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Chat-Protokoll

17.10.2018:

Klimakterium

Wechseljahre – was Frauen wissen wollen

Wechseljahre – was Frauen wissen wollen

Von der Pubertät bis zu den Wechseljahren bestimmen die weiblichen Hormone Gesundheit, Sexualität und Lebensgefühl der Frau. Doch was passiert, wenn die Hormonspiegel mit der Menopause absinken? Viele Frauen spüren dann deutliche Auswirkungen auf Körper und Seele – zum Beispiel Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen. Aber auch das Risiko für Alterserkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme und Osteoporose steigt. Bei Beschwerden kann eine Hormontherapie verordnet werden. Doch viele Frauen sind unsicher, ob diese Behandlung für sie geeignet ist. Fragen rund um die Wechseljahre, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten wie: „Wie lange dauern die Beschwerden?“, „Wann ist eine Hormonbehandlung die richtige Wahl?“, Welche Risiken sind zu beachten?“ und „Wie kann ich Osteoporose vorbeugen?“ beantworten unsere Experten in diesem Chat am 17.10.18 ab 17 Uhr.

Die Experten

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München
Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach
Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Moderator:
Hallo und herzlich willkommen bei unserem aktuellen Chat zum Thema „Klimakterium“. Unsere erfahrenen Gynäkologen werden nun bis 18 Uhr Ihre Fragen rund um Hormone und Wechseljahresbeschwerden beantworten. Wir freuen uns auf viele interessante Fragen und starten jetzt.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von TOMATE:
Seit der Menopause bin ich sexuell vollkommen lustlos. Das belastet natürlich meine Beziehung mit meinem Mann sehr. Ich verstehe ja auch, dass er nicht völlig verzichten will, aber was soll ich tun?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Die nachlassende hormonelle Wirkung in der Menopause kann sich leider - wie bei Ihnen - auch sehr negativ auf die Libido auswirken. Hier würde ich ein Gespräch mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt empfehlen - eine Hormonersatztherapie kann unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Risikosituation sicherlich weiterhelfen ...

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von WIKINGERIN:
Ich bin 62 und mache seit acht Jahren eine Hormonersatztherapie. Mit geht es sehr gut damit, aber wie lange soll ich die Mittel denn noch weiter nehmen?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Wenn es Ihnen damit gut geht, besteht kein Grund, die Behandlung jetzt zu beenden, denn der Körper profitiert von den Hormonen. Wir wissen mittlerweile, dass die Schutzfunktion der Blutgefäße, der Knochen vor Osteoporose und der Schutz vor Dickdarmkarzinom mit einer niedrig dosierten Hormontherapie erreicht wird. Ich würde raten, mit 65 Lebensjahren auszuschleichen.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von NANE:
Was kostet eigentlich eine Hormonersatztherapie?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
In der Regel werden die Präparate von den Kassen übernommen. Wenn Sie gesetzlich versichert sind, zahlen Sie also nur die Rezeptgebühren.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von STELLA:
Obwohl ich in den Wechseljahren bin und schon seit ca. 2 Jahren keine Regel mehr habe, habe ich nach wie vor ein reges sexuelles Interesse. Allerdings werde ich nicht mehr so schnell feucht wie früher. Gibt es Gels, die hier Abhilfe schaffen? Was würden Sie empfehlen? Ein regelmäßig anzuwendendes Produkt oder nur eines, dass man im Fall der Fälle verwendet? Gibt es das nur mit oder auch ohne Hormone?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Es gibt sehr gute Salben und Feuchtcremes, die Sie zum Aufbau einer elastischen, gut durchfeuchteten Scheidenwand regelmäßig anwenden können. Der Wirkeintritt dauert dann allerdings ein paar Wochen. Gleichzeitig können Sie das gleiche Produkt als Gleitcreme beim Geschlechtsverkehr in größerer Menge anwenden. Sie werden merken, dass mit der Zeit diese doppelte Anwendung immer weniger erforderlich wird.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von NASE:
Gibt es eigentlich Medikamente, die sich nicht mit einer Hormonersatztherapie vertragen?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Hier ist grundsätzlich relevant, wie Sie eine Hormonersatztherapie anwenden: Eine orale Östrogengabe kann zum Beispiel über eine Erhöhung von Bindungsproteinen dazu führen, dass eine gleichzeitige Schilddrüsenhormonsubstitution angepasst werden muss. Eine über die Haut verabreichte Östrogengabe (transdermal) bewirkt dies beispielsweise nicht.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von OKTOBERFRAU:
Ich bin 51 und habe zwar schon erste Anzeichen der Wechseljahre, bekomme aber meine Tage noch völlig regelmäßig. Jetzt ist meine Spirale 5 Jahre alt und mein Frauenarzt sagt, ich brauche keine neue. Aber ohne Verhütung mag ich auch nicht ... Die Frauenärztin meiner Freundin hat ihr gesagt, sie kann die Spirale auch einfach länger drinlassen, stimmt das?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Mit 51 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, noch schwanger zu werden, unter einem Prozent. Theoretisch ist es vertretbar, die Spirale auch noch etwas länger liegen zu lassen, das sollten Sie mit ihrem Frauenarzt in Ruhe besprechen. In dem Gespräch könnte man auch klären, ob man ihnen zur Verbesserung der Beschwerden gleichzeitig eine Hormontherapie anbietet.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von BEATE R.:
Gibt es östrogenhaltige Lebensmittel, oder müssen die Hormone in jedem Fall von der Pharmaindustrie produziert werden?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Über die Ernährung können durchaus sogenannte Phytoöstrogene (zum Beispiel Sojaprodukte) aufgenommen werden. Aber auch die Pharmaindustrie stellt durchaus natürliche, sogenannte bioidentische Hormone als Gel oder Kapseln zur Verfügung.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von BIENEMAJA:
Ich bin 56 Jahre alt und seit über 10 Jahren in den Wechseljahren. Leider nehme ich, trotz gesunder Ernährung, täglichen Spaziergängen und Sport immer weiter zu. Seit ca. 2,5 Jahren sind leider auch meine Blutfettwerte etwas zu hoch und ich bekomme das nicht in den Griff. Eine von meinem Frauenarzt vorgeschlagene Hormoneinnahme möchte ich eigentlich nicht. Frage: Wäre die in der NOZ beschriebene äußerliche Anwendung über die Haut in Form eines Östrogen-Dosiergels, kombiniert mit Progesteron, eine wirksame Alternative?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Bei Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen etc. auf jeden Fall. Wenn es allerdings nur um die Gewichtsreduktion geht und Sie sonst keine Wechseljahresbeschwerden haben, ist eine Hormontherapie zur Gewichtsreduktion nicht sinnvoll.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von MARTINA X:
Wenn ich mein Östrogengel benutze, muss ich dann eigentlich aufpassen, wenn jemand mich berührt an der Stelle? Ich habe Angst, dass mein Mann oder meine Kinder was davon abkriegen.

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Da brauchen Sie keine Sorge zu haben, das Gel oder Spray zieht innerhalb von maximal 60 Sekunden ein und ist dann nicht übertragbar. Zurückbleiben kann höchstens ein kleiner Gelfilm, welcher aber keinen Wirkstoff mehr erhält.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von HEIKE:
Ich stehe noch am Anfang der Wechseljahre und hoffe, dass ich - wie meine Mutter - ohne die Einnahme von Hormonen durch diese Zeit kommen werde. Gibt es bestimmte Mineralstoffe, die einem diese Zeit erleichtern? Bislang nehme ich nur Magnesium ...

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Neben Mineralstoffen wie Magnesium, Calcium, Selen und Zink wäre gerade in der beginnenden Wechseljahressituation zum Beispiel über die Einnahme von Mönchspfeffer ein Ausgleich hormoneller Schwankungen gut möglich.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von LU-BE:
Ich neige schon seit vielen Jahren zu geschwollenen Beinen, habe nun starke Wechseljahresbeschwerden, aber mein Frauenarzt will mir trotzdem keine Hormone verschreiben, da er von einem erhöhten Thromboserisiko ausgeht. Welche Möglichkeiten habe ich, gegen meine Beschwerden vorzugehen?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Wenn in ihrer Vorgeschichte keine Thrombose besteht, dann spricht nichts gegen eine Hormontherapie über die Haut!

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von BRIGITTE:
Ist es wahr, dass manche Frauen bis ins hohe Alter (über 70 Jahre) an klimakterischen Beschwerden leiden können?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Die Dauer der klimakterischen Beschwerden ist sehr unterschiedlich, teilweise leiden die Patientinnen wirklich bis ins hohe Alter und sehr lange. Der Median liegt bei ca. sieben Jahren. Aber es gibt Möglichkeiten, Ihnen zu helfen! Bitte sprechen Sie Ihren Facharzt/Ihre Fachärztin an.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von MARIE W.:
Alles hat seine Zeit. Seitdem ich "in den Wechseljahren" bin, habe ich keine Lust mehr. Das passt meinem Mann nicht, obwohl er sonst sehr verständnisvoll ist. Aber ein Leben ohne Sex ist doch auch schön.

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Da haben Sie vollkommen recht. Kommunizieren Sie es doch auch so Ihrem Mann. Der Libidoverlust ist aber nicht rein hormonbedingt. Frauen bekommen auch mit einer Vollhormonbehandlung die Lust auf Sex nicht wieder zurück. Es sind viele Faktoren, zum Beispiel Erschöpfung, wir brauchen mehr Regenerationszeit. Auch die 'Gewöhnung' an den Partner kommt dazu. Vielleicht können sie mit Ihrem Partner eine neue gemeinsame Ebene der Zärtlichkeit finden, die dem Partner entgegen kommt und auch Ihnen gerecht wird.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von KINGELLA:
Ich möchte gern meine glatte schöne Haut behalten. Ich habe Angst, dass mit Eintritt der Wechseljahre eine Veränderung des Körpers sehr schnell eintritt. Helfen Kieselerde und Calcium, die Haut länger jung zu halten?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Jeder reagiert sehr unterschiedlich in den Wechseljahren. Das weibliche Hormon Östrogen ist unter anderem für die Bildung des Kollagens in der Haut verantwortlich. Die Einnahme von Kieselerde und Calcium ist sicherlich nicht verkehrt. Sollte jedoch eine Veränderung der Haut und gegebenenfalls weitere Wechseljahresbeschwerden auftreten, wäre über eine Hormonersatztherapie nachzudenken. Hier wäre eine Gabe des Östrogens als Gel über die Haut dann ratsam.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von HANNA:
Ich merke, dass sich meine Figur aufgrund der Wechseljahre deutlich verändert. Was kann ich tun, um nicht zu viel zuzunehmen? Sind Sport und eine eher gemüselastige Ernährung die einzigen Tricks?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Leider ist es immer wieder das gleiche Problem: Jede Kalorie, die nicht verbraucht wird, bleibt hängen: Viel Bewegung und eine kalorienbewusste Ernährung sind tatsächlich die wirklichen Schlüssel.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von PAULINCHEN:
Gibt es eigentlich natürliche Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden? Ich würde mich gern behandeln lassen, aber so schonend wie möglich.

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Es gibt einige pflanzliche Präparate, welche bei geringen Beschwerden durchaus Linderung bringen können, zum Beispiel Extrakt aus der Traubensilberkerze und aus sibirischem Rhabarber. Sie können gerne versuchen, ob Ihr Körper darauf positiv reagiert. Auch über die Einnahme natürlicher Mittel sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt sprechen.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von ODI K.:
Meine Tante leidet sehr unter nächtlichen Schweißanfällen. Manchmal muss sie die Bettwäsche wechseln. Ich kann mir das nur schwer vorstellen. Was kann sie tun? Pflanzliche Präparate aus der Apotheke helfen ihr nicht. Gibt es Waschlotionen? Oder hilft nur die Einnahme von Östrogenen?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Hier kann etwas getan werden! Waschlotionen helfen eher wenig. Eine individuell abgestimmte, niedrig dosierte Hormonersatztherapie hilft hier. Allerdings muss im Vorfeld die Risikosituation Ihrer Tante fachlich abgeklärt werden.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von KURZEFRAGE:
Ich bin 53 und habe immer noch keine Anzeichen der Wechseljahre. Ist das noch normal? Meine Freundin sagt, dafür kommt es dann später umso schlimmer ...

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Es gibt Frauen, die nie Beschwerden beklagen, obwohl sie in den Wechseljahren sind. Je später desto schlimmer stimmt nicht!

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von MAIER-W:
Seitdem ich in den Wechseljahren bin, vertrage ich keinen Alkohol mehr. Hängt das mit den Wechseljahren zusammen? Ich kriege sofort geschwollene Beine und Schmerzen in den Beinen.

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Die Wechseljahre verändern über den Hormonverlust unsere Blutgefäße und das Lymphsystem. Das kann zu Wassereinlagerungen im Körper, insbesondere in den Beinen, führen. Da Alkohol gefäßerweiternd wirkt, wird der Effekt verstärkt. Alkohol deshalb mäßig konsumieren, gegebenenfalls Kompressionsstrümpfe tragen. Viel laufen wirkt über die Bewegung (Muskelpumpe) wie eine Lymphdrainage.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von LISA-MARIE:
Wie erkenne ich, ob ich schon im Wechsel bin? Sind Zwischenblutungen mit Anfang 40 bereits ein Indiz für den Beginn der Wechseljahre? Muss ich einen Hormontest machen, um festzustellen, ob ich wirklich schon im Wechsel bin, oder ist so ein Test unnötig?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Zwischenblutungen können durchaus durch die beginnenden Wechseljahre bedingt sein. Anatomische Ursachen wie Polypen oder Myome sollten jedoch ausgeschlossen sein. Ein Hormontest macht wenig Sinn, da die Hormonwerte in dieser Phase stark schwanken.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von UTE S.:
Was halten Sie von pflanzlichen "Hormonersatztherapien"? Eine hormonelle Behandlung habe ich beim Arzt abgelehnt, aber ich leide sehr unter Stimmungsschwankungen, die mein Mann nicht versteht.

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Sie können gerne ausprobieren, ob Yamswurzelpräparate Ihnen weiterhelfen. Die Reaktion hierauf ist sehr individuell. Bei Stimmungsschwankungen ist auch Passionswurzelextrakt hilfreich. Dieser wirkt stimmungsausgleichend, ohne müde zu machen und kann individuell dosiert werden. Beginn wäre morgens und abends je eine Kapsel, anpassen dürfen Sie jederzeit nach oben. Nur als Tipp: Es gibt auch bioidentsche Hormontherapien (mit denjenigen Hormonen, die unser Körper früher selber ausreichend hergestellt hat), zum Beispiel als Gel oder Spray. Eine Therapie mit synthetischen Hormonen würde ich auch nicht als erste Wahl ansehen.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von LORETTA P.:
Seitdem ich in den Wechseljahren bin, leide ich wieder, ähnlich wie in der Pubertät, unter Pickelbildung. Meine Hautpflege habe ich nicht verändert. Ich bin ratlos. Warum immer wir Frauen?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Leider ist bei einer nachlassenden Eierstockfunktion die Östrogenbildung vermindert bei noch vorhandener Androgenbildung (Bildung von männlichen Hormonen). Dies trägt zur Pickelbildung bei. Hier kann man etwas tun, zum Beispiel über die Unterdrückung dieser Hormone. Bitte sprechen Sie Ihre Gynäkologin/Ihren Gynäkologen an.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von SUSANNE:
Ich bin jetzt 51 Jahre und habe meine Regel unregelmäßig. Ich denke, die Wechseljahre könnten bereits begonnen haben. Was mir aber auffällt, ich habe seit einiger Zeit ein starkes Sexverlangen, wie ich es früher nicht hatte. Hängt das damit zusammen?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Eher nicht. Freuen Sie sich, die meisten beklagen das Gegenteil :). Die unregelmäßigen Zyklen sind aber in jedem Fall Ausdruck der Wechseljahre.

Moderator:
Liebe Userinnen und User, vielen Dank für die vielen spannenden Fragen. Wir versuchen, so viele wie möglich zu beantworten. Falls Ihre persönliche Frage dennoch aus Zeitgründen nicht berücksichtigt werden konnte, bitten wir um Verständnis.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von PHILIPPA:
Reicht es nicht, dass mit Beginn der Wechseljahre die Möglichkeit einer Schwangerschaft vorbei ist? Müssen wir auch durch die unangenehmen Begleiterscheinungen gequält werden? Gibt es einen psychologischen Zusammenhang?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Der Eierstock hat zwei Funktionen. 1. Die Fortpflanzungsfunktion, welche mit den Wechseljahren erlischt. Die 2. Funktion ist die der Hormonproduktion, welche auch noch nach der letzten Periode über mehrere Jahre leider sehr schwankend erfolgt und dadurch die Wechseljahresbeschwerden auslöst. Darunter fallen auch psychische Labilität, Stimmungsschwankungen und Angstgefühle. Dem sind wir aber heute nicht mehr ausgeliefert. Durch Ausgleich der großen Schwankungen kommt die Psyche auch wieder ins Lot.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von KARIN:
Ich hatte letzten Herbst einen Burnout. Damit ich wieder runterkomme und besser schlafe, hat mir mein Arzt unter anderem Progesteron-Kapseln verordnet, die ich täglich nehmen soll. Muss man bei der Einnahme Pausen machen oder kann ich Progesteron wirklich dauerhaft jeden Tag nehmen? Und wie lange kann ich die Kapseln einnehmen? Meine letzte Regelblutung ist gut 12 Monate her, das heißt, ich bin wohl schon durch den Wechsel durch.

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Die Einnahme des natürlichen Progesterons hilft sicher in Ihrem Fall. Eine kontinuierliche Anwendung in ausreichender Dosierung von mindestens 200 mg ist sinnvoll. Die Einnahmedauer ist zeitlich primär nicht begrenzt, muss aber regelmäßig überprüft und neu beurteilt werden. Auch eine Substitution mit Östrogen kann eventuell sinnvoll sein.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von OMA KLEIN:
Wann spricht man von Wechseljahren oder Klimakterium? Das ist doch individuell sehr unterschiedlich. Wird der Östrogengehalt im Blut bestimmt oder verlässt man sich auf Erfahrungswerte?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Anhand der Blutwerte kann man erkennen, ob eine Frau sich in den Wechseljahren befindet. Letztlich ist jedoch die klinische Symptomatik entscheidend! Manche Frauen haben Beschwerden, manche gar nicht.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von WASSERMENSCH:
Ich bin 55 Jahre alt und mitten in den Wechseljahren. Am ganzen Körper haben sich Wasserablagerungen gebildet, auffällig an den Oberarmen, Schenkeln und am Bauch. Sogar an den Fingern, mir passt kein einziger Ring mehr. Ich bin sowas von unglücklich und finde mit unattraktiv. Soll ich Progesterone schlucken, die sollen angeblich Wasserablagerungen beseitigen?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Grundsätzlich merken Sie offensichtlich den Mangel an natürlichem Gelbkörperhormon (Progesteron). Eine Substitution - je nach individueller Risikosituation - macht sicherlich Sinn, eventuell sogar kombiniert mit natürlichem Östrogen.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von INGA W.:
Ich habe immer die "Pille" genommen, ohne Probleme. Da ich inzwischen 60 Jahre alt bin, überlege ich, ob ich damit aufhören soll. Werde ich dann stärkere Beschwerden bekommen? Oder kann ich die Hormone immer weiter nehmen? Wenn ja, bis wann?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Wenn Sie bis dato eine Antibabypille nehmen, sollten Sie in jedem Fall mit ihrem Frauenarzt besprechen, diese in ihrem Alter abzusetzen. Dann muss man schauen, ob sie Beschwerden bekommen oder nicht. Wenn sie klimakterische Beschwerden bekommen, wäre zu klären, ob Sie eventuell eine Hormontherapie bekommen sollten, am besten über die Haut.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von NICKI B.:
Ich habe eine sehr trockene Scheidenschleimhaut. Das fing mit den Wechseljahren an. Ist die Anwendung der von der Industrie beworbenen Cremes ausreichend? Ich möchte wieder Spaß am Sex haben!

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Die freiverkäuflichen Cremes sind gut zur Pflege der trockenen Schleimhäute. Die reicht aber meistens nicht aus. Die Schleimhaut wird durch den Hormonverlust der Wechseljahre auch weniger durchblutet. Wenig Durchblutung führt langfristig auch zu Elastizitätsverlust. Es gibt sehr gute hormonhaltige Salben und Zäpfchen, die auch nur dort wirken, wo sie angewandt werden. Die Kombination aus Pflege und Durchblutungsförderung wird Ihnen helfen

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von PETRA:
Welche Nebenwirkungen kann eine Hormonersatztherapie haben?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Mögliche Nebenwirkungen sind stark von der Art und Einnahme (Tabletten, Gel, Pflaster) der Hormonersatztherapie abhängig. Bei über die Haut zugeführtem Östrogen ist das so oft diskutierte Brustkrebsrisiko beispielsweise nicht erhöht, auch einer gefürchteten Gewichtszunahme kann oft entgegengewirkt werden.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von URMEL:
Ich bin jetzt 52 und habe plötzlich Pickel und Hautprobleme wie in der Pubertät. Hängt das mit den Wechseljahren zusammen? Wäre gegen die Hautprobleme eine Hormontherapie sinnvoll, z.B. Hormonpflaster? Oder gibt es spezielle Gesichtscremes für Frauen ab 50, die die Pickel nicht noch verstärken?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Durchaus kann es sich um eine hormonelle Imbalance handeln. Gegebenenfalls sollte man eine Hormonanalyse durchführen. Ich rate Ihnen, Ihre Frauenärztin diesbezüglich aufzusuchen.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von MINA:
Ich mache eine Hormontherapie mit Östrogen und Gestagen und habe immer wieder Blutungen und Brustspannen. Was kann man dagegen tun?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Zunächst sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt die Dosis hinterfragen. Bei Brustspannen und Schmierblutungen erscheint mir gegebenenfalls die Gestagendosis zu niedrig zu sein. Diese kann mit unserer heutigen Vielfalt an Präparaten individuell dosiert werden. Die besten Erfahrungen haben wir mit Östrogen transdermal (über die Haut) und Gestagenkapseln.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von ELLA:
Warum gibt es die Wechseljahre überhaupt, wenn dann gesundheitlich alles schlechter wird? Hat sich die Natur da nicht etwas bei gedacht?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Die Natur hat vorgesehen, dass Die Dauer der Fortpflanzung begrenzt ist. Die nachlassende Hormonproduktion wird auch sehr unterschiedlich von den Patientinnen wahrgenommen. Durch die heutzutage längere Lebenserwartung kommen durchaus Beschwerden/Risiken zum Tragen, die früher einfach nicht mehr "erlebt" wurden.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von HEIß68:
Gibt es auch Hausmittel gegen Hitzewallungen?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Wenig Kaffee und Alkohol, viel Sport.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von BLUMENKIND:
Ich leide unter starken Hitzewallungen, die mich sehr belasten. Meine Ärztin rät mit deshalb zu einer Hormontherapie. Ich bin da sehr skeptisch und frage mich, ob das wirklich sein muss? Fördert eine Hormonersatztherapie nicht das Krebsrisiko? Was ist dran an den neuen Studien? Kann man jetzt doch bedenkenlos Hormone schlucken?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Wir können heute mit bioidentischen Hormonen behandeln - das sind die, die unser Körper vor den Wechseljahren selbst in ausreichender Menge hergestellt hat. Nach der WHI-Studie Anfang der 2000er Jahre sind natürlich viele Frauen verängstigt. Mit den damals angewandten Hormonen behandeln wir heute nicht mehr. Bei einer Behandlung mit einen Hormongel/Spray über die Haut und dazu einem natürlichen Progesteron ist nach den jetzt gültigen Studien das Brustkrebsrisiko nicht oder nur minimal erhöht. Abzuwägen ist dies natürlich gegenüber der Lebensqualitat, die Sie dadurch zurückerhalten. Abraten würde ich von Hormontabletten, da dadurch das Thromboserisiko erhöht wird.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von CHRISTINA:
Können sportliche Aktivitäten wie Joggen, Radfahren, Schwimmen oder so helfen, die Beschwerden erträglicher zu machen?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Auf jeden Fall! Hierzu gibt es auch gute wissenschaftliche Studien.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von ROSI:
Seit 14 Jahren leide ich an Migräne. Vor allem während der Regel war es häufig schlimm. Daher habe ich die Hoffnung, dass die Migräne mit den Wechseljahren nun besser wird. Welche Erfahrungen haben Sie? Ich kann Hitzewallungen, Schlafstörungen und dergleichen gut ertragen, wenn dafür die Schmerzen seltener werden. Was kann ich tun, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Wenn Sie die Migräne immer während der Menstruation haben, spricht das für eine Östrogenmangelsymptomatik. Vielleicht hilft in Ihrem Fall gerade eine Hormontherapie, die über die Haut aufgetragen auch bei Migräne gegeben werden kann.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von JASMIN:
Als Kind und Jugendliche musste ich Euthryrox bzw. später dann Jod nehmen, weil ich eine vergrößerte Schilddrüse (mit normaler Funktion) hatte. Irgendwann habe ich die Medikamente abgesetzt und mich rund 25 Jahre nicht darum gekümmert. Die Struma ist leicht vergrößert, ansonsten aber unauffällig. Im Zusammenhang mit meinen Wechseljahresbeschwerden (Hitzewallungen und Schlafstörungen) gab mir eine Freundin nun den Tipp, auch an die Schilddrüse zu denken. Gibt es da einen Zusammenhang? Was raten Sie?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Hitzewallungen können durchaus auch durch eine Schilddrüsenunterfunktion noch verstärkt werden. Dies sollte unbedingt abgeklärt werden, um Ihnen zu helfen.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von C. AUS H.:
Kann ich mit dem Östrogen-Dosiergel eigentlich die Dosis selbst variieren, wenn ich das Gefühl habe, es ist zu viel oder zu wenig?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Im Prinzip ja. Sie sollten jedoch bei der mit Ihrem Frauenarzt festgelegten Dosis grundsätzlich bleiben. Wenn Sie gelegentlich einen Hub mehr nehmen, macht das keine Probleme. Sollten Sie auch zusätzlich ein Gestagen einnehmen, dann sollte eine längerfristige variable Dosierung auch hier angepasst werden.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von ROSA:
Ich habe kürzlich gelesen, dass Sport in Form von Cardio- und Krafttraining in Kombination mit Stretching und Balance-Übungen, wie Yoga, positive Auswirkungen auf Wechseljahresbeschwerden haben soll. Wie sind ihre Erfahrungen? Glauben Sie, da ist was dran?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
In jedem Fall kann Sport Wechseljahressymptome lindern. Sollte dies nicht ausreichend helfen, wäre gegebenenfalls auch an eine Hormontherapie zu denken.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von JOACHIM W.:
Wie erleben Männer ihre Wechseljahre? Haben auch sie einige Beschwerden, und wie äußern sie sich? Ich bin Mitte 50 und manchmal genervt und unzufrieden, obwohl es mir objektiv betrachtet gut geht?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Auch bei Männern kann die Hormonproduktion in den Hoden im Rahmen der "Wechseljahre" nachlassen. Dies kann sich in einem veränderten Körperbau, weniger Antrieb oder Libidoverlust äußern. Sprechen Sie hierüber mit Ihrem Urologen, am besten mit der Spezialisierung Andrologie.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von BERGER:
Immer wieder lese ich, dass eine gesunde Ernährung bei Wechseljahresbeschwerden helfen soll. Soll ich mich jetzt vegetarisch oder gar vegan ernähren? Stimmt es, dass Vegetarierinnen weniger an Wechseljahresbeschwerden leiden, und hilft Soja tatsächlich gegen Hitzewallungen?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Eine gesunde Ernährung ist insbesondere in den Wechseljahren wichtig, wobei damit nicht (!) vegetarisch oder gar vegan gemeint ist. Ausgewogen mit Betonung auf viel Gemüse und wenig Kohlenhydraten, besonders abends, sollte sie sein, dazu ausreichend Bewegung. Soja wirkt gegen Hitzewallungen, deshalb haben Asiatinnen auch kaum Hitzewallungen. Aber diese Frauen sind seit ihrer Kindheit an eine sojareiche Ernährung gewöhnt und haben dadurch hohe Spiegel. Deshalb ist eine Soja-Einnahme auch bei uns so häufig enttäuschend, weil mit Kapseln nie diese hohen Mengen in den Körper kommen. Auch haben Vegetarierinnen nicht weiniger Wechseljahresbeschwerden, die Neigung dazu ist in der Hauptsache genetisch bedingt, und wir können mit gesunder Ernährung und Sport die Beschwerden deutlich abmildern.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von ANNE N.:
Seit sicherlich zwei Jahren quälen mich häufige Schweißausbrüche und starke Schlafstörungen. Ich kann mich am Tag deshalb oft nicht konzentrieren und bin nur noch müde. Da meine Mutter Brustkrebs hatte, will mir meine Frauenärztin aber keine Hormone verschreiben, auch kein transdermales Östrogen. Pflanzliche Mittel helfen mir aber nicht. Macht es Sinn, dass ich mein Brustkrebsrisiko mit einem Gentest testen lasse? Oder könnte ich Östrogen/Progesteron wenigstens eine begrenzte Zeit einnehmen?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Ein Gentest macht nur Sinn, wenn neben Ihrer Mutter auch weitere Verwandte Brust- oder Eierstockkrebs haben. Meiner Meinung nach würde nichts gegen eine Hormontherapie sprechen, zum Beispiel mit einem Östrogengel und einem Progesteronpräparat. Dann sollte es Ihnen auch schnell besser gehen.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von IRMGARD WUNDER:
Es ist schon lästig. Ich habe 10 Kilo zugenommen. Stimmt es, dass dickere Menschen weniger an Osteoporose leiden als Dünne? Ich arbeite sehr viel im Freien, da ich einen großen Garten habe.

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Aus dem Fettgewebe wird zu einem gewissen Anteil das Hormon Östradiol gebildet. Dies wirkt sich positiv auf die Knochen aus und verhindert die Osteoporose. Das Arbeiten im Freien hilft bei der Bildung von Vitamin D!

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von SABINE:
Ich bin nun 54 Jahre alt und habe seit einiger Zeit ständig Blasenentzündungen. Kommt das von den Wechseljahren?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Da kann es durchaus einen Zusammenhang geben. Gegebenenfalls könnte eine lokale, vaginale Östrogentherapie helfen. Sprechen Sie gern Ihren Frauenarzt an.

Moderator:
Heute ist der Chat wirklich gut besucht. Unsere Experten arbeiten weiterhin mit Hochdruck an den Antworten. Der Moderator wählt dabei zunächst die Fragen aus, die für möglichst viele Teilnehmer interessant sein könnten.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von CLEWENS:
Immer wieder hört man davon, dass in den Wechseljahren das Risiko für Herzkreislauferkrankungen ansteigt oder hierin wohl auch die Ursachen für eine spätere Osteoporose liegen können. Welche Gesundheitsrisiken bestehen sonst noch? Was kann ich tun, um solchen Risiken vorzubeugen? Muss ich wirklich eine Hormontherapie machen, um später keine Osteoporose zu bekommen?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Aktuelle Studien belegen, dass ein längerer Hormonmangel mit einem höheren Risiko für Arteriosklerose oder Osteoporose einhergeht. Neben ausreichender Bewegung, gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf kann auch im Sinne einer Prävention die Einnahme einer niedrig dosierten Hormonersatztherapie sinnvoll sein.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von AURELIA:
Seit ich in den Wechseljahren bin, bin ich häufiger betrübt. Nun würde ich gern Johanniskraut nehmen, aber da ich unter Migräne leide und mehrmals im Monat Triptane einnehmen muss, hat mir mein Neurologe davon abgeraten. Gibt es etwas anderes Pflanzliches, mit dem sich meine Stimmung aufhellen lässt - trotz Triptaneinnahme?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Johanniskraut geht in Ihrer Situation tatsächlich nicht. Alternativ kommt Passionswurzelextrakt in Frage. Die Wirkweise ist stimmungsausgleichend, mild antidepressiv. Die Einnahme wäre zu Beginn 2-0-2 für zwei Wochen, dann können Sie individuell steigern, aber auch reduzieren. Bitte beurteilen Sie Ihre persönliche Reaktion nach etwa sechs Wochen.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von MARIANNE M.:
Kann die innere Einstellung, die Akzeptanz des Klimakteriums helfen, mit den Beschwerden besser zurecht zu kommen?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Vielleicht?! Bei deutlichen Beschwerden wird das wahrscheinlich nicht ausreichend helfen. Dann wäre gegebenenfalls über eine Hormontherapie nachzudenken. Dies ist abhängig von Ihrem Leidensdruck.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von STEFFI:
Seit ich in den Wechseljahren bin, spielen meine Tage verrückt. Ich habe unregelmäßige Blutungen, auch Zwischenblutungen. Besonders leide ich unter den häufiger auftretenden, ungewohnt starken Blutungen. Können bei starken Blutungen Gesundheitsrisiken auftreten? Muss ich deshalb zum Arzt? Oder was kann ich selbst tun, um die Beschwerden zu lindern?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Sie merken leider extrem die eigentlichen "Wechseljahre" - der Zyklus verändert sich und schwankt. Die starken Blutungen basieren oft auf einem Mangel an Gelbkörperhormon. Zunächst können Sie versuchen, durch die Einnahme von Mönchspfeffer (Agnus castus) die Schwankungen abzufedern. Dann wäre ein Gespräch beim Arzt sicher sinnvoll.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von SABINE:
Obwohl ich jeden Abend Magnesium und Cimicifugawurzel (6,5 mg) nehme, wache ich doch zwischen 3 und 4 Uhr häufig mit Hitzewallungen auf und liege dann eine Stunde wach. Ansonsten hab ich außer Gewichtszunahme keine Beschwerden. Kann es vielleicht sinnvoll sein, die Cimicifuga-Dosis zu erhöhen und zwei Tabletten zu nehmen? Oder was raten Sie?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Eine weitere Erhöhung von Cimicifuga macht keine Sinn, Sie haben Ihre Wirkdosis erreicht. Wenn die Schlafstörungen im Vordergrund stehen und andere Beschwerden wie Hitzewallungen nicht vorhanden sind, ist es eine gute Lösung, mit natürlichem mikronisiertem Progesteron zu helfen. Die Behandlung kann durchaus auch vorübergehend erfolgen. Ich selbst bin in dieser Lebensphase, bin voll berufstätig, will fit in den neuen Tag gehen und nehme auch Utrogest abends.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von DEMENZ:
Seit einer Zeit vergesse ich häufiger Termine und kann mich auch nicht mehr so gut konzentrieren. Ich bin jetzt 55 Jahre alt. Das ist mir früher nie passiert und nervt vor allem im Job. Kann das in Zusammenhang mit den Wechseljahren stehen? Geht diese „Wechseljahresdemenz“ wieder vorbei? Oder was kann ich dagegen tun?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Ob es sich überhaupt um ein Wechseljahresproblem handelt, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Ich würde Sie bitten, mit dieser Fragestellung einen Frauenarzt/eine Frauenärztin aufzusuchen.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von MERSEBURGER:
Bei mir wurde kürzlich mit 49 eine starke Osteoporose festgestellt. Da ich bald in die Wechseljahre kommen müsste, überlege ich, ob eine Hormontherapie jetzt schon sinnvoll sein könnte?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Eine Hormontherapie zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden beeinflusst tatsächlich auch den Knochenstoffwechsel. Sie unterstützt den Knochenaufbau und hemmt den Knochenabbau. Bei noch regelmäßigem Zyklus sind die Hormone ausreichend vorhanden, sodass die festgestellte Osteoporose im vorliegenden Fall nicht hormonbedingt sein kann. In der Peri- oder Postmenopause hingegen kann eine frühzeitige Hormontherapie durchaus sinnvoll sein, um einen weiteren hormonell bedingten Knochenabbau zu bremsen. Hierbei sei jedoch zu erwähnen, dass nicht alle Hormonersatztherapie-Präparate behördlich auch zur Behandlung einer Osteoporose zugelassen sind. Die Entscheidung, mit welcher Medikation die Osteoporose behandelt wird, liegt beim Arzt.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von TRIPSI:
Ich leide sehr unter plötzlichen Schwitzattacken, besonders im Gesicht (auf der Nase). Das kommt ohne Vorwarnung, dass jeder es sehen kann. Was kann ich tun?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Das kommt darauf an, wie alt Sie sind und ob noch Periodenblutungen stattfinden. Wenn die Periode ruht, wäre eine mild dosierte Hormongabe über ein Gel und näturliches Progesteron eine risikolose Therapieoption, die sehr raschen Wirkeintritt bringt. Sie beschreiben Hitzewallungen, die durch einen schwankenden Hormonspiegel ausgelöst werden. Durch das milde Gel werden nur diese Schwankungen ausgeglichen. Vorteil ist eine persönlich auf jede Patientin zugeschnittene Dosierung.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von WALDEULE:
Ich wälze mich nachts hin und her und werde häufig wach. Helfen diese Lavendelprodukte, um besser durchzuschlafen?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Das können Sie probieren. Wenn die Schlafprobleme Teil der Wechseljahresbeschwerden sind, dann könnte Ihnen vielleicht eine Hormontherapie effektiver helfen.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von WESSEL:
Meine Regelblutungen sind bereits seit 14 Monaten ausgeblieben. Bin ich mit dem Thema Wechseljahre jetzt endgültig durch? Kann ich sicher sein, nicht mehr schwanger zu werden? Und kann ich nun auf Verhütung verzichten?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Bei dieser Dauer ist davon auszugehen, dass keine Ovulation mehr stattfindet. Die Eierstöcke können aber durchaus noch minimal aktiv sein. Sehr wahrscheinlich muss keine Verhütung mehr erfolgen, dies sollte aber in Abhängigkeit vom klinischen Befund mit Ihrem Facharzt endgültig geklärt werden.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von KRISTINE:
Meine Wasserablagerungen nehmen weiter zu, ich bin in den Wechseljahren. Soll ich die Progesterongabe einfach erhöhen, vielleicht die doppelte Menge wie die Östrogene?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Zunächst erst einmal Bilanz ziehen, wie viel Sie von welchen Produkt nehmen. Ideal bei der Neigung zu Wassereinlagerungen wäre eine Therapie mit mikronisiertem Progesteron, da es 'neutral' ist und nicht wie syntetische Gestagene dies noch verstärkt. Grundsätzlich rate ich Ihnen nicht, selbständige Dosisänderungen vorzunehmen. Gegebenenfalls ist Ihr Hormonpräparat generell nicht optimal. Wir haben heute individuelle Therapielösungen.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von GISELA:
Meine Freundin macht eine Hormonersatztherapie nur mit einem Östrogen-Gel und verträgt das sehr gut. Mir will der Frauenarzt aber zusätzlich zum Gel noch Tabletten verschreiben. Wozu soll das gut sein?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Bei ihrer Freundin wurde vermutlich die Gebärmutter entfernt und bei Ihnen ist die Gebärmutter noch vorhanden. Eine Frau mit Gebärmutter, die eine Hormontherapie erhält, benötigt neben dem Östrogen zusätzlich ein Gestagen, beispielsweise natürliches Progesteron, damit die Gebärmutterschleimhaut unter der Östrogen-Gabe vor unkontrolliertem Wachstum geschützt wird. Deswegen brauchen Sie zusätzlich die Progesteron-Kapseln zum Schlucken, die Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von HELGA W.:
Ich bin 53 und leide seit Jahren unter Schlafstörungen. Meine Ärztin hat mir nun die Einnahme von Progesteron-Tabletten empfohlen. Kann mir das helfen?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Progesteron in mikronisierter Form stimuliert unser Schlafzentrum und kann auch in höherer Dosierung eingenommen werden. Sollte sich die gewünschte Wirkung nicht einstellen, rate ich Ihnen, Ihre Frauenärztin aufzusuchen. Zuvor wäre es aber wichtig zu wissen, ob Sie noch Blutungen haben oder unter Wechseljahresbeschwerden leiden.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von RAGNA B.:
Wegen extremer Hitzewallungen würde ich gerne eine Hormonbehandlung machen. Ich habe aber gehört, dass dadurch das Brustkrebsrisiko steigt. Stimmt das?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Das Brustkrebsrisiko bei einer Hormonbehandlung ist sehr stark von der Art, Dosierung und der Therapiedauer abhängig. So wissen wir heute, dass Östrogene alleine das Risiko nicht oder nur kaum erhöhen. Wird eine Kombination mit einem Gestagen benötigt, weil die Gebärmutter noch vorhanden ist, kann natürliches Progesteron eingesetzt werden. Laut Beobachtungsstudien ist das Risiko für Brustkrebs bei einer Anwendung bis zu fünf Jahren nicht erhöht. Darüber hinaus sind die eigene Vorgeschichte und die familiäre Belastung vor dem Beginn einer Hormonbehandlung immer zu berücksichtigen.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von LIESA VON B.:
Ich bin seit drei Jahren im Klimakterium, mein Blutdruck ist moderat erhöht. Pendelt der sich wieder ein oder muss ich doch lieber eine Behandlung akzeptieren? Ich bin 51 Jahre.

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Das sind zwei verschiedene Dinge. Der Blutdruck sollte auf jedem Fall unabhängig von den Wechseljahresbeschwerden gut eingestellt werden!

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von HITZIGE:
Ich bin 54 und leide extrem unter Hitzewallungen - ca. 10 mal am Tag bin ich klitschnass. Deswegen würde ich gerne eine Hormontherapie machen, aber in meiner Familie hat es schon Fälle von Thrombose gegeben. Ist das ein Ausschlusskriterium?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Sie sollten zunächst mit ihrem Frauenarzt Ihre persönlichen Risikofaktoren klären (Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette). Grundsätzlich ist eine Hormonersatztherapie transdermal mit Gel oder Spray möglich, weil unter dieser Therapie mit bioidentischen Hormonen kein erhöhtes Thromboserisiko besteht. Sie haben ja extreme Beschwerden und sollten sich unbedingt helfen lassen, denn auch Stress über Wechseljahresbeschwerden kann den Blutdruck erhöhen und damit indirekt zum Risiko werden.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von XENIA:
Die meisten Männer wissen nicht, was die Wechseljahre für uns Frauen bedeuten. Ich habe schon mehrfach mit meinem Mann darüber gesprochen. Aber wenn wir uns näher kommen und ich nicht in kurzer Zeit "parat" bin, zieht er sich enttäuscht zurück. Wie mache ich ihm klar, dass nicht er, sondern die Hormone schuld daran sind, wenn es nicht mehr ist wie früher? Würde hier eine Hormontherapie helfen? Oder gibt es noch etwas anderes?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
In Ihrem Fall dürfte auf jeden Fall eine zumindest lokale, vaginale Hormonapplikation über Vaginalgel oder -zäpfchen helfen, um die Scheidentrockenheit zu bekämpfen. Dies ist sicherlich effektiver als eine reine Anwendung von Gleitgel. Wichtig ist jedenfalls, offen mit Ihrem Mann darüber zu sprechen! Mit mehr Einfühlung kann auch er dazu beitragen, die Situation wieder "in den Griff " zu bekommen ...

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von MUTTER:
Ich bin seit drei Jahren im Wechsel. Hormone möchte ich aber trotzdem nicht nehmen und suche nach Alternativen. In diesem Zusammenhang lese ich immer wieder von hoch dosierten Mikronährstoffen. Was sind Mikronährstoffe und können sie wirklich bei Wechseljahresbeschwerden helfen? Welche Mikronährstoffe sind nötig und welche Dosis ist für eine ausreichende Wirkung sinnvoll?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Ich gehe nicht davon aus, dass bei deutlichen klimakterischen Beschwerden eine Mikronährstofftherapie zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden führt. Da wäre dann schon eine Hormontherapie zu überlegen.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von BACH L.:
Wie muss ich es mit der Vorsorgeuntersuchung halten? Meine Ärztin ist im Ruhestand und ich habe noch niemanden gefunden, dem ich vertraue. Ich nehme als Medikation täglich Traubensilberkerze/Johanniskraut und mir geht es gut damit. Kann ich auf gynäkologische Untersuchungen vorübergehend verzichten?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Wir müssen bedenken, das unsere Zellen so alt sind wie wir selbst. Und in den Wechseljahren passieren im Körper und in allen Zellen große Umstellungsprozesse. Diese möglichen Zellveränderungen spüren wir leider nicht. Gerade in dieser Phase ist die Vorsorge mit Zellabstrichen besonders wichtig. Deshalb einmal jährlich weiter zur Krebsvorsorge gehen.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von LORENA:
Meine Regel bekomme ich seit dreizehn Monaten nicht mehr, ist es da für eine Hormonbehandlung schon zu spät?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Die ausbleibende Monatsblutung ist auf die nachlassende Eierstockfunktion zurückzuführen. Da Sie bereits über zwölf Monate blutungsfrei sind, befinden Sie sich schon in der Postmenopause – die sogenannte „Menopause“ bezeichnet die letzte Monatsblutung in der fruchtbaren Lebensphase einer Frau. Nach zwölf Monaten Blutungsfreiheit wird davon ausgegangen, dass die Menstruationsblutung endgültig ausbleibt. In der frühen Postmenopause produzieren die Eierstöcke zwar noch Hormone, aber deutlich weniger. Somit ist eine Hormonbehandlung hier auf jeden Fall sinnvoll. Denn wir wissen heutzutage, dass eine möglichst früh begonnene Hormonbehandlung langfristig den besten Effekt hat.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von VERENA:
Seit einiger Zeit leide ich, 44, unter starkem Schwitzen. Auch psychisch geht es mir nicht gut, und ich fühle mich oft abgeschlagen. Die Periode kommt unregelmäßiger als sonst. Können das schon die Wechseljahre sein, ich bin doch eigentlich zu jung dafür?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
In jedem Fall könnte es sich bereits um ein Nachlassen der Ovarialfunktion handeln, mit entsprechenden Beschwerden. Das Nachlassen der Eierstockfunktionen ist ungefähr ab dem 40. Lebensjahr möglich und dann auch nicht als krankhaft zu bewerten. Findet die letzte Regelblutung vor einem Alter von 45 Jahren statt, spricht man von einer frühen Menopause. Das Eintreten von Zyklusunregelmäßigkeiten und klimakterischen Symptomen ist jedoch normal. Je früher die Patientin in die Wechseljahre kommt, desto eher wäre zum Knochen- und Gefäßschutz auch zu diskutieren, eine Hormontherapie zur Verbesserung der klimakterischen Symptomatik anzubieten.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von ÖZGEN:
Ich bin 56 Jahre alt, meine Wechseljahre haben bereits mit Ende 40 eingesetzt. Seit 2 Jahren leide ich unter einer schweren Osteoporose. Trotz Behandlung liegt meine Knochendichte inzwischen unter 60 %. Wäre es sinnvoll, wenn ich mit meinem Hausarzt über eine zusätzliche Hormontherapie sprechen würde? Er denkt bislang nicht in diese Richtung.

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Unbedingt! Östrogene und Progesteron schützen den Knochen und würden einem weiteren Knochenabbau sicherlich entgegenwirken. Je nach individueller Risikosituation ist eine Hormonersatztherapie neben der Einnahme/Substitution von Vitamin D/Calcium sicher sinnvoll.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von ANNACONDA:
Schiebt eine Hormonersatztherapie die Wechseljahre eigentlich nur nach hinten, oder was passiert, wenn man die Hormone irgendwann wieder absetzt?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Nein. Die Wechseljahre sind heute ein Zeitraum von fast einen Lebensjahrzehnt von Mitte 40 bis Mitte/Ende 50. Mit einer Hormontherapie können wir die Begleiterscheinungen mildern und behandeln. Wenn diese Therapie dann beendet werden sollte, geht das am besten, indem man die Präparate ausschleicht, damit der Körper an immer kleinere Dosen gewöhnt wird. In den allermeisten Fällen sind die Beschwerden nach einer individuell eingestellten Behandlungsdauer weg. Wechseljahre haben auch ein natürliches Ende und werden definitiv nicht hinausgeschoben.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von LUNE-BäR:
Seit etwa einem Jahr plagen mich ständig wiederkehrende Zahnfleischentzündungen. Mein Zahnarzt meinte nun, das kann auch mit den Wechseljahren zu tun haben. Kann das sein und was kann ich dagegen tun? Kürzlich habe ich auch etwas von einem „Burning-Mouth-Syndrom“ gelesen? Was ist das genau und kann ich das auch bekommen, wenn ich wohl in dieser Richtung bereits anfällig bin?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Eventuell, das müssten Sie bitte mit ihrem Frauenarzt klären. Denken sollte man aber auch an einen möglichen Vitamin-B12-Mangel, so dass auch eine hausärztliche Vorstellung zur Abklärung erfolgen sollte.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von INGE L.:
Bei meiner letzten Blutuntersuchung hat mich mein Hautarzt auf erhöhte Blutfettwerte/Cholesterin hingewiesen, und dass es besonders in meinem Alter (52) wichtig wäre, auf diese zu achten. Was haben die Blutfettwerte mit den Wechseljahren bzw. mit den Hormonen zu tun? Was kann ich vorbeugend tun? Und normalisieren sich die Werte nach den Wechseljahren automatisch wieder?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Erhöhte Blutfettwerte/Cholesterinwerte sind vermutlich nicht durch die alleinige Wechseljahreskonstellation bedingt. Ihr Hausarzt hat sicher recht, auf diese zu achten. Die Werte normalisieren sich sicher nicht "automatisch". Hier müssen Sie auf jeden Fall "am Ball bleiben" - im Rahmen der Wechseljahre könnte auch eine niedrig dosierte Hormonersatztherapie gegebenenfalls helfen.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von HITZEWELLE:
Ich bin 55 und seit Beginn der Wechseljahre ganz schön aus der Form geraten. Wie kann ich das ändern und mich in meinem Körper wieder wohlfühlen?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Mit zunehmendem Alter wird unser Stoffwechsel langsamer, und der Körper speichert mehr, als er verbrennt, sofern nicht gleichzeitig die Kalorienaufnahme reduziert oder die Aktivität erhöht wird. Durch die Wechseljahre speichert der Körper daher häufig mehr Fett und man neigt dazu, insbesondere am Bauch zuzunehmen. Ich rate Ihnen zu einer Ernährungsumstellung in Kombination mit mehr körperlicher Aktivität, zum Beispiel weitgehender Verzicht auf abendliche Kohlenhydrate und eine Ausdauersportart mit Komponenten zum Muskelaufbau. Alles in moderater Form und nicht als Extremprogramm. Man sollte mit sich selbst nachsichtig umgehen, sonst bleibt man nicht lange dabei.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von BLäSER W.:
Mit 56 kamen die ersten Anzeichen meiner Wechseljahre sehr spät. Jetzt bin ich 61 und habe noch immer Beschwerden. Kann ich auch in meinem Alter noch eine Hormonbehandlung anfangen? Man soll diese doch unter 60 beginnen?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Ihre Situation kann nur individuell im Rahmen einer Sprechstunde beantwortet werden. Sollte bei Ihnen kein Risikofaktor bestehen, der gegen den Beginn einer Hormontherapie spräche, und sollten die beklagten Beschwerden eindeutig auf die Wechseljahre zurückzuführen sein, wäre durchaus zu diskutieren, eine transdermale Hormonersatztherapie zu beginnen.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von CLAUDINE-ONLINE:
Ich bin am Anfang der Wechseljahre und in letzter Zeit macht mir hauptsächlich meine Psyche zu schaffen, vor allem Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Schlafstörungen. Mein Arzt schlägt nun eine Behandlung mit natürlichem Progesteron vor, kein Östrogen. Kann Progesteron alleine meine Beschwerden lindern? Kann das eine Alternative zu synthetisch hergestellten Gestagenen sein, und kann ich so ein erhöhtes Krebsrisiko ausschließen?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
In Ihrer Lebensphase liegt vermutlich noch kein wesentlicher Östrogenmangel vor. Die geschilderten Beschwerden dürften am ehesten auf einen Progesteronmangel zurückzuführen sein. Das natürliche Progesteron dürfte hier sicher effektiver und risikoärmer sein.

Dr. med. Ute Schäfer
Dr. med. Ute Schäfer,
Niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Praxis in Marbach

Frage von ÖZLEM:
Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer Hormontherapie und dem späteren Auftreten von Demenz? Kann ich sicher sein, mir mit einer Hormontherapie in den Wechseljahren keine gesundheitlichen Spätfolgen mit „einzukaufen“? Wie ist da der genaue Zusammenhang?

Antwort von Dr. med. Ute Schäfer:
Wir wissen heute, dass Hormone die Gefäßwände insbesondere im Gehirn schützen, wenn mit der Therapie im richtigen Zeitfenster (Mitte-Ende 40 bis Ende 50) begonnen wurde. Die Hormontherapie soll Beschwerden lindern, den Wechseljahreszeitraum mit mehr Lebensqualität ausfüllen. Wenn die Therapie beendet wird, sind keine Spätfolgen zu erwarten. Auch das immer angstbesetzte Thema Brustkrebs ist bei einer transdermalen Therapie (Gel/Spray) nicht nachgewiesen, wenn die Behandlung nicht länger als 10 Jahre dauert.

Dr. med. Cathrin Grave
Dr. med. Cathrin Grave,
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Facharzt-Zentrum amedes experts, Hamburg

Frage von MIMI DORETTE:
Ich habe ein Myom bekommen, noch ist es ca. mirabellengroß. Dennoch soll ich operiert werden. Der Arzt meint, die Gebärmutter würde ich nicht mehr brauchen, und die Eierstöcke produzierten kein Östrogen mehr. Das könne man im Gesamtpaket erledigen (Gedächtnisprotokoll). Was raten Sie?

Antwort von Dr. med. Cathrin Grave:
Wenn Sie keine Beschwerden durch das Myom haben, halte ich eine Operation nicht für unbedingt erforderlich. Und ob die Eierstöcke gleich mit entfernt werden sollten, ist in Unkenntnis Ihres Alters auch kritisch zu hinterfragen.

Dr. med. Marc Schmidt
Dr. med. Marc Schmidt,
Niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, München

Frage von MONA-LISA:
Seit etwa zwei Jahren leide ich (53) unter erheblichen Wechseljahresbeschwerden. Wie lange kann das noch weiter gehen?

Antwort von Dr. med. Marc Schmidt:
Leider sind die Intensität und die Dauer der Wechseljahresbeschwerden bei Frauen sehr unterschiedlich. Sie können sich durchaus über mehrere Jahre hinziehen. Ich betreue Patientinnen, die auch mehr als zehn Jahre nach Einsetzen der Menopause noch Beschwerden haben. Die Fälle, in denen diese nur kurz andauern, sind eher selten.

Moderator:
Liebe User, unsere Chatzeit ist jetzt um, vielen Dank für Ihre rege Teilnahme und die vielen Fragen zum Thema „Klimakterium“. Wir hoffen, Sie haben eine Antwort auf Ihre Frage oder zumindest die gewünschten Informationen erhalten, und wünschen Ihnen einen schönen Abend.