehr]Dies hängt davon ab, an wen die Schenkungen gingen und unter welchen Voraussetzungen beziehungsweise Anordnungen. Schenkungen an Dritte sind zu berücksichtigen innerhalb der letzten 10 Jahre, gerechnet ab dem Todestag. Der anzurechnende Wert sinkt pro Jahr um 10 Prozent. Schenkungen an den Ehegatten während der gesamten Ehezeit sind pflichtteilsrelevant. Hat ein Pflichtteilsberechtigter selbst Schenkungen erhalten, werden diese auf den Pflichtteil angerechnet, hier ist noch zu beachten, ob ausdrückliche Anordnungen zur Anrechnung bei der Schenkung erfolgt sind. Diese sind auch nach Ablauf der 10 Jahre zu berücksichtigen. Eine genauere Antwort kann ich aufgrund der Fragestellung leider nicht geben. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von FRANK S:
Wie hoch ist bei einer Erbschaft der Steuerfreibetrag für meine Ehefrau und meine zwei Kinder?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Der Steuerfreibetrag für Ihre Ehefrau beträgt im Todesfall 500.000 Euro zuzüglich 256.000 Euro (sogenannter Versorgungsfreibetrag), bei Ihren Kindern jeweils 400.000 Euro.

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von CHRISTO:
Mein Vater geht auf die 90 zu und ist sehr krank. In unserem Ort gibt es einige Bestattungsinstitute. Kann ich im Vorfeld von jedem ein Angebot verlangen über die Höhe der Kosten, die auf mich zukommen werden?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Ja, selbstverständlich können Sie das. Allerdings ist es besser, das in Person zu machen, im persönlichen Gespräch. Für Bestatter ist es sehr schwierig, einen allgemein verbindlichen ... [mehr]Ja, selbstverständlich können Sie das. Allerdings ist es besser, das in Person zu machen, im persönlichen Gespräch. Für Bestatter ist es sehr schwierig, einen allgemein verbindlichen Kostenvoranschlag zu machen. Achten Sie auch darauf, wo Sie sich wohl und gut aufgehoben fühlen. Stellen Sie sich die Frage, wer soll mich begleiten, wenn mein Vater stirbt. Möchte ich, dass diese Menschen meinen Vater ankleiden und versorgen? [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von CONTROLLER4:
Ich bin alleinstehend und möchte meine Bestattung mit einem Bestattungsinstitut jetzt schon festlegen, aber wie erfahren die davon, dass ich verstorben bin?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Sinnvoll ist, wenn Freunde und Bekannte oder Betreuer, Krankenhaus, Altersheim, Pflegedienste Bescheid wissen, dass Sie eine Vorsorge haben. Viele Bestatter stellen Vorsorgeausweise aus, die man im ... [mehr]Sinnvoll ist, wenn Freunde und Bekannte oder Betreuer, Krankenhaus, Altersheim, Pflegedienste Bescheid wissen, dass Sie eine Vorsorge haben. Viele Bestatter stellen Vorsorgeausweise aus, die man im Geldbeutel aufbewahren oder an andere weitergeben kann. Es macht auch Sinn, die Information gut sichtbar im Gang der Wohnung aufzubewahren - oder einen Hinweis, wo im Notfall alle Informationen zu finden sind, sowie ein Hinweis auf einen Ansprechpartner. [weniger]

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von GELA:
Ich bin 40 Jahre alt und Hartz4-Empfängerin. Die Bestattungskosten von meiner Mutter haben mich nun fast in den Ruin getrieben. Das möchte ich meinem Sohn später nicht antun. Was kostet eine Sterbegeldversicherung für mich?

Antwort von Michaela Atsch:
Der Beitrag für eine Sterbegeldversicherung ist abhängig von mehreren Faktoren: der Versicherungsgesellschaft, der gewählten Tarifvariante sowie der jeweilig gewünschten Todesfallsumme. Diese Summe sollte bei Abschluss einer ... [mehr]Der Beitrag für eine Sterbegeldversicherung ist abhängig von mehreren Faktoren: der Versicherungsgesellschaft, der gewählten Tarifvariante sowie der jeweilig gewünschten Todesfallsumme. Diese Summe sollte bei Abschluss einer Sterbegeldversicherung so gewählt werden, dass auch die von Ihnen gewünschten Bestattungsleistungen wie zum Beispiel Erd- oder Feuerbestattung, Trauerfeier und Grabkosten hiermit abgedeckt werden. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von FELIX:
Was bedeutet in der Bestattungsgebührenordnung einer Stadt die Bezeichnung (66 Euro)? Muss eine solche auch bezahlt werden, wenn der Verstorbene direkt aus dem Haus zur Einäscherung überführt wird?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Die Überführung des Verstorbenen hat nichts mit den Gebühren der Stadt zu tun. Die Überführung wird normalerweise vom Bestatter durchgeführt. Ich glaube, vor der Bezeichnung 66 ... [mehr]Die Überführung des Verstorbenen hat nichts mit den Gebühren der Stadt zu tun. Die Überführung wird normalerweise vom Bestatter durchgeführt. Ich glaube, vor der Bezeichnung 66 Euro sollte viellleicht noch ein anderes Wort stehen, dass ich aber leider nicht erraten kann. [weniger]

Moderator:
Es gehen so viele Fragen bei uns ein, dass wir uns bei inhaltlich ähnlichen Fragen für eine entscheiden müssen. Dafür bitten wir für Ihr Verständnis. Wir hoffen aber, dass die Antworten Ihnen auch in diesen Fällen helfen.

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von SCHMITT:
Ich bin zwar erst 44, möchte aber gerne schon für später vorsorgen. Ich möchte nicht, dass meine Kinder später für meine Beerdigung aufkommen müssen, und möchte das daher gerne absichern. Macht das überhaupt Sinn, schon so früh? Mit welchem Beitrag pro Monat wäre denn zu rechnen? Und müssen meine Frau und ich getrennte Policen abschließen oder gibt es auch so etwas wie einen "Partnervertrag"?

Antwort von Michaela Atsch:
Der Ansatz, bereits zu Lebzeiten und auch frühzeitig sich hiermit auseinanderzusetzen, ist absolut richtig, auch besonders unter dem Aspekt, Ihre Kinder von dieser Thematik zu entlasten. ... [mehr]Der Ansatz, bereits zu Lebzeiten und auch frühzeitig sich hiermit auseinanderzusetzen, ist absolut richtig, auch besonders unter dem Aspekt, Ihre Kinder von dieser Thematik zu entlasten. Der monatliche Beitrag für eine Sterbegeldversicherung hängt, je nach Versicherungsgesellschaft und gewünschtem Tarif, zum einen von der Höhe der jeweiligen Todesfallsumme sowie auch vom Eintrittsalter - d.h. je früher um so günstiger der Beitrag - der jeweiligen zu versichernden Person ab. Für jede zu versichernde Person muss ein einzelner Vertrag abgeschlossen werden. "Partnerpolicen" gibt es in der Sterbegeldversicherung nicht. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von HERMANN_SCHI:
Ich bin allein stehend und habe nur einen Neffen, der als Erbe in Frage kommt. Wie hoch ist bei diesem Verwandtschaftsgrad die Erbschaftssteuer?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Die Höhe der Erbschaftssteuer hängt von dem vererbten Vermögen ab. Ihr Neffe hat jedenfalls einen Steuerfreibetrag in Höhe von 20.000 Euro, der Steuersatz selbst beginnt bei ... [mehr]Die Höhe der Erbschaftssteuer hängt von dem vererbten Vermögen ab. Ihr Neffe hat jedenfalls einen Steuerfreibetrag in Höhe von 20.000 Euro, der Steuersatz selbst beginnt bei 15 % und endet entsprechend dem Vermögen bei 43 %. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von LUNA:
Meine Tochter soll mein Haus bekommen, weil sie sich rührend um mich kümmert. Mein Sohn soll aber leer ausgehen. Ich möchte gerne seinen Pflichtteil umgehen, geht das und wie hoch wäre der überhaupt?

Antwort von Bernhard Würzle:
Der Pflichtteil Ihres Sohnes beträgt ein Viertel des Nachlasswertes, wenn Ihr Mann bereits vorverstorben sein sollte, andernfalls ein Achtel. Zur Reduzierung des Pflichtteils können Sie Ihr ... [mehr]Der Pflichtteil Ihres Sohnes beträgt ein Viertel des Nachlasswertes, wenn Ihr Mann bereits vorverstorben sein sollte, andernfalls ein Achtel. Zur Reduzierung des Pflichtteils können Sie Ihr Haus zu Lebzeiten auf Ihre Tochter übertragen, allerdings ohne Nießbrauch oder umfangreiche Rückübertragungsansprüche, da dann die 10-Jahres-Frist nicht zu Laufen beginnt. Mit jedem Jahr seit der Übertragung sind vom Wert des Hauses 10 % weniger in die Berechnung des Pflichtteils Ihres Sohnes einzurechnen, nach 10 Jahren wird die Übertragung für den Pflichtteil nicht mehr relevant sein. Sie sollten allerdings bedenken, dass Sie nicht mehr Eigentümerin Ihres Hauses sind, mit allen negativen Konsequenzen, wenn sich das Verhältnis zu Ihrer Tochter wider Erwarten verschlechtern sollte. Diesen Schritt kann ich nur nach wirklich reiflicher Überlegung empfehlen. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von TIMO_BLUE:
Ich möchte gerne demnächst eine Patientenverfügung erstellen, in welcher auch die Wünsche meiner Bestattung geregelt sein werden. Kann ich die Patientenverfügung auch bei einem Bestattungsinstitut hinterlegen, damit die informiert sind? Und wenn meine Tochter etwas anderes haben will für mich, hält sich das Bestattungsinstitut dann an meine Patientenverfügung?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Wenn Sie die Patientenverfügung beim Bestatter hinterlassen, ist es zu spät. In einer Patientenverfügung geht es um Ihren Willen in Bezug auf lebensverlängernde Maßnahmen für den Fall, ... [mehr]Wenn Sie die Patientenverfügung beim Bestatter hinterlassen, ist es zu spät. In einer Patientenverfügung geht es um Ihren Willen in Bezug auf lebensverlängernde Maßnahmen für den Fall, dass Sie nicht mehr entscheidungsfähig sind. Sie können beim Bestatter aber eine Bestattungsvorsorge abschließen. Aber auch da braucht der Bestatter einen Ansprechpartner. Dies kann jemand aus Ihrem Freundeskreis sein oder ein Betreuer. Sie können dieser Person dann eine Bestattungsvollmacht ausstellen. Er kann dann dafür sorgen, dass alles Ihrem Willen entsprechend durchgeführt wird. Ohne diesen Bevollmächtigten ist es für den Bestatter sehr schwierig, Ihren Willen durchzusetzen. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von GUNDI:
Ist in dem sogenannten Bestattungsbetrag einer Stadt von beispielsweise 1082 Euro auch die Einäscherung enthalten?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Das hängt von der Stadt ab. Sprachgebrauch und Kosten sind extrem regional. Da müssen Sie direkt beim Friedhofsamt oder bei einem lokalen Bestatter nachfragen.

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von MARKUS_A:
Wir sind verheiratet und haben fünf Kinder. Ist es möglich, ein Kind als Alleinerben einzusetzen und die anderen zu enterben?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Selbstverständlich können Sie im Rahmen eines Testaments nur das eine Kind zum Alleinerben einsetzen. Die anderen Kinder sind jedoch dann pflichtteilsberechtigt, das heißt, sie haben einen ... [mehr]Selbstverständlich können Sie im Rahmen eines Testaments nur das eine Kind zum Alleinerben einsetzen. Die anderen Kinder sind jedoch dann pflichtteilsberechtigt, das heißt, sie haben einen Zahlungsanspruch gegen den Alleinerben in Höhe des halben Wertes des gesetzlichen Erbteils. Einen vollständige Entziehung des Pflichtteils ist nur in ganz seltenen Fällen möglich, etwa wenn sich Ihre Kinder strafbar gemacht haben. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von EDITH:
Mein Mann und ich möchten uns in einem Friedwald bestatten lassen, das haben wir schon entschieden. Jetzt wollen wir unsere Plätze schon einmal bezahlen. Wir würden aber auch gern für alle anderen Kosten Geld zurücklegen, damit unsere Kinder nichts mehr zahlen müssen. Was muss außer dem Baum denn noch bezahlt werden und wie viel Geld sollten wir dafür einplanen?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Zusätzlich zum Baum kommen noch die folgenden Kosten auf Sie zu: Kosten des Bestatters für Sarg, Versorgung des Verstorbenen, Überführung, Organisation der Bestattung. Das sind zwischen ... [mehr]Zusätzlich zum Baum kommen noch die folgenden Kosten auf Sie zu: Kosten des Bestatters für Sarg, Versorgung des Verstorbenen, Überführung, Organisation der Bestattung. Das sind zwischen 1.500 und 8.000 Euro, je nach Sarg und wie weit die Überführung ist. Kosten der Trauerfeier für die Feierhalle, Blumen, Dekoration, Redner, Musik (70 Euro bis 2.000 Euro) und wenn Sie mit Familie und Freunden noch Essen oder Kaffee trinken gehen, kommt das auch dazu. Des weiteren entstehen Kosten für Urkunden (Todesbescheinigung des Arztes, Sterbeurkunden, zwischen 60 und 400 Euro. Die Traueranzeige in der Zeitung oder den Trauerdruck zum Versenden liegt zwischen 200 und 2.000 Euro. Und natürlich die Kosten für die Kremation selbst zwischen 350 und 700 Euro, plus eine Überurne, falls sie es wünschen. Im Großen und Ganzen müssen Sie mit Zusatzkosten von 2.000 bis 5.000 Euro rechnen. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von SESI:
Mein Vater ist sehr vermögend und seine Freundin ganz und gar nicht. Ich befürchte, dass unser Testament, indem ich als Haupterbe genannt bin, schon längst hinter meinem Rücken zu meinen Ungunsten geändert wurde. Kann ich das prüfen, ohne ihn selbst zu fragen? Und wenn ja, wo?

Antwort von Bernhard Würzle:
Nein, Sie haben keinerlei Möglichkeit, den Inhalt des Testaments in Erfahrung zu bringen.

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von RADLERROLAND:
Ich möchte meine Kinder komplett von den Kosten meiner Bestattung entlasten. Welche Vorsorge-Möglichkeiten habe ich?

Antwort von Michaela Atsch:
Hierzu empfiehlt sich der Abschluss einer Sterbegeldversicherung. Die abgeschlossene Versicherungssumme, die im Todesfall den Hinterbliebenen bei Vorlage einer Sterbeurkunde ausgezahlt wird, kann zur Deckung der entstehenden ... [mehr]Hierzu empfiehlt sich der Abschluss einer Sterbegeldversicherung. Die abgeschlossene Versicherungssumme, die im Todesfall den Hinterbliebenen bei Vorlage einer Sterbeurkunde ausgezahlt wird, kann zur Deckung der entstehenden Beerdigungskosten verwendet werden. Bei Abschluss eines solchen Vertrages sollten Sie bei Festlegung der Höhe der Versicherungssumme darauf achten, dass die Kosten für die von Ihnen gewünschten Bestattungsleistungen kostenmäßig hiermit entsprechend abgedeckt sind. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von GAST0815:
Was kostet im Schnitt eine Überführung von Stuttgart nach Hamburg oder von Stuttgart in die USA?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Von Stuttgart nach Hamburg müssen Sie mit zwischen 800 und 1.600 Euro rechnen. Flugzeugüberführungen werden nach Kilogramm Gewicht berechnet, wobei man das Körpergewicht, den Sarg und ... [mehr]Von Stuttgart nach Hamburg müssen Sie mit zwischen 800 und 1.600 Euro rechnen. Flugzeugüberführungen werden nach Kilogramm Gewicht berechnet, wobei man das Körpergewicht, den Sarg und eine Übertruhe rechnen muss. Sollte es eine Feuerbestattung geben, ist es kostengünstiger, den Toten hier einäschern zu lassen und dann die Asche zu überführen. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von BERND:
Ich bin mit meinem Freund kürzlich vor dem Standesamt eine Lebenspartnerschaft eingegangen. Gilt für uns in Sachen Erbschaft und Erbschaftssteuer nun das gleiche Recht wie für Ehepaare?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Ja, nach dem neuen Lebenspartnerschaftsgesetz sind gleichgeschlechtliche Lebenspartner den Ehegatten in Sachen Erbrecht, Erbschaftssteuer (Steuerklasse und Steuerfreibetrag) sowie in der Nachlassabwicklung gleichgestellt.

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von DASENDE:
Ich war bei Ihnen auf der Webseite und habe gesehen, dass sie von Friedwald und Ruheforst schreiben. Was ist genau der Unterscheid?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Friedwald und Ruheforst sind die Namen der Firmen, die Bestattungswälder betreiben. Die Konzepte sind sehr ähnlich.

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von DEMI_M:
Mein ganzes Vermögen steckt in einem Haus. Kann ich es jetzt schon meiner Tochter schenken und was ist, wenn ich zum Pflegefall werde und Geld benötige?

Antwort von Bernhard Würzle:
Sie können jederzeit frei über Ihr Vermögen verfügen und es auch verschenken. Tritt der Pflegefall innerhalb von 10 Jahren seit der Schenkung ein und muss der ... [mehr]Sie können jederzeit frei über Ihr Vermögen verfügen und es auch verschenken. Tritt der Pflegefall innerhalb von 10 Jahren seit der Schenkung ein und muss der Staat für die Pflegekosten aufkommen, kann der Rückübertragungsanspruch bei Verarmung des Schenkers vom Staat geltend gemacht werden, Ihre Tochter muss dann für die Pflegekosten aufkommen. Liegt die Schenkung länger als 10 Jahre zurück, steht Ihnen kein Anspruch zu, allerdings haben Sie dann auch keine Mittel mehr für die Verbesserung Ihrer Pflegesituation. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von CHATTER2456:
Die Kosten sind je nach Bestattungsform sehr unterschiedlich. Können Sie mir die Bandbreite nennen, also den Unterschied zwischen der günstigsten und der teuersten Form der Bestattung?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Zwischen 1.800 Euro (keine Trauerfeier, anonymes Grab, billiger Sarg, Einäscherung, Berlin) und 12.000 Euro (hochwertiger Sarg, Erdbestattung in Wahlgrab, Feier mit Redner, Blumen und Musik, Stuttgart). ... [mehr]Zwischen 1.800 Euro (keine Trauerfeier, anonymes Grab, billiger Sarg, Einäscherung, Berlin) und 12.000 Euro (hochwertiger Sarg, Erdbestattung in Wahlgrab, Feier mit Redner, Blumen und Musik, Stuttgart). Bestattungskosten variieren enorm von Gemeinde zu Gemeinde. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von DIDO:
Es gibt heute so viele unterschiedliche Bestattungsformen. Bin ich bei der Entscheidung völlig frei oder gibt es da je nach Wohnort Einschränkungen?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Nicht jede Gemeinde bietet jede Bestattungsform an. Manche Gemeinden haben keine Kolumbarien, manche keine Baumgräber. Es lohnt sich, sich vorher schlau zu machen, was in Ihrer ... [mehr] Nicht jede Gemeinde bietet jede Bestattungsform an. Manche Gemeinden haben keine Kolumbarien, manche keine Baumgräber. Es lohnt sich, sich vorher schlau zu machen, was in Ihrer Gemeinde möglich ist. Manchmal kann man (oft gegen Aufschlag) sich auch in einer Nachbargemeinde beisetzen lassen. [weniger]

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von TRäUMER_21:
Gibt es eine Faustregel, welchen Betrag man für eine Bestattungsvorsorge einplanen sollte?

Antwort von Michaela Atsch:
Bestattungskosten beginnen bei circa 2.500 Euro in der einfachsten Form und können bis weit über 10.000 Euro gehen, je nach gewünschten Bestattungsleistungen. Hierzu kann ich Ihnen ... [mehr]Bestattungskosten beginnen bei circa 2.500 Euro in der einfachsten Form und können bis weit über 10.000 Euro gehen, je nach gewünschten Bestattungsleistungen. Hierzu kann ich Ihnen keine direkte Empfehlung geben. Sie sollten sich überlegen, welche Art der Beerdigung für Sie, gegebenenfalls unter Einbeziehung Ihrer Angehörigen, in Frage kommt und sich dann hierzu nach den entsprechenden Kosten erkundigen. Bei Abschluss einer Sterbegeldversicherung sollten Sie dann eine Summe wählen, die Ihre Vorstellungen bezüglich der Bestattung finanziell abfängt. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von ANTJE_LIES:
Wie verhält es sich eigentlich mit der Schenkungssteuer?

Antwort von Bernhard Würzle:
Schenkungen über den Freibeträgen sind schenkungsteuerpflichtig und dem Finanzamt anzuzeigen.

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von LEA:
Wir möchten im Testament unbedingt gerecht vorgehen. Aber schon liegen die zwei Töchter und der Sohn miteinander in schwerem Streit, weil wir dem Jüngsten das Haus vermachen möchten (und wegen des Abschreibungsvorteils bereits etwa zur Hälfte überschrieben haben) – mit der Maßgabe, dass er die beiden Schwestern auszahlt. Allerdings möchte unsere älteste Tochter unbedingt das Haus selbst bewohnen, weil sie als Einzige kein Wohneigentum hat und finanziell nicht gut dasteht. Die beiden andern wollen verkaufen und trauen ihr die Erhaltung nicht zu. Wir meinen eigentlich, dass allein das 1.000-Quadratmeter-Grundstück in bester Wohnlage für die Kinder unseres Sohnes später einen Riesenschatz darstellt, auch für den Fall, dass sie das schöne Haus aus dem Jahr 1960 dann nicht erhaltenswert fänden. 

Selbst wenn unser Sohn darauf einginge und die Älteste mit Wohnrecht zufrieden ist, haben wir noch zwei Fragen: Was können wir tun, um auch der zweiten Tochter einen gerechten Anteil zu sichern? Das Haus lässt sich trotz Wohnrecht kostendeckend vermieten, wirft aber dann wenig bis keinen Gewinn ab. Was könnten wir überhaupt tun, um die Kinder vom Verkauf des Hauses abzuhalten?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
In dem Testament können Sie selbstverständlich anordnen, dass nur Ihr jüngster Sohn das Haus erhalten soll und dafür die beiden anderen Kinder entsprechend auszahlen muss. Die ... [mehr]In dem Testament können Sie selbstverständlich anordnen, dass nur Ihr jüngster Sohn das Haus erhalten soll und dafür die beiden anderen Kinder entsprechend auszahlen muss. Die älteste Tochter würde in diesem Fall nicht das Haus erhalten. Sofern Sie sicherstellen wollen, dass das Haus letztendlich auch Ihren Enkelkindern, d.h. den Kindern Ihres Sohnes, erhalten bleibt, können Sie in dem Testament eine sogenannte Vor- und Nacherbschaft anordnen. Danach wäre Ihr Sohn als Vorerbe daran gehindert, das Haus zu verkaufen. Er müsste es dann nach seinem Tode auf seine Kinder vererben. Sofern Sie sicherstellen wollen, dass alle Kinder wertmäßig in gleicher Höhe am Nachlass beteiligt sein werden, müsste die Zuweisung der einzelnen Gegenstände im Rahmen einer sogenannten Teilungsanordnung erfolgen. Damit sind die Kinder unter sich verpflichtet, sich gegenseitig finanziell auszugleichen, wenn sie durch die Teilungsanordnung einen Gegenstand erhalten haben, der wertmäßig über ihrem Anteil liegt. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von SH:
Meine Tochter kümmert sich sehr intensiv um mich – mit meinem Sohn habe ich seit Jahren keinen Kontakt mehr. Ich bin zwar erst 60 Jahre alt, denke aber immer mehr daran, wie ich meinen Sohn enterben kann.

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Sie können Ihren Sohn enterben, indem Sie diesen in Ihrem Testament namentlich einfach nicht erwähnen oder diesen explizit enterben, das heißt verfügen, dass Ihr Sohn nach ... [mehr]Sie können Ihren Sohn enterben, indem Sie diesen in Ihrem Testament namentlich einfach nicht erwähnen oder diesen explizit enterben, das heißt verfügen, dass Ihr Sohn nach Ihrem Tode nicht Erbe werden soll. Die Enterbung kann jedenfalls nur durch das Testament erfolgen. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von SEHO:
Meine Mutter ist ins Heim gekommen. Sie hat mir eine Vorsorgevollmacht erteilt, die von ihrer Krankenkasse beglaubigt wurde. Es ist jetzt klar, dass sie nicht mehr in ihr kleines Haus zurück kann. Durch Erbfolge gehört ihr die Hälfte des Hauses und uns drei Geschwistern die andere Hälfte. Jetzt möchten wir Geschwister das Haus verkaufen, bevor es bei zu langem Leerstand Schaden nimmt. Ist es möglich, das ich dieses in die Wege leite? Ich denke und hoffe, dass unsere Mutter ihre Zustimmung gibt. Sie wird aber zunehmend dementer. (Wäre das vielleicht ein Hinderungsgrund?) Jetzt möchte ich gern von Ihnen erfahren, wie die Rechtslage in diesem Falle ist. In der Vollmacht sind außer dem Vordruck keine weiteren Bedingungen gestellt.

Antwort von Bernhard Würzle:
Da die Vollmacht nicht notariell erteilt wurde, können Sie nicht über das Grundstück im Namen Ihrer Mutter verfügen. Ohne die Zustimmung der Mutter können Sie das ... [mehr]Da die Vollmacht nicht notariell erteilt wurde, können Sie nicht über das Grundstück im Namen Ihrer Mutter verfügen. Ohne die Zustimmung der Mutter können Sie das Grundstück nicht verkaufen, sollte Ihre Mutter nicht mehr geschäftsfähig sein, könnten Sie eine Betreuung für Ihre Mutter beantragen, gegebenenfalls enthält die Vorsorgevollmacht auch eine Betreuungsverfügung, sodass Sie als Betreuer eingesetzt werden. Hier brauchen Sie aber die Genehmigung des Betreuungsgerichts. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von MARUSA:
Was ist eine Seebestattung? Wie funktioniert diese?
Was ist eine Waldbestattung? Wie funktioniert diese?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Bei einer Seebestattung wird die Asche des Verstorbenen nach der Einäscherung in einer Salzkristallurne im Meer versenkt. Es gibt im Norden Deutschlands Seebestattungsreedereien, die die Urne ... [mehr]Bei einer Seebestattung wird die Asche des Verstorbenen nach der Einäscherung in einer Salzkristallurne im Meer versenkt. Es gibt im Norden Deutschlands Seebestattungsreedereien, die die Urne (wenn gewünscht im Beisein der Angehörigen) in dafür vorgesehenen Bereichen in Nord- und Ostsee versenken. Die Salzkristallurne löst sich dann im Wasser auf. Seebestattungen in Binnengewässern wie Seen oder Flüsse sind rechtlich in Deutschland nicht möglich. Bei einer Baumbestattung wird die Urne des Verstorbenen in der Nähe eines Baumes beigesetzt, an dem ein Namensschild angebracht werden kann. Baumbestattungen gibt es mittlerweile auf vielen deutschen Friedhöfen sowie in Ruheforsten und Friedwäldern, die öfter etwas außerhalb liegen. Im Normalfall werden acht Urnen um einen Baum herumgesetzt und man kann einen ganzen Baum kaufen oder nur den einen Platz. Die Organisation übernimmt normalerweise der Bestatter. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von ALF:
Ich will meinen Kindern mein Haus vererben. Jetzt hat mir ein Freund gesagt, dass dies steuerfrei bleibt, wenn die Kinder anschließend zehn Jahre darin wohnen. Ist das richtig?

Antwort von Bernhard Würzle:
Ja, wenn die Wohnfläche kleiner als 200 Quadratmeter ist. Das geht nur im Erbfall, nicht bei lebzeitigen Schenkungen an die Kinder.

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von SUSI_Q:
Mein Mann wird mit seinen 43 Jahren bald sterben, er hat Krebs. Unsere Tochter kann damit überhaupt nicht umgehen und weint ständig. Auch ihre Noten in der Schule fallen rapide ab. Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich es ihr leichter machen kann?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Dass ihre Tochter weint und traurig ist, zeigt, dass sie ihren Vater liebt. Weinen zeigt nicht, dass sie damit nicht umgehen kann. Weinen ist ihre Art ... [mehr]Dass ihre Tochter weint und traurig ist, zeigt, dass sie ihren Vater liebt. Weinen zeigt nicht, dass sie damit nicht umgehen kann. Weinen ist ihre Art damit umzugehen. Geben sie ihr den Raum, traurig zu sein. Weinen sie mit ihr, schließen sie ihre Tochter in alle Entscheidungen mit ein. Schonen Sie sie nicht. Das Gefühl ausgeschlossen zu sein, ist schlimmer als der Schmerz. Ich weiß nicht, wie mobil ihr Mann ist, aber Fragen sie sich als Familie, wie Sie diese Zeit gestalten möchten, was wollen wir gemeinsam noch erleben? Was ist uns wichtig? Sie können es für Ihre Tochter nicht leichter machen. Sie können sie auch nicht trösten. Sie können für sie da sein, ihr zuhören, ihre Tränen aushalten und die Nähe zulassen, die dadurch entsteht. Ein Schuljahr kann man wiederholen. Die letzten Monate oder Wochen mit Ihrem Vater sind einmalig. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von THOMAI:
Ich lebe in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft - was erbt mein Partner im Falle meines Todes, ich habe noch zwei Kinder?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Sofern Sie kein Testament errichten, greift bei Ihrem Tode die gesetzliche Erbfolge. Das Erbrecht des überlebenden Lebenspartners ist in Paragraph 10 des Lebenspartnerschaftsgesetzes geregelt. Danach erbt ... [mehr]Sofern Sie kein Testament errichten, greift bei Ihrem Tode die gesetzliche Erbfolge. Das Erbrecht des überlebenden Lebenspartners ist in Paragraph 10 des Lebenspartnerschaftsgesetzes geregelt. Danach erbt der überlebende Lebenspartner neben Verwandten der ersten Ordnung, das heißt den Kindern, mit einem Anteil von einem Viertel. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von ADOLF33:
Wir haben drei gemeinsame Kinder, mit denen wir uns gut verstehen. Allerdings sind die untereinander seit Jahren zerstritten. Wir glauben, dass sich die beiden nach unserem Tod um das Erbe aber streiten werden – was raten Sie uns?

Antwort von Bernhard Würzle:
Sie können die Verteilung des Erbes einem Testamentsvollstrecker anvertrauen. Wenn Sie klare Regelungen und Aufgabenbereiche für den Testamentsvollstrecker festlegen, kann Streit vermieden werden, da die Erben ... [mehr]Sie können die Verteilung des Erbes einem Testamentsvollstrecker anvertrauen. Wenn Sie klare Regelungen und Aufgabenbereiche für den Testamentsvollstrecker festlegen, kann Streit vermieden werden, da die Erben keinen direkten Zugriff auf das Erbe haben. Im Vorfeld sollte aber geklärt werden, ob und welche lebzeitigen Zuwendungen auszugleichen sind. Im Zweifel streiten die Erben dann mit dem Testamentsvollstrecker. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von DEBE143:
Mein Freund, mit dem ich 15 Jahre zusammen in seinem Haus gelebt habe, ist vor Kurzem gestorben. Ich möchte aber trotzdem in seinem Haus wohnen bleiben, denn ich habe sonst keine Heimat. Was kann ich tun, damit seine Tochter mich nicht vor die Tür setzt. Muss ich künftig eine Miete an sie bezahlen?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Inwieweit Sie ein Wohnrecht haben oder gegebenenfalls Miete zu zahlen haben, hängt im Wesentlichen davon ab, ob Ihr Freund Sie in seinem Testament als Erbe eingesetzt ... [mehr]Inwieweit Sie ein Wohnrecht haben oder gegebenenfalls Miete zu zahlen haben, hängt im Wesentlichen davon ab, ob Ihr Freund Sie in seinem Testament als Erbe eingesetzt hat oder ob er für Sie ein Wohnrecht in dem Testament angeordnet hat. Sollte beides nicht der Fall sein, ist seine Tochter Eigentümer des Hauses geworden, sodass diese für die Nutzung des Hauses eine Miete verlangen könnte. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von PAUL PANZER:
Kann ich dafür sorgen, dass meine Tochter gar nichts bekommt, auch keinen Pflichtteil, da sie mir nicht hilft und undankbar ist?

Antwort von Bernhard Würzle:
Die genannten Gründe reichen nicht für eine Pflichtteilsentziehung, nach dem Bundesverfassungsgericht steht auch undankbaren Kindern der Pflichtteil zu.

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von M. MüLLER:
Ich bin jetzt 62 Jahre alt und weiß schon, wie ich später bestattet werden möchte. Ich möchte meine Organe spenden und den Rest von mir einäschern lassen. Wie lässt sich das jetzt schon organisieren oder festlegen, sodass meine Angehörigen bei meinem Todesfall Bescheid wissen?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Wir würden Ihnen zunächst raten, eine sogenannte Bestattungsverfügung zu errichten und sich einen Organspendeausweis zu besorgen. Ihre Angehörigen werden im Falle Ihres Todes automatisch vom Nachlassgericht ... [mehr]Wir würden Ihnen zunächst raten, eine sogenannte Bestattungsverfügung zu errichten und sich einen Organspendeausweis zu besorgen. Ihre Angehörigen werden im Falle Ihres Todes automatisch vom Nachlassgericht in Kenntnis gesetzt werden. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von MIXI:
Ich bin als eheliches Kind geboren, habe aber nie Kontakt zu meinem Vater gehabt und möchte daran auch nichts ändern. Nach der Scheidung von meiner Mutter hat mein Vater wieder geheiratet. Hat er die Möglichkeit, mir und meinen Geschwistern unseren Pflichtteil vorzuenthalten, indem er zum Beispiel alle Werte seiner zweiten Frau überschreibt oder eine Stiftung gründet?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Als leibliches Kind sind Sie zunächst pflichtteilsberechtigt, wenn Ihr Vater Sie nicht als Erbe einsetzen sollte. Für den Fall, dass Ihr Vater Schenkungen beispielsweise an die ... [mehr]Als leibliches Kind sind Sie zunächst pflichtteilsberechtigt, wenn Ihr Vater Sie nicht als Erbe einsetzen sollte. Für den Fall, dass Ihr Vater Schenkungen beispielsweise an die zweite Frau oder eine Stiftung tätigen sollte, steht Ihnen ein sogenannter Pflichtteilsergänzungsanspruch zu. Nach 10 Jahren der Schenkung ist der Pflichtteilsergänzungsanspruch jedoch auf Null abgeschmolzen, weil der Wert der Schenkung nach jedem Jahr der Schenkung um jeweils ein Zehntel der Schenkung auszugleichen ist. [weniger]

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von NONAME:
Ich bin 70 Jahre alt und möchte meine Kinder komplett von den Kosten meiner Bestattung entlasten. Welche Vorsorge-Möglichkeiten habe ich?

Antwort von Michaela Atsch:
Es besteht für Sie die Möglichkeit, durch Abschluss einer Sterbegeldversicherung mit entsprechender Todesfallsumme die anfallenden Kosten einer Bestattung abzufangen und damit Ihre Angehörigen vor diesen Kosten ... [mehr]Es besteht für Sie die Möglichkeit, durch Abschluss einer Sterbegeldversicherung mit entsprechender Todesfallsumme die anfallenden Kosten einer Bestattung abzufangen und damit Ihre Angehörigen vor diesen Kosten zu entlasten. Die Höhe der Todesfallsumme sollte hierbei so gewählt werden, dass die von Ihnen gewünschten Bestandteile wie Erd- oder Feuerbestattung, Trauerfeier, etc. hiermit abgedeckt sind. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von ENGEL.74:
Es geht um meine Pflegemama. Sie ist 81 Jahre, ich nenne sie so, weil ich sie seit meinem neunten Lebensjahr kenne, ich bin heute 38 geworden. Nun zu meiner Frage: Es geht um ein Testament, das schon vorliegt. Sie hat meinen Kindern, 19 und 16 Jahre alt, eine Eigentumswohnung vermacht. Ich hab dort lebenslängliches Wohnrecht. Nun die Frage: Wie hoch sind die Erbschaftssteuern für meine Kinder? Oder ist es besser, wenn ich die Wohnung bekomme? Oder lieber eine Schenkung oder eine Adoption?

Antwort von Bernhard Würzle:
Da kein Verwandtschaftsverhältnis vorliegt, hat jedes Ihrer Kinder einen Freibetrag von 20.000 Euro, der Steuersatz beträgt 30 %. Wenn Sie alleine die Wohnung bekommen, entfällt ein ... [mehr]Da kein Verwandtschaftsverhältnis vorliegt, hat jedes Ihrer Kinder einen Freibetrag von 20.000 Euro, der Steuersatz beträgt 30 %. Wenn Sie alleine die Wohnung bekommen, entfällt ein Freibetrag. Besser wäre es, wenn Sie neben Ihren Kindern auch als Erbin eingesetzt würden, da auch Ihnen ein weiterer Freibetrag von 20.000 Euro zusteht. Die Schenkungssteuern sind genau so hoch. Wenn die Voraussetzungen für eine Erwachsenenadoption vorliegen, hätten Sie einen Freibetrag von 400.000 Euro. [weniger]

Andrea Maria Haller
Andrea Maria Haller,
Geschäftsführerin des Bestattungshauses Haller, Stuttgart. Die ausgebildete Theologin gestaltet Trauerfeiern und setzt sich für einen dem Menschen zugewandten Umgang mit dem Thema Tod und Bestattung

Frage von PHöNIX:
Ich bin alleinstehend ohne Angehörige. Kann ich schon heute festlegen, wie, wo und durch welchen Bestatter ich beerdigt werden möchte? Muss ich den Bestatter schon heute bezahlen oder wie funktioniert die Finanzierung?

Antwort von Andrea Maria Haller:
Selbstverständlich können Sie Ihren Bestatter im Voraus wählen und die Einzelheiten festlegen. Die meisten Bestatter brauchen allerdings dennoch einen Ansprechpartner, mit dem sie am Ende abrechnen ... [mehr]Selbstverständlich können Sie Ihren Bestatter im Voraus wählen und die Einzelheiten festlegen. Die meisten Bestatter brauchen allerdings dennoch einen Ansprechpartner, mit dem sie am Ende abrechnen können und mit dem Sie noch Ungeklärtes klären können. Bezüglich der Bezahlung gibt es drei Möglichkeiten: Sie geben das Geld dem Bestatter. Viele Bestatter machen das nicht. Und das Risiko ist: Er geht pleite und das Geld ist weg. Manche haben allerdings auch Sperrkonten auf die sie nur Zugriff haben, wenn sie die Sterbeurkunden präsentieren. Oder Sie legen das Geld über den Bestatter beim Kuratorium Deutsche Bestattungskultur für Ihre Vorsorge an. Der Bestatter erhält das Geld vom Kuratorium im Falle ihres Ablebens. Oder Sie legen das Geld auf einem Sparkonto an, auf das der Bestatter mit Ihrer Sterbeurkunde Zugriff hat. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von ENGEL22:
Ich möchte ein Testament machen. Muss ich dafür unbedingt zum Notar gehen, damit es anerkannt wird?

Antwort von Bernhard Würzle:
Ein Testament kann auch eigenhändig geschrieben und unterschrieben wirksam errichtet werden. Es sollte auch Ort und Datum enthalten. Eine notarielle Errichtung ist nicht notwendig, maschinengeschriebene oder ... [mehr]Ein Testament kann auch eigenhändig geschrieben und unterschrieben wirksam errichtet werden. Es sollte auch Ort und Datum enthalten. Eine notarielle Errichtung ist nicht notwendig, maschinengeschriebene oder PC-Ausdrucke sind unwirksam. [weniger]

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von PUSTEBLUME:
Gibt es eine Faustregel, welchen Betrag man für eine Bestattungsvorsorge einplanen sollte? Ich bin 65 Jahre alt und leide an Krebs.

Antwort von Michaela Atsch:
Je nach Art des Begräbnisses können ganz unterschiedliche Kosten entstehen. Eine pauschale Aussage kann hierzu daher leider nur schwer getroffen werden. Grundsätzlich beginnen die Kosten für ... [mehr]Je nach Art des Begräbnisses können ganz unterschiedliche Kosten entstehen. Eine pauschale Aussage kann hierzu daher leider nur schwer getroffen werden. Grundsätzlich beginnen die Kosten für eine einfache Bestattung bei ca. 2500 EUR und können je nach Ausführung schnell weit über 10.000 EUR betragen. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von LISEL:
Ich möchte mich nach meinem Tod in einem Friedwald bestatten lassen, aber meine Kinder wollen das nicht. Wie kann ich dies noch zu Lebzeiten in die Wege leiten, dass ich sicher bin, dass es auch so kommt?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Über die Art der Bestattung entscheiden grundsätzlich die nächsten Angehörigen, sofern der Erblasser keine eigenen Anordnungen getroffen hat. Sollten Sie Ihre Bestattung anders haben wollen, als ... [mehr]Über die Art der Bestattung entscheiden grundsätzlich die nächsten Angehörigen, sofern der Erblasser keine eigenen Anordnungen getroffen hat. Sollten Sie Ihre Bestattung anders haben wollen, als es Ihre Kinder voraussichtlich vorhaben, empfehlen wir Ihnen eine Bestattungsverfügung zu Lebzeiten zu errichten, in welcher Sie den Ort und den genauen Ablauf Ihrer Bestattung festlegen können. [weniger]

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von BIFO:
Oft kann man ja keine Versicherung mehr abschließen, wenn man gesundheitlich schon etwas angeschlagen ist. Ich bin 65 Jahre alt und habe schon den 3. Herzinfarkt überlebt. Kann ich noch eine Sterbegeldversicherung abschließen?

Antwort von Michaela Atsch:
Ja, können Sie. Auf dem Versicherungsmarkt gibt es eine Reihe von Anbietern, die den Abschluss einer Sterbegeldversicherung bis über das 80ste Lebensjahr hinaus anbieten. Darüber hinaus ... [mehr]Ja, können Sie. Auf dem Versicherungsmarkt gibt es eine Reihe von Anbietern, die den Abschluss einer Sterbegeldversicherung bis über das 80ste Lebensjahr hinaus anbieten. Darüber hinaus ist der Abschluss bei vielen Anbietern auch ohne Gesundheitsprüfung möglich. Je nach Tarifvariante wird die Versicherungsleistung dann erst nach einer bestimmten Wartezeit (in der Regel zwischen 12 und 36 Monaten) zu Verfügung gestellt. Sollte in dieser Zeit der Tod der versicherten Person eintreten, erhalten die Hinterbliebenen die eingezahlten Beiträge bei Vorlage der Sterbeurkunde ausgezahlt. Überwiegend gilt diese Wartezeit aber nicht für Unfalltod - hier leisten viele Versicherer die volle Versicherungssumme bereits ab Vertragsbeginn. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von BAUSI5:
Was genau ist bei einem Erbe eigentlich der Pflichtteil?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Sofern Abkömmlinge, das heißt Kinder, oder Ehegatten durch ein Testament von der Erbfolge eines Erblassers ausgeschlossen sind, diese damit nicht Erben geworden sind, steht Ihnen ein ... [mehr]Sofern Abkömmlinge, das heißt Kinder, oder Ehegatten durch ein Testament von der Erbfolge eines Erblassers ausgeschlossen sind, diese damit nicht Erben geworden sind, steht Ihnen ein Pflichtteil zu. Der Pflichtteil bemisst sich in Höhe der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. Im Unterschied zum gesetzlichen Erbrecht ist der Pflichtteil damit nur halb so hoch und besteht ausschließlich in einem Anspruch auf Geldzahlung gegenüber den Erben. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von RIEDES43:
Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Können wir unser Testament so abfassen, dass das Erbe nicht auf einmal verfügbar ist, evtl. nur in Raten? Der Hintergrund ist der, dass wir befürchten, dass das Erbe sofort verjubelt wird.

Antwort von Bernhard Würzle:
Sie können einen Testamentsvollstrecker einsetzen, der genaue Anweisungen erhält, wann er welche Teile des Nachlasses an die Erben herausgeben darf. Diese Dauertestamentsvollstreckung kann bis zu 30 ... [mehr]Sie können einen Testamentsvollstrecker einsetzen, der genaue Anweisungen erhält, wann er welche Teile des Nachlasses an die Erben herausgeben darf. Diese Dauertestamentsvollstreckung kann bis zu 30 Jahre angeordnet werden. Der Testamentsvollstrecker hat Anspruch auf eine Vergütung, außer Sie schließen dies ausdrücklich aus. Sie müssen dann damit rechnen, dass der Testamentsvollstrecker das Amt ablehnt. [weniger]

Michaela Atsch
Michaela Atsch,
Expertin der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Frage von PHöNIX:
Ich bin beim MV privat krankenversichert. Gibt es nach meinem Ableben eine Art Sterbegeld?

Antwort von Michaela Atsch:
Ohne jetzt genau Ihren Versicherungsumfang beim Münchener Verein zu kennen, ist generell sowohl in einer gesetzlichen als auch auch in einer privaten Krankenversicherung kein Sterbegeld enthalten. ... [mehr]Ohne jetzt genau Ihren Versicherungsumfang beim Münchener Verein zu kennen, ist generell sowohl in einer gesetzlichen als auch auch in einer privaten Krankenversicherung kein Sterbegeld enthalten. Der Leistungsanspruch in einer Krankenversicherung endet jeweils mit dem Tod der versicherten Person. [weniger]

Dr. Markus Schuhmann
Dr. Markus Schuhmann,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von BOBBY55:
Meine Frau und ich haben uns vor zehn Jahren aus voller Überzeugung einen Organspende-Ausweis zugelegt. Nicht nur wegen der aktuellen Berichterstattung tragen wir diesen nun nicht mehr ständig bei uns – aber reicht das aus, um unsere NICHT-Bereitschaft für eine Organspende aufzuzeigen? Sind wir nicht – wo auch immer – entsprechend registriert? Konkret: Was müssen wir tun, um nicht mehr als Organspender zu gelten?

Antwort von Dr. Markus Schuhmann:
Wir gehen davon aus, dass es derzeit noch ausreicht, wenn Sie lediglich den Organspendeausweis vernichten. Vergewissern Sie sich bitte, ob auf dem Organspendeausweis eine Registrierungsadresse vermerkt ... [mehr]Wir gehen davon aus, dass es derzeit noch ausreicht, wenn Sie lediglich den Organspendeausweis vernichten. Vergewissern Sie sich bitte, ob auf dem Organspendeausweis eine Registrierungsadresse vermerkt ist, bei der Sie sicherheitshalber Ihren Willenswandel mitteilen können. [weniger]

Bernhard Würzle
Bernhard Würzle,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht der RWSA Rechtsanwaltsgesellschaft, München

Frage von MAX:
Mein Sohn steckt in der Privatinsolvenz. Kann ich ihn vom Erbe ausschließen und meinen Enkel (seinen Sohn) mit dem gleichen Erbanteil wie meine anderen Kinder dafür einsetzen?

Antwort von Bernhard Würzle:
Grundsätzlich sind Sie in der Gestaltung der Erbfolge frei, die Enterbung Ihres Sohnes führt aber dazu, dass ihm der Pflichtteil zusteht, auf den seine Gläubiger zugreifen ... [mehr]Grundsätzlich sind Sie in der Gestaltung der Erbfolge frei, die Enterbung Ihres Sohnes führt aber dazu, dass ihm der Pflichtteil zusteht, auf den seine Gläubiger zugreifen können. Es besteht die Möglichkeit über eine testamentarische Gestaltung mit Vor- und Nacherbschaft bei gleichzeitiger Anordnung einer Testamentsvollstreckung den Erbanspruch zugriffssicher zu gestalten. [weniger]

Moderator:
Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre wichtigen Fragen. Heute haben wir sehr viele Antworten geben können. Wenn Sie bei einem unserer nächsten Live-Chats wieder dabei sind, würden wir uns sehr freuen. Derzeit bereiten wir interessante neue Themen für Sie vor.