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Chat-Protokoll

01.02.2018:

Krebs

Krebs wirft viele Fragen auf

Fundierte Informationen erleichtern den Umgang mit der Krankheit

Vor keiner Krankheit haben die Deutschen mehr Angst als vor Krebs. Zwei Drittel fürchten sich davor, wie eine forsa-Umfrage im Auftrag der DAK 2013 ermittelte. Verständlich, denn bei einer Krebsdiagnose lauert nicht nur der Tod im Hintergrund, es tun sich auch viele Fragen auf: Hätte ich die Erkrankung verhindern können? Wie stehen meine Heilungschancen? Welche Operationen und Therapien erwarten mich? Wie wirkt sich die Krankheit auf mein Leben aus? Weil Krebs so schwer fassbar ist und so große Angst macht, sind über die Krankheit auch viele Mythen im Umlauf, die Betroffene noch mehr verunsichern können. Fundierte Informationen rund um das Thema Krebs liefern die Expertinnen vom Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums in diesem Chat und sind auch vorher schon unter der kostenfreien Rufnummer 0800 420 30 40 für Sie erreichbar.



Chat-Protokoll

Moderator:
Guten Tag und herzlich willkommen bei unserem aktuellen Chat zum Thema „Krebs“ mit den Expertinnen des Krebsinformationsdienstes (KID). Bis 18 Uhr werden sie Ihre Fragen rund um Vorbeugung, Diagnose, Behandlung und Leben mit der Erkrankung beantworten. Wir freuen uns auf viele interessante Fragen und sind jetzt bereit.

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von JBL, 69:
Muss Prostatakrebs immer operiert werden - und gibt es hier schonendere Methoden, die nicht zwangsläufig zu Impotenz und Inkontinenz führen?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Für Patienten mit einer auf die Prostata begrenzten Erkrankung stehen neben der Operation verschiedene Formen der Bestrahlung zur Verfügung. Wissenschaftler suchen außerdem schon lange nach Behandlungsverfahren, ... [mehr]Für Patienten mit einer auf die Prostata begrenzten Erkrankung stehen neben der Operation verschiedene Formen der Bestrahlung zur Verfügung. Wissenschaftler suchen außerdem schon lange nach Behandlungsverfahren, die weniger Nebenwirkungen haben als etablierte Therapien wie Operation oder Bestrahlung. Bisher gelten solche Verfahren aber als experimentell. Bei kleinen, wenig aggressiven Tumoren kann zunächst auch eine aktive Überwachung mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen erwogen und erst bei einem Fortschreiten der Erkrankung eine Behandlung in heilender Absicht (Operation oder Bestrahlung) eingeleitet werden. Für ältere Männer mit Begleiterkrankungen kann das so genannte abwartende Beobachten in Frage kommen: Erst wenn Beschwerden auftreten, wird eine Behandlung zur Symptomlinderung begonnen. Eine Heilung ist dadurch allerdings unter Umständen nicht mehr möglich. Mehr dazu finden Sie auf unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/behandlung.php. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von CINDY:
Sind Handystrahlen krebserregend bzw. was sollte man beim Gebrauch vom Handys unbedingt beachten? (z.B. nachts ausschalten?)

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Im Mobilfunk werden hochfrequente elektromagnetische Felder für die Übertragung genutzt. Vieltelefonierer mit Handys der ersten Generation hatten möglicherweise ein höheres Risiko für Hirntumoren. Neuere Handys oder ... [mehr]Im Mobilfunk werden hochfrequente elektromagnetische Felder für die Übertragung genutzt. Vieltelefonierer mit Handys der ersten Generation hatten möglicherweise ein höheres Risiko für Hirntumoren. Neuere Handys oder Smartphones arbeiten mit niedrigeren Leistungen. Hier hat sich bislang keine Erhöhung eines Krebsrisikos gefunden. Eine gewisse Unsicherheit besteht aber, weil es noch keine Langzeitdaten über mehrere Jahrzehnte gibt. Wer seine Strahlenbelastung senken will, sollte ein Handy mit einem niedrigen SAR-Wert benutzen (SAR= spezifische Absorptionsrate). Mehr zu den Möglichkeiten, die eigene Belastung zu senken, lesen Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/mobilfunk-und-handys.php. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von U.-A.MüLLER:
Ich habe hormonsensitiven Brustkrebs und frage mich, ob ich Sojaprodukte essen darf und wenn ja, in welchen Mengen? Wie verhält es sich mit Produkten mit isoliertem Sojaprotein - sind da noch Phytoöstrogene enthalten?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Der Verzehr von sojahaltigen Lebensmitteln in normalen Mengen im Rahmen einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung wird auch bei Brustkrebspatientinnen als gesundheitlich unbedenklich angesehen. Experten empfehlen allerdings ... [mehr]Der Verzehr von sojahaltigen Lebensmitteln in normalen Mengen im Rahmen einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung wird auch bei Brustkrebspatientinnen als gesundheitlich unbedenklich angesehen. Experten empfehlen allerdings keine Einnahme von sojahaltigen Nahrungsergänzungsmitteln und isolierten Soja-Isoflavonen. Soja-Eiweißpräparate können Isoflavone enthalten, die zu den sogenannten Phytoöstrogenen zählen. Sie können unter Umständen ähnliche Wirkungen wie die natürlichen weiblichen Hormone haben. Weitere Hintergrundinformationen zur Ernährung bei Krebs finden Sie auf den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes unter https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/ernaehrung-therapie-index.php. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von NICCI:
Im Oktober wurde bei meiner Schwiegermutter schwarzer Hautkrebs diagnostiziert. Es folgten OPs, Untersuchungen ... Vor zwei Tagen hat sie mitgeteilt bekommen, dass auf Leber und Lunge Metastasen sind. Nächste Woche soll die Chemotherapie mit Cotellic und Zelboraf losgehen. Meine Frage: ist das so optimal oder gibt es Alternativen?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Welche Therapie bei einem metastasierten malignen Melanom für den einzelnen Patienen am besten geeignet ist, wird individuell festgelegt. Es gibt keine pauschale Empfehlung, die in jeder ... [mehr]Welche Therapie bei einem metastasierten malignen Melanom für den einzelnen Patienen am besten geeignet ist, wird individuell festgelegt. Es gibt keine pauschale Empfehlung, die in jeder Situation gültig ist. Moderne Therapien wie die Behandlung mit spezifischen Hemmstoffen wie Vemurafenib (Zelboraf®) und Cobimetinib (Cotellic®) können angewandt werden, wenn die Tumorzellen bestimmte Eigenschaften haben. Dann wird häufig mit der Kombination wie bei Ihrer Schwiegermutter behandelt. Grundsätzlich sind aber auch andere Therapien denkbar. Welches die beste mögliche Therapie für Ihre Schwiegermutter ist, können nur behandelnden Ärzte entscheiden, die sie persönlich und alle Unterlagen kennen. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ROSE:
Werde seit Juli 2015, nach einer Brust-OP, mit Tamoxifen 20 mg behandelt. Ich habe jetzt erfahren, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Bisphosphonat, von Anfang an (!), angezeigt ist und die Gefahr für das nach Brustkrebs oft einhergehende Auftreten von Knochenmetastasen damit deutlich verringert werden kann. Gibt es hierzu neue(ste) Studien? Wenn ja, wo kann ich diese nachlesen? An wen kann ich mich diesbezüglich wenden?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Ergebnisse bisheriger Studien zum ergänzenden (adjuvanten) Einsatz von Bisphosphonaten in der Brustkrebstherapie haben ergeben: Sie verlängern vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren das Leben ohne ... [mehr]Ergebnisse bisheriger Studien zum ergänzenden (adjuvanten) Einsatz von Bisphosphonaten in der Brustkrebstherapie haben ergeben: Sie verlängern vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren das Leben ohne Krankheitszeichen und können das Auftreten von Absiedlungen in den Knochen verhindern. Fachleute empfehlen daher mit Einschränkung den adjuvanten Einsatz bei Frauen nach den Wechseljahren und in Einzelfällen vor den Wechseljahren, wenn die Patientin eine medikamentöse Unterdrückung der Eierstockfunktion erhält. Offiziell als Arzneimittel zugelassen sind Bisphosphonate für die Vorbeugung von Metastasen noch nicht. Da Bisphosphonate Nebenwirkungen haben können, sollte immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung vom behandelnden Arzt gemeinsam mit der Patientin erfolgen. Unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/adressen.php finden Sie öffentlich zugängliche Empfehlungen von Fachgesellschaften sowie ärztliche Leitlinien mit Hinweisen auf die zugrundeliegenden Studien. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von GäNSEBLüMCHEN:
Ich habe geschwollene Lymphknoten, bin oft müde und bekomme leicht blaue Flecken. Ich habe Angst, dass ich Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs habe und traue mich nicht zum Arzt. Können Sie mir helfen?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Die von Ihnen geschilderten Auffälligkeiten können bei einer Leukämie oder bei Lymphdrüsenkrebs auftreten, sie können aber auch ganz andere harmlose Ursachen haben. Das kann letztlich aber ... [mehr]Die von Ihnen geschilderten Auffälligkeiten können bei einer Leukämie oder bei Lymphdrüsenkrebs auftreten, sie können aber auch ganz andere harmlose Ursachen haben. Das kann letztlich aber nur ein Arzt beurteilen, der Sie zu Ihren Beschwerden näher befragen und Sie auch untersuchen kann. Je eher Klarheit über die Ursache besteht, desto besser: Wenn keine Erkrankung besteht, brauchen Sie sich keine unnötigen Sorgen mehr machen. Wenn doch eine ernsthafte Erkrankung besteht, sollte diese so bald wie möglich behandelt werden, damit Sie schnell wieder gesund werden. Viele Menschen haben Angst vor einem Arztbesuch, wenn sie eine schwerwiegende Erkrankung befürchten. Hier kann es helfen, mit einer Vertrauensperson über diese Ängste zu sprechen und sich, wenn möglich, von jemandem beim Arztbesuch begleiten zu lassen. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ASTRONAUT:
Ist der Verzehr von Schimmel krebserregend? Ich habe gestern ein Tiefkühl-Baguette gegessen und erst nach dem dritten Bissen gemerkt, dass da grün-bräunlicher Schimmel drauf war.

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Manche Schimmelpilze können krebserregende Stoffe, wie z.B. Aflatoxine, produzieren. Aflatoxine entstehen hauptsächlich beim Verschimmeln von Nüssen und Trockenfrüchten. Sie können bei dauernder Zufuhr über längere Zeit ... [mehr]Manche Schimmelpilze können krebserregende Stoffe, wie z.B. Aflatoxine, produzieren. Aflatoxine entstehen hauptsächlich beim Verschimmeln von Nüssen und Trockenfrüchten. Sie können bei dauernder Zufuhr über längere Zeit zu Leberkrebs führen. Andererseits entstehen nicht durch jeden Schimmelbefall eines Lebensmittels krebserregende Stoffe. Es gibt viele Schimmelarten, die für den Menschen keinerlei Krebsrisiko bergen. Selbst, wenn es sich bei den beschriebenen Belägen um Schimmel handelte und Mykotoxine enthalten waren, ist ein einmaliger Kontakt mit möglicherweise gesundheitsschädlichen Stoffen nicht mit einer dauernden Belastung, wie oben beschrieben, zu vergleichen. Insgesamt ist ein gesteigertes Krebsrisiko durch einen einmaligen Kontakt mit Schimmelpilzprodukten als sehr unwahrscheinlich anzusehen. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von SCHLAUMAIER:
Kann man Krebserkrankungen mit einer gesunden Lebensweise verhindern?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Eine gesunde Lebensweise kann das Krebsrisiko senken. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, das Vermeiden von Alkohol und Nikotin können einen gewissen Schutz vor Krebs bieten. Aber ... [mehr]Eine gesunde Lebensweise kann das Krebsrisiko senken. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, das Vermeiden von Alkohol und Nikotin können einen gewissen Schutz vor Krebs bieten. Aber selbst, wenn alle Empfehlungen beherzigt werden – eine 100-prozentige Sicherheit, nicht zu erkranken, gibt es nicht. Das liegt daran, dass Krebs in den meisten Fällen durch zufällige genetische Fehler bei der Zellteilung entsteht. Je älter man wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für solche "Unfälle". Dagegen ist keiner gewappnet. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von LEUCHTFEUER:
Hallo, ich hatte 2016 eine Leber-OP, anschließend hatte ich ein Anschlussheilbehandlung und das Jahr drauf eine Reha. Es hieß bei der Reha, dass ich noch zwei weitere Rehas beantragen kann, habe ich auch gemacht, doch leider wurde die zweite Reha nicht genehmigt. Was kann ich tun? Habe schon Widerspruch eingelegt, aber noch keine Antwort. Stimmt es, dass man Anspruch auf dreimal Reha hat? Leider geht es mir nicht so gut und professionelle Hilfe ist nicht zubekommen, die Wartezeit beträgt zwei bis drei Jahre.

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Die Bewilligung einer Reha setzt auch bei Krebspatienten voraus, dass die Reha medizinisch notwendig ist und Krankheitsfolgen positiv zu beeinflussen sind. Ein „Anspruch“ auf wiederholte Reha-Maßnahmen ... [mehr]Die Bewilligung einer Reha setzt auch bei Krebspatienten voraus, dass die Reha medizinisch notwendig ist und Krankheitsfolgen positiv zu beeinflussen sind. Ein „Anspruch“ auf wiederholte Reha-Maßnahmen besteht also nicht grundsätzlich. Im Rahmen des Widerspruchsverfahrens sollten Sie – am besten zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt - nochmals gegenüber dem Kostenträger darlegen, weshalb die Reha medizinisch notwendig ist und welche Krankheitsfolgen positiv beeinflusst werden können. Darüber hinaus sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob bei akuten Beschwerden/Belastungen zeitnah ambulante Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort in Frage kommen. Eine Begleitung und Beratung für Krebspatienten bieten u.a. auch ambulante Krebsberatungsstellen an, i.d.R. sind hier kurzfristige Terminvereinbarungen möglich. Informationen zur Rehabilitation nach Krebs sowie zu weiteren Unterstützungsangeboten finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/reha-nach-krebs. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von HAPE:
Am 06.11.2015 Entfernung rechter Oberlappen meiner Lunge wegen bösartigem Tumor. Anschließend hatte ich Chemo 16 Einheiten. Diese habe ich zwar einigermaßen vertragen, allerdings habe ich jetzt mit den Nachwirkungen erheblich zu kämpfen. Immer auftretende Krämpfe an Beinen und Händen, Taubheit bzw. Ameisengefühl an den Beinen (Trittfläche vorne). Bin beim Neurologen (Akkupunktur), Physio (Atemtherapie) und derzeit im Fitnessstudio leider ohne Erfolg. Außerdem höre ich auch auf beiden Ohren nicht mehr gut (Hörgerät auch seit Chemo) und Tinnitus. All dies ohne Besserung: Mittlerweile nehme ich 3 x 300 g Magnesium, 2 mal Nerventabletten, 3 x 5 Schüsslersalze Nr 22. Im März habe ich wieder Termin bei meinem Lungenarzt. Außerdem würde ich auch gerne meine anderen Körperteile sowie die Prostata kontrollieren lassen. In welchem Zeitabstand sollte man das tun? Reicht hier die Blutabnahme ?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Bei manchen Tumorpatienten schädigen Krebsmedikamente Nerven, auch Hör- und Sehvermögen können betroffen sein. Aktuell gibt es kaum Behandlungsverfahren gegen Neuropathie, deren Wirksamkeit belegt ist. Gehen die ... [mehr]Bei manchen Tumorpatienten schädigen Krebsmedikamente Nerven, auch Hör- und Sehvermögen können betroffen sein. Aktuell gibt es kaum Behandlungsverfahren gegen Neuropathie, deren Wirksamkeit belegt ist. Gehen die Nervenschäden mit Schmerzen einher, gibt es aber wirksame Arzneimittel. Wir können nachvollziehen, dass die beschriebenen Beschwerden belastend für Sie sind und möchten Ihnen daher anbieten, dass Sie uns – falls dies für Sie mit Hörgerät möglich ist - auch anrufen können. Sie erreichen uns täglich von 8.00 - 20.00 Uhr: deutschlandweit kostenfrei unter der Rufnummer 0800 - 420 30 40. In einem Gespräch können wir dann auch gerne auf Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung eingehen. [weniger]

Moderator:
Liebe User, vielen Dank für Ihre rege Beteiligung. Bitte beachten Sie: Die Antworten in diesem Chat haben die Experten des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums auf der Basis Ihrer Anfragen gegeben. Sie sind daher nicht automatisch auf andere Fragestellungen oder Personen übertragbar. Krebspatienten sollten alle Fragen zur Diagnose und Behandlung auf jeden Fall auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen.

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von MAREIKE:
Ich mache seit ca. vier Jahren eine Hormonersatztherapie, nehme Östrogene und Progesterone. Kann sich das auf Brustkrebs auswirken?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Gegenwärtig wird gesunden Frauen von Experten empfohlen, eine Hormonersatztherapie mit einem kombinierten Östrogen-Gestagen-Präparat eher zu vermeiden. In einigen Studien zeigte sich, dass Frauen etwas häufiger Brustkrebs ... [mehr]Gegenwärtig wird gesunden Frauen von Experten empfohlen, eine Hormonersatztherapie mit einem kombinierten Östrogen-Gestagen-Präparat eher zu vermeiden. In einigen Studien zeigte sich, dass Frauen etwas häufiger Brustkrebs bekamen, wenn sie über längere Zeit (mehr als 5 Jahre) solche Kombinationspräparate einnahmen. Eine alleinige Östrogen-Therapie erhöhte in bisherigen Studien das Brustkrebsrisiko kaum. Bei Frauen mit einer intakten Gebärmutter erhöht eine alleinige Östrogentherapie allerdings das Risiko, an Krebs der Gebärmutterkörpers zu erkranken. Das Ausmaß der Risikoerhöhung für Brustkrebs ist unter Experten umstritten. Es hängt möglicherweise von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von den eingesetzten Präparaten, von der Dauer der Anwendung und von Alter der Frau, die die Hormon(ersatz)therapie bekommt. Hierzu ist noch weitere Forschung nötig. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ELROS50:
Welche Therapie würden Sie vorschlagen bei Mamma-Ca. re u/a, G3, pT1c (Tumorgr. 19mm) N0(sn) (0/5) SLN: (0/5) M0 L1 V0 invasiv duktales Karz.8500/3 Klin. T-Stadium: cT1c, CN0 cM, G3, ER 99%, PR 99%, HER-2/n 1+, Ki-67 25.00. Folgende Therapieampfehlung habe ich erhalten: 4xEC + 12x Taxol, Switch, Radiatio Brust Bestrahlung 20 Wochen danach Antihormontherapie mit Tabletten Tamoxifen 2 Jahre, Aromataxhemmer 3-5 Jahre. Wie sind die Heilungschancen?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Erstmalig aufgetretener Brustkrebs (primäres Mammakarzinom) wird meist zunächst operativ (also örtlich) behandelt, um möglichst den gesamten Tumor zu entfernen. Die sich daran ergänzenden (adjuvante) Behandlungsformen werden ... [mehr]Erstmalig aufgetretener Brustkrebs (primäres Mammakarzinom) wird meist zunächst operativ (also örtlich) behandelt, um möglichst den gesamten Tumor zu entfernen. Die sich daran ergänzenden (adjuvante) Behandlungsformen werden dann je nach Tumoreigenschaft angepasst. Mögliche Therapieempfehlungen in Ihrer individuellen Situation im Rahmen eines Chats zu besprechen, ist leider nicht in angemessener Ausführlichkeit und Tiefe möglich. Wir möchten Ihnen daher anbieten, dass Sie uns auch anrufen können. Sie erreichen uns täglich von 8.00 - 20.00 Uhr: Deutschlandweit kostenfrei unter der Rufnummer 0800 - 420 30 40. Sollten alle Leitungen belegt sein, können Sie Ihre Telefonnummer für einen Rückruf auf dem Anrufbeantworter hinterlassen und einen Zeitraum angeben, in dem Sie erreichbar sind. Erste Informationen zum Thema „Brustkrebs: Früher Brustkrebs – Behandlungsmöglichkeiten“ finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-brustkrebs-therapieplanung. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von PATRICK:
Ist es üblich, dass man selbst ein Jahr nach der letzten Chemotherapie Beinschmerzen bekommt und anfällig ist für Krankheiten (z.B. Grippe, Magen-Darm, etc.)? Wird das Immunsystem dauerhaft geschwächt durch die Chemotherapie?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Krebspatienten können aufgrund der Krebserkrankung und als Folge der Behandlung zeitweise infektanfälliger sein. Eine dauerhaft eingeschränkte Immunfunktion liegt nur bei wenigen Krebspatienten vor. Eine weitere Folge ... [mehr]Krebspatienten können aufgrund der Krebserkrankung und als Folge der Behandlung zeitweise infektanfälliger sein. Eine dauerhaft eingeschränkte Immunfunktion liegt nur bei wenigen Krebspatienten vor. Eine weitere Folge der Chemotherapie können länger anhaltende Nervenschäden sein. Diese äußern sich vor allem an Händen und Füßen durch Kribbeln oder Missempfindungen, seltener auch in Form von Schmerzen oder Gangunsicherheiten. Wir können jedoch nicht beurteilen, ob die Ursache der von Ihnen angegebenen Beinschmerzen eine solche Chemotherapie-bedingte Neuropathie ist oder ob möglicherweise ganz andere medizinische Ursachen dahinterstecken. Da Sie sich wegen der häufigen Infekte und der wiederkehrenden Beinschmerzen Sorgen machen, ist es sicher sinnvoll, Ihre Beschwerden auch mit Ihrem behandelnden Arzt zu besprechen. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von MAX F:
Sie leiten den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Für wen ist dieser Dienst gedacht und wie viele Menschen beraten Sie jährlich?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Unser Angebot richtet sich an Krebspatienten, ihre Angehörigen und Freunde sowie an alle Ratsuchenden, die sich rund um das Thema Krebs informieren möchten. 2016 haben wir ... [mehr]Unser Angebot richtet sich an Krebspatienten, ihre Angehörigen und Freunde sowie an alle Ratsuchenden, die sich rund um das Thema Krebs informieren möchten. 2016 haben wir knapp 35.000 individuelle Anfragen beantwortet, überwiegend telefonisch, aber auch via E-Mail oder postalisch. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ANNEKEN:
Wie sehen Sie die Thomosynthese als Vorsorgemöglichkeit? Wurde mir von meiner Gynäkologin empfohlen - bin 62 Jahre alt und habe Ehemann mit Mammakarzinom.

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Die Tomosynthese ist eine Weiterentwicklung der digitalen Mammographie. Sie wird bisher nicht in den herausgegebenen Empfehlungen der Fachgesellschaften für das Mammographie-Screening benannt. Nach den Vorgaben der ... [mehr]Die Tomosynthese ist eine Weiterentwicklung der digitalen Mammographie. Sie wird bisher nicht in den herausgegebenen Empfehlungen der Fachgesellschaften für das Mammographie-Screening benannt. Nach den Vorgaben der Strahlenschutzkommission soll die Tomosynthese in der Routinediagnostik nicht eingesetzt werden. In der Abklärungsdiagnostik zur weiteren Untersuchung mammographisch unklarer Befunde kann die Tomosynthese in bestimmten Situationen (z.B. bei jüngeren Frauen mit dichtem Brustgewebe) bereits eingesetzt werden. Bitte besprechen Sie Ihre Situation nochmals mit Ihrer Gynäkologin und auch mit Ihrer Krankenkasse. Denn die Tomosynthese ist bisher keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von KK:
Ich hatte 2013 Brustkrebs, er wurde brusterhaltend operiert, 16 Chemos, 30 Bestrahlungen, habe seitdem Nervenstörungen in den Füßen und fast immer schlechten Geschmack mit viel Schleim im Mund. Kann man daran etwas ändern?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Nervenstörungen in den Füßen und Geschmacksstörungen können im Zusammenhang mit der Behandlung von Tumorerkrankungen durch Chemotherapie und Bestrahlung auftreten. Die Nervenfunktion kann sich mit der Zeit ... [mehr]Nervenstörungen in den Füßen und Geschmacksstörungen können im Zusammenhang mit der Behandlung von Tumorerkrankungen durch Chemotherapie und Bestrahlung auftreten. Die Nervenfunktion kann sich mit der Zeit erholen. Die Behandlung liegt nach Ihren Angaben allerdings schon mehr als vier Jahre zurück. Wir können aus der Ferne leider nicht beurteilen, ob für Sie noch eine Verbesserung zu erreichen ist. Bitte sprechen Sie mit Ihren behandelnden Ärzten, ob eine unterstützende Behandlung mit Verfahren wie etwa Physiotherapie, Ergotherapie und Elektrotherapie oder Bäder für Sie sinnvoll sein könnte. Weitere Informationen zum Thema "Neuropathie bei Krebs" finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/neuropathie/neuropathie-behandlung.php. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ANDI, 35:
Meine Mutter hatte vor zwölf Jahren schwarzen Hautkrebs unter der Fußsohle. Er wurde entfernt und seither ist nichts Neues mehr aufgetreten. Gilt sie jetzt als endgültig geheilt?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Das Risiko, dass ein Tumor wiederkehrt, nimmt über die Jahre hinweg ab. Je mehr tumorfreie Zeit also vergeht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient ... [mehr]Das Risiko, dass ein Tumor wiederkehrt, nimmt über die Jahre hinweg ab. Je mehr tumorfreie Zeit also vergeht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient dauerhaft geheilt ist. Kontrolluntersuchungen, wie eine regelmäßige Selbstuntersuchung und eine jährliche ärztliche Ganzkörperuntersuchung, werden weiterhin empfohlen. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von GITTE:
Bei meinem Mann wurde im Juli 2016 ein Darmkarzinom festgestellt. Anschließend Chemo in Tablettenform und Bestrahlungen, ohne Erfolg. OP 11/17, danach Chemo. Rezidiv Juli 2017, OP 08/17 mit Festanlage von Stoma, momentan Chemo. Es wurden bisher keine Metastasen in den Organen diagnostiziert. Meine Fragen: Wäre die Feststellung des genetischen Codes sinnvoll, um darauf eine Behandlung abzustimmen? Was halten Sie von Metadon während der Chemophase?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Leider erscheint es uns nicht möglich, im Rahmen dieser Chat-Aktion in angemessener Ausführlichkeit auf Ihre beiden Fragen einzugehen. Daher möchten wir Ihnen anbieten, dass Sie sich ... [mehr]Leider erscheint es uns nicht möglich, im Rahmen dieser Chat-Aktion in angemessener Ausführlichkeit auf Ihre beiden Fragen einzugehen. Daher möchten wir Ihnen anbieten, dass Sie sich mit Ihren Fragen direkt an unseren telefonischen Informationsdienst wenden können. Sie erreichen den KID täglich von 8.00 - 20.00 Uhr: deutschlandweit kostenfrei unter der Rufnummer 0800 - 420 30 40. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von BL-GMX:
Ich nehme gerne ein Sonnenbad, habe aber auf dem Rücken große Muttermale. Muss ich aufpassen?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Menschen mit vielen Muttermalen haben ein höheres Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Auch andere Risikofaktoren, wie z.B. Ihr persönlicher Hauttyp, die Art der Muttermale und ... [mehr]Menschen mit vielen Muttermalen haben ein höheres Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Auch andere Risikofaktoren, wie z.B. Ihr persönlicher Hauttyp, die Art der Muttermale und ein familiär gehäuftes Auftreten spielen eine Rolle. Als wichtigster von außen wirkender Risikofaktor gilt eine erhöhte Belastung mit ultravioletten Strahlen durch Sonne oder Solarien. Hier ist der vernünftige Umgang mit Sonne und Solarien die wichtigste Maßnahme, um sein Erkrankungsrisiko zu senken. Was man tun kann, um die UV-Belastung zu senken, lesen Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/hautkrebs/vorbeugung.php. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von MARGARETE A.:
In unserem Freundeskreis sind im letzten Jahr zwei junge Menschen an Krebs gestorben. Was können meine Freundin (30 Jahre) und ich (36 Jahre) tun, um uns vor dieser schlimmen Krankheit zu schützen?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Wichtig ist es für die Krebsvorbeugung, auf einen gesunden Lebensstil und die Meidung von Risikofaktoren (wie zum Beispiel Rauchen und Alkohol) zu achten. Zusätzlich haben Sie ... [mehr]Wichtig ist es für die Krebsvorbeugung, auf einen gesunden Lebensstil und die Meidung von Risikofaktoren (wie zum Beispiel Rauchen und Alkohol) zu achten. Zusätzlich haben Sie durch die Teilnahme am gesetzlichen Früherkennungsprogramm für einige Tumorarten die Möglichkeit, Krebs vorzubeugen bzw. frühzeitig zu erkennen. Zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm zählen in Deutschland Tests auf Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, Hautkrebs sowie Dickdarmkrebs. Leider lässt sich jedoch das persönliche Krebsrisiko nicht auf Null reduzieren, auch wenn man die Empfehlungen zur Krebsvorbeugung und -früherkennung befolgt. Es gibt eine ganze Reihe von Tumorarten, die vermutlich ohne messbare äußere Einflüsse entstehen. Bei diesen spielen zufällige Fehler bei der Zellteilung eine Rolle, die bei jedem auftreten können. Einen Überblick zu den Möglichkeiten der Krebsvorbeugung und zur -früherkennung erhalten Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/index.php. [weniger]

Moderator:
Hier ist heute wirklich viel los. Unsere Experten antworten so schnell wie möglich. Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass die Antworten in diesem Chat durch die Experten des Krebsinformationsdienstes (KID) auf der Basis Ihrer Anfragen gegeben. Sie sind daher nicht automatisch auf andere Fragestellungen oder Personen übertragbar. Krebspatienten sollten alle Fragen zur Diagnose und Behandlung auf jeden Fall auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen.

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von HANS:
Woher haben Sie Ihre ganzen Informationen eigentlich?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Wir, der Krebsinformationsdienst (KID) sind ein Team mit rund 70 Mitarbeiter/innen. Davon arbeiten rund 20 Mitarbeiter/innen in der Arbeitsgruppe Wissensmanagement. Deren Aufgabe ist es, eine umfassende ... [mehr]Wir, der Krebsinformationsdienst (KID) sind ein Team mit rund 70 Mitarbeiter/innen. Davon arbeiten rund 20 Mitarbeiter/innen in der Arbeitsgruppe Wissensmanagement. Deren Aufgabe ist es, eine umfassende Wissensdatenbank mit allen Krebsthemen, von Vorsorge über Diagnose, Behandlung und Nachsorge bis hin zum Leben mit Krebs zu pflegen und auf dem aktuellen Wissensstand zu halten. Alle Inhalte entsprechen der besten verfügbaren Evidenz zu den jeweiligen Themen. Wo es Richtlinien, Leitlinien oder vergleichbare Empfehlungen von Fachgesellschaften gibt, nutzen wir diese. Auch Gesetze, Verordnungen oder andere Texte zum rechtlichen Rahmen der Krebsmedizin spielen eine wichtige Rolle. Hinzu kommen die Informationen, die die Bundes- und Landesministerien und deren nachgeordnete Einrichtungen sowie die Europäische Union herausgeben. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von CHRISTINA:
Meine Frage gilt der Nachsorge, die beim Gynäkologen durchgeführt wird. Was sein Gebiet angeht, ist das auch o.k., aber müsste bei mir nicht auch regelmäßig z.B. Blut abgenommen werden oder ähnliches? Seit meiner OP im April wurde das nicht mehr kontrolliert. Termine beim Onkologen habe ich seit Ende der Chemotherapie keine mehr.

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Nach der eigentlichen Krebsbehandlung bietet die Nachsorge Betroffenen eine fortlaufende Betreuung. Empfehlungen welche Untersuchungen wie oft bei welcher Erkrankung notwendig sind und welchen Stellenwert sie haben, ... [mehr]Nach der eigentlichen Krebsbehandlung bietet die Nachsorge Betroffenen eine fortlaufende Betreuung. Empfehlungen welche Untersuchungen wie oft bei welcher Erkrankung notwendig sind und welchen Stellenwert sie haben, machen medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinien, die von Fachleuten erarbeitet und regelmäßig aktualisiert werden. Empfehlungen zu Nachsorgeuntersuchungen können sich jedoch je nach Erkrankung und Erkrankungsstadium unterscheiden. Eine pauschale Empfehlung, die sich auf alle Krebspatienten übertragen ließe, gibt es nicht. Um konkret auf Ihre Situation eingehen zu können, möchten wir ich Ihnen anbieten, sich telefonisch an uns zu wenden. Sie erreichen uns täglich von 8 bis 20 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 420 30 40 [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von USCHI:
Meine Schwester hatte vor 1 1/2 Jahren im Alter von 52 Jahren Brustkrebs und vor einem Jahr im Alter von 53 Jahren Eierstockkrebs. Was muss ich als Schwester beachten bezüglich der Vorsorge etc.? Meine zweite Frage: Ich nehme seit über zehn Jahren das Medikament Lantarel 10 mg wegen einer Rheumaerkrankung. Ist dieses Medikament bekannt als Krebsförderer?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Wenn eine Frau sowohl Brustkrebs als auch Eierstockkrebs bekommt, sollte an eine erbliche Veranlagung gedacht werden. Mit Ihrer Schwester sollten Sie besprechen, ob bei ihr eine ... [mehr]Wenn eine Frau sowohl Brustkrebs als auch Eierstockkrebs bekommt, sollte an eine erbliche Veranlagung gedacht werden. Mit Ihrer Schwester sollten Sie besprechen, ob bei ihr eine Untersuchung auf die Brustkrebsgene (BRCA1/2) stattgefunden hat. Um Ihr eigenes Risiko einordnen zu können, könnten auch Sie sich an ein Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs wenden. Für Frauen mit einem besonderen familiären Risiko werden bestimmte Vorsorgemaßnahmen empfohlen, die von Spezialzentren koordiniert werden, siehe dazu auch https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/brustkrebsrisiken-persoenlich.php. Zur 2. Frage: Personen mit einer rheumatoiden Arthritis haben ein etwas erhöhtes Krebsrisiko für bestimmte Krebsarten (weißer Hautkrebs, Lymphome). Ob Methotrexat (Lantarel®), das Krebsrisiko steigert, ist bislang nicht sicher einschätzbar. Es hat sich im praktischen Alltag in der niedrigen Dosierung bei Rheuma bislang aber keine Zunahme von Krebsfällen gezeigt. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ROLF:
Diagnose: Rezidiv i.S. einer Lymphknotenmetastase rechts illakal bei Z.n. nach Prostatektomie und Salvage Strahlentherapie bei Prostata-CA ED 0372015. Nach der OP entstand ein Lymphödem. Wird momentan mit Lymphdrainage behandelt. Wie soll dies weitergehen? Gibt es andere Behandlungsmöglichkeiten?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Gerne möchten wir weiterhelfen. In dieser komplexen Situation, in der zur Beantwortung Ihrer Fragen unsererseits auch Rückfragen notwendig sind, möchten ich Ihnen ein Gespräch mit meinem ... [mehr]Gerne möchten wir weiterhelfen. In dieser komplexen Situation, in der zur Beantwortung Ihrer Fragen unsererseits auch Rückfragen notwendig sind, möchten ich Ihnen ein Gespräch mit meinem Team am Telefon anbieten. Sie erreichen uns täglich von 8 bis 20 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 420 30 40. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von MARION :
Ich bin 2010 an triple-negativem Brustkrebs erkrankt. Gibt es neue Therapieansätze?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Insbesondere für triple-negativen Brustkrebs sind die Therapiemöglichkeiten bisher stark eingeschränkt. Daher wird intensiv nach neuen Therapiemöglichkeiten für diesen Brustkrebstyp gesucht, vor allem für Patientinnen mit fortgeschrittener ... [mehr]Insbesondere für triple-negativen Brustkrebs sind die Therapiemöglichkeiten bisher stark eingeschränkt. Daher wird intensiv nach neuen Therapiemöglichkeiten für diesen Brustkrebstyp gesucht, vor allem für Patientinnen mit fortgeschrittener Erkrankung. Beispiele für zurzeit in Studien geprüfte neue Therapien sind: Neue/neu kombinierte Chemotherapien, verschiedene Immuntherapien, antiandrogene Wirkstoffe, diverse Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, Hemmstoffe des Wachstumsfaktor-MAP-Kinase-Signalwege sowie Cdk4/6-Hemmer und Wirkstoffe, die in die DNA-Schadensantwort und -reparatur eingreifen. Daneben sind noch weitere Therapien Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von TäNNCHEN2000:
Unser Opa hat Magenkrebs. Jetzt habe ich Angst, dass wir uns anstecken könnten, z.B. wenn wir ihn umarmen, küssen oder auf dieselbe Toilette benutzen.

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Magenkrebs selbst ist nicht ansteckend bzw. übertragbar. Es wurde noch nie beschrieben, dass sich ein Mensch beim normalen Umgang, wie bei z.B. der Benutzung gleicher Gegenstände ... [mehr]Magenkrebs selbst ist nicht ansteckend bzw. übertragbar. Es wurde noch nie beschrieben, dass sich ein Mensch beim normalen Umgang, wie bei z.B. der Benutzung gleicher Gegenstände oder der gleichen Toilette oder bei Umarmung, Händeschütteln, Küssen, dem Kontakt mit Ausscheidungen bzw. Körperflüssigkeiten etc. mit einem Krebspatienten an dessen Krebserkrankung "angesteckt" hat. Normalerweise werden Krebszellen vom Körper nicht ausgeschieden, und wenn, dann sind sie meist schon abgestorben oder bleiben an der Luft nicht lebensfähig. Mehr zum Thema „Ansteckung und Krebs: Warum Familie und Freunde kein Risiko fürchten müssen“ können Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/ansteckung.php nachlesen. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von WOLVERINE18:
Ich wurde im November 2010 an Darmkrebs operiert. Keine Anschluss-Chemo, keine Lymphknoten befallen. Danach immer bei der Nachsorge gewesen. Keine Auffälligkeiten. Im August 2016 wurde eine Metastase in der Leber festgestellt und auch wieder operiert. Danach adjuvante Chemo. Heißt es nicht immer, nach fünf Jahren keine Nachsorge mehr, man gilt ja als geheilt? Gott sei Dank wurde weiter kontrolliert. Muss ich denn ein Leben lang die Nachsorge machen? Ich mache sie bestimmt!

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Nach kurativer Therapie (d.h. kein Tumor mehr im Körper nachweisbar) besteht für Darmkrebspatienten 5 Jahre ein erhöhtes Risiko für einen Rückfall oder für eine Metastasierung. ... [mehr]Nach kurativer Therapie (d.h. kein Tumor mehr im Körper nachweisbar) besteht für Darmkrebspatienten 5 Jahre ein erhöhtes Risiko für einen Rückfall oder für eine Metastasierung. Daher endet die „offizielle“ Nachsorge nach 5 Jahren. Über diesen Zeitpunkt hinaus sollten lediglich Koloskopien zum Ausschluss eines Zweitkarzinoms erfolgen. Leider ist aber auch zu einem späteren Zeitpunkt ein Rückfall nie ganz ausgeschlossen. Nach vollständiger operativer Entfernung einer Metastase, wird eine programmierte Nachsorge empfohlen. Diese orientiert sich an den Nachsorge-Empfehlungen nach mit Heilungsabsicht durchgeführter Operation des Ersttumors im Darm. Wichtig ist es dabei auch, die individuelle Situation des Patienten zu berücksichtigen. Das heißt: Wie die zukünftige Nachsorge bei Ihnen aussehen sollte, müssen Sie individuell mit Ihrem Arzt besprechen. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von WALTER:
Darf ich als Krebspatient in die Sauna?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Für die meisten Krebspatienten ist die Anwendung von Wärme problemlos möglich. Vorsichtig sollte man aber während und kurz nach einer belastenden Behandlung sein, und auch dann, ... [mehr]Für die meisten Krebspatienten ist die Anwendung von Wärme problemlos möglich. Vorsichtig sollte man aber während und kurz nach einer belastenden Behandlung sein, und auch dann, wenn man durch eine Krebserkrankung insgesamt geschwächt ist. Ein wichtiger Grund ist die Belastung für den Kreislauf. Besondere Vorsicht ist beispielsweise auch geboten bei erhöhtem Infektionsrisiko unter einer Chemotherapie, wenn durch eine Bestrahlung die Haut zeitweise geschädigt ist oder wenn nach einer Lymphknotenentfernung eine erhöhtes Risiko für ein Lymphödem besteht. Krebspatienten sollten daher vor einem Saunabesuch immer erst mit Ihren behandelnden Ärzten sprechen und die Frage „Sauna – ja oder nein?“ von Ihrem Arzt beurteilen lassen. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von INGRID, 53:
Warum ist die Prognose für eine Heilung immer schlechter, wenn der Krebs bereits Metastasen gebildet hat?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Im fortgeschrittenen Stadium einer Erkrankung, wenn der Tumor bereits in andere Organe gestreut hat, können die Tumorzellen meist nicht vollständig zerstört werden. Die Behandlung zielt in ... [mehr]Im fortgeschrittenen Stadium einer Erkrankung, wenn der Tumor bereits in andere Organe gestreut hat, können die Tumorzellen meist nicht vollständig zerstört werden. Die Behandlung zielt in diesem Falle darauf ab, das Tumorwachstum zu bremsen und vor allem krankheitsbedingte Symptome oder Beschwerden zu vermeiden oder zu lindern. Eine Heilung ist dann meist nicht mehr möglich. Wie eine Krebserkrankung im persönlichen Fall verlaufen wird, ist jedoch von zahlreichen Faktoren abhängig: Zum einen spielen die Krebsart und die Ausdehnung der Erkrankung eine wichtige Rolle, zum anderen müssen persönliche Faktoren wir das Alter, der körperliche Gesundheitszustand und Begleiterkrankungen berücksichtigt werden. Selbst wenn eine Krebserkrankung ohne Aussicht auf Heilung ist, können manche Patienten mit einer entsprechenden Behandlung über lange Zeit ein aktives Leben führen. Ihr Alltag gleicht dann dem vieler anderer Menschen mit einer chronischen Erkrankung. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
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Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von B.WAGNER:
Mein Partner wurde wegen Prostatakrebs bestrahlt. Das ist zwei Monate her. Jetzt wird sein Penis nicht mehr steif. Ist er nun impotent?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Bei etwa der Hälfte der Männer, die bestrahlt wurden, kann es dazu kommen, dass danach der Penis nicht mehr steif wird. Man spricht von einer Erektionsstörung. ... [mehr]Bei etwa der Hälfte der Männer, die bestrahlt wurden, kann es dazu kommen, dass danach der Penis nicht mehr steif wird. Man spricht von einer Erektionsstörung. Eine Erektionsstörung muss sich nicht unbedingt als vollständige Impotenz auswirken. Ihr Partner kann seinen Arzt auf eine medikamentöse Unterstützung der Erektion ansprechen. Lässt sich dadurch keine Erektion erzielen oder kommen die Mittel wegen ihrer Nebenwirkungen nicht infrage, stehen weitere Möglichkeiten, wie etwa mechanische Erektionshilfen oder Spritzen in den Schwellkörper, zur Verfügung. Weitere Hintergrundinformationen zu „Prostatakrebs: Leben mit der Erkrankung und ihren Folgen“ finden Sie auf den Internetseiten unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/leben.php. Hinweisen möchte ich Sie außerdem auch auf die Broschüre „Männliche Sexualität und Krebs“, online abrufbar über https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/krebspatient-sexualitaet.php. [weniger]

Moderator:
Liebe User, der Chat ist weiterhin hochfrequentiert. Wir versuchen, alle Fragen zu beantworten, aber dies ist zeitlich leider nicht möglich. Falls Ihre persönliche Frage nicht berücksichtigt werden konnte, bitten wir um Verständnis. Berücksichtigen Sie bitte auch, dass die Experten des Krebsinformationsdienstes (KID) die Antworten in diesem Chat auf der Basis Ihrer Anfragen gegeben haben. Sie sind daher nicht automatisch auf andere Fragestellungen oder Personen übertragbar. Krebspatienten sollten alle Fragen zur Diagnose und Behandlung auf jeden Fall auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen.

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ÖZLEM:
Mein Bruder hat ein Lungenkarzinom (adeno) und bekommt eine platinbasierte Therapie (Gemzar + Cisplatin). Er hat starke Beinschmerzen. Was kann man dagegen tun?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Schmerzen, auch Beinschmerzen, können als Nebenwirkung der Medikamente, aber auch unabhängig davon auftreten. Um eine geeignete Behandlung einleiten zu können, sollte nach der Ursache der Beinschmerzen ... [mehr]Schmerzen, auch Beinschmerzen, können als Nebenwirkung der Medikamente, aber auch unabhängig davon auftreten. Um eine geeignete Behandlung einleiten zu können, sollte nach der Ursache der Beinschmerzen gesucht werden. Von der genauen Ursache hängt auch die Behandlung ab. Da Ihr Bruder unter Beschwerden leidet, die Ihnen beiden Anlass zur Sorge geben, sollte er sich in jedem Fall an seinen Arzt wenden, der ihn während der Chemotherapie betreut. Sein Arzt, der ihn persönlich und alle seine Befunde kennt, kann Ihren Bruder gezielt zu den Beschwerden befragen, ihn körperlich untersuchen und ggf. weitere Untersuchungen und eine entsprechende Behandlung veranlassen. Wir möchten Ihren Bruder deshalb ermutigen, das Gespräch mit seinem Arzt zu suchen. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von H.SCHILLINGER:
Was raten Sie Menschen, die mit einer Krebsdiagnose konfrontiert sind?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Die Diagnose Krebs löst verständlicherweise große Ängste aus und wirft eine Fülle von Fragen auf. Um mit dieser hoch emotionalen Situation zurecht zukommen, hilft vielen Menschen ... [mehr]Die Diagnose Krebs löst verständlicherweise große Ängste aus und wirft eine Fülle von Fragen auf. Um mit dieser hoch emotionalen Situation zurecht zukommen, hilft vielen Menschen Faktenwissen. Je mehr ich als Betroffener über meine Erkrankung weiß, desto klarer werden mir die nächsten Schritte und umso besser kann ich mit ihr umgehen. Gespräche mit dem Arzt, aber auch mit Verwandten und Freunden, können ebenfalls helfen, den Schock zu überwinden und sich mit der Frage „Wie geht es nun weiter?" auseinanderzusetzen. Oft ist kein sofortiges Handeln notwendig, so dass sich Betroffene ausreichend Zeit nehmen können, um dem Gefühlsansturm Raum zu geben und dann gemeinsam mit dem Arzt die nächsten Schritte zu planen. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von BAUERLEID:
Ich habe von der Früherkennung von Lungenkrebs mit Atemluft (Atemtest) gehört. An wen kann ich mich wenden?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Derzeit ist kein Test verfügbar, der anhand der Messung von Atemluft Lungenkrebs frühzeitig und zuverlässig erkennen könnte. Es wird zwar an einem solchen Test geforscht, dieser ... [mehr]Derzeit ist kein Test verfügbar, der anhand der Messung von Atemluft Lungenkrebs frühzeitig und zuverlässig erkennen könnte. Es wird zwar an einem solchen Test geforscht, dieser ist aber noch nicht marktreif bzw. noch nicht als Methode zur Früherkennung von Lungenkrebs anerkannt. Entsprechende Tests müssen sich erst in Studien beweisen. Mögliche Ansprechpartner bei Fragen zum Test bzw. bei Interesse an einer Studienteilnahme könnten zertifizierte Lungenkrebszentren sein. Weitere Hintergrundinformationen zur Früherkennung von Lungenkrebs finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/frueherkennung.php. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von CLAUDINE-ONLINE:
Meine Mutter ist mit 69 Jahren an Darmkrebs erkrankt, zwei Operationen hat sie mittlerweile hinter sich, die alle gut verlaufen sind, obwohl der Tumor megagroß war. Nun ist sie an Leberkrebs erkrankt und es sieht nicht gut aus. Auf was müssen wir uns einstellen? Wird sie Schmerzen haben, wenn es dem Ende zu geht?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Wir gehen davon aus, dass die Veränderungen in der Leber durch Tumorabsiedlungen des Darmkrebs verursacht werden (sogenannte Lebermetastasen). Eine Heilung ist dann nur in sehr seltenen ... [mehr]Wir gehen davon aus, dass die Veränderungen in der Leber durch Tumorabsiedlungen des Darmkrebs verursacht werden (sogenannte Lebermetastasen). Eine Heilung ist dann nur in sehr seltenen Fällen möglich. Bei den meisten Patienten wird die Behandlung das Ziel haben, krankheitsbedingte Beschwerden so lange wie möglich zu verhindern bzw. entstehende Beschwerden zu lindern. Welche Beschwerden dabei entstehen, kann sehr unterschiedlich sein. Bei fortgeschrittenem Darmkrebs sind neben Schmerzen vor allem Leberfunktionsstörungen und Verdauungsprobleme häufige Symptome, aber auch andere Beschwerden sind möglich. Erster Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte, die gegebenenfalls weitere Fachleute hinzuziehen, die auf die Behandlung von Schmerzen oder anderen Beschwerden bei Krebspatienten spezialisiert sind. Mehr zu den Unterstützungsmöglichkeiten bei fortgeschrittener Krebserkrankung lesen Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-palliative-versorgung.pdf. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von BEOBACHTER:
Fragen zum malignem Melanom: 1.Welche neuesten Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung werden als Behandlungsansatz getestet? 2.Welche neuen Medikamente stehen vor der Zulassung? 3.Welche neuen Forschungsschwerpunkte sind in letzter Zeit dazugekommen?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
In den letzten Jahren hat sich die Therapie des (fortgeschrittenen) Malignen Melanoms rasant entwickelt. Insbesondere mit Immuntherapien mit sogenannten Immun-Checkpoint-Hemmern und mit zielgerichteten Medikamenten wie den ... [mehr]In den letzten Jahren hat sich die Therapie des (fortgeschrittenen) Malignen Melanoms rasant entwickelt. Insbesondere mit Immuntherapien mit sogenannten Immun-Checkpoint-Hemmern und mit zielgerichteten Medikamenten wie den BRAF- und MEK-Hemmern wurden in den letzten Jahren vielversprechende Ergebnisse erzielt, die auch zu einer Reihe von Zulassungen geführt haben. Derzeit wird intensiv daran geforscht, hier weitere Wirkstoffe zu entwickeln. Besonders viele Studien beschäftigen sich darüber hinaus mit der optimalen Reihenfolge und der Kombination dieser Medikamente sowohl untereinander als auch mit weiteren Therapieformen wie z.B. der Strahlen- oder auch der Chemotherapie. Die Zulassung in Europa ist z.B. beantragt für den MEK-Inhibitor Binimetinib und den BRAF-Hemmer Encorafenib. Zusätzlich wird weiter geforscht zu neuen Immuntherapien, Wirkstoffen gegen Zielstrukturen wie z.B. verschiedenen Rezeptor-Tyrosinkinasen, aber auch zu neuen Virotherapien und weiteren Verfahren. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von SCHUTZENGEL:
Wann erfolgt normalerweise die Strahlentherapie nach der Brustoperation wegen Brustkrebs?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Grundsätzlich sollte die Strahlentherapie so früh wie möglich beginnen. Bei komplikationslosem Verlauf wird in der Regel ein Beginn der Strahlentherapie 4 - 6 Wochen nach der ... [mehr]Grundsätzlich sollte die Strahlentherapie so früh wie möglich beginnen. Bei komplikationslosem Verlauf wird in der Regel ein Beginn der Strahlentherapie 4 - 6 Wochen nach der Operation bzw. 3 - 4 Wochen nach Abschluss der Chemotherapie empfohlen. Mehr zum Thema „Bestrahlung bei Brustkrebs“ finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/strahlentherapie.php. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von SASKIA:
Welche Mythen und Falschinformationen über Krebs halten sich am hartnäckigsten?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Es gibt eine ganze Reihe von Gerüchten, die in den Medien oder im Internet immer wieder die Runde machen. So zum Beispiel, dass Krebs ansteckend ... [mehr]Es gibt eine ganze Reihe von Gerüchten, die in den Medien oder im Internet immer wieder die Runde machen. So zum Beispiel, dass Krebs ansteckend sei. Dieses alte Vorurteil hält sich hartnäckig. Wir können aber Entwarnung geben, Krebs selbst ist nicht übertragbar, wie zum Beispiel eine Grippe, weder beim alltäglichen Umgang oder bei intimen Kontakten, noch bei der Pflege von Patienten. Was dagegen richtig ist: Es gibt Viren, die an der Entstehung bestimmter Krebsarten beteiligt sind. Zu enge Büstenhalter seien ein Brustkrebsrisiko. Auch dieses Gerücht taucht immer mal wieder auf. Eine wissenschaftliche Quelle oder gar ein Beweis für diese Behauptungen fehlt bislang. Daher gilt: Das Tragen von Büstenhaltern beeinflusst das Brustkrebsrisiko nicht, egal ob zu eng oder nicht, mit Bügel oder ohne. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von HELGA:
Ich habe noch nie von Ihnen gehört. Sind Sie neu oder gibt es Ihr Angebot schon länger?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Den Krebsinformationsdienst gibt es seit über 30 Jahren. Er wurde 1986 von der damaligen Leiterin der Pressestelle des Deutschen Krebsforschungszentrums als Telefondienst gegründet und seither ... [mehr]Den Krebsinformationsdienst gibt es seit über 30 Jahren. Er wurde 1986 von der damaligen Leiterin der Pressestelle des Deutschen Krebsforschungszentrums als Telefondienst gegründet und seither weiterentwickelt. Mehr über die Angebote des Krebsinformationsdienstes erfahren Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/wirueberuns.php. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von PATRICK:
Wieso geht der Krebs nach den ersten Chemotherapien meistens rasant zurück und wächst dann irgendwann trotz Chemo wieder weiter?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Chemotherapie-Medikamente hindern Zellen an der Teilung und bringen sie zum Absterben. Nicht alle Krebszellen sprechen gleich gut auf eine Chemotherapie an: Von einigen Krebsarten weiß man, ... [mehr]Chemotherapie-Medikamente hindern Zellen an der Teilung und bringen sie zum Absterben. Nicht alle Krebszellen sprechen gleich gut auf eine Chemotherapie an: Von einigen Krebsarten weiß man, dass sie von vornherein schlecht oder gar nicht auf eine Chemotherapie ansprechen. Aber auch bei Patienten mit eigentlich gut behandelbaren Krebsarten kann die Chemotherapie nach einiger Zeit versagen. Die Empfindlichkeit des Tumorgewebes kann sich zum Beispiel mit der Zeit verändern. Eine erneute Chemotherapie oder der Wechsel auf andere Arzneimittel können dann noch Wirkung zeigen. Viele Patienten können aber heutzutage auch dauerhaft durch eine Chemotherapie geheilt werden. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von URSEL:
Ich habe vor drei Jahren meinen Mann per Herzinfarkt verloren und vor zwei Jahren meinen einzigen Sohn aufgrund eines Motorradunfalles. Und nun habe ich die Diagnose Brustkrebs. Mich würde interessieren, ob seelischer Kummer auch Krebs auslösen kann. Mir fällt es schwer, mit allem fertig zu werden.

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Nein, seelischer Kummer kann keine (Brust-) Krebserkrankung auslösen. Zu den Auslösern von Brustkrebs sind noch viele Fragen offen. Es ist nahezu unmöglich, bei Patientinnen mit Brustkrebs ... [mehr]Nein, seelischer Kummer kann keine (Brust-) Krebserkrankung auslösen. Zu den Auslösern von Brustkrebs sind noch viele Fragen offen. Es ist nahezu unmöglich, bei Patientinnen mit Brustkrebs im Nachhinein einen einzelnen, besonderen Anlass für die Tumorentstehung auszumachen. Aus großen Studien lassen sich Faktoren ableiten, die das Erkrankungsrisiko einer Frau beeinflussen können: Diese sind vor allem das Lebensalter, die hormonelle Situation, der Lebensstil und möglicherweise ererbte Risikogene. Unabhängig von der Ursache kann es aber sinnvoll sein, sich bei einer schweren (Krebs-)Erkrankung Unterstützung zu holen, mehr dazu lesen unter https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/krankheitsverarbeitung/index.php. Gerne möchten wir Ihnen außerdem ein persönliches Gespräch anbieten, in dem wir gezielter auf Ihre Sorgen und Fragen in Ihrer aktuellen Situation eingehen können: Sie erreichen uns täglich von 8.00 - 20.00 Uhr: Deutschlandweit kostenfrei unter der Rufnummer 0800 - 420 30 40 [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von B.SAUERTEIG:
Soweit ich weiß, empfehlen die Leitlinien eine 5-jährige Einnahme von Anastrozol. Bei mir (59 Jahre), sind die fünf Jahre im April 2018 um. Jetzt habe ich gehört, dass die Empfehlung der Einnahme auf zehn Jahre erweitert werden soll. Wie ist da der neueste Stand? Werden die Kosten auch übernommen?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Es gibt bisher keine generelle Empfehlung, eine ergänzende (adjuvante) Aromatasehemmertherapie bei Brustkrebs (z.B. mit Anastrozol) von fünf auf zehn Jahre auszuweiten. Die bisherigen Ergebnisse großer Studien ... [mehr]Es gibt bisher keine generelle Empfehlung, eine ergänzende (adjuvante) Aromatasehemmertherapie bei Brustkrebs (z.B. mit Anastrozol) von fünf auf zehn Jahre auszuweiten. Die bisherigen Ergebnisse großer Studien zum Nutzen einer verlängerten Gabe eines Aromatasehemmers sind uneinheitlich. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung bei der Empfehlung für eine verlängerte endokrine Therapie mit einem Aromatasehemmer erfolgen sollte. Es deutet sich ihrer Ansicht nach an, dass sie hauptsächlich Patientinnen mit hohem Rückfallrisiko angeboten werden sollten, die ihre bisherige endokrine Therapie gut vertragen haben. Die Frage der Kostenübernahme sollten Sie im Falle einer verlängerten Einnahme von Anastrozol individuell mit Ihrer Krankenkasse klären. Weitere Hintergrundinformationen und Links zum Thema „Brustkrebs“ finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/index.php. [weniger]

Moderator:
Wir freuen uns sehr, dass so viel Interesse besteht, die Fragen kommen quasi im Sekundentakt herein. Bitte beachten Sie folgendes: Die Antworten in diesem Chat haben die Experten des Krebsinformationsdienstes (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums auf der Basis Ihrer Anfragen gegeben. Sie sind daher nicht automatisch auf andere Fragestellungen oder Personen übertragbar. Krebspatienten sollten alle Fragen zur Diagnose und Behandlung auf jeden Fall auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen.

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von MAREIKE:
Ich habe in der linken Brust viele Kalkablagerungen und soll jedes Jahr zur Mammografie. Das mache ich schon seit vielen Jahren. Ist das nicht zu viel?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Winzige Kalkablagerungen (Mikrokalk) in der Brust können harmlos oder der Hinweis auf Brustkrebs oder dessen Vorstufe sein. Derzeit ist die Mammographie die zuverlässigste Methode, um Mikrokalk ... [mehr]Winzige Kalkablagerungen (Mikrokalk) in der Brust können harmlos oder der Hinweis auf Brustkrebs oder dessen Vorstufe sein. Derzeit ist die Mammographie die zuverlässigste Methode, um Mikrokalk in der Brust nachzuweisen. Wird die Kalkablagerung als verdächtig eingestuft, muss sie mit einer Biopsie weiter abgeklärt werden. Sind vermutlich gutartige Kalkablagerungen vorhanden, können zur Sicherheit weitere Mammographie-Kontrollen durchgeführt werden. Wenn Ihnen unklar ist, warum bei Ihnen weitere Mammographie-Kontrollen empfohlen werden, so sollten Sie Ihren Befund und das weitere Vorgehen nochmals mit Ihrem Radiologen und Ihrem Frauenarzt besprechen. Mehr zur Mammographie in der Abklärung von Auffälligkeiten lesen Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/mammographie-abklaerung.php. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von LOLA:
Ist Krebs eigentlich ansteckend?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Krebs selbst ist nicht ansteckend. Er wurde nie beschrieben, dass sich ein Mensch bei normalem Umgang mit einem Krebspatienten an dessen Krankheit angesteckt hat.

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ANNANITA:
Ich bin 50 und kann mich nicht entscheiden, ob ich zum Mammografiescreening gehen soll. Irgendwie habe ich Angst, dass ich wegen eines Fehlalarms wochenlang Todesängste ausstehen muss, außerdem beunruhigt mich die Strahlenbelastung. In meiner Familie gab es noch keinen Brustkrebs, und ich gehe regelmäßig zum Frauenarzt. Kann es auch sinnvoll sein, z.B. nur alle 4 Jahre zu gehen?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Die Entscheidung für oder gegen das Mammographie-Screening ist eine ganz individuelle Entscheidung, bei der man auf jeden Fall auch seine persönlichen Präferenzen und Wertvorstellungen einbeziehen sollte. ... [mehr]Die Entscheidung für oder gegen das Mammographie-Screening ist eine ganz individuelle Entscheidung, bei der man auf jeden Fall auch seine persönlichen Präferenzen und Wertvorstellungen einbeziehen sollte. Speziell für Sie geht es um die Abwägung der Frage, ob die Sorge, Brustkrebs nicht rechtzeitig zu entdecken, größer ist als die Angst vor einem Fehlalarm oder vor der Strahlenbelastung. Vielleicht kann Ihnen unser Informationsblatt zur Brustkrebs-Früherkennung bei der Entscheidungsfindung weiterhelfen, siehe https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-brustkrebs-frueherkennung.pdf. Dort finden Sie unter anderem auch einen Überblick über die Vor- und Nachteile des Screenings, darunter auch Informationen zur Strahlenbelastung und Zahlen zur Überdiagnose. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von BEOBACHTER:
Ist Metastasierung eine sekundäre embryonale Entwicklung?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Krebs ist die Folge von Veränderungen des Bauplans der Zelle: Heute weiß man, dass Krebs immer auf Schädigungen am oder im Erbgut zurückgeht. Diese Fehler können ... [mehr]Krebs ist die Folge von Veränderungen des Bauplans der Zelle: Heute weiß man, dass Krebs immer auf Schädigungen am oder im Erbgut zurückgeht. Diese Fehler können viele Ursachen (zum Beispiel UV-Strahlung, Zigarettenrauch) haben. Vermutlich entstehen Fehler aber sehr häufig auch mehr oder weniger zufällig. Metastasen selbst entstehen durch Absiedlungen bösartiger Tumorzellen aus dem Ursprungstumor. Diese Zellen benötigen eine für sie besonders geeignete Umgebung, eine sogenannte Nische, um sich zu teilen und das Wachstum von Metastasen zu unterhalten. Unter den vielen Zellen, die aus dem Primärtumor in die Blutbahn gelangen, befinden sich nur wenige, die die Entstehung von Metastasen auslösen oder "initiieren" können. Zum Teil können auch Gene überaktiviert werden, die sonst nur in der Embryonalentwicklung eine Rolle spielen. Mehr zur Krebsentstehung und Metastasenbildung ist unter https://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsentstehung-index.php nachzulesen. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ELISABETH:
Ich wurde vor einem Jahr wegen einem gastrointestinalen Stromatumor (GIST) erfolgreich operiert und muss seitdem Glivec einnehmen. Wie lange muss ich die Glivec-Tabletten eigentlich noch nehmen? Ich vertrage sie gut.

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Der Wirkstoff Imatinib (Handelsname: Glivec®) wird zur unterstützenden (adjuvanten) Behandlung nach einer Operation eingesetzt, um das Risiko für einen Rückfall zu mindern. In dieser Situation wird ... [mehr]Der Wirkstoff Imatinib (Handelsname: Glivec®) wird zur unterstützenden (adjuvanten) Behandlung nach einer Operation eingesetzt, um das Risiko für einen Rückfall zu mindern. In dieser Situation wird Imatinib derzeit in der Regel für eine Dauer von drei Jahren verabreicht. Bei wiederkehrenden und/oder fortgeschrittenen (metastasierten) GIST wird die Therapie mit Imatinib fortgesetzt, solange ein Nutzen für den Patienten festgestellt wird. In dieser Situation ist Imatinib also eine Dauertherapie (bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder Unverträglichkeit). Weitere Informationen zu GIST finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/weitere-tumorarten/gist.php. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ZEBRA:
Ich hatte vor einigen Monaten bei der Gebärmutterhalskrebsvorsorge einen Pap IVa und dann eine Konisation. Danach hieß es, es sei alles in Ordnung, und es sei ja nur eine Krebsvorstufe gewesen, im Befund stand aber "Cancer in situ". Was bedeutet denn das, und bin ich jetzt weiter gefährdet?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Bei einem Pap IVa zeigen sich im Abstrich vom Gebärmutterhals starke Zellveränderungen. Feingeweblich entspricht ein Pap IV einer weit fortgeschrittenen Krebsvorstufe im Übergang zu einem Karzinom ... [mehr]Bei einem Pap IVa zeigen sich im Abstrich vom Gebärmutterhals starke Zellveränderungen. Feingeweblich entspricht ein Pap IV einer weit fortgeschrittenen Krebsvorstufe im Übergang zu einem Karzinom (Krebs). Diese frühen Tumoren sind noch auf die oberen Gewebeschichten begrenzt und umfassen auch das Carcinoma in situ. Es handelt sich dabei also (noch) nicht um eine Krebserkrankung. Das veränderte Gewebe sollte aber vollständig entfernt werden, in der Regel durch eine Konisation. Nach einer vollständigen Entfernung ist keine weitere Behandlung mehr erforderlich. Dennoch sollten Patientinnen nach einer Konisation zunächst alle sechs Monate zur Nachkontrolle gehen. So kann ein Rückfall ggf. frühzeitig entdeckt und erneut behandelt werden. Weitere Hintergrundinformationen zur Untersuchung und Behandlung von Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/vorstufen.php. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von 71OPTIMIST:
Meine Chemo endet bald. Ovarialkarzinom 3b. Was kann ich nach der Behandlung tun, um ein Rezidiv zu vermeiden. Psychoonkologische Hilfe, Sport und Essen? Ich bin ziemlich ausgelaugt und rasch müde. Hausarbeit schaffe ich nur in kleinen Etappen, habe ich auch Anspruch auf eine Kur? Der Gedanke, ob ich krebsfrei werde bzw. krebsfrei bleibe, nimmt immer mehr Raum ein in meinem Leben. Mehrere Familienmitglieder sind an dieser Krankheit bereits in jungen Jahren verstorben, deshalb auch meine Angst.

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Ihre Fragen kurz vor Abschluss der medizinischen Behandlung können wir sehr gut nachvollziehen. Gesund zu werden, mit der Angst vor einem Rückfall umzugehen, selbst etwas zur ... [mehr]Ihre Fragen kurz vor Abschluss der medizinischen Behandlung können wir sehr gut nachvollziehen. Gesund zu werden, mit der Angst vor einem Rückfall umzugehen, selbst etwas zur Genesung beizutragen, sich wieder zu erholen und aktiv zu werden, sind ganz verständliche Anliegen. Um auf alle von Ihnen genannten Fragen individuell und ausführlich eingehen zu können, wäre wahrscheinlich ein Gespräch am besten geeignet. Wir möchten Sie daher ermutigen, sich mit Ihren Fragen an Ihre behandelnden Ärzte als erste Ansprechpartner zu wenden. Darüber hinaus können Sie sich auch telefonisch an uns oder beispielsweise an eine Krebsberatungsstelle in Ihrer Nähe wenden. Dort sind Fachleute tätig, die Ihnen entweder selbst bei den angesprochenen Themen weiterhelfen können oder zumindest an weitere, nahegelegene Ansprechpartner weiterverweisen können. Eine Liste entsprechender Beratungsstellen finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/krebsberatungsstellen.php. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von MINNI, 47:
Gibt es Untersuchungen dazu, wie sehr ein starker Wille und eine kämpferische Einstellung die Heilung von Krebs begünstigen?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Wissenschaftliche Untersuchungen haben bisher keine eindeutigen Anhaltspunkte dafür gefunden, dass eine ganz bestimmte Art des Umgangs mit der Krankheit besonders günstig ist. Jede Patientin, jeder Patient erlebt ... [mehr]Wissenschaftliche Untersuchungen haben bisher keine eindeutigen Anhaltspunkte dafür gefunden, dass eine ganz bestimmte Art des Umgangs mit der Krankheit besonders günstig ist. Jede Patientin, jeder Patient erlebt und verarbeitet Behandlung und Krankheit auf seine ganz eigene Weise. Dabei kann eine aktive oder „kämpferische“ Grundhaltung hilfreich sein, aber genauso auch das Zulassen von Gefühlen wie Angst, Traurigkeit oder Wut, die eine schwere Erkrankung mit sich bringt. Wichtig ist, längerfristig so mit der Erkrankung leben zu lernen, dass eine möglichst hohe Lebensqualität erhalten bleibt oder wieder erreicht werden kann. Betroffene, die über längere Zeit belastet sind, können Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen, die speziell für Krebspatienten zur Verfügung stehen, beispielsweise in einer ambulanten Krebsberatungsstelle. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von WUSSEL-BERGER:
Wie kann sich eine Krebserkrankung – auch wenn sie geheilt wird – auf das Leben des Patienten und auch auf Partnerschaft und Sexualität auswirken?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Die körperlichen Folgen der Erkrankung und ihrer Behandlung, aber vor allem die seelische Belastung dämpfen bei vielen Betroffenen zumindest zeitweilig die Lust auf Sexualität. Vielen Menschen ... [mehr]Die körperlichen Folgen der Erkrankung und ihrer Behandlung, aber vor allem die seelische Belastung dämpfen bei vielen Betroffenen zumindest zeitweilig die Lust auf Sexualität. Vielen Menschen fällt es in dieser Situation zudem schwer, über Intimität und körperliche Liebe zu sprechen. Für eine Partnerschaft kann das belastend sein. Psychoonkologische Betreuungsangebote können einen geeigneten Rahmen geben, um sich mit der Problematik auseinanderzusetzen. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von DIDI:
Verschlechtert es die Heilungschancen bei Brustkrebs, wenn man sich sofort die Brust neu aufbauen lässt?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Eine Brustrekonstruktion hat keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf oder die Heilungschancen. In einigen Fällen kann es später allerdings schwieriger sein, in einer rekonstruierten Brust einen örtlichen ... [mehr]Eine Brustrekonstruktion hat keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf oder die Heilungschancen. In einigen Fällen kann es später allerdings schwieriger sein, in einer rekonstruierten Brust einen örtlichen Rückfall (Lokalrezidiv) mit der Mammographie zu erkennen, wie zum Beispiel nach Einlage eines Implantates. In diesen Fällen kann aber zur Brustuntersuchung zusätzlich zur Mammographie ein Ultraschall oder auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Brust eingesetzt werden. [weniger]

Moderator:
Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, Ihnen möglichst detaillierte Auskünfte zu geben. Berücksichtigen Sie aber bitte, dass die Experten des Krebsinformationsdienstes (KID) die Antworten in diesem Chat auf der Basis Ihrer Anfragen gegeben haben. Sie sind daher nicht automatisch auf andere Fragestellungen oder Personen übertragbar. Krebspatienten sollten alle Fragen zur Diagnose und Behandlung auf jeden Fall auch mit ihren behandelnden Ärzten besprechen.

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von B.-LAUSER:
Welche Fragen bewegen die Menschen, die sich an den KID wenden, am häufigsten?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Am häufigsten werden Fragen zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs gestellt. Aber auch Grundlagenwissen interessiert unsere Nutzer. Viele Menschen haben Fragen zum „Leben mit Krebs“, und interessieren ... [mehr]Am häufigsten werden Fragen zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs gestellt. Aber auch Grundlagenwissen interessiert unsere Nutzer. Viele Menschen haben Fragen zum „Leben mit Krebs“, und interessieren sich beispielsweise für Möglichkeiten, belastende Symptome und Nebenwirkungen zu lindern. Sehr gefragt sind wir auch, wenn es darum geht, Adressen, Ansprechpartner und Beratungsstellen zu vermitteln. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ANNI74:
Ich bin 43 Jahre alt und war vor 2 Jahren an Brustkrebs erkrankt. Derzeit nehme ich noch Tamoxifen. Wegen meiner Depression soll ich nun Venlafaxin einnehmen.
Kann ich die beiden Medikamente bedenkenlos zusammen einnehmen? Ich habe gehört, dass sich Antidepressiva und Tamoxifen nicht vertragen.

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Venlafaxin und Tamoxifen können Sie zusammen einnehmen. Venlafaxin hat auch einen günstigen Einfluss auf Hitzewallungen, was für manche Patientinnen ein zusätzlicher, erwünschter Effekt ist. Es ist zwar ... [mehr]Venlafaxin und Tamoxifen können Sie zusammen einnehmen. Venlafaxin hat auch einen günstigen Einfluss auf Hitzewallungen, was für manche Patientinnen ein zusätzlicher, erwünschter Effekt ist. Es ist zwar richtig, dass manche Medikamente gegen Depressionen nicht mit Tamoxifen eingenommen werden sollten. Dies betrifft aber andere Substanzen. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von ULRICH-WEB.DE:
Mein Vater, meine Mutter und die jeweiligen Omas sind alle an Darmkrebs verstorben. Bin ich gefährdet. Weiblich, 55 Jahre, soll ich zur Vorsorge und wenn ja, wie oft?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Ja, als ein Familienmitglied von Darmkrebspatienten ist von einem erhöhten Darmkrebsrisiko auszugehen. Für Sie ist eine Vorsorge auf jeden Fall sinnvoll. Die Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, ... [mehr]Ja, als ein Familienmitglied von Darmkrebspatienten ist von einem erhöhten Darmkrebsrisiko auszugehen. Für Sie ist eine Vorsorge auf jeden Fall sinnvoll. Die Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, ist die zuverlässigste Methode zur Darmkrebsfrüherkennung. In Abhängigkeit vom Befund können dann nach der ersten Darmspiegelung individuell weitere Untersuchungsintervalle festgelegt werden. Mehr zu den Früherkennungsempfehlungen für Verwandte von Darmkrebspatienten lesen Sie unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/darmkrebs/risikofaktoren.php. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
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Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von TONI89:
Ich habe eine Frage zum PapIII D1. Wie lange dauert es, bis nach einer Infektion mit HPV dysplastische Zellen nachgewiesen werden können? Wie lange ist die Inkubationszeit?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Die Inkubationszeit, d.h. die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome, beträgt bei der HPV-Infektion zwischen drei Wochen und acht Monaten, manchmal auch noch ... [mehr]Die Inkubationszeit, d.h. die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome, beträgt bei der HPV-Infektion zwischen drei Wochen und acht Monaten, manchmal auch noch länger. Die meisten Infektionen verlaufen allerdings symptomlos und die Infektion klingt von alleine wieder ab. Nur sehr wenige HPV-infizierte Menschen entwickeln im Rahmen einer langanhaltenden Infektion mit einem der sogenannten Hochrisiko-HPV-Typen tatsächlich eine Krebsvorstufe oder Krebs. Bei einem Pap IIID1 liegen leichte Zellveränderungen vor (leichte Dysplasie). Es besteht ein geringes Risiko, dass sich diese Vorstufe zu Krebs entwickelt. Weitere Hintergrundinformationen zu den Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs und der HPV-Infektion finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/vorstufen.php. [weniger]

Dr. med. Susanne Weg-Remers
Dr. med. Susanne Weg-Remers,
Ärztin und Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von KLUSTER:
Als Leiterin des KID haben Sie jeden Tag mit Krebs zu tun. Haben Sie selbst Angst vor der Krankheit, und wie gehen Sie damit um?

Antwort von Dr. med. Susanne Weg-Remers:
Es stimmt, voraussichtlich wird jeder von uns mit dem Thema Krebs irgendwann in seinem Leben konfrontiert, entweder als Betroffener oder aber als Angehöriger oder Freund. Vor ... [mehr]Es stimmt, voraussichtlich wird jeder von uns mit dem Thema Krebs irgendwann in seinem Leben konfrontiert, entweder als Betroffener oder aber als Angehöriger oder Freund. Vor diesem Hintergrund habe ich großen Respekt vor dieser Erkrankung. Ich weiß aber auch, dass die Diagnose nicht zwangsläufig der Anfang vom Ende sein muss, sondern dass es aufgrund der Erfolge in der biomedizinischen Forschung vielfach neue Behandlungsoptionen gibt. Auch muss ich mich der Erkrankung nicht hilflos ausgeliefert fühlen, sondern kann selber etwas tun, indem ich mich umfassend informiere, offene Fragen kläre und immer wieder das Gespräch suche – mit meiner Familie und meinem privaten Umfeld, aber auch mit meinen Ärzten. Und es gibt Einrichtungen wie den Krebsinformationsdienst, der mir zur Seite steht. Das alles hilft, der Angst ihre Macht zu nehmen. [weniger]

Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla
Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla,
Ärztin und Leiterin des Telefondienstes des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von WEBLER:
Stimmt es, dass Aluminium in Deos Krebs auslösen kann?

Antwort von Dr. med. Brigitte Schwikowski-Kukla:
Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium aus Deos und der Entstehung von Brustkrebs beim Menschen konnte wissenschaftlich bisher nicht belegt werden. Weitere Hintergrundinformationen zu ... [mehr]Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium aus Deos und der Entstehung von Brustkrebs beim Menschen konnte wissenschaftlich bisher nicht belegt werden. Weitere Hintergrundinformationen zu Krebsentstehung und Krebsrisiken finden Sie unter https://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsentstehung-index.php bzw. https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/index.php. [weniger]

Dr. med. Ursula Will
Dr. med. Ursula Will,
Ärztin und Leiterin des E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes (KID)

Frage von BE-ATE:
Nichts für ungut, aber kann ich darauf vertrauen, dass Ihre Antworten neutral und unabhängig sind und nicht eine Pharmafirma dahinter steckt?

Antwort von Dr. med. Ursula Will:
Sie können uns vertrauen. Wir, der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums, werden mit öffentlichen Geldern finanziert. Dies stellt unsere Neutralität und Unabhängigkeit sicher und trägt dazu ... [mehr]Sie können uns vertrauen. Wir, der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums, werden mit öffentlichen Geldern finanziert. Dies stellt unsere Neutralität und Unabhängigkeit sicher und trägt dazu bei, Interessenkonflikte bei der Erarbeitung und Vermittlung von Information zu vermeiden. Mehr über unsere Aufgaben, die Arbeitsweise und unser Qualitätsmanagement können Sie auf unseren Internetseiten unter https://www.krebsinformationsdienst.de/der-krebsinformationsdienst-ueber-uns.php nachlesen. [weniger]

Moderator:
Liebe User, haben Sie vielen Dank für Ihre Teilnahme an unserem Chat rund um das Thema „Krebs“. Die Zeit ist jetzt um. Wir hoffen, Sie haben eine Antwort auf Ihre Frage erhalten oder Ihr Thema kam zumindest zur Sprache. Wenn nicht: Der Krebsinformationsdienst steht Ihnen auch nach unserer Chat-Aktion zur Verfügung und beantwortet Ihre Fragen: E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de Telefon: täglich von 08:00 bis 20:00 unter 0800-420-30 40. Viele interessante Informationen finden Sie auch auf der Website www.krebsinformationsdienst.de.